Cover-Bild Wie die Schweine
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15,95
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Soziale und ethische Themen
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 236
  • Ersterscheinung: 20.01.2020
  • ISBN: 9783518470237
Agustina Bazterrica

Wie die Schweine

Die deutsche Ausgabe des Tiktok-Phänomens "Tender is the flesh"
Matthias Strobel (Übersetzer)

Marcos verantwortet die Produktion einer Schlachterei. Er kontrolliert die eingehenden Stücke, kümmert sich um den korrekten Schlachtvorgang, überprüft die Qualität, setzt die gesetzlichen Vorgaben um, verhandelt mit den Zulieferern … Alles Routine, Tagesgeschäft, Normalität. Bis auf den Umstand, dass in der Welt, in der Marcos lebt, Menschen als Vieh zum Fleischverzehr gezüchtet werden.
Dieser Roman hält uns Fleischfressern kompromisslos den Spiegel vor. Er stellt Fragen in den Raum - nach Moral, Empathie, den bestehenden Verhältnissen. Und er verschafft, was nur die Literatur verschafft: neue Einsichten, neue Gefühle, nachdem alle Argumente längst ausgetauscht sind.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2020

grandiose fazinierende morbide Dystopie

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Marcos hat vor kurzem seinen Sohn durch plötzlichen Kindstot verloren. Seine Frau hat ihn auch verlassen. Marcos arbeitet als Manager in einem Schlachthaus. Doch dieses Schlachthaus ist keines wie wir ...

Marcos hat vor kurzem seinen Sohn durch plötzlichen Kindstot verloren. Seine Frau hat ihn auch verlassen. Marcos arbeitet als Manager in einem Schlachthaus. Doch dieses Schlachthaus ist keines wie wir es kennen. In diesem Schlachthaus werden Stücke verarbeitet. Doch bei diesen Stücken handelt es sich nicht um Tiere, wie es die meisten gerne sehen würden, nein bei diesen Stücken handelt es sich größtenteils um speziell gezüchtete Menschen, denen bereits kurz nach der Geburt die Stimmbänder entfernt werden. Marcos ist dafür verantwortlich Stücke von den Suchtfarmen zu bekommen, neue Mitarbeiter auszuwählen und Stücke auch weiter zu verkaufen. Er behält den Job nur weil sein Vater in einem sehr teuren Pflegeheim wohnt. Doch seine so geordnete Welt gerät ins schwanken, als ihm ein überzähliges Stück, das er bald Jazmin nennt, kostenlos überlassen wird. Erst lehnt er es ab und doch beginnt er bald eine Art Beziehung infolgedessen Jazmin schwanger wird. Bei Marcos setzt eine schleichende Wesensveränderung ein, die eskaliert, als er wieder anfängt Fleisch zu essen, sein Vater stirbt und noch andere Faktoren sich einstellen.

Die Autorin schildert mit einen nüchternen, gleichgültigen Gelassenheit eine morbide und grauenvolle Geschichte, die einen einfach nicht loslässt, einen fasziniert. Sie schafft es eine Sogwirkung zu erschaffen, die den Leser fesselt. Als Leser ist man angewidert, angeekelt und muss ein ums andere mal tief durchatmen und schlucken und das Buch beiseite legen. Nur um es kurze Zeit später wieder in die Hand zunehmen um dieses grauenvolle Schauspiel weiter zu verfolgen.

Den roten Faden den Mittelpunkt dieser Geschichte bildet wirklich das Produkt, um dessen diese Geschichte gewebt wird. Auch wenn Markos zwangläufig mit im Fokus steht, sieht man das der Kannibalismus ganz klar im Vordergrund steht und wie schändlich mit den Produkten, die nichts anderes sind als Menschen sind umgegangen wird. Ein Menschenleben ist nicht mehr viel wert. Alles wird mit einem Virus begründet, den es gar nicht gibt. Dann wird alles mit der Überbevölkerung und Armutsbekämpfung begründet.

Die Figuren wachsen einen durch ihr Handeln und Tun in keiner weise ans Herz. Man empfindet sie als widerwärtig und ekelhaft. Dazu trägt natürlich auch bei wie eiskalt die Autorin diese skizziert und selbst wenn einen der Marcos anfangs noch vielleicht ein wenig sympathisch ist verflüchtigt sich diese Einstellung beim Leser aller spätestens am Ende der Geschichte.

Die Autorin hat mit dieser Geschichte eine morbide brillante Dystopie geschaffen, die einen in den Bann zieht und einen einfach nicht mehr loslässt.

Fazit: Wie kann man eine morbide brillante Dystiopie empfehlen, die einen schockt und verstört zurücklässt? Weil sie unglaublich packend und faszinierend erzählend geschrieben ist und einen einfach nicht mehr loslässt. Sie fesselt einen und man kann einfach nicht anders als weiter lesen. Hast du starke Nerven und einen wirklich starken Magen? Bist du wirklich bereit für grauenhafte Dinge? Bist du bereit die Welt aus einen anderen Blickwinkel zu betrachten? Ganz sicher? Dann kann ich die diese fürchterlich grausige Geschichte nur ans Herz legen. Du wirst die Welt nach dieser Lektüre mit ganz anderen Augen sehen. Zu hoffen bleibt nur das das das was in dieser Geschichte geschrieben wurde niemals eintreffen wird und unser moralischer Kompass nie so aus dem Ruder laufen wird.

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Veröffentlicht am 03.02.2020

Fleischverzehr der anderen Art

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Geschockt und zugleich fasziniert hat mich dieses Werk von Agusta Bazterrica. Bereits das Cover sticht einem direkt ins Auge und spätestens mit dem Auszeichnungsetikett der Grammanzahl, des Preises und ...

Geschockt und zugleich fasziniert hat mich dieses Werk von Agusta Bazterrica. Bereits das Cover sticht einem direkt ins Auge und spätestens mit dem Auszeichnungsetikett der Grammanzahl, des Preises und dem abgebildeten Symbol eines Menschen beim 100% zieht es jede Aufmerksamkeit an.
Innerhalb weniger Stunden hatte ich diesen für mich eingestuften „Horrorthriller“ durch, zu brutal, schockierend und grausam, war ich wie hypnotisiert von dieser Story.
Ich möchte nicht zu viel verraten…. aber dieses Buch müsst ihr lesen. Alleine die Vorstellung, wenn wirklich ein Virus sämtliche Nutztiere infiziert und wir kein Schweine- oder Rindfleisch mehr verarbeiten können, reagiert dann die Menschheit wie in diesem Buch? Werden wir zu Kannibalen, um unsere Gier nach Fleisch zu stillen?
Ein schauriger Gedanke!

Mein Fazit:
Tolles Werk, schockierend und definitiv nichts für schwache Nerven!
Für mich toll umgesetzt und absolut fesselnd und deshalb vergebe ich 5 Rezi-Ladybug’s!

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Veröffentlicht am 31.01.2020

Menschenfleisch statt Tierfleisch

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Das Buch 'Wie die Schweine' von Agustina Bazterrica handelt von Marcos, der in der Produktion einer Schlachterei arbeitet, wo Menschen statt Tiere gezüchtet werden.

Das Cover ist voll mit einem Fleischbild ...

Das Buch 'Wie die Schweine' von Agustina Bazterrica handelt von Marcos, der in der Produktion einer Schlachterei arbeitet, wo Menschen statt Tiere gezüchtet werden.

Das Cover ist voll mit einem Fleischbild bedeckt und springt somit sofort ins Auge - weckt Interesse!

Beim Lesen war ich sehr oft schockiert und musste mehrmals schlucken. Die Stellen haben mich sehr zum Nachdenken angeregt.

Im Moment ekel ich mich regelrecht vor Fleisch und bin mir sicher, dass es nicht einfach sein wird wieder Fleisch zu essen.

Mehr möchte ich gar nicht dazu sagen, lest selbst und seht, wie schrecklich wir konsumieren.

Lediglich hätte ich mir gewünscht, dass das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben wäre, damit man sich noch besser in die Lage hineinversetzen könnte.

Von mir bekommt das Buch 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 05.02.2020

Die Zivilisation ist ein dünner Firnis, darunter brodelt die Barbarei (Kurt Imhof)

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Dass mit dem Konsum von Fleisch, insbesondere mit dessen Herstellung, etwas bei uns im Argen liegt, ist ja bereits länger bekannt. Und auch andere Länder haben offenbar so ihre Schwierigkeiten damit. Denn ...

Dass mit dem Konsum von Fleisch, insbesondere mit dessen Herstellung, etwas bei uns im Argen liegt, ist ja bereits länger bekannt. Und auch andere Länder haben offenbar so ihre Schwierigkeiten damit. Denn dieses Buch, das die Gier der Menschen nach Fleisch auf eine allerhöchste Spitze treibt, ist in Argentinien erschienen, wo es ausgezeichnet wurde und wochenlang auf der Bestsellerliste stand.
Marco ist der stellvertretende Chef eines Schlachthofes. Doch dort werden keine Tiere mehr geschlachtet, da alle ein Virus befiel, der für den Menschen tödlich ist. Die Gier nach Fleisch ist jedoch ungebrochen, so dass, zuerst heimlich, mit Zustimmung der Regierung mit der Züchtung von menschlichem Fleisch begonnen wurde. Diejenigen, die es sich leisten können, kaufen es sich in offiziellen Metzgereien; die anderen versuchen ihr Glück auf dem Schwarzmarkt oder auch auf Friedhöfen.
Was sich so makaber anhört, führt Agustina Bazterrica bis ins Detail aus: die Anlieferung in den Schlachthof, die Ruhigstellung (Stress macht das Fleisch schlecht), das Betäuben, das Köpfen und Ausbluten, usw. Was heute die tägliche Routine beispielsweise bei Schweinen ist, wird in diesem Buch an Menschen vollzogen, was einem die Rohheit und Grausamkeit dieses Tuns überdeutlich macht.
Marco ist nicht immun gegenüber diesem Grauen, das er täglich vor Augen hat. Und durch den plötzlichen Tod seines eben erst geborenen Sohnes und dem Weggang seiner Ehefrau erkennt er das entsetzliche Leid der zu schlachtenden Stücke (wie diese Menschen umschrieben werden) um einiges deutlicher. Der Zwiespalt zwischen seiner Arbeit und seinem Bedürfnis nach Empathie und Zuwendung werden immer größer. Und um ihn herum erkennt er die zusehende Verrohung der Gesellschaft.
'Wie die Schweine' ist wirklich keine leichte und unterhaltsame Lektüre. Obwohl die Autorin in einem völlig nüchternen klaren Stil schreibt, ist das Buch eklig, grausam und brutal - und stellt ein extrem übersteigertes Abbild unserer Gesellschaft dar. Grandios gemacht!

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