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Veröffentlicht am 17.04.2026

Lebendiges Dorfleben

Mirabellentage
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Der zweite Roman von Martina Bogdahn führt uns wieder in den kleinen Ort Blumfeld irgendwo in Bayern.
Josef, der Ortspfarrer, ist überraschend gestorben und seine Haushälterin Anna steht allein da. Sie ...

Der zweite Roman von Martina Bogdahn führt uns wieder in den kleinen Ort Blumfeld irgendwo in Bayern.
Josef, der Ortspfarrer, ist überraschend gestorben und seine Haushälterin Anna steht allein da. Sie muss die Beerdigung organisieren und dann kommt auch noch überraschend der neue Pfarrer aus Rom angereist. Fridtjof, ein Nordfriese mit blondem Haar und einer seltsamen Sprache, ist ein Fremdkörper im Dorf, aber Anna bemüht sich ihm die Eingewöhnung zu erleichtern. Und dann ist da auch noch der alte grüne Mercedes des Pfarrers, der nutzlos in der Garage steht...
Auch dieses Buch zeigt und wieder wie schon "Mühlensommer" einen liebevollen Blick auf die Dorfgemeinschaft. Zwar wird allerorten getratscht, was das Zeug hält, aber Bogdahn schildert die Zusammenhänge und die Vergangenheit der Bewohner immer mit einem positiven Blick. Manchmal musste ich laut lachen, aber manche Erinnerungen waren auch sehr traurig oder dramatisch.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, weil es nicht urteilt und dadurch eine positive Ausstrahlung hat. Genau das Richtige für unsere zum ständigen Meckern neigenden Zeit!

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Sensibel

Warum du schweigst
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Das Buch beginnt mit einer ganzen Seite volll Kontaktadressen, an die man sich bei sexuellem Missbrauch wenden kann. Aber dann geht es los mit der Geschichte von Lena, die in einer Frauenmannschaft Fußball ...

Das Buch beginnt mit einer ganzen Seite volll Kontaktadressen, an die man sich bei sexuellem Missbrauch wenden kann. Aber dann geht es los mit der Geschichte von Lena, die in einer Frauenmannschaft Fußball spielt, sie ist richtig gut. Deshalb ist sie froh, als der alte Trainer aufhört und ein junger, dynamischer Mann das Ruder übernimmt. Charly fordert die Mädchen und schnell zeigen sich die ersten Erfolge. Alles wäre gut, wenn Charlys Verhalten nicht bei Lena und den anderen Mädchen ungute Gefühle auslösen würde. Er wird immer übergriffiger und viele der Spielerinnen bemerken das. Aber niemand spricht darüber, bis es zum Eklat kommt.

Das Buch ist vorwiegend für Jugendliche geschrieben und macht Mut sich gegen Übergriffe zu wehren. Schon in einem frühen Stadium, wenn nur ein Gefühl des Unwohlseins auftritt, sollte man dem Täter Grenzen setzen. Der Täter geht aber geschickt vor, indem er sich Mädchen aussucht, die unsicher sind und sich nicht richtig wehren.

Schäuble geht das Thema sehr sensibel an, er zeigt die Unsicherheiten der Mädchen auf und die Mechanismen, die der Täter nutzt, werden an diesem Beispiel klar. Die Opfer sind häufig für ihr ganzes Leben gezeichnet, während die Täter mit geringen Strafen davonkommen. Auch das wird am Beispiel von Lena klar, denn sie hat Probleme sich auf eine Beziehung zu ihrem Freund Tim einzulassen und muss sich schließlich Hilfe bei einer Therapeutin suchen.

Das alles ist sehr bitter und ich hoffe, dass das Bewusstsein in der Bevölkerung für dieses Thema wächst. Hoffnung habe ich allerdings wenig, denn die Diskussionen in den asozialen Medien z.B. zum Fall Pelicot sind erschreckend.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Naturgewalt

Der letzte Leuchtturm
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Noch immer bin ich atemlos nach dem Ende dieses beeindruckenden Buches. Wow!
Ich hatte eine beschauliche Geschichte über das Leben eines Leuchtturmwärters und seines Sohnes auf einer einsamen Insel erwartet ...

Noch immer bin ich atemlos nach dem Ende dieses beeindruckenden Buches. Wow!
Ich hatte eine beschauliche Geschichte über das Leben eines Leuchtturmwärters und seines Sohnes auf einer einsamen Insel erwartet und bekommen habe ich ein Buch wie eine Naturgewalt.
Die beiden leben nach dem Tod der Ehefrau und Mutter allein auf der Shetlandinsel Muckle Flugga am Rande des britischen Imperiums und schützen die Schiffe davor an den gefährlichen Felsen zu zerschellen. Der hartherzige, um seine Frau trauernde Vater geht davon aus, dass sein Sohn einmal den Posten übernehmen wird, doch Ouse ist ein begabter Künstler. Er näht wunderbare Teppiche und strickt fantasievolle Pullover. Als der chaotische, depressive Schriftsteller Firth auf die Insel kommt, um sich dort umzubringen, gerät das fragile Gleichgewicht zwischen Vater und Sohn aus den Fugen.
Nur selten hat mich die Sprache in einem Buch so beeindruckt wie in diesem. Da sind Sätze, die auf der Zunge zergehen wie Butter, aber auch harte, grausame Worte, die den Atem rauben. Wunderbare Naturschilderungen und skurrile Ereignisse wechseln sich ab mit harten Passagen, die direkt ins Herz gehen.
Da ist auch der Übersetzer Stephan Kleiner zu loben, der das Werk genial ins Deutsche übersetzt hat.
Das Buch ist nicht leicht zu lesen, man muss sich erst an den Stil gewöhnen, aber je länger man liest, umso mehr erkennt man die außerordentliche Qualität des Buches. Durchhalten lohnt sich!

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Berührend und sensibel

Unter Wasser
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Als Marissas Mutter gestorben ist, gehen sie und ihr Vater nach Thailand, wo der Vater die Meeresforschung seiner Frau fortsetzen will. Marissa findet in Arielle eine Seelenfreundin, die beiden unternehmen ...

Als Marissas Mutter gestorben ist, gehen sie und ihr Vater nach Thailand, wo der Vater die Meeresforschung seiner Frau fortsetzen will. Marissa findet in Arielle eine Seelenfreundin, die beiden unternehmen alles zusammen. Bis der schreckliche 26. Dezember 2004 kommt, der Tag des Tsunamis. Acht Jahre später begegnen wir Marissa in New York. Sie trauert immer noch um ihre Freundin. Als ein schwerer Hurrikan droht, gerät sie in eine schlimme Krise.
Beide Erzählstränge werden abwechselnd erzählt, aber sind immer mit dem Datum versehen, damit man sich gut orientieren kann.
Das Buch hat mich sehr fasziniert. Besonders die Beobachtungen beim Tauchen sind sehr eindrucksvoll und gut geschrieben. Korallenriffe, herrlich bunte Fische und besonders die Mantarochen haben mich begeistert. Man glaubt das alles selbst zu sehen.
Dagegen gingen die Schilderungen der Situation nach dem Tsunami unter die Haut. Ich kann mich noch gut an die Bilder der Katastrophe erinnern, die genau am 2. Weihnachtstag über die Menschen in Südasien hereinbrach und vermutlich über 200 000 Tote forderte. Tara Menon schildert die Situation sensibel und realistisch.
Obwohl das Buch nur 200 Seiten umfasst, hinterlässt es doch einen tiefen bleibenden Eindruck, was nicht zuletzt auch an dem wunderschönen Cover liegt, das sehr gut zum Inhalt passt.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Drei Frauen gegen den Rest der Welt

Ein guter Blick fürs Böse
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Kalifornien 1966: Margot, Beverly und Elsie sind so unterschiedlich wie Frauen es nur sein können, aber sie haben eine Gemeinsamkeit: ihre Ehemänner waren Mörder und sitzen nun im Knast. Zusammen versuchen ...

Kalifornien 1966: Margot, Beverly und Elsie sind so unterschiedlich wie Frauen es nur sein können, aber sie haben eine Gemeinsamkeit: ihre Ehemänner waren Mörder und sitzen nun im Knast. Zusammen versuchen sie das Erlebte zu verarbeiten und sich gegenseitig Beistand zu leisten. Als in der Nähe ihres Wohnorts Frauen ermordet und zur Schau gestellt werden, versuchen sie mit ihrer persönlichen Expertise den Mörder zu finden, denn die Polizei interessiert sich nicht sehr für ein paar tote Frauen.

Die Kombination von diesen drei verschiedenen Frauen hat mir gut gefallen, denn sie bringen alle ihre unterschiedlichen Kompetenzen ein und ergänzen sich so sehr gut. Auch ihre Hartnäckigkeit fand ich gut, sie lassen sich nicht entmutigen und ich bin buchstäblich durch das Buch geeilt, denn es wird mit der Zeit immer spannender und ich konnte kaum aufhören zu lesen.

Leider ist das Buch immer noch aktuell, denn immer noch werden Frauen von Familienangehörigen oder guten Bekannten gequält, misshandelt und getötet. Über 150 Femizide im Jahr allein in Deutschland sprechen eine deutliche Sprache. Insofern ist das Buch nicht nur ein guter und fesselnder Unterhaltungsroman, sondern auch explizit politisch, da noch immer viel zu wenig dagegen getan wird.

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