Man wird in eine schillendere Welt entführt, die nach innen hin viel hässlicher ist, als sie auf den ersten Blick scheint...
„Es ist nicht wichtig, wer du bist, sondern was du tust.“
Violet ist kein ganz normales Mädchen, das im Sumpf, dem ärmsten Abschnitt der einzigen Stadt, geboren wurde. Sie hat die Gabe, die es ihr ein ...
„Es ist nicht wichtig, wer du bist, sondern was du tust.“
Violet ist kein ganz normales Mädchen, das im Sumpf, dem ärmsten Abschnitt der einzigen Stadt, geboren wurde. Sie hat die Gabe, die es ihr ein prunkvolles Leben im Juwel, inmitten des Adels, ermöglicht. Doch diese Leben, diese Gabe hat ihren Preis. Denn durch diese Kraft gehört Violet zu den Mädchen, die als Leihmutter für die adeligen Damen vorbestimmt sind. Dadurch wird Violet die Freiheit über den eignen Körper, das eigene Leben, die eigenen Gefühle und die Identität gestohlen. Kann sie als „Nummer 197“ aus den Fängen ihrer Besitzerin, einer gnadenlosen Herzogin, entkommen?
Schon seit einigen Jahren habe ich mit der „Das Juwel“-Reihe von Amy Ewing geliebäugelt (wie soll auch bei solch schönen Covern auch anders möglich sein ), wurde durch den wenig-sagenden Klappentext aber immer von einem Kauf abgehalten. Eine wirklich tolle Rezension zum ersten Buch hat mich auf die eigentliche Thematik - Manipulation, erzwungene Leihmutterschaft, Gewalt und Tod - aufmerksam gemacht und dazu gebracht, die ganze Reihe auf einmal in mein Regal einziehen zu lassen.
Amy Ewing hat mich mit „Das Juwel – Die Gabe“ von Seite 1 an ihren Bann gezogen. Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.
Der Schreibstil der Autorin lässt sich sehr schön locker und leicht lesen. Er ist recht einfach, aber trotzdem werden nicht an den Beschreibungen gespart. Der Schreibstil ist meines Erachtens der einzige Punkt, an welchem man merkt, dass die Geschichte als Jugendbuch veröffentlicht wurde.
Die Handlung hat mich von Beginn an wahnsinnigen in den Bann gezogen. Amy Ewing lässt den Leser in eine Parallelwelt abtauchen, in welcher nicht jeder Mensch gleich viel Wert zu sein scheint. Man darf in die schillernde Welt des Adels eintauchen, die doch nicht ganz so schön ist, wie sie scheint.
Bisher habe ich noch keine einzige Geschichte gelesen, welche sich mit der Thematik einer erzwungenen Leihmutterschaft auseinandersetzt, weshalb das Buch sich ganz oben in meiner Liste origineller Geschichten einordnet.
Als Leser kann man Violet auf ihrem Weg in das Juwel und während ihrer ersten Wochen inmitten des Adels begleiten und mit ihr leiden. Die Autorin hat den Spannungsbogen kontinuierlich ansteigen lassen, der erst zum Ende des ersten Buches seine Spitze erreicht hat. Dadurch wird das Lesen nie langweilig und man möchte ständig wissen, was Violet auf den folgenden Seiten wohl erleben wird.
Auch die Charaktere, vor allem die Protagonistin Violet, aber auch einige Nebencharaktere, die hoffentlich in den Folgeromanen noch mehr Beachtung bekommen, macht das Buch zu einer besonderen Geschichte.
Violet besitzt Selbstbewusstsein, ist mutig, teils draufgängerisch, aber trotzdem in den richtigen Momenten zurückhalten und in sich gekehrt. Dadurch sind ihre Handlungen nicht immer vorhersehbar, aber man schließt sie schnell ins Herz und fiebert mit ihr mit.
Die Nebencharaktere lassen sich größtenteils schwer einschätzen. Im Laufe des Buches wird von sowohl positiv als auch negativ von einigen überrascht und das wird wahrscheinlich in den Folgeteilen auch nicht enden.
Zu meinem Fazit:
„Das Juwel – Die Gabe“ hat es ganz schnell geschafft, mich in seinen Band zu ziehen. Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen! Die Thematik ist für mich bisher einmalig, die Atmosphäre interessant und die Handlung spannend.
Abschließend möchte ich aber auch folgenden Eindruck meinerseits mit euch teilen:
Durch die Thematik der bisherigen Geschichte bin ich allerdings der Meinung, dass es sich bei der „Die Gabe“-Reihe nicht um eine Buchreihe für Jugendliche handelt. Die gesamte Welt in der Geschichte erscheint böse. Die Protagonistin ist dadurch nicht nur körperlichen Qualen ausgesetzt, sondern wird auch gezielt psychisch kleingehalten. Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht aber einfach zu empfindlich, aber als 14-15-jährige wäre ich wahrscheinlich von der Geschichte eher abgeschreckt gewesen.