Cover-Bild Die Henkerin
8,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 560
  • Ersterscheinung: 16.03.2012
  • ISBN: 9783404166329
Sabine Martin

Die Henkerin

Historischer Roman
Esslingen, 1325: Melisande ist noch ein Kind, als ihre Familie in einem Hinterhalt brutal gemeuchelt wird. Dass sie überlebt, verdankt sie allein Raimund. Dem Henker. Er nimmt sie zu sich, gibt sie als seinen stummen Neffen aus, lehrt sie sogar sein Handwerk - das nicht nur entsetzliche Foltermethoden, sondern auch die Kunst des Heilens umfasst. Ihre verletzte Seele findet dennoch keine Ruhe, hat sie ihrer sterbenden Mutter doch eines versprochen: den Mörder zu finden und sie zu rächen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2018

unglaublich spannend und gut recherchiert

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An Melisandes Familie wird ein grausamer Racheakt verübt, nur durch die Hilfe des Henkers Raimund wird sie vor dem Mörder gerettet, doch nun muss sie ein Leben in ständiger Angst führen, ob der Mörder ...

An Melisandes Familie wird ein grausamer Racheakt verübt, nur durch die Hilfe des Henkers Raimund wird sie vor dem Mörder gerettet, doch nun muss sie ein Leben in ständiger Angst führen, ob der Mörder de Bruce sie eines Tages doch aufspürt- verräterisch sind ihre feuerroten Haare. Zudem hat ihre Mutter im letzten Atemzug darum gebeten, ihre Familie zu rächen, doch wie soll sie das tun, da sie ja selbst auf der Flucht ist?
Ein absolut spannendes Buch, aus einer Zeit, die man sich heutzutage kaum noch vorstellen kann. Grausam, voller Aberglaube und Selbstjustiz, die schockierend echt beschrieben wird, aber super recherchiert.
Beeindruckend, was ein Menschenleben damals nur wert war, nach welchen Maßstäben geurteilt wurde, Vorlieben, Abneigungen, Hass.. Frauen hatten es so schwer, galten als billige Ware und wenn sie nicht taten, was von ihnen verlangt wurde, beschuldigte man sie und entweder wurden sie verurteilt, ihnen wurde ein Geständnis durch den Henker erzwungen oder sie wurden vertrieben. Sabine Martin hat eine wirklich tolle Geschichte geschrieben, umfangreiche Einsicht über das Leben eines Henkers, wie die Leute auf ihn reagierten, obschon er die Entschlüsse der Stadt durchsetzte, war er trotzdem geächtet. Das war natürlich gut für Melisande, aber auch eine schlimme, einsame und traurige Zeit.
Als Leser könnte man wirklich denken, sie ist wirklich so geschehen. Und welche Wendungen das Buch nimmt – da hält man öfter den Atem an oder bangt mit, dass es noch einen Ausweg gibt. Wie tapfer gerade Melisande sich durchkämpft und was sie auf sich nimmt, um den Versprechen gegenüber ihrer Mutter gerecht zu werden und gleichzeitig auf der Hut zu sein.

Auch eine süsse Liebesgeschichte erwartet den Leser, allerdings kam mir das etwas zu kurz vor, hätte davon gern mehr gelesen, da der Schluss anders als erwartet und ein bisschen enttäuschend ist. Da hab ich noch etwas mehr Spannung erwartet, das liest sich im Vergleich zur restlichen Geschichte etwas zu schnell und unspektakulär abgewickelt und leicht emotionslos.
Insgesamt aber auf jeden Fall beeindruckend und wer äußerst spannende mittelalterliche Romane mag, der ist hier genau richtig - allerdings nichts für schwache Nerven!

Veröffentlicht am 05.05.2018

Sei gerecht und nachsichtig!

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In Esslingen im Jahre 1325 macht sich die gutbetuchte Kaufmannsfamilie Wilhelmis auf den Weg zu einer Hochzeitsfeier. Alles verläuft gut und als sie dann wieder auf dem Heimweg sind, werden sie in einem ...

In Esslingen im Jahre 1325 macht sich die gutbetuchte Kaufmannsfamilie Wilhelmis auf den Weg zu einer Hochzeitsfeier. Alles verläuft gut und als sie dann wieder auf dem Heimweg sind, werden sie in einem Hinterhalt von Ottmar de Bruce und seinen Mannen brutal überfallen. Die ganze Familie wird ausgerottet, nein nicht ganz, Melisande die 13jährige Tochter, kann entkommen. Dies gelingt nur, weil der Henker Raimund sich ein Herz fasst und das junge Mädchen vor einer Dummheit bewahrt, denn Melisande wollte sich gerade de Bruce stellen. Raimund ist ein gutmütiger Mensch, was man bei seiner Statur und seinem Beruf sicher nicht erwarten würde. Außerdem ist er ein außerordentlich guter Heiler und so versteckt er Melisande in seiner Hütte und bringt ihr sein Handwerk von der Pieke auf bei. Melisande aber darf sich nicht blicken lassen, hat de Bruce doch zig Mannen auf ihre Verfolgung gehetzt. So wird kurzerhand aus der Kaufmannstochter Melisande der stumme Neffe Melchior des Henkers. Melchior, der ja die Statur einer jungen Frau hat, überrascht durch Geschick und Kraft und so merkt Niemand, wer sich wahrhaftig unter der Maske verbürgt. Melisande hat ihrer Mutter Beata das Wort gegeben, Rache auszuüben, und diese brodelt ständig unter ihrer Maskierung.

Wendel ist der Sohn des Karchers aus Reutlingen und auch er begegnet Ottmar de Bruce und macht Geschäfte mit ihm. Irgendetwas hat Wendel aber gegenüber de Bruce angerichtet, denn auch Wendel wird von de Bruce gejagt und wird als Mörder in den Kerker geworfen. Dort begegnet er Melchior. Was nun passiert lest selbst, denn mehr verrate ich jetzt nicht.

Fazit:

Sabine Martin hat hier einen historischen Roman geschrieben, der es wirklich in sich hat. Sie baut einen Spannungsbogen auf, der von Anfang bis Ende gehalten wird. Die Recherchen zu den historischen Begebenheiten wurden prima ausgearbeitet und ich hatte jederzeit das Gefühl mich im Jahre 1330 aufzuhalten. Die Charaktere, allen voran Melisande, sind präzise, liebevoll und mit viel Gefühl gezeichnet. Hier hatte ich oftmals das Gefühl, mittendrin zu sein. Melisande, die ja mit ihrer feuerroten Haarpracht sicher auffallen musste, konnte sich trotzdem in andere Personen verwandeln, ohne dass es den Anderen auffiel. Allein die Beschreibung ihrer Henkersarbeit war es Wert, das Buch ohne Luft zu holen zu lesen. Sicher wurden hier brutale und blutige Szenen beschrieben, aber leider ist der Beruf eines Henkers ja auch kein Zuckerschlecken.

Raimund, der stattliche Henker, war hier eindeutig mein Lieblingsprotagonist. Wie er einerseits durch seine Kraft strotzte und andererseits so viel Mitgefühl und Geschick im Umgang mit der kindlichen Melisande an den Tag legte, dass ich mit ihm mitfühlen, leiden und lachen konnte.

Ottmar de Bruce war natürlich, schon allein durch die wirklich überzeugende Beschreibung seines miesen Charakters, auch tatsächlich der Widerling das ganze Buch über.

Alles im Allen ein wirklich tolles Buch, was ich absolut empfehlen kann.

Hinter dem Namen Sabine Martin verbürgt sich ein Autorenpaar, was hier wirklich prächtig zusammengearbeitet hat.

5 fette Sterne kommen von mir. Aber Vorsicht, einmal angefangen, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Veröffentlicht am 31.12.2016

Es sind abenteuerliche Nebenhandlungen, die das Salz eines historischen Romans bilden.

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Die de Bruce, eine Adelsfamilie, und die Wilhelmis, eine Kaufmannsfamilie, sind erzverfeindet seit vielen Jahrzehnten. Als der Sohn von Ottmar de Bruce getötet wird, kann der nicht mehr an sich halten ...

Die de Bruce, eine Adelsfamilie, und die Wilhelmis, eine Kaufmannsfamilie, sind erzverfeindet seit vielen Jahrzehnten. Als der Sohn von Ottmar de Bruce getötet wird, kann der nicht mehr an sich halten und schwört sich, alle Wilhelmis ohne Ansehen von Alter und Geschlecht zu töten. Das gelingt ihm. Bis auf die zehnjährige Melisande. Zwischen all den Toten hatte jemand das kleine Mädchen in die Büsche gezerrt und vor den Häschern von de Bruce in Sicherheit gebracht. Weil diese das Kind gar nicht bemerkt hatten, berichteten sie stolz ihrem Herrn von der gesamten Ausrottung der Kaufmannsfamilie. Ottmar de Bruce aber bleibt skeptisch, ohne genau zu wissen, warum. Vielleicht nur, weil er nicht dabei war?

Melisande wurde von Raimund, dem Henker von Esslingen, gerettet. Um sie weiterhin zu schützen, gibt er sie in der Stadt als seinen stummen Neffen aus und lehrt ihr das Henkershandwerk.

Fünf Jahre später den Henker unverhofft der Schlag. Schneller als gedacht muss Melisande in seine Fußstapfen als Henker treten. Den Ratsherren gefällt das zwar nicht, aber da Not am Manne ist und sie wissen, dass Melchior (alias Melisande) eine sehr gute Ausbildung genoss, lassen sie ihn zunächst wirken.

Melisande, die sich nach der Hinmetzelung ihrer Familie geschworen hatte, Ottmar de Bruce ebenfalls zu richten, wird zufällig von diesem beauftragt, ihm das Köpfen mit dem Schwert beizubringen. Melchiors Perfektion in diesem Bereich haben sich trotz seiner Jugend bereits herumgesprochen. Melisande sieht dies als ihre Chance, ihre Rache wahr werden zu lassen.

Der im 14. Jahrhundert spielende Roman von dem Autorenpaar Sabine Klewe und Martin Conrad (Pseudonym: Sabine Martin) ist Unterhaltung und Spannung pur. Dem Genre des historischen Romans entsprechend werden Bilder in die Köpfe der Leser projiziert, die das Mittelalter lebendig werden lassen. Dafür haben die Autoren eine Sprache, einen Stil gefunden, der mit besonders unverbrauchten Vergleichen die Bilder entstehen lässt. Sie bleiben umso besser im Kopf hängen und sind immer wieder abrufbar. Beispielsweise, wenn es um die Schmerzen eines gewaltsam gebrochenen Fußes geht oder die süße Erinneruing an eine Kindheit, in der die Bachläufe der Gegend in Stauseen verwandelt wurden.

Geschickt wurden die einzelnen Figuren in individuelle Handlungen verstrickt, sodass als Leser viele spannende Nebenhandlungen zu bewältigen sind, bevor „des Pudels Kern“ aufgedeckt wird. Es sind abenteuerliche Nebenhandlungen, die das Salz eines historischen Romans bilden. Wer das Buch mit Spannung liest, wird anschließend ebenso gespannt auf „Die Tränen der Henkerin“ warten, was für Frühjahr 2013 angekündigt ist.

Veröffentlicht am 24.09.2020

Guter Auftakt der Henkerin-Trilogie

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Melisande verliert ihre gesamte Familie durch einen brutalen Überfall. Sie schwört Rache und begibt sich dafür in unterschiedliche Rollen - insbesondere in Form von Männern kommt sie ihrem Ziel peu à peu ...

Melisande verliert ihre gesamte Familie durch einen brutalen Überfall. Sie schwört Rache und begibt sich dafür in unterschiedliche Rollen - insbesondere in Form von Männern kommt sie ihrem Ziel peu à peu näher. Doch auch ihr Widersacher verlangt nachwievor ihren Tod...

Ein guter Auftakt der Trilogie. Ich habe leider mit Band 3 begonnen, der schon viel Spannung vorweg nimmt. Daher würde ich raten die Reihenfolge einzuhalten.

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Veröffentlicht am 10.05.2019

gut

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Das Cover gefällt mir.
Die Sprache ist sehr angenehm und auch Leser, die nicht so oft historische Romane lesen können hier gut zurecht kommen.
Der Einstieg war schon sehr erschreckend und grausam; aber ...

Das Cover gefällt mir.
Die Sprache ist sehr angenehm und auch Leser, die nicht so oft historische Romane lesen können hier gut zurecht kommen.
Der Einstieg war schon sehr erschreckend und grausam; aber auch spannend zu lesen. Diese Spannung wurde über die meisten Teile des Buches aufrecht erhalten.
Melisande finde ich als sehr angenehme Person. Sie ist mutig und klug und sie reift im Laufe der Geschichte noch weiter heran.

Was mir hier sehr gut gefallen hat war die Atmosphäre vergangener Tage. Gerade die Folterszenen waren sehr erschreckend dargestellt - so gut habe ich dies noch nicht erlesen.
Aber auch der Alltag klang sehr interessant.


Das Ende lässt mich gespannt auf den 2. Band erwarten.