Cover-Bild Der Turm der Welt

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22,95
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Wunderlich
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 704
  • Ersterscheinung: 26.08.2016
  • ISBN: 9783805250931
Benjamin Monferat

Der Turm der Welt

Die ganze Welt schaut auf Paris.Oktober 1889: Die Pariser Weltausstellung geht dem Ende zu. Millionen von Menschen strömen in die Lichterstadt, um Zeuge des Spektakels zu werden. Die brisante internationale Lage scheint für einen Augenblick vergessen. Und doch würde gerade hier, im bunten Gewimmel der Nationen und Interessen, ein Funke genügen, um das Pulverfass zur Explosion zu bringen. Ausgerechnet da werden zwei Ermittler des französischen Geheimdienstes tot aufgefunden - sie waren einer Verschwörung auf der Spur.Was niemand weiß: Die Zukunft Europas ist mit dem Schicksal einiger Besucher der Ausstellung eng verknüpft: Eine französische Adelige - Königin der Pariser Salons - fürchtet um ihr Geheimnis: dessen Enttarnung würde weit mehr als nur einen gesellschaftlichen Skandal bedeuten. Ein deutscher Offizier, unterwegs in einer sehr persönlichen Agenda, wird zum Spielball der Großmächte. Ein junger Fotograf schließt einen folgenschweren Pakt, um das Herz seiner großen Liebe zu gewinnen. Ist die bildschöne Kurtisane in Wahrheit eine Spionin?Schließlich versammelt sich alles, was Rang und Namen hat, an der Spitze des Eiffelturms, um das Abschlussfeuerwerk zu bestaunen. Wann wäre der Zeitpunkt für einen Anschlag besser gewählt, um die Welt im Chaos versinken zu lassen? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt: zu Lande, zu Wasser – und in der Luft ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2017

Ein zeithistorisches literarisches Feuerwerk eines brillanten Autors!

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"Der Turm der Welt" von Benjamin Monferat erschien (HC, gebunden) im Wunderlich-Verlag (Rowohlt) 2016 und ist nach dem Début "Welt in Flammen" der zweite Roman des Autors, der sich als Schriftsteller der ...

"Der Turm der Welt" von Benjamin Monferat erschien (HC, gebunden) im Wunderlich-Verlag (Rowohlt) 2016 und ist nach dem Début "Welt in Flammen" der zweite Roman des Autors, der sich als Schriftsteller der Geschichte verschrieben hat und dessen Romanaufbau und -handlung auch hier als brillant beschrieben werden kann:

"Oktober 1889: Die Pariser Weltausstellung nähert sich ihrem großen Finale. Millionen von Menschen strömen in die Lichterstadt, um Zeuge des Spektakels zu werden. Die brisante internationale Lage scheint für einen Augenblick vergessen. Und doch würde, im bunten Gewimmel der Nationen, ein Funke genügen, um das Pulverfass zur Explosion zu bringen" (.....)
(Quelle: Buchrückentext, Auszug)

Zu diesen Millionen Besuchern zählt auch der illustre Kreis der Hauptprotagonisten: In einer Schlüsselrolle Friedrich von Straten, Angehöriger einer preußischen Geheimdienstabteilung mit 'besonderem Auftrag', der zur Weltausstellung beordert wird; Madeleine Royal, ihres Zeichens Königin der Kurtisanen von Paris; Basil Fitz-Edwards (der auch in "Welt in Flammen" zum Personal zählt) und hier Begleiter des britischen Thronfolgers Edward, genannt Eddy, Duke of Clarence and Avondale ist (letzterer neben Henri Toulouse-Lautrec, dem weltberühmten Maler die einzige historisch authentische Figur); Monsieur Longueville, ein französischer Staatssekretär; Albertine de Roquefort mit Tochter und Nichte, die aus der Picardie zum Pariser Stadtpalais aufbrechen, um auf Einladung von Tourteuil die Weltausstellung zu besuchen; Berneau, dem genialen Erfinder und der geheimnisvollen "Frau über den Dächern von Paris", die hier ebenso wie Friedrich von Straten eine Schlüsselrolle inne hat sowie der legendäre Agent des Deuxième Bureau (eine Sektion des französischen Geheimdienstes) Alain Marais und Pierre Trebut, die im Verlaufe des Romans versuchen werden, aufzuklären, wer hinter dem Attentat steckt, dem zwei weitere Agenten des Deuxième Bureau auf brutale Weise zum Opfer fielen....

Vor dem Auge des Lesers lässt Benjamin Monferat sehr geschickt die Zeit der Exposition Universelle 1889 in Paris wieder aufleben, die als Machtdemonstration Frankreichs in einer Zeit 'gegenseitiger Belauerung' stattfand und zu einer Zeit zahlreicher industrieller Erfindungen und technischen Neuerungen, wo man sich suchte, gegenseitig zu überbieten. Die Anspannung dieses Zeitgeistes ist von der ersten bis zur letzten Seite nacherlebbar, was ich persönlich als fantastisch gelungen erachte.

Die zahlreichen Hauptprotagonisten sind sehr gut ausgeleuchtet, das Geflecht der Beziehungen untereinander, das Misstrauen gegenüber anderen Nationen sehr gekonnt dargestellt; der Autor wählt stilistisch relativ kurze Abschnitte: Es entsteht ein Personenwechsel und dadurch ein Perspektivwechsel in kurzer Abfolge, der dem Leser eine hohe Konzentration (durch die Personaldichte) abverlangt. Hierin liegt ein kleines Manko dieses ansonsten genialen Romans, der fiktiv angelegt ist, jedoch einem für heutige Begriffe realistischen Maßstab nicht entbehrt: Durch die sehr zahlreichen Hauptfiguren, die durch den Romanverlauf führen, ist der Leser gezwungen, eine hohe Konzentration aufzubringen; es ist vergleichsweise wie bei einem 15-fädigen Zopf, dessen lose Enden zum Romanende hin sich zwar finden, jedoch durch die sehr kurzen Perspektiv- und Personenwechsel etwas anstrengend nachzuverfolgen sind: Geduld und Ausdauer, besonders im ersten Drittel, sollte der Leser daher neben dem Interesse an der Historie schon mitbringen.
Letztendlich geht es auch um den Segen und den Fluch jeglicher menschlicher Erfindung, die sich durchaus, wie wir alle wissen und teils (mit)erleben mussten, auch gegen den Menschen richten kann, das 21. Jahrhundert im digitalen Zeitalter zeigt dies bestens auf....

Fazit:

Ein zeithistorischer Roman, ja eigentlich ein Schmöker, der an Umfang und Inhalt sowie sprachlicher Versiertheit und Virtuosität seinesgleichen sucht. Auch wenn ich mir hier und da ein wenig gewünscht hätte, dass 'wenig auch mehr' sein kann, gelingt es m.E. dem Autor, das Zeitgefühl dieser politisch unruhigen Zeit sehr gut widerzuspiegeln. Dafür und für die Romanidee sowie deren Umsetzung ein großes chapeau von meiner Seite!
Im Nachwort (das sehr berührt, besonders auf der letzten Seite) merkt der Autor an,"dass es ein ziemlich ekliges Gefühl sein kann, wenn die Geschichte einen einholt". Gemeint sind die Terroranschläge des IS im November 2015 in Paris, denen 130 Menschen zum Opfer gefallen sind: Hier ergibt dieser sehr lesenswerte Roman (mit Geduld und Ausdauer des Lesers) auch eine aktuelle, leider zeitlos gewordene politische Brisanz wieder, deren letzten vier Worten des Autors ich mich nur anschließen kann:
"Ihr-werdet-nicht-gewinnen". Mit einem großen Dank an den Autor und den Verlag vergebe ich 4,5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 26.10.2016

wenig Spannung

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Die ganze Welt schaut auf Paris.

Oktober 1889: Die Pariser Weltausstellung geht dem Ende zu. Millionen von Menschen strömen in die Lichterstadt, um Zeuge des Spektakels zu werden. Die brisante internationale ...

Die ganze Welt schaut auf Paris.

Oktober 1889: Die Pariser Weltausstellung geht dem Ende zu. Millionen von Menschen strömen in die Lichterstadt, um Zeuge des Spektakels zu werden. Die brisante internationale Lage scheint für einen Augenblick vergessen. Und doch würde gerade hier, im bunten Gewimmel der Nationen und Interessen, ein Funke genügen, um das Pulverfass zur Explosion zu bringen. Ausgerechnet da werden zwei Ermittler des französischen Geheimdienstes tot aufgefunden - sie waren einer Verschwörung auf der Spur.
Was niemand weiß: Die Zukunft Europas ist mit dem Schicksal einiger Besucher der Ausstellung eng verknüpft: Eine französische Adelige - Königin der Pariser Salons - fürchtet um ihr Geheimnis: dessen Enttarnung würde weit mehr als nur einen gesellschaftlichen Skandal bedeuten. Ein deutscher Offizier, unterwegs in einer sehr persönlichen Agenda, wird zum Spielball der Großmächte. Ein junger Fotograf schließt einen folgenschweren Pakt, um das Herz seiner großen Liebe zu gewinnen. Ist die bildschöne Kurtisane in Wahrheit eine Spionin?
Schließlich versammelt sich alles, was Rang und Namen hat, an der Spitze des Eiffelturms, um das Abschlussfeuerwerk zu bestaunen. Wann wäre der Zeitpunkt für einen Anschlag besser gewählt, um die Welt im Chaos versinken zu lassen? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt: zu Lande, zu Wasser – und in der Luft ...
ein ganz anderer Schreibstil wie in seinem ersten Buch (Welt in Flammen) diesmal ist alles viel langsamer, stiller, wie wenn man durch dichten Nebel geht.
Die verschiedenen Figuren werden zu Beginn des Buches in einem eigenem Kapitel kurz vorgestellt und dann wechselt die Figur und der Schauplatz. Dann lernen sie sich kennen und wieder ändert sich alles das geht so weiter bis zum Finale immer wieder lose Enden Es ist langatmig und wenig spannend weil die einzige Frage ist kommt es zum Anschlag oder nicht und warum ist es ein einzelner Attentäter oder der Beginn eines Krieges die einzelnen Figuren bleiben eher blass wie das ganze Buch
Aufgrund des ersten Buchs des Autors habe ich mir dieses gekauft und bin enttäuscht

Veröffentlicht am 23.10.2016

Fantastische Kombination aus Krimi, Verschwörung und historischem Roman

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"Es geht etwas vor in dieser Stadt, copain. Noch weiß ich nicht, was es ist, aber es gefällt mir nicht." (S. 367)

Paris 1889: Die zehnte Weltausstellung, für welche eigens der umstrittene Eiffelturm errichtet ...

"Es geht etwas vor in dieser Stadt, copain. Noch weiß ich nicht, was es ist, aber es gefällt mir nicht." (S. 367)

Paris 1889: Die zehnte Weltausstellung, für welche eigens der umstrittene Eiffelturm errichtet wurde, nähert sich dem Ende. Alles, was Rang und Namen hat, wird sich zum großen Finale auf der Aussichtsplattform des derzeit größten Bauwerks der Welt einfinden, um die letzte, geheime Erfindung des verunglückten Erfinders Berneau bestaunen zu dürfen. Doch Gefahr überschattet das Ereignis: Zwei Ermittler des französischen Geheimdienstes werden ermordet auf dem Ausstellungsgelände aufgefunden. Droht der Veranstaltung ein brutaler Anschlag? Einzig die Legende aller Ermittler könnte jetzt noch helfen, doch der Agent verschwand vor 10 Jahren. Und auch die Schicksale einiger weiterer Menschen sind mit dem Finale der Ausstellung verknüpft, werden in den nächsten Tagen entscheidende Wendungen nehmen...

"Nichts war, wie es schien; überall verbarg sich ein Hintergedanke, eine Täuschung." (S.490)

"Der Turm der Welt" ist eine den Leser verzaubernde Reise in die Vergangenheit. Gekonnt spielt der Autor mit Worten und lässt dadurch bezaubernde Bilder in der Fantasie des Lesenden entstehen. So lässt er die Menschen der damaligen Zeit über neue Erfindungen und Eindrücke fremder Kolonien staunen, während zugleich Ermittler und Offiziere aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland in der Stadt unterwegs sind, Geheimnissen auf der Spur, welche für das Schicksal Einzelner sowie Europas entscheidend sein könnten. Im Laufe des Romans hatte ich mehrfach das Gefühl, ich wäre selbst vor Ort gewesen, hätte die Straßen und Gassen Paris' durchstreift, die Vorführungen der Weltausstellung miterlebt. Neben diesem unterhaltsamen Einblick in die damalige Zeit umreißt der Roman leichtverständlich die damalige Situation der europäischen Großmächte, der Machtverhältnisse und des internationalen Misstrauens, welche eine nicht unbedeutende Rolle spielen.
Nach seinem Roman "Welt in Flammen" ist es dem unter dem Pseudonym Benjamin Monferat veröffentlichenden Autor Stephan M. Rother erneut gelungen, einen fantastisch anmutenden Krimi geschickt in einem historischen Roman zu verpacken. Neben hervorragend ausgearbeiteten Charakteren punktet "Der Turm der Welt" vor allem auch mit einer faszinierenden Liebe zum Detail. So hat der Autor verraten, die im Roman vorkommenden Strecken eigens zu Fuß abgegangen zu sein, um zeitliche Abfolgen so realistisch wie möglich zu gestalten. Und auch die ein oder andere historische Persönlichkeit findet sich im Roman wieder. Nicht zu vergessen die Beschreibung der Weltausstellung, auf der nicht nur die Wild West Show mit Buffalo Bill regen Zustrom fand. Abgerundet wird das Buch mit einem Pariser Stadtplan der damaligen Zeit, in welchem die wichtigsten Schauplätze markiert sind.
Stephan M. Rother alias Benjamin Monferat hat es wieder einmal geschafft, die Buchstaben des Alphabets so gelungen in eine Reihenfolge zu bringen, dass ich die rund 700 Seiten am liebsten in einem Rutsch durchgelesen hätte!

Veröffentlicht am 08.10.2016

Gute Arbeit, die mich leider nicht erreicht hat

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Meinung

Ich habe mich unglaublich gefreut als ich Der Turm der Welt von Benjamin Monferat schon vorab dem Erscheinen am 25. August 2016 in den Händen halten durfte. Und bevor ich mich dem widme, warum ...

Meinung

Ich habe mich unglaublich gefreut als ich Der Turm der Welt von Benjamin Monferat schon vorab dem Erscheinen am 25. August 2016 in den Händen halten durfte. Und bevor ich mich dem widme, warum das Buch mich nicht überzeugen konnte, möchte ich den ganzen positiven Dingen den Vortritt lassen.

Denn ich weiß, dass dieses Buch sicher zu einem anderen Zeitpunkt viel mehr Begeisterung in mir hervorgerufen hätte. Ich glaube an den richtigen Moment für ein Buch. Der war bei mir diesmal nicht getroffen. Nichtsdestotrotz möchte ich dem Buch das wohlverdiente Lob aussprechen. So widersprüchlich das in meinem Kopf und vielleicht als Leser klingen mag.

Allem voran hat mich die Sprache in dem Buch von Beginn an einfach nur beeindruckt. Zugegeben kann ich rein historischen Romanen oft wenig abgewinnen. Aber bei Geschichten ab ca. 1880 wird’s dann doch schon etwas besser und das interessiert mich auch. Viele Bücher, die ab diesem Zeitraum spielen, haben mich schon positiv überrascht. Warum kann ich nicht sagen. Das ist eine merkwürdige Anziehung, die sich mir noch nicht wirklich erschlossen hat.

Zurück zum Thema. Die Sprache und vor allem der Ton der Dialoge haben mich insofern stark beeindruckt, weil sie unglaublich authentisch wirken. Ich habe diese sehr konventionelle und etwas steife Art der Sprache selten so gelesen. Heutzutage machen es uns Autoren schon leicht, was die „alte Sprache“ angeht. Was den Lesefluss natürlich ungemein unterstützt. Keine Frage. Aber dadurch muss man natürlich ein wenig bei der Atmosphäre nachjustieren.

In Der Turm der Welt muss das nicht gemacht werden. Die Stimmung, die Sprache, das Setting. All das zusammen ist ein wohl recherchiertes und gut umgesetztes Gerüst, um der Handlung eine besondere und stimmige Atmosphäre zu schaffen. In dieses Gefäß wird die Geschichte letztendlich gebettet. Und das verschafft Monferat die nötige Stabilität, um die vielen Figuren und Handlungsstränge reinzupacken, nach und nach die Verbindungen zwischen dem Erwähnten zu stricken und einen Spannungsbogen mit Sorgfalt zu kreieren.

Und ich darf diese detailverliebten Beschreibungen zu Örtlichkeiten oder Gestiken nicht vergessen! Denn zum Aspekt Authentizität passt das wieder perfekt.

Doch genau an dieser Stelle muss ich auch ansetzen, um zu erklären, warum mir persönlich das Buch nicht so gut gefallen hat.

In der Regel mag ich solche Ausschweifungen oder detailverliebte Beschreibungen. In dem Fall habe ich dennoch sehr schnell gemerkt, dass es zu viel des Guten ist. Ich hatte sehr bald Schwierigkeiten bei der Masse an Charakteren, Schauplätzen und Beschreibungen die Übersicht zu behalten. Es hat sich für mich einfach zu massiv angefühlt. Nach einem langen Tag konnte ich mich kaum aufraffen, dass Buch noch zur Hand zu nehmen. Denn obwohl die Kapitel oftmals recht kurz und knackig sind, habe ich gerade dadurch immer wieder schlecht in die Geschichte gefunden. Den Bezug zu den Figuren verloren.

Dass der Anfang mit einem gewissen Tempo erzählt werden wollte, konnte ich noch nachvollziehen. Aber als sich das im weiteren Verlauf von Der Turm der Welt fortsetzte, empfand ich es als anstrengend. Das Problem war unter anderem auch, dass nach jedem Kapitel ein Perspektivwechsel vollzogen wurde, was bei der Anzahl der verschiedenen Figuren auch nicht einfach zu verdauen ist. Dazu kommt manche Ähnlichkeit der Namen von weiblichen Figuren. Wenn man dann erst 60 Seiten weiter wieder von diesen hört, ist das etwas verwirrend und auch deplatziert.

Ich muss gestehen, dass Monferat mich immer wieder entschädigt hat. Denn wenn ich es mal schaffte knapp 60 Seiten am Stück zu lesen – denn das Buch hat schon viele Seiten und die Schriftgröße war auch nicht die riesig – wurde ich nach ausschweifenden Abschnitten mit einem Cliffhanger belohnt. Und die Szenen dazu und unmittelbar davor, waren ausnahmslos spannend. Trotzdem war es ein stetiges Auf und Ab. Und nach etwas mehr als der Hälfte des Buches, war mir dann klar, dass ich hierfür Ausdauer brauchte.

Ich war von den einzelnen Inseln der Cliffhanger und der Spannung und der Sympathie zu einigen Protagonisten getrieben, das Buch weiterzulesen. Aber so ermattet und erschlagen von der Reichhaltigkeit und Massivität an Wort und Text. Oftmals fehlte mir einfach die Konzentration oder Motivation, mich durch diese auch sehr komplexe Art zu Schreiben zu lesen. Dabei möchte ich aber betonen, wie schön ich diesen Schwierigkeitsgrad in einem Schreibstil, dazu zählt auch der von Benjamin Monferat, finde und diesen bewundere.

Schlussendlich habe ich nie komplett ins Buch gefunden. Und ich weiß, dass ich damit zur Minderheit gehöre. Aber manche Passagen fand ich einfach für die Geschichte zu stark in die Länge gezogen. Fast schon zu informativ, wie etwas zu dem Zeitpunkt gemacht oder verarbeitet wurde. Zu mächtig, zu groß. Wie gesagt, ich war irgendwann einfach nur noch erschlagen.

Ich kann und mag diesmal auch nicht genauer auf die einzelnen Figuren im Buch eingehen. Es war einfach so viele. Und letztendlich führen alle Wege zusammen, weswegen ich kaum jemanden da außen vor halten könnte. Die Handlung selbst ist mit Sicherheit spannend, vielseitig und passt auf erschreckende Art und Weise auch in die heutige Zeit. Im übertragenen Sinne natürlich. Kein Wunder also, dass der Autor zu den Anschlägen in Paris im November 2015 kurz Stellung bezieht.



Fazit

Der Funke wollte nicht so wirklich überspringen. Der Turm der Welt von Benjamin Monferat ist ein Massivgestein, welches man nicht einfach so erklimmt. Man braucht Konzentration, Ausdauer und definitiv ein Faible für Schreibstile, die Spannung und Ausschweifungen vereinen. Dennoch komme ich nicht umhin, die Arbeit des Autors, diese Komplexität und die Wortgewalt zu bewundern und mit Respekt zu honorieren.

Veröffentlicht am 26.09.2016

Mischung aus Krimi und historischem Roman

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Paris im Jahre 1889 ist Gastgeber der Weltausstellung. Die Stadt läuft über vor Menschen, sie erstrahlt im unbekannten Lichterglanz. Aber niemand ahnt, was sich wirklich hinter der strahlenden Fassade ...

Paris im Jahre 1889 ist Gastgeber der Weltausstellung. Die Stadt läuft über vor Menschen, sie erstrahlt im unbekannten Lichterglanz. Aber niemand ahnt, was sich wirklich hinter der strahlenden Fassade ereignet. Nur wenige sehen die Zusammenhänge, als zwei Agenten der französischen Geheimpolizei tot aufgefunden werden.
Eigentlich ist es eher schwierig eine kurze Inhaltsangabe hier zu machen, dafür geschieht gleichzeitig einfach zu viel. Der Autor hat hier einige Handlungsstränge nebeneinandergestellt und zunächst sieht es auch so aus, als wenn die Protagonisten nicht wirklich viel miteinander zu tun hätten. Die Zusammenhänge erschließen sich erst so nach und nach. Da die Kapitel zudem auch noch recht kurz gehalten sind, hatte ich sogar zu Beginn Probleme überhaupt in die Geschichte zu finden. Es hat zwar einige Zeit gebraucht, aber dann hatte es mich auch gepackt und ich konnte kaum noch aufhören mit dem Lesen.

Etwas ungewöhnlich fand ich die Kapitelüberschriften ja schon, es beginnt mit Zündung in 59 Stunden, 51 Minuten. Also ist von Anfang an klar, etwas Großes wird passieren, nur eben was, ist die große Frage. Diese Frage klärt sich auch wirklich erst zum Schluss. Denn dieser Countdown zieht sich durch das gesamte Buch und sorgt schon damit für Spannung.

Die Geschichte wird getragen durch eine stattliche Anzahl von Protagonisten, die alle irgendwie ein Problem mit sich herumtragen. Da ist zum Beispiel der Fotograf Lucien Dantez. Er ist nicht wirklich erfolgreich, hat aber eine interessante Geldquelle gefunden. Nur ob die für ihn auch zum gewünschten Erfolg führt? An seiner Seite die Kurtisane Madeline Royal. Sie ist wohl die schillerndste Persönlichkeit in dieser Geschichte und verkörpert das lebensfrohe Paris im 19. Jahrhundert, aber auch sie hat einige Probleme.

Dann der Offizier Friedrich von Straten, er ist Deutscher und im Auftrag einer Behörde in Paris unterwegs. Er hat aber auch ein privates Problem, welches er hier klären möchte. Außerdem finden sich zahlreiche Reiche und Adlige Europas ein. Sie alle wollen die Ausstellung sehen und verfolgen ihre eigenen Ziele. Dies sind nur ein paar der zahlreichen Protagonisten, alle wichtigen aufzuzählen, würde schon wieder zu viel vom Inhalt verraten.

Der Turm der Welt liest sich wie ein Agententhriller, eben aus dem 19. Jahrhundert. Der Autor hat die Spuren sehr gut gelegt und die Handlungsstränge gekonnt miteinander verwoben. Erst zum Ende hin kommt ein wenig Licht in die Geschichte. Die Weltausstellung beschreibt er hingegen eindrucksvoll. Der historische Hintergrund wird wirklich gut wiedergegeben. Das Fremde der Ausstellung ist deutlich spürbar. Die neuen Technologien, die vorgestellt wurden und für Aufsehen gesorgt haben, lassen auch den Leser staunen. Überhaupt ist das Staunen der Menschen richtig greifbar. Gerade die Szenen, die die Weltausstellung beschreiben, haben mir besonders gut gefallen.

Auch wenn ich am Anfang so meine Probleme mit der Erzählweise hatte, vor allem mit den kurzen Kapiteln und den ständig wechselnden Handlungssträngen, habe ich mich doch gut unterhalten gefühlt. Es war mal ein etwas anderer historischer Roman. Spannend in der Handlung und nicht zu offensichtlich. Die Protagonisten waren interessante Charaktere, die ihr gesamtes Potenzial eben erst so nach und nach entfaltet haben. Gerne mehr davon!