Cover-Bild Der Turm der Welt
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10,99
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 704
  • Ersterscheinung: 18.08.2017
  • ISBN: 9783499271489
Benjamin Monferat

Der Turm der Welt

Große Kulisse. große Gefühle, großes Drama: Benjamin Monferats opulenter Historischer Roman erzählt von Machtkämpfen und Intrigen im Europa des 19. Jahrhunderts.
1889. Die Pariser Weltausstellung geht dem Ende zu. Millionen von Menschen strömen in die Lichterstadt. Die brisante internationale Lage scheint vergessen. Und doch würde gerade hier, im bunten Gewimmel der Nationen und Interessen, ein Funke genügen, um das Pulverfass zur Explosion zu bringen. Ausgerechnet da werden zwei Ermittler des französischen Geheimdienstes tot aufgefunden - sie waren einer Verschwörung auf der Spur.
Niemand ahnt: Die Zukunft Europas ist mit dem Schicksal einiger Besucher eng verknüpft. Eine französische Adelige, ein deutscher Offizier, ein junger Fotograf, eine bildschöne Kurtisane – sie alle sind Figuren im Spiel der Mächte.
Beim Abschlussfeuerwerk versammelt sich alles, was Rang und Namen hat auf dem neu erbauten Eiffelturm. Der beste Zeitpunkt, um die Welt im Chaos versinken zu lassen …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2025

Furios, spannend, humorvoll und wunderbar erzählt

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„Zündung in 59 Stunden, 51 Minuten“, so fängt es an. Der Countdown läuft. Was dann passiert, weiß man nicht genau, aber eins steht fest: Über der sagenhaften Weltausstellung in Paris 1889 liegt ein bedrohlicher ...

„Zündung in 59 Stunden, 51 Minuten“, so fängt es an. Der Countdown läuft. Was dann passiert, weiß man nicht genau, aber eins steht fest: Über der sagenhaften Weltausstellung in Paris 1889 liegt ein bedrohlicher Schatten. Zwei Agenten des Deuxième Bureau wurden brutal ermordet aufgefunden, während die Berneau´sche Uhr in der Galerie des Machines fünf vor Zwölf anzeigt. In 59 Stunden und 51 Minuten endet die Exposition Universelle.

Und wenn man auch auf den ersten Seiten des Buches meint, einen historischen Thriller der finsteren Sorte zu lesen, findet man sich schon bald auf dem Landsitz der Vicomtesse de Rocquefort, die Tee schlürft, Intrigen spinnt und das Töchterlein verschachert. In London ist ein tapferer Polizist dem Ripper auf den Fersen, in Paris bemüht sich ein talentierter Fotograf um die Gunst einer berühmten Kurtisane und am Montmartre holt man eine Legende aus dem Absinthrausch.

Man ist verwirrt, fasziniert und hat fast das Gefühl, drei-vier Bücher gleichzeitig zu lesen. In kurzen Kapiteln wechseln hier Handlungsstränge quer durch die gesellschaftlichen Schichten, wobei jede Figur liebevoll eingeführt wird und ganz eigene Sorgen hat. Ob es um das Zimmermädchen Charlotte oder Eddy, den englischen Vize-Thronfolger geht, jeder trägt hier ein Stückchen bei und man verfolgt sein Schicksal gebannt. Und obwohl man sich zunächst kaum vorstellen kann, was diese Geschichten wohl miteinander zu tun haben könnten, sieht man nach und nach Verbindungslinien, von denen jede absolut unerwartet kommt.

Mit viel Humor und einem wunderbar eigenen Schreibstil legt Benjamin Monferat hier ein Werk vor, was man nicht einordnen kann. Er verknüpft kunstvoll Historie und Fiktion zu einem glaubhaften und atmosphärischen Setting. Man sieht sie vor sich, diese vielfältige pariser Gesellschaft, erlebt staunend das Ende der großen Ausstellung und zweifelt nicht an der Existenz des Königreichs Carpathien. Gleichzeitig schlittert man knapp am vorzeitigen ersten Weltkrieg vorbei. Engländer, Deutsche und Franzosen misstrauen sich zutiefst. Und dann ist da noch der Mordfall, der immer mysteriöser wird und zu einer globalen Katastrophe ausufern könnte. Unglaublich spannend.

Eigentlich hat er ein neues Genre erfunden, nur der Name fehlt noch. Historien-Thriller? Spionage-Landhaus-Agenten-Gesellschaftsroman mit Familiengeheimnis und Hochspannung? Egal, wie wir es nennen. Es ist ein großartiges Buch, das man lesen muss, furios, spannend, humorvoll und wunderbar erzählt.

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Veröffentlicht am 15.06.2022

Konzentration ist gefragt...

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...denn das Werk ist mit über 700 Seiten sehr umfangreich und ist ein komplexer und mit vielen Protagonisten versehener historischer Roman.

Anhand der vielen Charaktere werden verschiedene kleine Geschichten ...

...denn das Werk ist mit über 700 Seiten sehr umfangreich und ist ein komplexer und mit vielen Protagonisten versehener historischer Roman.

Anhand der vielen Charaktere werden verschiedene kleine Geschichten erzählt, die sich im Verlauf langsam aber bestimmt, zu einer ganzen Geschichte zusammenlaufen. Durch einen Countdown, der den Kapiteln vorangestellt ist, wird die Spannung unterschwellig angehoben, zumal man als Leser lange nicht weiß, auf was sich dieser Countdown eigentlich bezieht.

Die Weltausstellung in Paris hier zum Rahmen des Romans zu nehmen ist genial, da dadurch die wissenschaftlichen Errungenschaften eine große Rolle spielen können. In wunderbarer Schreib- und Erzählkunst ist man mittendrin, wenn der Autor z. B. einen Aeroplan in Szene setzt oder über die neuesten Erkenntnisse zum Thema Elektrizität oder der neuesten Militärtechnik erzählt.

Damit man die reichlich erwähnten Schauplätze im Überblick behalten kann, gibt es eine Karte von Paris und auch das Nachwort ist eine gelungene Abrundung für diesen fesselnden und temporeichen Roman. Ich kann diesen überzeugenden und gut recherchierten HistoRoman absolut weiterempfehlen und vergebe hier gern volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.10.2019

Kriminalistischer Ausflug auf die Pariser Weltausstellung

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Die letzten Tage der Weltausstellung in Paris sind nicht nur geprägt vom fulminanten Abschluss der großartigen Ausstellung, sondern auch vom Mord an zwei Geheimagenten. Ausgerechnet auf dem Gelände der ...

Die letzten Tage der Weltausstellung in Paris sind nicht nur geprägt vom fulminanten Abschluss der großartigen Ausstellung, sondern auch vom Mord an zwei Geheimagenten. Ausgerechnet auf dem Gelände der Exposition! Als wäre das nicht schlimm genug, werden die Ermittlungen durch das fehlende Vertrauen und die Verachtung der großen europäischen Mächte füreinander behindert. Jeder geht seinen eigenen Spuren nach, und natürlich ist der verhasste Nachbar erst mal der Hauptverdächtige. Doch nur noch knapp zweieinhalb Tage bleiben, um größeres Übel zu verhindern.

Monferat lässt in seinem Roman das Paris der Weltausstellung lebendig werden. Flair, Atmosphäre und Bilder stimmen, neben dem Mordfall bleibt viel Zeit um die Exposition zu genießen. Natürlich kennt jeder den Eiffelturm, aber was die Ausstellung sonst noch zu bieten hatte, das wird dem Leser immer wieder wie nebenbei vor Augen geführt. Gut beschrieben ist aber nicht nur die Ausstellung, sondern auch die angespannte politische Lage. Bismarcks Spiel mit den fünf Kugeln, das Misstrauen der Nationen, spiegelt sich in der fehlenden Zusammenarbeit der beteiligten Ermittler und Geheimdienste wider. Daraus ergeben sich natürlich einige Handlungsstränge und viele Charaktere, was aber nicht in Verwirrung endet, sondern dafür sorgt, dass man erst recht noch weiterlesen muss. Ich mochte die Figuren unterm Strich recht gerne, gerade die Legende des französischen Geheimdienstes Marais hat mich mit seiner unkonventionellen Art überzeugt. Auch der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen, und so waren die zweieinhalb Tage bis zum Finale der Ausstellung circa ebenso schnell gelesen. Ein wirklich schöner historischer Krimi mit Mehrwert.

Veröffentlicht am 15.01.2026

Gute Idee, lange Umsetzung

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Ich tue mich ein bisschen schwer damit, meine Meinung zu diesem Buch in Worte zu fassen. Der Anfang war für mich ehrlich gesagt ein ziemlich harter Brocken. Die erste Hälfte ist voll mit unzähligen Figuren, ...

Ich tue mich ein bisschen schwer damit, meine Meinung zu diesem Buch in Worte zu fassen. Der Anfang war für mich ehrlich gesagt ein ziemlich harter Brocken. Die erste Hälfte ist voll mit unzähligen Figuren, vielen französischen Namen und verschiedenen Handlungssträngen. Ein Personenverzeichnis hätte hier wirklich geholfen. Man merkt schnell, dass es in Richtung großer historischer Roman wie Ken Follett gehen soll, bei dem am Ende alles irgendwie zusammenläuft. Die Idee rund um die Weltausstellung fand ich auch spannend, allerdings hatte ich mir von der Umsetzung etwas mehr erhofft.

Ab der zweiten Hälfte wurde das Buch für mich deutlich interessanter, vor allem das Ende. Dort hat der Autor die verschiedenen Fäden ziemlich raffiniert zusammengeführt, was mir gut gefallen hat. Trotzdem ist das Buch mit fast 700 Seiten ein echter Brocken, und ich habe fast zwei Monate zum Lesen gebraucht. Das lag nicht nur am Umfang, sondern auch an einigen Handlungssträngen, die mich leider nicht wirklich packen konnten.

Ich hätte mir außerdem gewünscht, dass Friedrich stärker als Hauptfigur im Mittelpunkt steht, statt nur einer von vielen Charakteren zu sein. Sehr gelungen fand ich dagegen die Atmosphäre: Das Paris des späten 19. Jahrhunderts wird lebendig und detailreich beschrieben, sowohl die Gesellschaft als auch die Schauplätze. Insgesamt ist Der Turm der Welt ein interessanter historischer Roman, auch wenn ich persönlich mit dem Ende nicht ganz zufrieden war und mir etwas anderes erhofft hatte.

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