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tinten_fischchen

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Porträt einer Frau, die sich nie gefunden hat

Heimat
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Heimat ist das erste Buch, das ich von Hannah Lühmann gelesen habe. Anfangs fiel es mir schwer, ins Buch einzusteigen. Der Text wirkt teils schlampig und verwirrend geschrieben. z.B. „Wie auf das Stichwort ...

Heimat ist das erste Buch, das ich von Hannah Lühmann gelesen habe. Anfangs fiel es mir schwer, ins Buch einzusteigen. Der Text wirkt teils schlampig und verwirrend geschrieben. z.B. „Wie auf das Stichwort hin kam Clemens nach oben, legte das Holz neben die Verandatür und berührte Karolin leicht an der Schulter. Jana verstand, dass es Zeit war zu gehen“. Weil er seine Frau mit der Hand berührt hat? Oder wegen dem Holz? Oder „aber er riss sich los und rannte in Richtung der Kletterwand“. Die Kletterwand wird hier das erste Mal erwähnt. Dazu kommen Formulierungen wie„sein Schlaf war unverwüstlich“. Ich wollte das Buch schon genervt weglegen, da es aber unter 200 Seiten hat, lass ich dann doch weiter. Das war eine gute Entscheidung.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist der Fokus auf die Hauptfigur. Als Leser nimmt man nur das wahr, was Anja wahrnimmt, und sieht nur das, was sie sieht. Diese Erzählweise erstreckt sich auf die gesellschaftlichen und politischen Themen, die zwar stets im Hintergrund präsent sind, aber nur am Rande behandelt werden – je nachdem, wie sehr sie Anja tatsächlich betreffen. Auch über Anjas neue Freunde bleibt vieles im Unklaren. Es wird nicht gezeigt, wie es um Karolin und ihren Mann steht. Das Verhalten des ältesten Sohnes von Karolin bleibt ebenfalls unerklärt. Diese Erzählstrategie erzeugt eine beklemmende Atmosphäre, da sie die fehlende Verbindung zwischen Anja und ihrer Umwelt schonungslos aufzeigt.

Dass die "Tradewife"-Frauen sich als AfD-Sympathisantinnen entpuppen, überrascht nicht wirklich. Man könnte es als Klischee abtun, doch leider entspricht es oft der Realität. Besonders interessant fand ich die Darstellung der älteren Generation vor Jana, sei es in der Figur der ehrgeizigen Ex-Chefin oder der ach so toleranten Hippiemutter, deren Toleranz jedoch schnell an ihre Grenzen stößt. Ihre Erziehungsmethoden sind zudem alles andere als zeitgemäß, was schmerzlich real wirkt.

Anjas Einstieg in die Szene wird überzeugend dargestellt. Unkommentiert wird sie mit Karolins Weltanschauung konfrontiert. Anfangs geht es um Studien zu den Stressfaktoren für Kinder in Kitas, doch schnell kippt das Ganze in Themen wie Impfungen und Freie Schulen. Die Gruppen, mit denen sie zu tun hat, sind entweder extrem liberal oder stark konservativ – einen Mittelweg scheint es nicht zu geben. Leider erlebe ich persönlich zunehmend das gleiche Phänomen. Ebenso wird im Buch die fehlende Diskussionskultur thematisiert, die ich ebenfalls immer häufiger beobachte.

Aufgrund des fehlenden moralischen Zeigefingers, der ein wenig bei der Einordnung helfen könnte, ist das Buch alles andere als eine leichte Lektüre. Als Leser muss selbst mitdenken und Grauzonen aushalten

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Der lange Kampf um Selbstbestimmung

Wohin du auch gehst
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Christina Fonthes zeigt in ihrem Debütroman eindrücklich was es bedeutet in einer Gesellschaft zu leben in der Frauen unterdrückt und Minderheiten diskriminiert werden. Für mich persönlich eine Warnung ...

Christina Fonthes zeigt in ihrem Debütroman eindrücklich was es bedeutet in einer Gesellschaft zu leben in der Frauen unterdrückt und Minderheiten diskriminiert werden. Für mich persönlich eine Warnung wie eine Gesellschaft aussehen kann, wenn es reaktionären Kräften gelingt in der Gesellschaft bereits erkämpfte Freiheiten wieder zu beschneiden.

Im Deutschlandfunk Podcast über den rechts-konservativen Investor und Polit-Lobbyisten Peter Thiel war von einem „Mindshift“ in Amerika, die mit Trumps zweiter Amtszeit begann die Rede. Damit ist gemeint, dass sich die Denkweisen und -muster innerhalb einer Gesellschaft oder Kultur verändern. Ein gutes Beispiel sind die Silikon-Valley unternehmen, die nun offen eine andere Richtung einschlagen. Setze man vormals auf Inklusion und Frauenförderung wird nun darauf verzichtet und es wird ein veraltetes Bild von Leistung gezeichnet.

Der Roman spielt nämlich in einer für uns ungewohnt konservativen Gesellschaft.

Fonthes behandelt eine breite Palette an Themen wie: Entwurzelung, Trauma, Missbrauch, häusliche Gewalt, HIV, Homophobie, Femizid, Zwangsheirat und Korruption.

Das ist viel. Dabei gelingt der jungen Autorin das Kunststück, die Geschichte nicht überladen wirken zu lassen. Im Kern ist „Wohin du auch gehst“ einfach eine extrem fesselnde Geschichte mit Sogwirkung. Beim Lesen möchte man wissen wie es mit der Hauptfigur Bijoux weitergeht, man lacht und leidet mit ihr. Gleichzeitig fragt man sich auch, was ist mit ihrer Tante passiert, dass sie so geworden ist. Die Figuren sind oft impulsiv, was sie aber auch glaubwürdig wirken lässt. Lediglich das Ende fand ich etwas überhastet.

Es sind vor allem die Details, die den Roman großartig machen. Wie die Mehrdeutigkeit des Titels, die sich erst beim Lesen erschließt. Mir machen solche Sachen Spaß.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Fragmentierte Erinnerungen

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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´Die Wiener Autorin Anna Maschik spannt in ihrem Debütroman ein über vier Generationen umspannendes Porträt einer Familie. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Alma, dem jüngsten Glied in der Kette. ...

´Die Wiener Autorin Anna Maschik spannt in ihrem Debütroman ein über vier Generationen umspannendes Porträt einer Familie. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Alma, dem jüngsten Glied in der Kette. An Alma liegt es sich ihren Vorfahrinnen anzunähern. Anhand von Listen, kurzen Erzählungen und Anekdoten.

Vieles bleibt unausgesprochen, lückenhaft. So wie es uns auch ergeht, wenn wir Geschichten unserer Ahnten teilen. Immer wieder gleiten die Erzählungen auch ins märchenhafte ab. Und ins unaussprechliche, wenn Dinge nur mehr angedeutet werden. Wie in der Liste, der Dinge die hängen. So wie auch in der Familie bestimmte Dinge nur mehr erwähnt, aber nicht wirklich angesprochen werden.
Es ist schwer, das Buch zu fassen. Am ehesten erinnerte mich noch an das Werk der leider viel zu verstorbenen Salzburger Autorin Helena Adler. Jedoch erreich Maschik (noch) nicht die Bild- und Sprachgewalt Adlers. Die Episoden die ins magische gleiten weckten bei mir Erinnerungen an 100 Jahre Einsamkeit. Zudem setzt die Autorin Wiederholungen als Stilmittel ein.

Das Buch bietet viel Platz für Reflexion. Anna Maschik hat die Essenz des Konzepts Familie, die von Geschichten der Vergangenheit lebt und wie diese die Zukunft beeinflussen, gut herausgearbeitet. Faszinierend wie die Mütter immer gegen die eigenen Mütter ankämpfen und sich diesen dann doch immer mehr in ihrer eigenen Art annähern. Der Kreislauf wird wiederholt, nicht zerbrochen. Es lege an Alma einen Neuanfang zu schaffen und die von ihren Vorfahren übernommen Muster abzulegen.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Schön gestalteter Kinder-Krimi mit historischem Flair

Aristide Ledoux – Meisterdieb wider Willen
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Aristitde Ledoux – Meisterdieb wider Willen ist ein Buch, welches sofort ins Auge sticht. Das detaillierte Cover mitsamt Einband ist ein wahrer Eye-Catcher und das Buch fühlt sich, einmal in die Hand genommen, ...

Aristitde Ledoux – Meisterdieb wider Willen ist ein Buch, welches sofort ins Auge sticht. Das detaillierte Cover mitsamt Einband ist ein wahrer Eye-Catcher und das Buch fühlt sich, einmal in die Hand genommen, sehr hochwertig an. Blättert man rein, verstärkt sich der Eindruck, findet man drinnen sogar Farbdruck, was heute schon eine Seltenheit darstellt. Die Kombination aus Bildern, Comicteilen und Text ist sehr gut gelungen. Es macht Spaß nur durchs Buch zu Blättern und die Bilder anzuschauen und gleichzeitig werden junge Leser durch die Textteile auch zum Lesen animiert. Dadurch, dass der Aufbau der einzelnen Kapitel sich ähnelt, wirkt das Buch geordnet und man wird nicht von Bildern erschlagen.

Die Geschichte verknüpft eine Krimi-Geschichte mit historischen und sogar gesellschafts-kritischen Themen. Immer wieder erfährt man etwas über Paris sowie über das Leben im 20. Jahrhundert. Jedoch nicht Oberlehrerhaft, lediglich Bruchstücke die ein Interesse an weiterer Nachforschung und Diskussion wecken können.

Es fehlt auch nicht an Witz, wobei im Vordergrund sicherlich Spannung steht. Streckenweise wird es auch ein wenig unheimlich. Aber nicht zu sehr, die Altersempfehlung ab 10 passt sicherlich.

Die drei Kinder, die die Hauptrolle im Buch spielen sind symphytisch und man fiebert mit ihnen mit. Die Erwachsenen-Figuren hingegen haben alle ihre Schwächen. Nach der Auflösung der Geschichte bekommt der Buchtitel gleich einen anderen Beigeschmack.

Das Ende wirkt auch etwas überhastet. Ja, es wird alles aufgelöst, jedoch bleiben Logik-Löcher. Und ich hätte gerne gewusst wie die Figuren sich weiterentwickeln. Daher hoffe ich auf eine Fortsetzung.

5 Punkte für die Zeichnungen und Gestaltung, 3,5 Punkte für die Geschichte

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Sooo schön

Der OktoBus auf großer Fahrt
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Ich glaube ich bin verliebt. Das Buch ist soo schön, dass ich es ständig ansehen muss. Die liebevollen Zeichnungen gefallen mir sehr und es macht einfach Spaß, das eine oder andere lustige Detail in ihnen ...

Ich glaube ich bin verliebt. Das Buch ist soo schön, dass ich es ständig ansehen muss. Die liebevollen Zeichnungen gefallen mir sehr und es macht einfach Spaß, das eine oder andere lustige Detail in ihnen zu entdecken. Auch Cover und Layout sind wunderschön.

Die Bilder versprühen Retro-Charme. Giraffendame Gerlinde trägt beispielsweise ein weiß gepunktetes Kopftuch. Das Zebra führt den Nachwuchs in einem richtigen Retro-Kinderwagen spazieren und trägt rosarote Schnürstiefelchen. Bei den Kindern weckte das neue bunte Buch sofort großes Interesse. Es wird gerne angeschaut und darin geblättert.

Die Geschichte selbst versteht es mit Reimen, Witz und lustigen Details zu punkten. Leider geizt sie aber ein wenig mit Spannung. Die Reime sind auch eher einfach. Da wird schon mal „Bus“ auf „muss“ und „Fluss“ auf „OktoBus“ gereimt. Aber zumindest können auch kleine Kinder die Reime schon gut verstehen. Da im Buch recht wenig passiert, denke ich, dass es eher für Jüngere, so ab Drei, interessant ist.

Auf jeden Fall ein wunderschönes Kinderbuch, das eine Bereicherung meiner Bibliothek darstellt. Allein schon aufgrund der wunderbaren Zeichnungen von Nina Dulleck.

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