Cover-Bild Düsternbrook

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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Piper
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 02.05.2019
  • ISBN: 9783492059480
Axel Milberg

Düsternbrook

Roman
Das Kieler Villenviertel Düsternbrook ist die ganze Welt.

Hier wächst Axel behütet auf und fühlt sich doch oft fremd. Wie er versucht, sich zurechtzufinden und die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen, erzählt Axel Milberg mit Empathie, Humor und einem verträumten Ton. Als die populäre Theorie vom Wirken Außerirdischer die Stadt erreicht, scheint sie für Axel viele Merkwürdigkeiten zu erklären. Mit dem rätselhaften Verschwinden einiger Jungen wird die Heimat vollends unheimlich und der Wunsch auszubrechen übermächtig. Ein spannender Familien-, Adoleszenz- und Heimatroman, der die bürgerliche Welt als schützend und bedroht, liebevoll und düster darstellt.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 11 Regalen.
  • 7 Mitglieder haben dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2019

Milberg‘s Welt

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Düsternbrook - so heißt das Viertel in dem Axel (von seiner Frau Mama liebevoll „Äxelchen“ genannt, weil Alexander ihr nicht passte) Milberg aufwuchs. Ein Villenviertel in dem immer etwas passierte und ...

Düsternbrook - so heißt das Viertel in dem Axel (von seiner Frau Mama liebevoll „Äxelchen“ genannt, weil Alexander ihr nicht passte) Milberg aufwuchs. Ein Villenviertel in dem immer etwas passierte und in dem sich Milberg sehr wohl fühlte....oder auch nicht?! Milberg erzählt in seinem Debüt sein Leben, sein Erwachsenwerden und seine Laufbahn bis hin zum Schauspieler. Es ist keine große Geschichte sondern immer kurze und zusammenhanglose Geschichten die er hier preisgibt. Sein Schreib- und Erzählstil sind typisch für ihn, ruhig und selbstbewusst. Mit seinen Geschichten und Anekdoten gibt er Einblicke in seine persönliche Welt und seine Sichtweisen. Man merkt schnell, das er anders war und ist als andere. Er zeigt sich offen und unverblümt ehrlich, was mir sehr gefallen hat. Das was er schreibt, sieht man in seiner Art wieder. Er verstellt sich bei keinem geschriebenen Wort was er von sich gibt, kurzum, sein persönlicher Wiedererkennungswert ist hier perfekt getroffen. Man merkt aber auch schnell das er nicht nur anders ist, sondern das er sich selbst immer wieder viele Fragen stellt und diese gilt es für ihn zu beantworten. Er ist auf einer Suche....nur nach was genau? Das ist und bleibt sein Geheimnis, was er gern haben darf. Hat ja schließlich jeder von uns und alles muss man ja nun auch nicht preisgeben....Schön zu lesen ist seine Heimatverbundenheit und natürlich sein spezieller Humor.
Ich mag Milberg als Schauspieler sehr. Er ist ein besonderes Charakter-Gesicht mit enorm viel schauspielerischem Talent. Das er nun doch ein Buch geschrieben hat, fand ich mutig und spannend zugleich. Dieses Buch erhält von mir 4 von 5 Sternen. Warum nicht 5? Ganz klar: dieses Buch ist speziell geschrieben und damit muss man klar kommen und man kann es getrost nach einigen beendeten Kapiteln auch mal zur Seite legen und nach einiger Zeit wieder neue Kapitel lesen....Anekdote für Anekdote sozusagen....Ein Buch bei dem kein Lesesog entsteht aber eine gewisse Neugier wer denn nun dieser „Milberg“ eigentlich ist. Ich fand es unheimlich klasse geschrieben, nur muss man es wirklich „wollen“ zu lesen....Es ist eben speziell, aber das ist das Leben auch....

Veröffentlicht am 18.06.2019

Düsternbrook

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Der Protagonist dieser Geschichte, Alex, wächst behütet im Kieler Villenviertel Düsternbrook auf und in diesem Buch gibt er uns Einblick in seine Kindheit und Jugend. Der Schauspieler Axel Milberg erzählt ...

Der Protagonist dieser Geschichte, Alex, wächst behütet im Kieler Villenviertel Düsternbrook auf und in diesem Buch gibt er uns Einblick in seine Kindheit und Jugend. Der Schauspieler Axel Milberg erzählt uns die Geschichte in vielen kleinen Episoden, aber ohne einen roten Faden.
Auch wenn die kleinen Geschichten manchmal humorvoll sind, so kam für mich mehr Düsternis herüber, eben Düsternbrook. Vielleicht fehlten mir auch einfach Emotionen, denn alles wurde recht teilnahmslos erzählt.
Der Schreibstil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, denn der Autor fabuliert offensichtlich gerne. So bekommen wir Einblick in die kindliche Gedankenwelt des kleinen und des etwas größeren Alex. Wir erfahren, wie er versucht, sich in seiner Welt zurechtzufinden. Ich bin ebenfalls in jener Zeit aufgewachsen und beim Lesen kamen Erinnerungen an meine Kindheit und Jugendzeit hoch. Ich weiß ebenfalls noch genau, welche Diskussionen die Thesen von Erich von Däniken ausgelöst haben. Als dann Jungen aus dem Viertel verschwinden, möchte Alex diesem geordneten engen Leben entfliehen.
Auch wenn dieser Roman fiktiv ist, so scheinen doch biografische Erlebnisse des Autors immer wieder durch.
Mich konnte dieses Buch einfach nicht fesseln.

Veröffentlicht am 16.06.2019

Düsternbrook

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Dieser Roman erzählt, neben einer stimmungsvoll verfassten Coming-of-Age-Geschichte, humorvoll verschiedene Geschichten aus mehreren Lebensabschnitten des jungen Axel im Deutschland der 50er und 60er Jahre. ...

Dieser Roman erzählt, neben einer stimmungsvoll verfassten Coming-of-Age-Geschichte, humorvoll verschiedene Geschichten aus mehreren Lebensabschnitten des jungen Axel im Deutschland der 50er und 60er Jahre. Dies geschieht in einem ganz eigenen Sprachstil, sehr reduziert, dabei punktgenau, mit dem gelegentlich aufblitzenden unterkühlten Humor des Norddeutschen. Es ist eine Lust, als Leser diese Lebenssplitter einzusammeln und der Entwicklung des jungen Axel zu folgen. Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt, die kleinen Anekdoten, Erzählungen und Erinnerungen aus der Sicht eines Kindes sind nicht nur amüsant, sie lassen uns auch manchmal nachdenklich zurück. Ein einfach schönes Buch.

Veröffentlicht am 14.06.2019

Wie wurde Axel Milberg zu dem Schauspieler und der Person, die er nun ist?

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Den meisten TV-Zuschauern dürfte der Name Axel Milberg ein Begriff sein. Egal ob als kautziger Arzt einer Serie oder als Familienmensch - seine Rollen verkörpert er immer mit einer persönlichen Eleganz, ...

Den meisten TV-Zuschauern dürfte der Name Axel Milberg ein Begriff sein. Egal ob als kautziger Arzt einer Serie oder als Familienmensch - seine Rollen verkörpert er immer mit einer persönlichen Eleganz, die nie aufgesetzt wirkt. Auch als Tatort-Kommissar bewahrt er immer Stil.

Und nun ist er unter die Schriftsteller gegangen und präsentiert den Lesern sein erstes Buch "Düsternbrook". Ist es eine Biographie? Eher nicht. Dafür enthält es zu viel wörtliche Rede und der Autor lässt keinen Zweifel daran, dass er Realität mit seiner Phantasie paarte. Also ein biographischer Roman? Auch das würde ich verneinen, denn einem Roman gleicht dieses Buch eher weniger. Dafür fehlt der fortlaufende Handlungsstrang

Axel Milberg hat Episoden seiner Kindheit und Jugend in einzelne, mal kürzere, mal längere Kapitel verpackt. (S. 29) Worin liegt der Unterschied von Aliens, die allgegenwärtig sind, uns überwachen (eine Begegnung mit Erich v. Däniken) und den Alliierten? Von den Familientreffen schreibt er auf Seite 69 über das Eintreffen und die Begrüßung der Verwandten, ".... wurde eine erste Übersicht über die neuesten Krankheiten gegeben...." Na, wer kennt das nicht, dass Krankheiten wie eine Errungenschaft vor sich hergetragen werden.

Aufgewachsen ist er in Düsternbrook, einem vornehmen Villenviertel Lübecks. So wie er seine Familie und deren Freunde beschreibt, wird einem sofort klar woher Axel M. seine angeborene Eleganz hat, mit der er seinen unterschiedlichsten Rollen Ausdruck verleiht. Das ist weder künstlich einstudiert noch aufgesetzt - diese Eleganz ist Teil seiner Person und ich kam beim Lesen zu der Erkenntnis, dies ist sein Erbe. Der Vater war vom Krieg gezeichnet, die Mutter Ärztin und beide im Umgang mit ihren Kindern nicht zimperlich. Drückte sie doch beim Mittagessen einem ihrer Sprösslinge das Gesicht auf den Teller mit Spinat, als dieses gesunde Gemüse keinen Anklang fand.

Wir lesen von seinen Kinderfreundschaften die von den Eltern manchmal unterbunden wurden, weil das jeweilige Kind angeblich kein guter Umgang für ihn sei. Also bleibt der kleine Axel oft für sich. Diese Distanz bleibt selbst später noch deutlich, nachdem er sein Abitur ablegte. Seite 213: "...Plötzlich waren die Freunde weg. Ich hatte vergessen, mich mit ihnen für das Leben nach der Schule zu verabreden...." Wir bekommen Einblicke in seine damalige Familie, lernen seine Eltern kennen und kennen sie am Ende doch nicht. Alles bleibt doch irgendwie vornehm zurückhaltend. Natürlich gibt es in der Familie auch einen illustren Onkel, der nie geheiratet, aber einen männlichen Freundeskreis hatte, über den man nicht ausführlich sprach. Auch hier geht alles sehr dezent zu.

Die ersten Kontakte zur Schauspielerei bekommt Axel M. schon in der Schule. Das war für mich eines der schönsten Kapitel, als er seine Begegnung mit Gert Fröbe beschreibt. Dieser Vollblutschauspieler, der genügend Geld, Berühmtheit und Erfolg hatte - man denke nur an "Goldfinger" - und sich nun den Luxus leistete, in einer Schule seinem Publikum Auge in Auge gegenüber zu stehen. Bei dieser Gelegenheit traut sich der Schüler Axel M. erstmals zu offenbaren, dass er Schauspieler werden möchte. Mit dem Beginn seiner Ausbildung zu seinem Traumberuf endet das vorliegende Buch.

Die Lektüre vermittelt einen Einblick in die Kindheit und Jugend des Schauspielers Axel Milberg. Aber am Ende war ich mir nicht sicher, ob ich tatsächlich den Menschen Axel M. kennengelernt habe oder nicht eher den Menschen, den er seinem Publikum präsentiert. Auf jeden Fall ist es eine leicht lesbare und unterhaltsame Lektüre.

Veröffentlicht am 09.06.2019

Kindheitserinnerungen

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Ich mag Axel Milberg als Person, als Schauspieler sehr gern. Beim Lesen hatte ich oft seine Stimme im Kopf, obwohl er ja aus seiner Kindheit erzählt. Das Buch schreibt er als Roman, nicht als Biografie, ...

Ich mag Axel Milberg als Person, als Schauspieler sehr gern. Beim Lesen hatte ich oft seine Stimme im Kopf, obwohl er ja aus seiner Kindheit erzählt. Das Buch schreibt er als Roman, nicht als Biografie, es sind sowohl tatsächliche, als auch fiktive Geschichten Bestandteil der einzelnen Kapitel. Es ist nicht erkennbar, welche Teile echte Erinnerungen sind, und welche der Phantasie des jungen Axel entspringen. Mich hat das manchmal etwas verwirrt.


Der Autor hat ein großes erzählerisches Talent, ich mag seine verschmitzte Art zu sprechen. Leider kommt das im Buch nicht ganz so rüber. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich, humorvoll, ernst, kindlich naiv, voller Leidenschaft, scharfsinnig, liebevoll, aber oft auch irgendwie teilnahmslos, ohne erkennbare Gefühlsregung, neutral, wie von einem unbeteiligten Beobachter erzählt. Worin sich diese Diskrepanz gründet vermag ich nicht zu sagen, allerdings hat es bei mir für einige Verwirrung gesorgt.

Das Buch folgt nur recht grob einer gewissen Zeitlinie, wann die einzelnen Geschichten spielen kann man meist nur raten, konkrete Zeit- oder Altersangaben zur Orientierung des Lesers gibt es selten. Mir fehlte so ein bisschen der rote Faden, etwas, das die einzelnen Abschnitte verbindet. Die Geschichten, so schön sie auch sein mögen, sind unzusammenhängend, scheinen willkürlich aneinandergereiht. Natürlich kann man das als künstlerisches Stilmittel betrachten, das die kindlichen Erinnerungsfetzen verdeutlicht, ich habe es aber einfach als unrund empfunden. Für mich fehlte das Leseempfinden, welches ich mit einem Roman in Verbindung bringe. Wenn ich das Buch einer Kategorie zuordnen sollte, dann am ehesten einer Sammlung von Kurzgeschichten, oder Anekdoten.

Ich denke ich bin an dieses Buch mit völlig anderen Erwartungen heran gegangen und daher hat sich mir die Botschaft des Autors wohl nicht gänzlich erschlossen. Trotz allem war der Einblick in die behütete Kindheit des Autors unterhaltsam. Er vermittelt ein sehr klares Bild des Zeitgeschehens und der vorherrschenden Lebensweise, gerade innerhalb der Familie. Der kindliche Blick auf die Welt der Erwachsenen ist sehr echt und schnörkellos.

Es steckt sicher viel persönliches, Persönlichkeit von Axel Milberg in diesem Buch, allerdings kratzt der Autor dabei nur ein bisschen an der Oberfläche.