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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.09.2018

Milieukrimi

Mexikoring
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Der Kriminalroman "Mexikoring" von Simone Buchholz ist ein ungewöhnlicher Krimi.

Die Kommissarin Chastity Riley und ihr Team, müssen den Mord an Nouri Saroukhan, dem Jura studierende Sohn, aus einem ...

Der Kriminalroman "Mexikoring" von Simone Buchholz ist ein ungewöhnlicher Krimi.

Die Kommissarin Chastity Riley und ihr Team, müssen den Mord an Nouri Saroukhan, dem Jura studierende Sohn, aus einem kriminellen Familienclan aus Bremen, aufklären. Um zu verstehen, was mit Nouri passiert ist, müssen sich die Ermittler selbst mit dem Clan und seinen Strukturen vertraut machen. Bei den Ermittlungsarbeiten könnte die Freundin von Nouri helfen. Diese jedochist verschwunden und gehört einer anderen Clan-Familie an als Nouri.

Da der Krimi sehr realistisch geschrieben ist, wirkt dieser fast ein wenig bedrückend. Die Charakteren hat die Autorin sehr schön beschrieben, sie wirken sehr "echt".

Mein Fazit: Der Schreibstil von Simone Buchholz ist sehr authentisch! Der Schreibstil ist mal total was anderes, was sich auf jeden Fall lohnt um zu lesen!

Veröffentlicht am 05.09.2018

Melancholisches Moskau

TEXT
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Ich habe den Autor Dmitry Glukhovsky bisher nicht gekannt und der Roman "Text" war für mich das erste Buch.

Im Glukhovsky`s Roman "Text" geht es um Ilja. Dieser sass sieben Jahre im Straflager. Als Ilja ...

Ich habe den Autor Dmitry Glukhovsky bisher nicht gekannt und der Roman "Text" war für mich das erste Buch.

Im Glukhovsky`s Roman "Text" geht es um Ilja. Dieser sass sieben Jahre im Straflager. Als Ilja wieder in die Freiheit kommt, ist nichts mehr wie es vor sieben Jahren war. Seine Mutter stirbt, wenige Tage vor seiner Entlassung, an einem Herzinfarkt und seine Freunde haben sich längst von ihm abgewandt. Ilja ist enttäuscht und ertränkt seine Frust im Alkohol. Ilja sucht in seiner Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit seinen Fahnder, Petja, der ihn vor sieben Jahren zu Unrecht hinter Gitter brachte und ersticht diesen im Affekt. Ilja nimmt das Handy von Petja an sich und entdeckt im Handy von Petja verstörende Spuren aus dessen Vergangenheit. Ilja beginnt, Nachrichten, die eigentlich an Petja gehen, zu beantworten und seine Identität verschmilzt immer mehr mit der jenes Mannes, die Ilja getötet hat.

Das Buch war recht melancholisch, trist und hoffnungslos. Weitere Themen sind Alkohol, Drogen und Illegales. Schmierige und käufliche Polizisten, leichte Mädchen und korrupter Staatsapparat. Es sind zu viele triste Themen auf einmal und das Herz für ein dieser Charaktere zu öffnen, wird unheimlich schwer. Mich hat das Buch regelrecht zermürbt. Das spricht, in gewisser Sicht, für die Fähigkeit des Autors, aber ein gegenteiliges Resultat wäre für das persönliche Lesevergnügen um einiges besser.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Hoffnungslosigkeit

Mit der Faust in die Welt schlagen
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Der Autor Lukas Rietzschel erzählt in dem Buch "Mit der Faust in die Welt schlagen" die Geschichte von zwei Brüdern von Osten Deutschlands vom Jahr 2000-2014.

Philipp und Tobias wachsen in einem Dorf ...

Der Autor Lukas Rietzschel erzählt in dem Buch "Mit der Faust in die Welt schlagen" die Geschichte von zwei Brüdern von Osten Deutschlands vom Jahr 2000-2014.

Philipp und Tobias wachsen in einem Dorf zu der Grenze Polens auf. Die Mauer ist gefallen und die Eltern der beiden Brüdern bauen ein Haus. Die Zukunft sieht nicht rosig aus, es ist nicht für jeden einfach, da viele Arbeitsplätze verschwunden sind.
Die Eltern von Philipp und Tobias gehen beide arbeiten, um das Haus abzubezahlen und die Jungs gehen nach der Schule in den Hort. Das Dorf, in dem sie wohnen, ist trostlos und es läuft nicht viel. Durch die Perspektivenlosigkeit kommen Frust und Aggressionen auf.
Als Menzel, ein Neonazi, im Dorf auftaucht, ist Philipp fasziniert. Endlich läuft im Dorf mal was. Als aber dann Philipp bemerkt, dass Menzel keine grosse Alternative zu bieten hat, wendet er sich von diesem ab. Tobias aber lässt sich auf Menzel ein und sie wollen etwas gegen die Ausländer unternehmen, die in der Schule einziehen sollen.

Lukas Rietschel beschreibt die Geschichte von Philipp und Tobias sehr nüchtern und sachlich, es sind keine Wertungen im Buch enthalten. Durch diese Erzählweise wird die Geschichte sehr eindringlich und regt den Leser zum Nachdenken an.
Der Schreibstil vom Autor ist teils poetisch, nüchtern und gut verständlich.

Veröffentlicht am 16.08.2018

Berlin 1968

Die Tote im Wannsee
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Ein spannender Krimi in den 68er Jahren in Berlin.

Wolf Heller, Komissar bei der Mordinsepktion M I wird zum Ufer des Wannensee gerufen. Dort wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden. Die Frau wurde ...

Ein spannender Krimi in den 68er Jahren in Berlin.

Wolf Heller, Komissar bei der Mordinsepktion M I wird zum Ufer des Wannensee gerufen. Dort wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden. Die Frau wurde brutal mit mehreren Messerstichen getötet und anschliessend in den See geworfen. Wolf Heller soll nun herausfinden, wer die unbekannte Frau ist und wer ihr Mörder war.
Die Frau heisst Heidi Gent und eine Spur führt ihn zur Anwaltskanzlei des Rechtsanwaltes Hors Mahler, dort arbeitete die Ermordete als Angestellte.
Als der Chef Heller auffordert den Fall schnell abzuschliessen, da der Täter schnell feststeht, wird Heller misstrauisch und sucht weiter. Er findet sich immer mehr in einem Netz aus Lügen und Politik wieder.

Das Buchcover mit der Straßenszene ist schlicht, spiegelt aber die damalige Zeit wieder, daher passt es super zur Geschichte!

Zu Beginn musste ich mich in die damalige Zeit und Ort (war noch nie in Berlin) hineinversetzen , aber der Autor hat die Zeit und Lebensbedingungen von 1968 in Berlin detailreich und authentisch beschrieben, daher war dies kein Problem.
Die Spannung des Buches ist von Beginn an erreicht worden!

Ich habe dieses Buch gerne gelesen und ist für jeden Krimifan zu empfehlen.

Veröffentlicht am 15.08.2018

Bewegende Geschichte

Das rote Adressbuch
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Das Buch "Das rote Adressbuch" von der Autorin Sofia Lundberg ist ein gefühlvolles Buch, dass die Vergangenheit und die Gegenwart im Gleichgewicht hält.

Im Roman geht es um Doris, diese ist 1918 geboren. ...

Das Buch "Das rote Adressbuch" von der Autorin Sofia Lundberg ist ein gefühlvolles Buch, dass die Vergangenheit und die Gegenwart im Gleichgewicht hält.

Im Roman geht es um Doris, diese ist 1918 geboren. Die Geschichte beginnt in der Gegenwart in der Wohnung von Doris in Stockholm. Doris ist 96 Jahre alt, körperlich gebrechlich und sie hat regelmässigen Besuch von Pflegerinnen. Ihre Tochter Jenny, lebt mit ihrer Familie in San Francisco, daher hat Doris nur über Skype Kontakt zu ihr.

Danach erfährt der Leser über die Kindheit und Jugend von Doris. Sie liebte ihren Vater sehr, der jedoch sehr früh, als Doris 13 Jahre alt war, an einem Arbeitsunfall starb. Es war nichts mehr wie vorher, die Mutter hatte Mühe Doris und ihre jüngere Schwester Agnes durchzubringen. Die Mutter schickte Doris zum Dienst bei Herrschaften. Doris kam dann nach Paris und dort wurde sie als Mannequin entdeckt. Als die Mutter von Doris und Agnes stirbt, kommt Agnes zu ihr. Im Krieg ging Doris dann in die USA.

Der Roman gefiel mir sehr gut, die Geschichte ist ein gutes Gleichgewicht zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Durch die Lebensgeschichte von Doris, fühlt man sich ihr beim Lesen auch nah. Man trauert mit ihr über die Vergangenheit. Trotzdem ist es immer wieder schön, wie positiv Doris gegenüber Jenny bleibt.

Das Buch zu lesen ist eine absolute Freude. Gefühlsvoll und in einem sehr angenehmen Schreibstil von der Autorin, kann man das Buch nicht mehr weglegen!