Cover-Bild Ein Reif von Silber und Gold

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Fantasy
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 20.11.2018
  • ISBN: 9783499274060
Stephan M. Rother

Ein Reif von Silber und Gold

Es ist dunkel geworden im Kaiserreich der Esche. Das Getreide will nicht mehr reifen, das Vieh bringt missgebildeten Nachwuchs zur Welt, und Bestien aus grauer Vorzeit suchen das Reich heim.
In den Provinzen wütet das Feuer der Rebellion. Als der Seneschall aufbricht, um die Aufstände niederzuschlagen, bleibt die Esche in den Händen von Leyken zurück.
Sölva ist die letzte Erbin Morwas und des großen Otta. Doch die Stämme von Ord zögern, einer Frau zu folgen. Vor allem der Jarl von Thal als mächtigster Mann der Tieflande erhebt Anspruch auf die Krone, während sein Sohn Bjorne sich auf die Seite Sölvas stellt.
Das Geschick der Welt liegt in den Händen zweier Frauen - einer aus dem Norden, einer aus dem Süden.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2018

Vom Ende und vom Neuanfang – das beeindruckende Finale eines intelligenten Fantasy-Epos

0 0

„Die vergessenen Götter zürnen. Und ihr Zorn hat geweckt, was in einem Schlaf lag, der seit der Zeit der Alten währte.“ (S. 272)

„Die Menschen womöglich konnten nicht Bestand haben, wenn sie nicht endlich ...

„Die vergessenen Götter zürnen. Und ihr Zorn hat geweckt, was in einem Schlaf lag, der seit der Zeit der Alten währte.“ (S. 272)

„Die Menschen womöglich konnten nicht Bestand haben, wenn sie nicht endlich anfingen zu lernen.“ (S. 342)

Meine Meinung:
Normalerweise stelle ich meinen Rezensionen gerne ein Zitat aus dem Buch voran, so wie ich es hier auch getan habe. Doch diesmal ist mir die Auswahl unglaublich schwer gefallen, denn Stephan Rother besitzt die Gabe, beeindruckend und bildgewaltig mit Worten und Sprache umzugehen und gleichzeitig tiefgründige Gedanken zu transportieren und im Geist des Lesers nachhallen zu lassen („Wahrheit ist das, worauf sich die Menschen einigen, dass es die Wahrheit ist.“ - S. 201).

Doch zunächst erst einmal zur Geschichte selbst: Sie knüpft (recht) nahtlos an die Geschehnisse des zweiten Bandes an. Obgleich es der Autor erneut scheinbar mühelos schafft, seine Leser abzuholen und die vorangegangenen Ereignisse noch mal Revue passieren zu lassen, kann ich nur jedem dringend anraten, zuvor die beiden ersten Bände gelesen zu haben. So ist es ein Leichtes, sofort wieder in die Geschichte hineinzufinden und wieder mit den Protagonisten vertraut zu sein. Sölva, Leyken und Pol bilden erneut das Dreigestirn, das die Geschicke dieser Welt in ihren Händen hält. Jede Figur hat ihren eigenen Platz, ihren eigenen Auftrag (auch wenn sie sich dessen zu Beginn selbst noch nicht bewusst sind) – und doch hängt Alles mit Allem zusammen, wie der Erzähler seit Band 1 so oft betont hat. Stephan Rother wäre nicht Stephan Rother, wenn er am Ende dieses Versprechen nicht einlösen würde – und seinen Lesern und Leserinnen auf eindrucksvolle Art und Weise beweist, wie sehr hier wirklich Alles mit Allem zusammenhängt. Auf diesem letzten Reiseabschnitt nimmt sich Rother viel Zeit, über das „große Ganze“ zu sinnieren. Es sind die Zusammenhänge, die in diesem Buch die gewichtigste Rolle einnehmen. Ganz nebenbei wirft Rother dabei Schlaglichter auf surreale Szenen, wie etwa im hohen Norden, wo sich der tapfere Bjorne Seelensaugern, Säbelzähnen, Winterwölfen und Schaudermännern zu erwehren hat. Große und verheerende Schlachten – weit mehr als eine – werden im „Vorbeigang“ skizziert, ohne doch dabei ins Detail zu gehen und sich in Einzelheiten zu verlieren. Hierbei gelingt es dem Autor immer wieder, phantastische Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen, wie beispielsweise im Raum der Machinista auf der heiligen Esche. Darüber hinaus gibt es gleich mehrere Figuren, die im Lauf der Geschichte eine ganz besondere, überraschende Rolle offenbaren, wie etwa die Zofe Nala.

Mit abnehmender Restseitenzahl habe ich immer mehr gezittert und mich gefragt, wie der Autor dieses epochale Werk auf den wenigen noch verbleibenden Seiten noch zu einem Ende führen will. Noch viel mehr habe ich mich allerdings gefragt, ob eine solche Geschichte überhaupt ein Ende finden kann. Doch im letzten, nur sieben Seiten umfassenden Kapitel, gelingt Rother ein Geniestreich. Ich habe selten ein finales Kapitel gelesen, das mehr Erklärungen, schon fast philosophische Gedankengänge enthalten hat, wie es hier der Fall ist. Und so möchte ich den Autor selbst ein letztes Mal zitieren: „Warum hört es auf? Warum hört es auf, in dem Moment, in dem es beginnt?“ (S. 374)

So ist diese im wahrsten Sinne des Wortes phantastische Geschichte zugleich eine Parabel für die Welt, in der wir leben. Sie ist ein Plädoyer dafür, sich selbst keine Grenzen zu setzen – und erstrecht keine Grenzen setzen zu lassen. Denn Du bist der Held der Geschichte, die Du selber schreibst…

FAZIT:
Die Krönung der unglaublich atmosphärischen, fast schon epischen Fantasy Trilogie auf internationalem Niveau.

Veröffentlicht am 24.11.2018

Rezension: „Ein Reif von Silber und Gold“ von Stephan M. Rother

0 0

Der letzte Teil der Königschroniken „Ein Reif von Silber und Gold“ ist bei Rowohlt im November 2018 erschienen. Die Geschichte rund um Leyken, Pol und Sölva wird zu seinem krönenden Abschluss gebracht. ...

Der letzte Teil der Königschroniken „Ein Reif von Silber und Gold“ ist bei Rowohlt im November 2018 erschienen. Die Geschichte rund um Leyken, Pol und Sölva wird zu seinem krönenden Abschluss gebracht.

Die Dunkelheit ist da! Kreaturen aus vergangenen Zeiten sind erwacht. Es gibt Missernten, Überflutungen und Aufstände in der Bevölkerung. Sölva ist die letzte Erbin König Morwas, der die Stämme des Nordens geeint hat. Doch diese zögern einer Frau zu folgen, denn auch mächtige Jarls buhlen um die Krone des Reiches Ord. Wird es Sölva gelingen die Völker des Nordens von sich zu überzeugen? Leyken befindet sich weiterhin auf der Esche als der Krieg beginnt. Nun muss sie sich entscheiden, ob sie das Reich der Esche schützen will oder nicht. Denn genau wie ihre Schwester Ildris hat sie eine besondere Verbindung zum Baum aufgebaut, der alles mit allem verbindet.

Puh, was soll ich nur zu diesem Buch schreiben? Ich finde es sehr schwer dieses Buch zu beschreiben ohne zu viel vom Inhalt zu verraten.
Der Schreibstil ist auch in diesem Teil wieder sehr beschreibend. Der Autor versteht es mit Worten Stimmungen zu erschaffen, wenn man sich darauf einlässt. Man darf nicht zu schnell lesen, denn dann kann sich die Wirkung nicht voll entfalten. Schaut euch gerne auch mal eine Lesung des Autors an. Diese kann ich nur empfehlen.
Der Spannungsbogen dieses Romanes ist schwer zu beschreiben. Die Spannung ist den ganzen Roman über da, denn es geht unaufhaltsam auf den Showdown zu, aber irgendwie war die Spannung auch sehr unterschwellig.
Im Buch selber passiert gar nicht so viel. Wir befinden uns bei Leyken, Sölva und Pol und nehmen viel an der Gedankenwelt dieser Personen teil. In Rückblenden erfährt man was über einen längeren Zeitraum geschieht und ist dann dabei, wie die einzelnen Personen das große Gesamtbild daraus erzeugen.
Sölva im Norden und Leyken im Süden haben mir gut gefallen. Beides sind starke weibliche Personen, dennoch hadern sie auch mit ihrer neuen Position im Machtgefüge des Nordens oder eben der Esche. Pol kam mir für meinen Geschmack ein bisschen zu kurz. Die Geschichte springt mehr zwischen Leyken und Sölva hin und her, dennoch hat Pol eine wichtige Rolle inne. Alle drei Personen haben besondere Fähigkeiten entwickelt, die sich in gewisser Weise ähneln, aber hier und da auch Unterschiede aufweisen.
So und jetzt kann ich auch schon gar nicht mehr so viel zu dem Buch schreiben. Insgesamt gesehen, wurde die Reihe zu einem runden Abschluss gebracht, dennoch gibt es auch viel Spielraum für eigene Interpretationen. Das ist wirklich ganz schwer zu beschreiben. Man erkennt die Zusammenhänge der Geschichte und weiß durchaus was passiert ist, aber eben auch nicht alles was passiert ist, da man nicht bei allem dabei war und nur in Rückblenden eine Zusammenfassung der Ereignisse erhält.

Fazit: Eine interessante Reihe, die einen mit eher unterschwelliger Spannung in den Bann zieht und viel Freiraum für eine eigene Interpretation der Ereignisse lässt. Auf den sehr beschreibenden Schreibstil, der eine tolle Atmosphäre erzeugt, muss man sich einlassen können. Für Schnellleser ist dieser Roman daher eher weniger geeignet. Wenn man ein bisschen düsterere High Fantasy mag, ist man bei Stephan M. Rother an der richtigen Adresse.