Cover-Bild Unentdeckte Schönheit
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16,95
inkl. MwSt
  • Verlag: Francke-Buchhandlung
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 592
  • Ersterscheinung: 06.2014
  • ISBN: 9783868274516
Tamera Alexander

Unentdeckte Schönheit

Silvia Lutz (Übersetzer)

Eleanor Braddock ist eine pragmatische Frau, die gelernt hat zu kämpfen. Nachdem ihre Familie durch den Bürgerkrieg alles verloren hat, findet sie Aufnahme auf Belmont, dem herrschaftlichen Anwesen ihrer Tante. Diese ist eine der reichsten Frauen Amerikas. Doch Eleanor will nicht von Almosen leben und nicht den Mann heiraten, den ihre Tante für sie aussucht. Sie träumt von einem eigenen Restaurant. In dem gutaussehenden Architekten und Botaniker Markus Geoffrey findet sie einen guten Freund und Unterstützer. Doch Markus ist nicht der, der er zu sein vorgibt …

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Eine Frau findet ihren Weg

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Wir befinden uns in Nashville/Tennessee im Jahr 1868. Die junge Eleanor Braddock hat durch den Bürgerkrieg viele Verluste zu beklagen, doch da sie eine pragmatische Frau ist, lässt sie sich davon nicht ...

Wir befinden uns in Nashville/Tennessee im Jahr 1868. Die junge Eleanor Braddock hat durch den Bürgerkrieg viele Verluste zu beklagen, doch da sie eine pragmatische Frau ist, lässt sie sich davon nicht unterkriegen. Im Bürgerkrieg hat sie als Krankenschwester an der Front gedient und mehr Leid gesehen als man sich vorstellen kann. Dennoch schöpft sie aus einer ganz bestimmten Situation Kraft und Mut ihren Weg weiterzugehen.

Eleanor ist mit knapp 30 Jahren noch unverheiratet, was zur damaligen Zeit sehr ungewöhnlich für Frauen eines bestimmten Standes ist, doch im Grunde stört sie das nicht. Nachdem ihr Vater jedoch an Demenz erkrankt, verändert sich die Situation für die junge Frau. Demenzkranke kommen damals in eine "Irrenanstalt" und es wird in der Gesellschaft nicht darüber gesprochen, da es als Schwäche und Makel gilt. Für Eleanor ist ein schwerer Schritt, auch dass sie nun bei ihrer sehr wohlhabenden Tante Adelicia Cheatham auf der Plantage Belmont nun einen Unterschlupf findet. Ihre tatkräftige Tante nimmt sich beherzt der jungen Eleanor an, doch anders als Eleanor es sich gedacht hat. Ihr Traum ein eigenes Restaurant zu eröffnen, für junge Frauen mit einem gewissen gesellschaftlichen Hintergrund, ein absolutes Desaster wird von ihrer Tante nicht akzeptiert, statt dessen hat sich Tante Adelicia auf die Fahne geschrieben einen passenden Ehemann für Eleanor zu finden, der sie auch mit diesem Makel als Frau nimmt.

Auf Belmont begegnen wir auch Markus Geoffrey, der für Tante Adelicia den Auftrag bekommen hat, die perfekte Rose in dem perfekten Rosa zu züchten, einem Mann, der außer seiner Liebe zur Botanik und Architektur auch noch andere Fähigkeiten und vor allem Geheimnisse hat. Es ist herrlich von den Begegnungen der beiden jungen Menschen zu lesen, die beide ein Geheimnis mit sich tragen, beide schon viel Schlimmes in ihrer Vergangenheit erlebten, beide nicht frei füreinander sind und sich dennoch mehr und mehr anziehend finden. Bei allem was Eleanor erlebt versucht sie den Weg zu finden, den Gott für sie geplant hat und auch für Markus, der Gott aus bestimmten Gründen hauptsächlich abwesend empfunden hat, verändert sich zunehmend die Blickrichtung.

Die Autorin nimmt uns auf eine ganz feine Art mit in diese damalige Zeit und in die Lebens- und Gedankenwelt der zu dieser Zeit lebenden Menschen. Wir erleben nicht nur eine sich sanft entwickelnde Liebesgeschichte, die nicht sein darf, sondern auch eine von der Krankheit Demenz geprägte schmerz- und trauervolle Vater-Tochter-Beziehung und was es damals für die Betroffenen und Angehörigen bedeutet hat. Für eine Frau war es damals egal ob wohlhabend oder arm sehr schwer ihren von ihr gewählten Weg zu gehen. Doch auch Markus kämpft darum sein Leben frei von familären und gesellschaftlichen Zwängen zu führen, auch mit entsprechenden Konsequenzen. Durch die Botanik-Kenntnisse von Markus darf der Leser auch noch mal die Mendelschen Gesetze auffrischen und bekommt einen Einblick mit welchen Schwierigkeiten die damalige Landwirtschaft zu kämpfen hatte.

Mir hat diese Geschichte, in der auch wahre historische Begebenheiten mit einfließen und der christliche Glaube und seine gelebten Werte ganz natürlich mit einfließen sehr gut gefallen und ich habe diese Lektüre genossen.

Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 16.04.2018

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

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„Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Belmont, das beeindruckendste, edelste Anwesen in ganz Tennessee, ist Schauplatz des neuen Romans aus der Feder der preisgekrönten ...

„Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“


Belmont, das beeindruckendste, edelste Anwesen in ganz Tennessee, ist Schauplatz des neuen Romans aus der Feder der preisgekrönten Autorin historischer Romane, Tamera Alexander. Die neunundzwanzigjährige Protagonistin, Eleanor Braddock, schafft die Pflege ihres an Demenz leidenden alten Vaters nicht mehr alleine und beschließt, sie in fähige Hände zu legen. Garrison Theodore Braddocks wache Phasen, in denen der große Intellekt und das kluge Wesen des einst so angesehen Anwalts zu Vorschein kommen, werden immer kürzer, sein geistiger Verfall immer drastischer. Schweren Herzens gibt Eleanor ihren Vater in die Obhut eines fähigen Arztes in der Irrenanstalt Tennessee. Durch die Kosten, die dieser Aufenthalt bedingt, ist sie auch gezwungen, das Elternhaus zu verkaufen. Eleanor findet liebevolle Aufnahme bei ihrer Tante Adelicia Acklen Cheatham. Die zierliche, dunkelhaarige Schönheit, die durch ihren starken Charakter und ihren gesellschaftlichen Status gegen jeglichen Druck immun scheint, nimmt ihre Nichte mit offenen Armen auf und bemüht sich zu Eleanors Leidwesen auch um einen geeigneten Heiratskandidaten für sie. Eleanor hingegen ist sich ihrer unauffälligen Erscheinung und ihres eher reizlosen Äußeren durchaus bewusst. Sie hat etwaige Heiratspläne und den Wunsch nach eigenen Kindern bereits aufgegeben, strebt jedoch eine berufliche Selbstverwirklichung durch die Eröffnung eines Restaurants an. Als sie ihre Tante Adelicia in ihre Pläne einweiht, stößt sie auf Standesdünkel und strikte Ablehnung. Eleanor besitzt jedoch nicht nur einen scharfen Witz und eine sehr direkte Art, sondern auch hohe Intelligenz und einen klaren Menschenverstand. Und so führt sie in allergrößter Diskretion ihre Planung auch ohne die Zustimmung ihrer Tante weiter. Als der gutaussehende Botaniker und Architekt Markus Geoffrey sie auf ihrem ersten Besuch im Gewächshaus mit seinen faszinierend blauen Augen zu durchbohren scheint, wird hier ein Funke gezündet, der weder Eleanor, noch Markus, unbeeinflusst lässt. Aus anfänglicher beiderseitiger Neugier wird eine tiefe, auf Vertrauen und gemeinsamen Interessen basierende Freundschaft. Doch ein großes Geheimnis umgibt den dreiunddreißigjährigen Österreicher, der mit der Zeit immer unentbehrlicher für Eleanor wird. Wird ihre Freundschaft der Belastung standhalten?

Tamera Alexanders einnehmender Schreibstil entführte mich in eine längst vergangene Zeit, ins Jahr 1864, wo die damals sechsundzwanzigjährige ehrenamtliche Krankenschwester Eleanor in den Lazaretten der Konföderierten Armee ihr Bestes gab und die Verwundeten mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln pflegte, den Sterbenden Trost und Beistand bot. Sie beschreibt Eleanors familiäre Situation und lässt den Leser in die märchenhafte Welt von Belmont eintauchen, schildert das prachtvolle Anwesen in den schillernsten Farben. Die Protagonisten sowie die Nebenfiguren, derer sich die Autorin bedient, lässt diese durch ihre Schilderungen lebendig erscheinen, erzeugt dabei große Emotionen. Ganz besonders ins Herz geschlossen hatte ich den kleinen, dünnen jüdischen Jungen namens Caleb Lebenstein und dessen sympathische, ruhige Mutter Naomi, die eine nicht unbedeutende Rolle in diesem Roman spielen. Sehr interessant fand ich die Tatsache, dass der Roman nicht allein auf Fiktion beruht, sondern durchgehend auch historisch belegte Ereignisse und Personen eingeflochten werden, wie Tamera Alexander bereits in ihrem Vorwort betont. Fasziniert haben mich hierbei die kurzen Einblendungen zur Vererbungslehre von Gregor Mendel, die Hinweise auf die katastrophalen Auswirkungen der Kartoffelfäule in Irland, sowie einige Einblicke in das Leben bei Hof in Österreich.

Den Weg der sympathischen Protagonistin Eleanor eine Weile mit zu verfolgen und sie auf ihre abenteuerlichen Unternehmungen begleiten zu dürfen, hat mir das allergrößte Lesevergnügen bereitet. Ich kann dieses beinahe sechshundert Seiten starke Buch jedem ans Herz legen, der gerne historische Romane liest und einer Herz erwärmenden Liebesgeschichte dabei nicht ablehnend gegenüber steht. Tamera Alexander hat mich bereits vollends von ihren Büchern überzeugt, und ich werde zukünftig keine einzige ihrer Neuerscheinungen verpassen. Fünf Bewertungssterne und eine unbedingte Leseempfehlung für „Unentdeckte Schönheit“!