Kultig, szenisch, aber eher kein Grusel
Silvia Moreno-Garcia ist einer dieser Autorinnen, bei der mit die Idee und Beschreibung ihrer Bücher immer irgendwie besser gefällt, als das tatsächliche Werk selbst. Vielleicht liegt es an dem Podest ...
Silvia Moreno-Garcia ist einer dieser Autorinnen, bei der mit die Idee und Beschreibung ihrer Bücher immer irgendwie besser gefällt, als das tatsächliche Werk selbst. Vielleicht liegt es an dem Podest auf das die Autorin als Meisterin der Mexikanischen Gothic-Novel gehoben wurde, aber die Bücher erfüllen einfach nie meine Erwartungen. So auch hier.
Zum Inhalt: Montserrat ist die einzige Soundeditorin bei Antares und ihre männlichen Kollegen lassen sie dieses Außenseitertum auch spüren. Als sie mit ihrem Freund Tristan auf die einzige Kopie eines verschollenen Horrorfilms stößt und diesen vertonen soll, scheint berufliche Anerkennung zum Greifen nah. Doch auf der Filmrolle liegt ein Fluch.
Ich mochte die Atmosphäre der mexikanischen Filmindustrie der 90er Jahre wirklich gern. Auch die Fachsimpelei über Filme, Darsteller und Filmproduktion war irgendwie wahnsinnig kultig unf hat gut in den Plot gepasst, der dadurch einen nostalgischen Touch bekommt.
Die Idee des verfluchten Film fand ich total spannend und habe darauf hingefiebert, dass das Buch endlich die entsprechende Stelle erreicht. Denn bis dahin fand ich es trotz guter Grundstimmung etwas zäh. Alles was mit der gewirkten Magie zu tun hatte war aber sehr interessant zu lesen. Nur der Grusel stellte sich einfach nicht so richtig ein.
Es gibt zwar eine Art Geisterbeschwörung und im Verlauf der Geschichte offenbart sich noch der eine oder andere menschliche Abgrund inklusive niederer Motive, aber das Spannungslevel konnte für mich nicht mehr gesteigert werden. Das fand ich wirklich schade, denn Raum dafür wäre auf jeden Fall vorhanden gewesen.
Vom Schreibstil her fand ich es fast etwas trocken. Passagenweise passiert sehr wenig und es geht nicht so richtig vorwärts. Dazu kommen die persönlichen, aber unwichtigen Struggle von Tristan und Montserrat, die dir Geschichte in die Länge ziehen.
Das Finale war dann ok, aber auch nicht überwältigend. Unterm Strich solide, aber halt auch nicht mehr