Weich, warm und passgenau wie eine kuschelige Decke
Die Idee hinter Stephan Schäfers Erzählung „25 letzte Sommer“ ist sicherlich nicht neu. Schon nach wenigen Hörminuten war mir klar, das hier wird so etwas wie eine weise Zen-Geschichte. Eine, die den Hörer ...
Die Idee hinter Stephan Schäfers Erzählung „25 letzte Sommer“ ist sicherlich nicht neu. Schon nach wenigen Hörminuten war mir klar, das hier wird so etwas wie eine weise Zen-Geschichte. Eine, die den Hörer (oder Leser) zurückholt aus den Ablenkungen, den kleinen und großen Krisen des Alltags. Entscheunigung und Achtsamkeit sind hier die Devise. Liebevoll verpackt in eine unaufgeregte Handlung, die aber tief zu berühren vermag - wenn man sich dafür öffnen kann.
Vordergründig geht es darum, dass der Ich-Erzähler zufällig auf einen freundlichen, herzlichen Mann namens Karl trifft, der ihn spontan auf eine Tasse Kaffee bei sich zuhause einlädt. Der Beginn einer tiefen Freundschaft, denn Karl ist ein Zuhörer, der wirklich zuhört, ein Nachdenkender, der wirklich nachdenkt. Ein Mann des Genusses, der Dankbarkeit und der Erkenntnis. Eine Quelle der Inspiration für alle, die auf der Suche nach den wahrhaft wichtigen Dingen im Leben sind.
In den Gesprächen der beiden geht es humorvoll, mitfühlend und freundlich zu. Eine Wohltat für die Seele, auch wenn keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse vermittelt werden. Gelesen wird das Hörbuch mit wunderbarer Lagerfeuer-Stimme von Markus Hoffmann. Ich habe es sehr genossen.
Lass dich auf Langsamkeit ein. Nimm dir eine kuschelige Decke, eine Tasse Tee und mach es dir mit „25 letzte Sommer“ gemütlich. Ich behaupte, jeder, der wirklich zuhört und wirklich nachdenkt, kann aus dieser Geschichte seine ganz eigene Weisheit und Erkenntnis ziehen.