Cover-Bild #ichwillihnberühren

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ach je Verlag
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 172
  • Ersterscheinung: 04.2019
  • ISBN: 9783947720330
OJ, Er

#ichwillihnberühren

Ich (m) habe mich in meinen Kumpel verliebt und jetzt liegt er in Boxershorts neben mir im Bett. #ichwillihnberühren

Die Situation ist wirklich absurd: Nur mit Boxershorts bekleidet liegt sein Kumpel neben ihm im Bett und schaut TV. Er dagegen, äußerlich krampfhaft entspannt, konzentriert sich stur auf sein Handy, seine innere Anspannung ist kaum auszuhalten. Verständlich, denn seit über zwei Jahren ist er in genau diesen Kumpel verliebt. Ohne eine Ahnung, was dieser selbst fühlt, ohne Anhaltspunkte, ob auch er schwul ist.

Was tut man also? Wie findet man unauffällig heraus, ob diese Gefühle nur einseitig sind oder vielleicht doch erwidert werden? Wer liefert einem dafür hilfreiche Tipps? Eine unterhaltungssüchtige Online-Community bietet Zuflucht und gibt – oft widersprüchliche – Ratschläge. Oder ist alles von Anfang an nur Wunschdenken und der halbnackte Kumpel denkt sich nichts weiter dabei?

In den folgenden Tagen wird das Geschehen immer aufregender, das digitale Publikum immer größer und das Internet wird Zeuge eines romantischen Schauspiels.

Eine unheimlich schöne, wahre Geschichte des 21. Jahrhunderts über all das, was wirklich zählt.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 22 Regalen.
  • 11 Mitglieder haben dieses Buch gelesen.
  • Dieser Titel ist das Lieblingsbuch von 2 Mitgliedern.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2019

OMG! *-*

1

Die Ausgangssituation kann wirklich blöder nicht sein: OJ & ER liegen auf dem Bett beim netflixen, als Kumpels. ER nur in Boxershorts, OJ daneben und völlig verkrampft. Verkrampft, weil er seit bald zwei ...

Die Ausgangssituation kann wirklich blöder nicht sein: OJ & ER liegen auf dem Bett beim netflixen, als Kumpels. ER nur in Boxershorts, OJ daneben und völlig verkrampft. Verkrampft, weil er seit bald zwei Jahren verliebt in ihn ist und Angst hat, einen Schritt zu wagen. Also, was tun? OJ verfasst einen Jodel - DEN Jodel - und eröffnet der anonymen Frankfurter Jodelgemeinde Einblick in diese absurde Situation und OJ's verzwickte Lage.

Zur Generation Jodel gehöre auch ich, deshalb ist es fantastisch, dass sich die Menschen, die sonst im Deckmantel der Anonymität auf Jodel Beschimpfungen und Trolls loslassen, plötzlich so liebevoll engagieren, Tipps geben, helfen wollen, Mut machen, aber vor allem OJ die Gelegenheit geben, seinen Gefühlen Luft zu machen und Unterstützung zu bekommen.

OJ ist ein schüchterner Typ, irgendwie ein Lauch, und einer, bei dem sich das Gedankenkarussell nonstop dreht. Vor allem, wenn ER dabei ist: Kann er diesen oder jenen Satz so sagen? War das jetzt peinlich? Machen Kumpels das so? Oder schlimmer: Wenn er einen Schritt wagt, wie wird ER reagieren? Zieht ER sich angeekelt zurück? Zerbricht die Freunschaft, wenn ER von seinen Gefühlen erfährt? Was passiert, wenn ER weitererzählt, dass OJ schwul ist - werden ihn die anderen Freunde dann meiden?

Eine Scheißsituation. Man, aber so kann's ja auch nicht weitergehen. Das macht ihm die Jodelgemeinde klar. Mit gestärktem Selbstvertrauen durch so viel Zuspruch wird OJ mutiger. Und so richtig spannend wird es, als ER die Situation mal aus seiner Sicht beleuchtet und die Erzählperspektive wechselt.

Beim Lesen hatte ich selten so schwitzige Hände und so viel Herzklopfen bis zum Hals. Wow! Das ist kein Weichspülerliebesroman, sondern Adrenalin pur!

Veröffentlicht am 09.08.2019

Hat mir gefallen

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Was für eine kurzweilige und schöne kleine Geschichte, mit vielen Anregungen zum Nachdenken!

OJ und Er stehen auf einander, wissen aber natürlich nicht, was der jeweils andere denkt. OJ holt sich Tipps ...

Was für eine kurzweilige und schöne kleine Geschichte, mit vielen Anregungen zum Nachdenken!

OJ und Er stehen auf einander, wissen aber natürlich nicht, was der jeweils andere denkt. OJ holt sich Tipps online und Er bei einer Freundin. Beide kratzen ihren Mut zusammen und tasten sich vor...

Grade OJs Unsicherheiten sind so plausibel. Nicht nur die Angst vor einer regulären Abfuhr, sondern auch die vor eventuellem Ekel des Gegenübers hält ihn zurück und macht ihn schüchtern.
Ich kenne all das nur zu gut, auch wenn meine Sorge in eine etwas andere Richtung geht:
Sobald das erste mal zur Sprache kommt, dass meine letzte Beziehung mit einer Frau war und ich bi bin, habe ich Angst, dass Frauen denken könnten, ich wolle nun automatisch was von ihnen. Und tatsächlich ist es mir schon passiert, dass dann so Sätze wie "Oh, äh, ach so, naja Hauptsache du stehst jetzt nicht auf mich, haha" kommen. Am besten ist dann aber das Gesicht dieser Personen, wenn ich ihnen versichere, dass sie nun wirklich überhaupt nicht mein Typ sind und ich so gar nichts von ihnen will.
Dann sind sie irgendwie beleidigt..
Ist das nicht verrückt? Erst haben sie Angst, dass ich was von ihnen wollen könnte und dann sind sie sauer oder verletzt, weil ich es nicht tue. Versteh eine die Heten. ;)
Mir gefielen die Gedanken, die sich OJ so macht, jedenfalls richtig gut.
Z.B. hier:

"Wenn also zwei Männer eine Beziehung eingehen wollen, müsse eben einer die Frau sein. Bin ich zu empfindlich, wenn ich das schon diskriminierend finde?" (Nein!)
"Die Anerkennung einer Homo-Beziehung klingt jedenfalls anders" (Ja!)

Traurig, dass ich das erwähnen muss, aber ein großes Plus dieser Geschichte ist auch, dass es keinen frauenfeindlichen Quatsch gibt (im deutschsprachigen Raum in Verbindung mit diesem Genre leider keine Seltenheit).
Es wird zwar Anfangs von "Männergerede" und "flachlegen" gesprochen, allerdings nicht explizit und mehr um die Eifersucht darzustellen, die sich ergibt, wenn man heimlich auf jemanden steht.
Gut finde ich bei dem Thema übrigens auch die Einordnung:

"Es ist schon echt verrückt, wie eifersüchtig man auf jemanden sein kann, ohne dass man auch nur ansatzweise ein Recht dazu hätte."

Klar sollte man sexuelle Orientierungen nicht fetischisieren oder gar Menschen direkt belästigen (passiert mir als "Bi-Frau" ständig, sexualisierte Sprüche und Ekligkeiten von Männern sind keine Seltenheit) und dennoch fand ich es für die Sichtbarkeit toll, dass Ers Text-Freundin offen zugibt, dass sie es "hot" findet, wenn "zwei Männer rummachen". Zu oft wird vergessen, dass Frauen eben auch eine Libido und Vorlieben haben und dass es - wenn es doch schon so normal ist, dass Männer "auf Lesben stehen" - dabei eben auch um zwei Männer gehen kann. Und das gar nicht mal so selten!
Außerdem erwähnt OJ in seinen Gedankengängen Männer und Frauen, bzw. Schwule und Lesben auch gemeinsam und bezieht sich eben nicht ausschließlich auf die Männer (zu oft ist nur von "den Schwulen" die Rede, wenn es doch eigentlich um Homosexuelle allgemein geht).

Der Schreibstil ist, sagen wir mal, ein wenig unausgereift.
Dennoch lassen sich die 167 Seiten schnell lesen, die Textnachrichten und Online-Beiträge lockern zwischendurch immer wieder auf.
Ich dachte mir die Ganze Zeit, ach, bis zum nächsten Tag liest du noch, dann packst du das Buch erstmal weg - nur um es doch in einem Rutsch durchzulesen.

Mit Er bin ich nicht so ganz warm geworden, OJ ist mir näher (ich zerdenke alles ähnlich), aber das ist auch gut so.
Wer Lust auf eine schnell zu lesende, süße und wahre (?) Geschichte hat, ist mit diesem Buch gut bedient, würde ich sagen.
Empfehlung!

(Hinten im Buch gibt es noch eine Seite für das Aktionsbündnis gegen Homophobie e.V. Ein Blick auf deren Website lohnt sich und wer da unterstützen kann, möge es bitte tun, denn die leisten wichtige Arbeit!)

Veröffentlicht am 10.07.2019

#jodel

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Bewertet mit 4.5 Sternen

Zum Buch:
OJ ist total überfordert, sein Kumpel liegt nur mit seiner Boxershorts bekleidet in seinem Bett und schaut fern. OJ schreibt einen Jodel und fragt wie er sich verhalten ...


Bewertet mit 4.5 Sternen

Zum Buch:
OJ ist total überfordert, sein Kumpel liegt nur mit seiner Boxershorts bekleidet in seinem Bett und schaut fern. OJ schreibt einen Jodel und fragt wie er sich verhalten soll, denn OJ ist in seinen Kumpel verliebt, weiß aber nicht ob dieser Hetero ist oder ebenfalls auf Männer steht ...

Meine Meinung:
Die Geschichte geht über zwölf Tage und OJ beginnt zu erzählen was er empfindet, da er sehr schüchtern ist und sich nicht traut seinen Kumpel anzusprechen schreibt er einen Jodel, das ist ein Kommentar im Social-Media, bei dem man anonym etwas über sich erzählt und Fremde darauf antworten.
Zu Beginn hatte ich ein paar Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen, die Art wie OJ erzählt ist schon besonders.
Die Story wird abwechselnd von OJ und Er, dass ist der Kumpel, erzählt.
Mich hat die Geschichte sehr berührt, sie erzählt doch wie schwer es ist zu seinen Gefühlen zu stehen, wie schwer es für junge Menschen ist, wenn sie "anders" sind. Mich hat total berührt, die Gedanken von OJ zu lesen und zu spüren wie schwer es ihm fällt.

Ein tolles Buch für Jugendliche die dadurch sehen können, dass es alle schwerfällt zu seinen Gefühlen zu stehen. Aber auch für Erwachsene, die doch gerne vergessen wie es war, als wir noch jung waren.
Ein Buch über das Outing und wir schwer es ist, wie viel Angst doch jeder hat nicht so gemocht zu werden wie man wirklcih ist.

Veröffentlicht am 10.07.2019

Liebe in Zeiten von Social Media

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Ich bin dank dem auffälligen Cover auf dieses Buch aufmerksam geworden und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war meine Neugierde vollends geweckt.

Vorweg sei so viel gesagt, wer hier eine Liebesgeschichte ...

Ich bin dank dem auffälligen Cover auf dieses Buch aufmerksam geworden und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war meine Neugierde vollends geweckt.

Vorweg sei so viel gesagt, wer hier eine Liebesgeschichte erwartet, wie man sie zu tausenden in der gängigen Unterhaltungsliteratur findet, der wird möglicherweise enttäuscht sein. Dieses Buch kommt nämlich auf eine ganz andere Art und Weise daher. Eine die viel realitätsnäher ist, als dass die Liebesgeschichten aus der gängigen Unterhaltungsliteratur jemals sein könnten.

In diesen Liebesgeschichten will der Autor auf künstlerische Weise eine Illusion der perfekten Welt schaffen, was sicherlich viele gerne lesen (ich zähle mich ebenfalls zu dieser Gruppe), was mit der Realität aber so gut wie keine Gemeinsamkeiten hat.

In "#ichwillihnberühren" passiert genau das Gegenteil, es wird auf unglaublich intensive und einfühlsame Weise das Kennenlernen und Näherkommen zweier Menschen (beide männlichen Geschlechts) geschildert und der Leser wird so in eine Welt hineingezogen die mitten aus dem Leben gegriffen ist. Eben die volle Dosis Realität.

Schauplatz der Geschichte ist Frankfurt in einem Zeitalter, in dem jeder ein Smartphone besitzt und in der die meisten über Messaging Apps wie WhatsApp kommunizieren.

So ist es wenig verwunderlich das ein beachtlicher Anteil des Buches aus WhatsApp Chatverläufen besteht und im Text immer wieder Emojis auftauchen.

Erzählt wird das Ganze aus der Sicht der beiden jungen Studenten, die der Leser nur als "ER" & "OJ" kennenlernt. Mich hat das aber überhaupt nicht gestört. Ich fand es sogar ganz angenehm, denn es hat mir das Gefühl gegeben mich mit meinen Gedanken frei entfalten zu können. Ich hatte relativ schnell Kopfkino und konnte mich so hervorragend in die Geschichte hineinversetzen.

Viel mehr möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht erwähnen, denn das würde meiner Meinung nach nur das Lesevergnügen beeinträchtigen.

Veröffentlicht am 25.06.2019

So unerwartet anders....aber gut....

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Ich weiß noch, dass ich recht überrascht war, als ich das Buch entdeckt hatte.
Wirkte nicht nur das Cover so anders und neu, Eyecatcher sowieso, sondern auch der Rest so ganz ausgefallen.
Alleine schon ...

Ich weiß noch, dass ich recht überrascht war, als ich das Buch entdeckt hatte.
Wirkte nicht nur das Cover so anders und neu, Eyecatcher sowieso, sondern auch der Rest so ganz ausgefallen.
Alleine schon der Autor und dann der Hashtag Titel dazu, von Thema müssen wir garnicht reden. Es gibts über Homosexualität einfach zu wenig Bücher, weil das irgendwie immernoch ein Tabuthema ist.

Wieder so eine Situation, wie sie sicher nicht wenig passiert. Man sitzt neben seinem Kumpel, indem man verliebt ist, halb nackt und weiß nicht, was man tun soll, ob Er überhaupt auf Männer steht und was man tun soll.
OJ schreibt aus seiner Not heraus eine Jodelnachricht und es kommt zu hitzigen Gesprächen.
Er weiß nicht, was er tun soll und was passiert, wenn Er eben nicht so empfindet. Dann plötzlich der Wechsel zu Ers Sicht und die selben Zweifel.
Man hat immer weiter Situationen mit Perspektiv Wechsel und das finde ich nichtmal schlecht.
Auch die Chatverläufe die mit Einfließen von ER´s Freundin, bringen den richtigen Schwung in die Story.

Es ist wirklich gut geschrieben und echt aussergewöhnlich, weil es mal so was ganz anderes ist, als man erwartet. Die Schreibweise und die Sichtweisen auf das Ganze sind wirklich mal ne schöne Abwechslung.
Ich habs echt genoßen, dieses Buch zu lesen und kann es eigentlich nur jeden Empfehlen.
Auch das man damit das Aktionsbündnis gegen Homophobie e.V. unterstützt wenn man es kauft.
Ich denke als Jugendbuch ist echt empfehlenswert und für Erwachsene sowieso.
BItte bitte mehr solche Bücher.