Cover-Bild Ich bin Harrow
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14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Science Fiction
  • Seitenzahl: 704
  • Ersterscheinung: 13.09.2021
  • ISBN: 9783453321564
Tamsyn Muir

Ich bin Harrow

Roman
Kirsten Borchardt (Übersetzer)

Es herrscht Krieg im Imperium – ein Krieg, von dem die meisten Planeten bislang verschont wurden. Zu verdanken haben sie dies dem aufopfernden Dienst der neun Nekromanten, die dem Imperator im Kampf gegen die Angriffe eines todbringenden Feindes helfen. Harrow Nonagesimus, die Erbin des Neunten Hauses, ist nun eine von ihnen – doch der Dienst, der von ihr verlangt wird, ist so ganz anders als erwartet. Und sie weiß nicht, ob sie ihn überleben wird …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.11.2020

Gelungene Fortsetzung in einer bizarren Tour de force

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Der Science-Fantasy-Roman "Ich bin Harrow" (Harrow the Ninth) von Tamsyn Muir ist die Fortsetzung von "Ich bin Gideon" (Gideon the Ninth) und Band 2 der Locked-Tomb-Trilogie.

Worum es geht

Harrowhark ...

Der Science-Fantasy-Roman "Ich bin Harrow" (Harrow the Ninth) von Tamsyn Muir ist die Fortsetzung von "Ich bin Gideon" (Gideon the Ninth) und Band 2 der Locked-Tomb-Trilogie.

Worum es geht

Harrowhark "Harrow" Nonagesimus ist nach den dramatischen Ereignissen in Canaan-Haus zum Lyctor aufgestiegen und findet sich an Bord des imperialen Flaggschiffs wieder. Doch anders als Ianthe hat sie keinen vollen Zugriff auf ihre Fähigkeiten und wird von Erinnerungen verfolgt, in denen Ortus Nigenad ihr Erster Kavalier ist. Außerdem hat sie scheinbar, ohne es zu wissen, eine Reihe von Briefen geschrieben, die an sie selbst adressiert sind und in denen sie sich für alle Eventualitäten Handlungsanweisungen gibt und sich verbietet, nach der Lösung des Rätsels zu forschen. Nach und nach erfährt sie mehr über einen Krieg, den der Imperator/Gott, den seine alten Kampfgefährten nur John nennen, seit Jahrtausenden gegen sogenannte Resurrection Beasts führt. Die drei verbliebenen alten Lyctoren sollen nun die beiden neuen auf einer von den Neun Häusern weit entfernten Raumstation für die kommende Auseinandersetzung ausbilden. Dabei zeigt sich, dass einer der drei, Ortus the First, Harrow nach dem Leben trachtet, und Cytheria möglicherweise doch nicht so tot ist wie angenommen. Alle außer Gott scheinen Harrow zu hassen. Es wird deutlich, dass die verschlossene Grabkammer, die das Neunte Haus bewacht, eine besondere Bedeutung hat.

Kritik

Wer geglaubt hat, Gideon Nav sei mit ihrem beschränkten Wissen über ihre Welt eine unzuverlässige Erzählerin gewesen, der muss lernen, dass Harrow noch um Längen unzuverlässiger ist. In ihren Erinnerungen an die vorangegangenen Geschehnisse, die in der dritten Person erzählt werden, taucht Gideon nicht auf und die Abläufe sind anders als wir sie gelesen haben. Parallel dazu wird die gegenwärtige Geschichte in der zweiten Person geschildert (so gesehen müsste der Roman eigentlich "Du bist Harrow" heißen), was per se schon einmal ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig ist. Gleichzeitig nährt die Autorin aber die Zweifel, ob die Dinge tatsächlich so sind, wie sie erscheinen, oder ob Harrow einfach den Verstand verloren hat. Der Wechsel der Erzählperspektiven stellt sich letztlich als eleganter Kunstgriff heraus, der am Ende perfekten Sinn ergibt. Aber bis dahin fragt man sich, ob man vielleicht in einem Paralleluniversum gelandet ist.

Tamsyn Muirs Sprache ist gewohnt eloquent und witzig, wenn auch Gideons schnoddriger Tonfall weitgehend fehlt. Dabei ist das Setting mindestens genauso düster wie im ersten Band. Der Roman taucht tief in die Seele seiner Titelfigur ein. Harrow ist etwas Besonderes: eine Getriebene, begabt, ehrgeizig, intelligent, sensibel und paranoid. Wo Gideon für Abenteuerlust, Lockerheit und Spaß stand, ist Harrow ein wandelndes seelisches Trauma voller Schuldgefühle. Die Wandlung zum quasi unsterblichen Lyctor hat sie geschwächt und verletzlich zurückgelassen. Aber auch komplett wahnsinnig?

Die Beziehungen zwischen Imperator/Gott John und seinen Weggefährten untereinander gleichen denen einer dysfunktionalen Familie, geprägt durch ein seit zehntausend Jahren währendes Zusammensein. Unter der Oberfläche brodeln alte Konflikte, Eifersüchteleien und Animositäten. Harrow betrachten sie im Grunde als Kind.

Der Tonfall der Romane unterscheidet sich grundlegend. War Gideons Humor das Resultat ihrer großspurigen Respektlosigkeit, Unbedarftheit und eines zur Schau getragenen Zynismus, so stammt Harrows Humor eher aus dem Umstand, dass sie ein genialer, nerdiger, aber zickiger Teenager ist. Es fällt leichter, die offene, polternde Gideon zu mögen als die verschlossene, grübelnde Harrowhark. Abgesehen davon darf man nicht vergessen, dass sie nicht nur ein begabter Necromancer, sondern letztlich auch eine Nonne ist. Doch auch wenn Harrow witzig sein kann, ist ihre Geschichte nicht so warmherzig wie Gideons, sondern ungleich trauriger, geht es doch vorrangig um Kummer und Verlust.

Muir verwendet unzählige Tricks, um den Leser zu verwirren: durcheinander gebrachte Zeitebenen, Perspektivwechsel, Geschichtsrevisionismus, Halluzinationen, untersützt durch die klaustrophobische Erzählweise in der zweite Person für Harrows Zeit nach der Transformation, während sie angeblich trainiert, um Gott und das Universum vor super bösen Weltraumgeistern zu schützen. Erst zum Schluss kommt eine offenbarende erste Person, sobald Harrows Wahnsinn sich aufzulösen beginnt. Gleichzeitig liefert Muir wiederum eine überraschende Wendung in Form einer unerwarteten Enthüllung. Einige Fragen werden beantwortet, aber längst nicht alle.

Ich mochte Harrow trotz ihrer spröden und manchmal grausamen Art bereits im ersten Band. Diese Sympathie hat sich nur verstärkt.

Fazit

"Ich bin Harrow" ist ein fesselndes und gleichzeitig verwirrendes Leseabenteuer. Das Buch ist ein unterhaltsames Durcheinander und ich habe es sehr genossen. Es ist eine Geschichte über ein Überlebensschuld-Syndrom. Aber es ist trotzdem auch ein Chaos, und ich bin mir nicht sicher, ob der Abschlussband "Ich bin Alecto" (Alecto the Ninth) weniger chaotisch wird. Die Frage, ob Gideons Tod am Ende von "Ich bin Gideon" endgültig ist, bleibt offen.

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Veröffentlicht am 11.10.2021

Sehr verwirrend, aber nicht minder spannend, innovativ und interessant...

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Die ersten Assoziationen, die ich nach dem Lesen hatte, lassen sich eigentlich kurz zusammenfassen: Wie verwirrend soll die Geschichte werden? "Ich bin Harrow": Ja!!!
Es ist wieder sehr verwirrend, es ...

Die ersten Assoziationen, die ich nach dem Lesen hatte, lassen sich eigentlich kurz zusammenfassen: Wie verwirrend soll die Geschichte werden? "Ich bin Harrow": Ja!!!
Es ist wieder sehr verwirrend, es erfindet förmlich den Ausdruck verwirrend, aber gleichzeitig schafft es die Autorin so eine Spannung zu erzeugen, dass ich mich kaum von den Seiten lösen konnte. Es war um Welten besser als Band 1, aber das Gehirn wird sehr strapaziert. Man muss mitdenken, Verknüpfungen ziehen, wieder verwerfen, das Buch zu klappen und verwirrt anstarren, sich davon abhalten doch zu googeln, ob man eine Zusammenfassung finden kann (kann man theoretisch), den Tab doch wieder schließen, um sich nicht zu spoilern, wieder weiterlesen, den Kopf schütteln und dann... irgendwann kommt man zu diesem einen Punkt. Alles bleibt stehen, der Mund klappt auf und man denkt: Wtf? Wie bekloppt ist Harrow? Was hat sie gemacht? Was ist der Masterplan? Was ist mit Gideon?
Gideon? Ich bin glücklich, dass wir sie auch in diesem Band wieder zu Gesicht bekommen haben.
Irgendwann machen auch die künstlerischen Freiheiten mit den Perspektiven Sinn, das sehr verwirrende und ziellose Springen in der Zeit weniger, aber das hat mich eigentlich nicht gestört. Noch verwirrender konnte es kaum werden.
Hinzukommt wieder die richtig coole Nekromantie Thematik, die ziemlich genial, aber manchmal auch eklig und verstörend ist. Cool fand ich natürlich auch, dass wir mehr über die Hintergründe erfahren haben, wer der Imperator ist, seine Anhänger, seine Feinde und wie die Welt zusammengehalten wird, was nach dem Tod passiert, etc. Ich habe zwar wahrscheinlich nur die Hälfte verstanden, aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Auch das Ende war ziemlich cool, wieder sehr heftig, aber ich habe unglaublich große Lust auf Band 3 bekommen. Ich vergebe 4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 20.09.2021

Unterhaltsam

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Was soll ich zu dem Cover sagen? Es ist genial und passt perfekt zum Cover des ersten Teils und natürlich auch zur Geschichte selbst. Es ist düster und gleichzeitig nicht zu voll - nur die kleinen Knochen ...

Was soll ich zu dem Cover sagen? Es ist genial und passt perfekt zum Cover des ersten Teils und natürlich auch zur Geschichte selbst. Es ist düster und gleichzeitig nicht zu voll - nur die kleinen Knochen sehen ein bisschen zu "unecht" aus.

Auch der Schreibstil hat mir wieder gefallen, denn er ist spannend und unterhaltsam. Kleine Warnung, wer dachte, dass Teil eins schon ein bisschen "besonders" war, der sollte sich auf einiges in diesem Teil gefasst machen :D ich empfehle doch mal einen Blick in die Leseprobe zu werfen. Ich fand es total gelungen, auch wenn ich zugeben muss, dass es mich anfangs ein bisschen verwirrt hat. Man weiß nie so genau, was gerade wirklich passiert ist und was nicht oder vielleicht doch? Herrlich - ich mag sowas gerne :D

Wer in Band eins schon dachte, dass die Charaktere alle einen an der Waffel haben, der sollte sich hier auf einiges gefasst machen :D Man lernt die ein oder anderen Dinge über die Charaktere und gleichzeitig auch wieder nicht. Man sieht den ein oder anderen Charakter wieder, eigentlich ganr nicht mehr am Leben sein sollte, aber in einer Welt voller Nekromaten ist das wohl auch nicht ganz so seltsam.

Insgesamt ein geniales, wenn auch teilweise verwirrendes und chaotisches Buch, das unglaublich schwer zu erklären oder auch zu bewerten ist :D Mir hat es gefallen, weil diese Art von verwirrenden Geschichten mag, die sich nie zu ernst nehmen und man das auch gleich merkt. Besonders das Ende hat mich dann natürlich neugierig gemachgt, was sich Tamsyn Muir noch so ausdenken wird - lesen werde ich es auf jeden Fall. :D