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Veröffentlicht am 14.04.2021

Mein erster Festa - unglaublich gut!

Das Leben, das wir begraben
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„Wenn das Schicksal mir damals wirklich ins Ohr geflüstert hätte - wenn ich gewusst hätte, dass dieser Besuch so viele Dinge ändern würde - hätte ich dann einen sichereren Weg gewählt? Wäre ich links abgebogen, ...

„Wenn das Schicksal mir damals wirklich ins Ohr geflüstert hätte - wenn ich gewusst hätte, dass dieser Besuch so viele Dinge ändern würde - hätte ich dann einen sichereren Weg gewählt? Wäre ich links abgebogen, wo ich rechts abgebogen bin?“
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Für eine Hausarbeit im College muss Joe Talbert eine Biografie über eine fremde Person schreiben. Auf seiner Suche trifft er auf den im Sterben liegenden Carl Iverson, ein verurteilter Sexualmörder, der vor 30 Jahren ein Mädchen vergewaltigt, getötet und verbrannt haben soll. Joe nimmt die Herausforderung an und erkennt schnell, dass es einige Widersprüche in dem Mordfall gibt und er setzt alles aufs Spiel, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Auch sein eigenes Leben.
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Die Handlung konnte mich sofort begeistern. Eskens beschreibt die Charaktere unglaublich gut, sodass man sich sofort mitten in der Geschichte befindet. Man lernt Joe und sein Leben immer besser kennen und erlebt auch die tolle Wandlung vom eher zurückhaltenden Jungen zu einem charakterstarken Mann hat mir super gefallen.
Anfangs ist die Geschichte sehr ruhig und trotzdem weiß man einfach, dass da noch was kommt. Und man wird nicht enttäuscht. Je weiter man in der Seitenzahl vorrückt, desto mehr steigert sich die Spannung und man hinterfragt tatsächlich die Schuld Carls und fiebert bis zum Ende mit, dass alles aufgeklärt wird. Während Joe und Lilas Ermittlungen wird einem manchmal ganz anders und Eskens erschafft eine spannungsgeladene Hintergrundatmosphäre, die von einem unglaublich guten Schreibstil mit vielen Details geprägt ist.
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Definitiv nicht mein letztes Buch des Autors. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil und vergebe 5 Sterne für diesen ausdrucksstarken Must-Read aus dem Festa-Verlag.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2021

Eine grausame Verbindung, die bereits 10 Jahre zurückliegt

Rachesommer
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Es gibt nur eine gemeinsame Spur: Ein Schiff, das ein schreckliches Geheimnis birgt.
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In Wien stößt die Anwältin Evelyn Meyers auf komische Zufälle, vier wohlhabende Männer sterben innerhalb kürzester ...

Es gibt nur eine gemeinsame Spur: Ein Schiff, das ein schreckliches Geheimnis birgt.
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In Wien stößt die Anwältin Evelyn Meyers auf komische Zufälle, vier wohlhabende Männer sterben innerhalb kürzester Zeit durch mysteriöse Unfälle. Evelyn kann nicht glauben, dass es wirklich Unfälle waren.
Zur selben Zeit wird Kommissar Pulaskis Misstrauen in Leipzig geweckt, als mehrere Jugendliche in psychiatrischen Kliniken durch angebliche Selbstmorde umkommen.
Die Ermittlungen der beiden kreuzen sich und sie stoßen auf einen schrecklichen Zusammenhang.
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Der Thriller startet rasant und man ist von Anfang an direkt im Geschehen. Abwechselnd begleitet man die Geschichte aus Evelyn und Pulaskis Sicht, wodurch man beide Charaktere sehr gut kennenlernt und auch über die Todesfälle, den die beiden Protagonisten nachgehen, sehr gut Bescheid weiß. Sowohl Evelyn als auch Pulaski sind Charaktere mit gewissen Schwächen, was sie für mich nur noch sympathischer gemacht hat. Im Laufe der Handlung wurde viel spekuliert, wie denn nun alles zusammenhängt und was damals auf dem Kreuzfahrtschiff tatsächlich passiert ist. Dafür bedarf es dann fast eine Triggerwarnung, denn beim Lesen der Ereignisse wird es einem direkt ganz anders. Häppchenweise bekommt der Leser die Zusammenhänge zugespielt, bis sich am Ende ein Gesamtbild ergibt, wodurch alles sehr gut aufgeklärt wird. Das hat mir super gefallen. Zwar kann man sich schon grob denken, wer mit drinsteckt, aber so einfach, wie es zunächst scheint, ist die Auflösung dann doch wieder nicht. Sehr raffiniert gemacht meiner Meinung nach.
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Der Auftakt der Rache-Reihe ist eine super Kombination aus Brutalität und Ermittlungsarbeit und konnte mich zu 100% überzeugen. Ich freue mich sehr auf die zwei weiteren Teile mit den Mädels und vergebe volle 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Ein krankes Psychospiel

Wenn Schweigen tötet
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Nina kann Maggie niemals verzeihen, was sie getan hat. Und sie kann sie niemals gehen lassen.
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Nina hält Maggie seit zwei Jahren in Ketten im Dachgeschoss gefangen. Denn Maggie hat unverzeihliche Sachen ...

Nina kann Maggie niemals verzeihen, was sie getan hat. Und sie kann sie niemals gehen lassen.
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Nina hält Maggie seit zwei Jahren in Ketten im Dachgeschoss gefangen. Denn Maggie hat unverzeihliche Sachen getan und soll nun den Preis dafür bezahlen. Doch Nina weiß längst nicht alles aus der Vergangenheit und Maggie will dafür sorgen, dass es auch so bleibt. Denn die Wahrheit ist gefährlicher als jede Lüge.
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Was für eine Geschichte! Schon zu Beginn der Geschichte erkennt man, dass diese Charaktere echt einen an der Waffel haben! Doch wie sehr, stellt sich tatsächlich erst im Laufe der Handlung heraus. Zwischenzeitlich empfindet man alle möglichen Gefühle: Wut, Trauer, Schock und Verwirrung. Es ist echt alles dabei und man fragt sich durchweg, wer denn nun eigentlich das Opfer ist.
Der Thriller wird abwechselnd aus Maggies und Ninas Sicht erzählt und beschreibt sowohl die gegenwärtige Situation als auch die Vergangenheit und wie es zu allem gekommen ist. Das hat mir sehr gut gefallen, da man dadurch immer mal wieder ein paar Häppchen zugeschmissen bekommen hat, das Gesamtbild einem aber wirklich erst zum Schluss bewusst wird.
Das Finale war grandios, wenn auch ein paar Sachen dabei waren, die dann doch etwas unrealistisch schienen. Kann man aber sehr gut drüber hinwegblicken, da die Familiengeschichte einfach zu verstörend und die Geschichte zu gut ist.
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John Marrs schafft es in seinem Psychothriller immer wieder falsche Fährten zu legen, dass man dann doch immer wieder aufschreckt und sagt „Das gibt es doch nicht“. Eine klare Leseempfehlung trotz zwei/drei Ungereimtheiten und 4,5 Sterne für dieses fantastische Psychospiel.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2021

Ein mega Psychothriller

Blutroter Schatten
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„Mit den besten Empfehlungen von Thomas Rohde.“
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Innerhalb weniger Tage wegen in München mehrere Leichen gefunden, allen Leichen fehlen die Ohren und bei allen Leichen wird ein Zettel gefunden, der auf ...

„Mit den besten Empfehlungen von Thomas Rohde.“
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Innerhalb weniger Tage wegen in München mehrere Leichen gefunden, allen Leichen fehlen die Ohren und bei allen Leichen wird ein Zettel gefunden, der auf den verurteilen Serienmörder Thomas Rohde verweisen. Dieser sitzt seit neun Jahren im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie. Die Ermittler sind sich sicher, er weiß, wer der Mörder ist. Doch Rohde möchte nur mit seiner Tochter Sam sprechen und spielt ein gefährliches Spiel, in das auch Sam schnell verwickelt wird.
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„Blutroter Schatten“ ist mein zweiter Thriller von Patricia Walter und konnte mich auf jeden Fall überzeugen.
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Die Handlung geht direkt los und konnte mich sehr schnell in ihren Bann ziehen. Man rätselt mit, fragt sich, wie die Opfer zusammenhängen und welches Spiel der Psychopath Rohde mit den Ermittlern und seiner Tochter Sam spielt. Die Story ist auch verschiedenen Perspektiven erzählt, wodurch man sowohl die Ermittler, als auch Rohde, seine Tochter Sam und den Mörder besser kennenlernt. Man erfährt durch kleine Rückblenden auch, wieso der Täter so ist, wie er ist, was mich sehr begeistert hat. Durch den großen Spannungsbogen, dem tollen Schreibstil und den unterschiedlichen Perspektiven kann man das Buch kaum aus der Hand legen, da man unbedingt wissen möchte, wie es denn nun weitergeht.
Anfangs hat mich die Ermittlungsarbeit ein wenig gestört, man hatte das Gefühl, die Polizei verlässt sich nur auf Rohde und ermittelt kaum selber, das wurde aber zum Glück im Laufe des Buches besser und die Aufklärung konnte mich vollends überzeugen.
Ich mochte die Spielchen von Rohde extrem gerne und auch Sams Charakter und ihre Veränderung im Laufe der Handlung hat mir super gefallen.
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Für mich macht der Psychothriller alles aus, was dazugehört. Spannung, Blut, Psychospielchen… Absolut empfehlenswert und 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.04.2021

Ein echtes Highlight

Die Schweigende
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Manche Erinnerungen hinterlassen tiefe Narben auf der Seele.
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Karin Remy macht schwere Zeiten durch, als ihr Mann Jens unerwartet stirbt. Zu ihren Kindern Geli, Imke und Anne hat sie ein eher schwieriges ...

Manche Erinnerungen hinterlassen tiefe Narben auf der Seele.
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Karin Remy macht schwere Zeiten durch, als ihr Mann Jens unerwartet stirbt. Zu ihren Kindern Geli, Imke und Anne hat sie ein eher schwieriges Verhältnis. Am Sterbebett bittet Jens ihre Tochter Imke um einen Wunsch: „Suche nach Peter!“. Trotz Karins vehementer Aussagen, sie solle nicht in der Vergangenheit wühlen, geht Imke der Suche nach und erfährt Schreckliches. Sie fragt sich immer mehr, was ihre Mutter noch alles verschwiegen hat.
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Anfangs bin ich mit sehr gemischten Gefühlen an das Buch herangegangen, da ich schon sehr unterschiedliche Meinungen gehört hatte. Und was soll ich sagen?! Für mich ein absolutes Highlight!
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Das Familiendrama ist in zwei Zeitebenen geschrieben. Die Gegenwart lässt uns die Familie Remy kennenlernen, die Mutter Karin aber auch ihre drei Töchter. Jeder Charakter hat seine Stärken und Schwächen und ich finde diese werden in der Story sehr gut herausgearbeitet, da jeder mit seinen eigenen inneren Dämonen zu kämpfen hat. Imke war mir sehr sympathisch, dafür konnte ich Annes Art überhaupt nicht nachvollziehen und fand sie durchweg schrecklich. Aber auch sie gehört dazu und macht die Story eben so wie sie ist.
Noch interessanter war der Zeitstrang in den Jahren 1956-1958, in denen Karin als Jugendliche schreckliches durchmachen musste. Diese Seiten haben mich wirklich sprachlos gemacht und man fragt sich, was sich mächtige Menschen in den richtigen Positionen eigentlich denken und wie sie damit immer wieder davonkommen.
Die Autorin hat die Suche nach Peter und Karins Vergangenheit sehr geschickt verwoben, wodurch der Roman ab und an sogar ein bisschen spannend war. Immer mehr Details kommen ans Licht und ergeben am Ende ein großes Gesamtbild.
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Ellen Sandberg schreibt unglaublich lebendig, aber auch so eindrucksvoll, dass einem ihre Geschichte noch lange nachhallt und sie den Kindern, die in der Nachkriegszeit sowohl seelisch als auch körperlich leiden mussten, eine Stimme gibt. Eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne.

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