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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2026

Berührend und sensibel

Unter Wasser
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Als Marissas Mutter gestorben ist, gehen sie und ihr Vater nach Thailand, wo der Vater die Meeresforschung seiner Frau fortsetzen will. Marissa findet in Arielle eine Seelenfreundin, die beiden unternehmen ...

Als Marissas Mutter gestorben ist, gehen sie und ihr Vater nach Thailand, wo der Vater die Meeresforschung seiner Frau fortsetzen will. Marissa findet in Arielle eine Seelenfreundin, die beiden unternehmen alles zusammen. Bis der schreckliche 26. Dezember 2004 kommt, der Tag des Tsunamis. Acht Jahre später begegnen wir Marissa in New York. Sie trauert immer noch um ihre Freundin. Als ein schwerer Hurrikan droht, gerät sie in eine schlimme Krise.
Beide Erzählstränge werden abwechselnd erzählt, aber sind immer mit dem Datum versehen, damit man sich gut orientieren kann.
Das Buch hat mich sehr fasziniert. Besonders die Beobachtungen beim Tauchen sind sehr eindrucksvoll und gut geschrieben. Korallenriffe, herrlich bunte Fische und besonders die Mantarochen haben mich begeistert. Man glaubt das alles selbst zu sehen.
Dagegen gingen die Schilderungen der Situation nach dem Tsunami unter die Haut. Ich kann mich noch gut an die Bilder der Katastrophe erinnern, die genau am 2. Weihnachtstag über die Menschen in Südasien hereinbrach und vermutlich über 200 000 Tote forderte. Tara Menon schildert die Situation sensibel und realistisch.
Obwohl das Buch nur 200 Seiten umfasst, hinterlässt es doch einen tiefen bleibenden Eindruck, was nicht zuletzt auch an dem wunderschönen Cover liegt, das sehr gut zum Inhalt passt.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Drei Frauen gegen den Rest der Welt

Ein guter Blick fürs Böse
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Kalifornien 1966: Margot, Beverly und Elsie sind so unterschiedlich wie Frauen es nur sein können, aber sie haben eine Gemeinsamkeit: ihre Ehemänner waren Mörder und sitzen nun im Knast. Zusammen versuchen ...

Kalifornien 1966: Margot, Beverly und Elsie sind so unterschiedlich wie Frauen es nur sein können, aber sie haben eine Gemeinsamkeit: ihre Ehemänner waren Mörder und sitzen nun im Knast. Zusammen versuchen sie das Erlebte zu verarbeiten und sich gegenseitig Beistand zu leisten. Als in der Nähe ihres Wohnorts Frauen ermordet und zur Schau gestellt werden, versuchen sie mit ihrer persönlichen Expertise den Mörder zu finden, denn die Polizei interessiert sich nicht sehr für ein paar tote Frauen.

Die Kombination von diesen drei verschiedenen Frauen hat mir gut gefallen, denn sie bringen alle ihre unterschiedlichen Kompetenzen ein und ergänzen sich so sehr gut. Auch ihre Hartnäckigkeit fand ich gut, sie lassen sich nicht entmutigen und ich bin buchstäblich durch das Buch geeilt, denn es wird mit der Zeit immer spannender und ich konnte kaum aufhören zu lesen.

Leider ist das Buch immer noch aktuell, denn immer noch werden Frauen von Familienangehörigen oder guten Bekannten gequält, misshandelt und getötet. Über 150 Femizide im Jahr allein in Deutschland sprechen eine deutliche Sprache. Insofern ist das Buch nicht nur ein guter und fesselnder Unterhaltungsroman, sondern auch explizit politisch, da noch immer viel zu wenig dagegen getan wird.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Köder auswerfen

Faustschlag von rechts
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In diesem Buch steht der 15jährige Jarik im Mittelpunkt. Sein Vater ist ausgezogen und hat eine neue Freundin, die Mutter ist immer gestresst und dauernd muss Jarik auf seinen kleinen Bruder aufpassen, ...

In diesem Buch steht der 15jährige Jarik im Mittelpunkt. Sein Vater ist ausgezogen und hat eine neue Freundin, die Mutter ist immer gestresst und dauernd muss Jarik auf seinen kleinen Bruder aufpassen, der erst neun ist. Kein schönes Leben für einen Jugendlichen, wären da nicht seine Freunde, mit denen er im Jugendclub abhängt und das Boxen, das er liebt.

Sein Boxtrainer Falk lädt ihn zu einem Zeltlager in den Ferien ein, da will man ein Rollenspiel nachspielen und in freier Natur leben. Jariks Freunde sind allerdings misstrauisch und vermuten einen rechten Zirkel hinter dem Zeltlager. Trotzdem macht Jarik mit, zuerst macht es Spaß, doch dann lernt er Falks grausame Seite kennen.

Das Buch bildet die Lebenswelt eines Jugendlichen sehr realistisch ab. Die Probleme mit den Eltern, der Wunsch nach näheren Bekanntschaften mit Mädchen, die Orientierungslosigkeit der Pubertät, der fremd werdende eigene Körper, das alles spielt eine wichtige Rolle. Rechte Kreise versuchen hier anzusetzen und den jungen Menschen Orientierung zu bieten, die das eigene Elternhaus leider oft nicht gibt. Eine Masche, die schon in der Nazizeit wirkte und heute noch ebenso erschreckend ist!

Der Roman ist spannend geschrieben und durch die kurzen Sätze und das lockere Schriftbild auch für Jugendliche gut lesbar, die nicht gern lesen. Ein wirklich gutes Jugendbuch!

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Moorland zum Ersten!

Moorland. Die Zwillinge
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Andreas Winkelmann hat schon viele spannende Thriller und einige cosy Krimis geschrieben und sein Name bürgt für Qualität.
"Moorland" ist der erste Band einer neuen Reihe um die Ermittlerin Malia Gold. ...

Andreas Winkelmann hat schon viele spannende Thriller und einige cosy Krimis geschrieben und sein Name bürgt für Qualität.
"Moorland" ist der erste Band einer neuen Reihe um die Ermittlerin Malia Gold. Gold ist in ihr Heimatdorf mitten in der Moorlandschaft zurückgekehrt, dort hat sie sich seit einem Streit mit ihrer Mutter seit 15 Jahren nicht mehr sehen lassen.
Kaum ist sie angekommen, da steckt sie auch schon in ihrem ersten Fall. Die 18jährigen Zwillinge Nike und Jana sind im Moor verschwunden und kurze Zeit später tauchen verstörende Fotos bei TikTok auf. Trotz intensiver Suche werden die Mädchen nicht aufgespürt. Viele Menschen machen sich verdächtig und erst spät kommt Malia auf die richtige Spur. Aber sie muss sich auch mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen, was nicht immer angenehm ist.
Das Buch ist ein echter Pageturner, anfangs etwas verhalten, dann aber kann man das Buch kaum noch weglegen. Winkelmann gelingt es routiniert Hochspannung aufzubauen und immer neue Wendungen machen das Buch ungewöhnlich fesselnd.
Man darf auf die nächsten Bände gespannt sein, zumal die Moorlandschaft sich als Hintergrund eines Krimis sehr gut eignet und viele Möglichkeiten bietet.
Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Starke Frauen

Tödliche Freundinnen
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Chloe aus einer reichen Farmerfamilie und Mel aus dem Trailerpark verband mehr als eine ungewöhnliche Mädchenfreundschaft, sie liebten sich. Dann verschwand Chloe plötzlich, nachdem die beiden einen Jungen ...

Chloe aus einer reichen Farmerfamilie und Mel aus dem Trailerpark verband mehr als eine ungewöhnliche Mädchenfreundschaft, sie liebten sich. Dann verschwand Chloe plötzlich, nachdem die beiden einen Jungen umgebracht und in der Wildnis verscharrt hatten. Sechs Jahre später ist Mel eine hervorragende Privatdetektivin und soll Chloe suchen, da ihr Vater schwer erkrankt ist und seine Tochter noch einmal sehen möchte. Ein wilder Ritt beginnt, denn nicht nur Mel sucht die junge Frau.
Das Buch ist anfangs recht verwirrend, da die Zeiten immer wieder hin und her springen. Man muss gut aufpassen, in welchem "Universum" man sich gerade befindet. Allerdings erleichtern die Überschriften die Orientierung und im Verlauf des Buches gewöhnt man sich daran.
Insgesamt ist die Geschichte aber sehr spannend und immer wieder gibt es neue Wendungen. Die beiden Hauptpersonen blieben mir allerdings fremd, da sie recht distanziert geschildert werden. Der Stil ist manchmal etwas holprig, aber nicht so sehr, dass der Lesefluss gestört würde.
Insgesamt okay!

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