Cover-Bild The Last Goddess, Band 1: A Fate Darker Than Love
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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ravensburger Verlag GmbH
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Ersterscheinung: 25.10.2020
  • ISBN: 9783473510849
Bianca Iosivoni

The Last Goddess, Band 1: A Fate Darker Than Love

Das dunkelste Geheimnis liegt oft in dir selbst.

Mächtig, unsterblich und geheimnisvoll. Valkyren sind die Nachfahrinnen der nordischen Götter und die Einzigen, die die Menschheit vor dem endgültigen Untergang bewahren können. Ihr Auftrag: die Seelen gefallener Helden nach Valhalla zu begleiten. Blair, die als Tochter einer Valkyre keine eigenen Kräfte besitzt, hat mit alldem nichts zu tun - bis ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben kommt. Doch Blair ist sich sicher, dass es kein Unfall war. Ihre Mutter wurde ermordet. Allerdings will ihr niemand glauben, nicht einmal ihr bester Freund Ryan, für den sie schon lange mehr als nur Freundschaft empfindet. Auf sich allein gestellt macht sich Blair auf die Suche nach der Wahrheit und muss schon bald erkennen, dass ihr Schicksal aufs Engste mit dem der Valkyren verknüpft ist - und mit dem von Ryan.

Band 1 der neuen Romantasy von Bestseller-Autorin Bianca Iosivoni.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2021

Spannende Jugendfantasy mit kleinen Schwächen

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Blair wächst als Tochter einer Valkyre auf, in dem Wissen nie die Fähigkeiten ihrer Mutter zu erben. Doch als diese bei einem Autounfall stirbt ist nichts mehr wie zuvor. Blair macht sich auf die Suche ...

Blair wächst als Tochter einer Valkyre auf, in dem Wissen nie die Fähigkeiten ihrer Mutter zu erben. Doch als diese bei einem Autounfall stirbt ist nichts mehr wie zuvor. Blair macht sich auf die Suche nach Antworten, glaubt nicht an einen Unfall und versucht herauszufinden, wer ihr helfen kann. Dabei unterstützt sie ihr bester Freund Ryan. Schon bald müssen beide lernen, dass ihr Leben nicht mehr wie zuvor sein wird und sie wichtige Entscheidungen treffen müssen, welche mehr als nur ihr Leben bestimmen wird.

Das Buch ist der erste Band einer Diologie und wird größtenteils aus Blairs Sicht erzählt. Einige wenige Kapitel sind aus Ryans Sicht geschrieben. Der Schreibstil der Autorin ist bekannt und recht locker und leicht lesbar. Man findet schnell in die Geschichte und muss nicht lange auf den Beginn der eigentlichen Handlung warten. Grundsätzlich passiert recht viel in dem Buch und es kommt keine Langatmigkeit auf. Genau dies ist auch ein Punkt, welcher für mich leichte Abzüge bringt. Es passiert so viel, so schnell und man kommt teilweise bei den ganzen Personen nicht mehr hinterher. Gerne hätte ich die eine oder andere Szene nicht gebraucht, dafür mehr Tiefe in den Beziehungen untereinander gelesen. Daher bleiben auch die beiden Hauptprotagonisten ein kleines bisschen auf der Strecke. Blair lernt man etwas besser kennen und ist daher greifbarer. Ich finde sie ganz angenehm. Ryan bleibt gänzlich sehr undurchschaubar. Auch die magischen Aspekte tauchen vielzählig auf, werden teilweise jedoch zu kurz angerissen um alle wirklich komplett zu verstehen. Allerdings verstehe ich hier die Autorin, da eine zu ausführliche Beschreibung sicher sehr trocken geworden wäre.

Alles in allem fand ich den Auftakt spannend und interessant. Das Ende hielt einen kleinen Cliffhanger bereit daher freue ich mich auf die Fortsetzung und bin sehr gespannt, was aus Blair, Ryan und den Valkyren wird.

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Veröffentlicht am 24.02.2021

Nordische Fantasy mit einem fiesen Cliffhanger

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Wenn ein Buch von Mythologie handelt, muss ich es natürlich lesen. Deshalb landete A Fate darker than love auf meiner To-read Liste ganz oben.

Es handelt von dem Mädchen Blair, das nach dem Tod ihrer ...

Wenn ein Buch von Mythologie handelt, muss ich es natürlich lesen. Deshalb landete A Fate darker than love auf meiner To-read Liste ganz oben.

Es handelt von dem Mädchen Blair, das nach dem Tod ihrer Mutter und Schwester herausfindet, dass sie das Valkyren-Gen geerbt hat und an die Stelle ihrer Mutter treten muss. Blair war mir von Anfang an sehr sympathisch. Sie ist leidenschaftlich und lässt sich nicht so schnell unterkriegen.

Ihren besten Freund Ryan mochte ich hingegen am Anfang nicht besonders. Blair stellte ihn wie einen Heiligen dar, weshalb ich ihn nicht sehr interessant fand. Das hat sich jedoch durch die Geschichte hindurch geändert, als ich mehr über ihn erfahren habe. Er wurde menschlicher und deutlich interessanter, da auch er mit den Valkyren zu tun hat, was zu Beginn aber niemand weiss.

Zev fand ich jedoch richtig toll, auch wenn man nicht viel über ihn erfuhr, trotzdem kann ich euch schon sagen, dass er eine wichtige Figur in der Geschichte sein wird.

Am Anfang war die Geschichte schön zu lesen. Biancas Schreibstil ist flüssig und man kann sich gut mit Blair identifizieren. Richtig interessant wurde es aber erst nach der Hälfte und das Finale hat es richtig in sich. Wer also keine Cliffhänger mag, sollte mit dem Lesen des Buches warten, bis der zweite Band erschienen ist.

Ich freue mich schon riesig auf die Fortsetzung, um zu erfahren wie es mit Blair, Ryan und den anderen Valkyren weitergeht.

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Veröffentlicht am 05.02.2021

Mystischer Auftakt

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Das Cover wirkt mit den blauen Farben sehr ansprechend und elegant und bezaubert mit den golden funkelnden Elementen. Die schwarzen Verziehrungen bringen einen Durchbruch in das ruhige Design und sprechen ...

Das Cover wirkt mit den blauen Farben sehr ansprechend und elegant und bezaubert mit den golden funkelnden Elementen. Die schwarzen Verziehrungen bringen einen Durchbruch in das ruhige Design und sprechen für eine spannende Geschichte.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und angenehm zu lesen. Allerdings ist es mir schwer gefallen voll und ganz in die Geschichte einzusteigen. Viele Situationen geschehen Schlag auf Schlag und haben mich durch das Buch gehetzt.

Die Protagonistin ist ein sympathisches junges Mädchen, das mir schnell ans Herz gewachsen ist.

Das Buch lebt von den vielen unterschiedlichen und interessanten Charakteren, von mysteriös und grazil, zu loyal und ehrenhaft, zu verschlossen und arrogant, von unerwarteten Wendungen und einer unglaublich süßen und doch so schweren Liebe zwischen Blair und ihrem besten Freund Ryan, die mein Herz bluten lassen hat.

Die mystische Welt um Valhalla wirkt auf den Leser sehr spannend. Die magischen Gestalten der nordischen Mythologie und deren Sagen und Legenden werden sehr gut erklärt und vorsichtig an den Leser herangebracht. Die Valküren, die einen Hauptteil des Buches ausmachen, sind gut personifiziert, wirken jedoch sehr unnahbar, weswegen es mir schwer gefallen ist, eine Bindung zu ihnen aufzubauen.

Das Chaos stellt den Gegenspieler des Buches dar und wird seinem Ruf als gefährlicher Gegner würdig. Wie stark der Einfluss derer auf die Seite der Guten ist, hat mich sehr überrascht und sprachlos zurückgelassen.

A Fate Darker Than Love ist ein spannender Auftakt der Dilogie mit einem unglaublich fiesen Cliffhanger am Ende. Trotz Schwierigkeiten voll und ganz in die Welt einzutauchen, hat mir das Buch sehr gut gefallen und viele meiner dunklen Vorahnungen bestätigt.

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Veröffentlicht am 21.01.2021

Gewollt und nicht gekonnt

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Zum Inhalt: Blair ist eigentlich eine ganz normale junge Frau, doch ihre Mutter ist eine von 9 Valkyren aus der nordischen Mythologie mit übernatürlichen Kräften. Blairs Schwester Fenja soll diese Kräfte ...

Zum Inhalt: Blair ist eigentlich eine ganz normale junge Frau, doch ihre Mutter ist eine von 9 Valkyren aus der nordischen Mythologie mit übernatürlichen Kräften. Blairs Schwester Fenja soll diese Kräfte in Kürze übertragen bekommen, doch dann ändert sich alles, als sowohl Mutter und Schwester bei einem Autounfall ums Leben kommen. Und plötzlich steht Blair vor einer Zukunft, die sich nie für sich selbst erwartet hatte.

Die Grundidee zu Biancas Iosivonis neuem Buch "A fate darker than love" hat mir echt gut gefallen. Von der nordischen Mythologie habe ich bisher nichts gelesen und gerade in Zeiten des New-Adult-Genres, in dem gefühlt eine Geschichte der anderen gleicht, kam mir diese Idee wie eine schöne und gelungene Abwechslung vor.

Ich fange mal mit dem Positiven an: Der Schreibstil der Autorin gefällt mir echt richtig gut, man kommt gut in die Geschichte hinein, bleibt nicht an Begriffen oder Formulierungen hängen, sondern kann sich voll in die Geschichte hineinstürzen und den Film im Kopf anschalten. Das Buch liest sich total leicht und flüssig. Blair fand ich als Protagonistin sehr sympathisch und nett, wenn ich auch nicht ganz verstanden habe, weshalb sie so wenig von den Valkyren und der Mythologie wusste, wo sie doch eine von ihnen ihr ganzes Leben lang um sich hatte.

Auch die anderen Charaktere und deren Beziehungen zueinander fand ich sympathisch und gut ausgefeilt, auch wenn ich gleich dazu sagen muss, dass die anderen Valkyren mir etwas rätselhaft erschienen und ich mir sie und ihre Arten nicht ganz so gut vorstellen konnte. Sehr interessant fand ich Blairs besten Freund Ryan und die Beziehung der beiden zueinander, die sich im Laufe des Buches immer mehr zuspitzte und einen Großteil der Handlung ausmachte. Auch Zev, den Blair schnell aus Freund gewinnt, war ein interessanter Charakter, der für überraschende Wendungen sorgte und mir gut gefallen hat.

Die Handlung fand ich hingegen eher schwierig. In der ersten Hälfte des Buches geschah so wenig, ich glaube in anderen Fantasybüchern wäre genau das alles in den ersten beiden Kapiteln abgearbeitet worden, wofür hier fast das ganze Buch benötigt wurde. Aber in den letzten ca. 30 Seiten haben sich die Ereignisse dann plötzlich derart überschlagen, dass ich eigentlich gar nicht mehr mitgekommen bin und jetzt nach dem Lesen des Buches total verwirrt bin und mich frage, was das denn für eine blöde Handlungsaufteilung war. Eine Überraschung löste die nächste ab, dann zack, war das Buch fertig, und nichts von dem, was passiert war, wurde nochmal besprochen, hinterfragt oder erklärt. Was echt seltsam ist, wenn man bedenkt, dass das Buch zuvor vor allem aus endlosen Wiederholungen des bereits Gesagten bestand und aus seitenlangen gedanklichen Monologen von Blair, in denen sie sich immer wieder die selben Fragen stellt. Blair mag zwar sympathisch sein, doch sie hat einige derart unüberlegte und dumme Entscheidungen getroffen, dass ich mir manchmal in Gedanken mit der Hand an den Kopf gefasst habe. Und genau auf diesen Entscheidungen beruht ein Großteil der Handlungen des Buches, was einen fast denken lässt, dass ohne Blairs Unvernunft im ganzen Buch quasi gar nichts passiert wäre.

Die Idee mit der nordischen Mythologie, die ich eigentlich so besonders und spannend fand, wurde auch nur dürftig umgesetzt. Anfangs wurde immer wieder der Begriff "Ragnarök" eingestreut, so richtig erklärt wurde er aber nicht, Manchmal hatte ich das Gefühl, ich wäre besser mitgekommen, wenn ich vorher eine ausführliche Internetrecherche zum Thema betrieben hätte, aber eigentlich sollte mich ja das Buch selbst genügend in das Thema einführen. Jetzt habe ich mehr das Gefühl, ein Buch gelesen zu haben, das einen schwach aufgebauten Rahmen im Fantasybereich hat, in dem dann allerdings vor allem Teenie-Probleme und zwischenmenschliche Beziehungen erläutert wurden. Ich habe mich auch gefragt, wie Blairs Mutter als so wichtige Valkyre ein derart normales Leben führen konnte und Blair selbst dann überstürzt ihr Zuhause verlässt und nie mehr wieder zurück kommt. Allgemein blieben für mich mehr Fragen offen, als geklärt wurden.

Dies war mein zweites Buch von Bianca Iosivoni und nachdem ich von "Schattenblick" schon eher weniger begeistert war, dachte ich, dass dann wenigstens dieser Roman dem Hype um sie gerecht werden sollte. Nach Beenden des Buches muss ich leider sagen, dass mich eigentlich genau die selben Dinge gestört haben, wie bei Schattenblick und damit wird dies wohl mein letztes Buch der Autorin sein. Vielleicht liegt ihr einfach das Genre nicht so gut, denn ihr Schreibstil ist wirklich toll, aber eigentlich habe ich gar keine Lust mehr, das herauszufinden. Es reicht eben nicht, sich auf einer guten Idee auszurufen, diese muss auch durchdacht und ausgefeilt sein. Schade!

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Veröffentlicht am 20.01.2021

Konnte mich trotz solider Basis nicht abholen!

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Kennt Ihr diese Geschichten, die grundsätzlich gut gemacht sind, ein spannendes Thema haben und Figuren, die eigentlich interessant wären, Euch aber trotzdem nicht so recht catchen können? "A Fate Darker ...

Kennt Ihr diese Geschichten, die grundsätzlich gut gemacht sind, ein spannendes Thema haben und Figuren, die eigentlich interessant wären, Euch aber trotzdem nicht so recht catchen können? "A Fate Darker Than Love" von Bianca Iosivoni war genau so eine Geschichte. Die Umsetzung des nordischen-Mythologie-Motivs hat mir sehr gut gefallen, genau wie der Schauplatz und die undurchsichtige Handlung, leider konnte mich die Geschichte aber dennoch kaum abholen und emotional berühren. Woran das liegen könnte, will ich im Laufe meiner Rezension herausfinden.

"A Fate Darker Than Love" kann man nicht rezensieren, ohne nicht wenigstens kurz über die famose Gestaltung zu sprechen. Das dunkle-glänzende Cover erinnert mit den schwarzen Linien auf dunkelblauem Grund an Äste vor einem Nachthimmel oder einer Spiegelung in dunklem Wasser und verspricht mit den goldenen Lichtpunkten und dem verschlungenen, großen Titel eine magische Geschichte. Leider ist die Geschichte nicht halb so atmosphärisch und fantastisch-düster, wie die Gestaltung es verheißt und überrascht auch mit einem erstaunlich geringen Umfang. Mit 352 Seiten ist "A Fate Darker Than Love" zwar noch nicht besorgniserregend knapp, um eine ganze, komplexe Mythologie vorzustellen, mehrere Figuren einzuführen und die Handlung bis zum bevorstehenden Weltuntergang zu führen, wird das aber selbst im oftmals etwas sparsameren Subgenre Urban-Fantasy eng.


Erster Satz:"Jedes Leben hat ein Ende."


Ganz nach meiner Annahme, dass Bianca Iosivoni das Erzähltempo ordentlich anziehen wird, erleben wir schon nach einer kurzen Mikro-Einführung in das Leben von Blair, wie in einem tragischen Autounfall ihre Schwester und ihre Mutter ums Leben kommen, was sie nicht nur alleine als Waise zurücklässt, sondern auch unvorbereitet mit einer überraschenden Wahrheit konfrontiert: sie ist eine Valkyre. Einstiege, in denen wichtige Bezugsfiguren der Protagonisten sterben, habe ich schon immer als tückisch empfunden. Bevor man die Hauptperson richtig kennenlernen kann, erleben wir sie schon im Trauer-Ausnahmezustand, eigentlich würde man gerne eine berührende, emotionale Reaktion zeigen, hat aber noch nicht genügend Nähe zu der Person aufgebaut, als dass ihr Leiden wirklich ans Herz gehen würden und alles in allem führt das häufig dazu, dass diese Gefühle oberflächlich bleiben und der Handlung im Weg stehen. So auch hier. Auch wenn sich die Autorin die größte Mühe gegeben hat, Blairs Verlust und ihre Phasen der Trauer für den Leser möglich erlebensnah darzustellen, hat mich ihr Leiden zu Beginn überhaupt nicht tangiert. Das hat dazu geführt, dass ich Blairs teilweise irrationale Verhaltensweisen nicht nachvollziehen konnte und gar keine Zeit hatte, die Charaktere richtig kennenzulernen und in die Geschichte einzutauchen.


"Ich weiß." Das war der Moment, in dem wir alles gesagt hatten. Der Moment, in dem wir uns voneinander lösen und zum Kampf zurückkehren sollten. Aber nichts davon geschah. Stattdessen blieben wir beide stehen, bis unsere Atemzüge in der frostigen Winterluft miteinander verschmolzen"


Auch nach diesem denkbar schlechten Start in die Geschichte, sprang der Funke einfach nicht auf mich über. Wir lesen, wie Blair überstürzt nach Vancouver reist, das Geheimnis des Todes ihrer Familie aufzudecken versucht, ihr Valkyren-Erbe entdeckt und in einen uralten Kampf hineingezogen wird. Dabei empfand ich fast alle Szenen und Aspekte der Handlung als zu kurz und zu oberflächlich ausgearbeitet, hatte aber dennoch mit Längen beim Lesen zu kämpfen. Was zuerst wie ein Widerspruch klingt, wird vielleicht logischer, wenn man erklärt, dass man trotz oder vielleicht auch gerade wegen des hohen Erzähltempos das Gefühl hat, die Handlung würde auf der Stelle treten. Große Emotionen, eine epische Agenda, ein klares Ziel und ein unterschwelliger, atmosphärischer Sog - all das, was mich normalerweise beim Lesen vorantreibt und dafür sorgt, dass ich abends noch ein Kapitel lesen will und dann noch ein allerletztes, hat mir hier gefehlt. Die vielen Zeitsprünge, manche auch mitten in Szenen gepaart mit vielen Wiederholungen von zum Beispiel Kampfübungen oder Gedankengängen über Blairs Beziehung zu Ryan, sowie die Enthüllung vieler Grundsteine der Geschichte auf Gesprächsebene, statt auf der Handlungsebene tragen dazu bei, dass sehr viel auf einmal zu passieren scheint, die Handlung aber kaum eine Sogwirkung ausübt und kaum Raum für Entwicklungen und Erklärungen gelassen wird.

Vor allem die Figuren leiden unter dieser Erzählart sehr und bleiben allesamt sehr oberflächlich. Es beginnt mit der Ich-Erzählerin Blair, die schwer greifbar erscheint, da sie zwischen vielen verschiedenen Emotionen schwankt und die meiste Zeit mit Trauer, Unglauben, Verwirrung und Wut kämpft und die wir gar nicht richtig kennenlernen können, zieht sich aber durch die gesamte Figurenpalette. Auch die Valkyren, die ein enormes Potential hätten, verschiedenen Rollen einzunehmen und eigene Geschichten zu erzählen, werden nur mit ein oder zwei Merkmalen charakterisiert und hinterlassen demnach kaum einen bleibenden Eindruck. Leider habe ich sie auch ständig verwechselt und konnte mir kaum merken, wer jetzt von welcher Gottheit abstammte und welche Fähigkeiten hat. Neben Blair und den Valkyren gibt es noch eine zweite, treibende Kraft im Spannungsgefüge des Romans: die Diener des Chaos, hier durch Ryan als zweiter Erzähler repräsentiert. Leider nehmen die kurzen Passagen aus Ryans Sicht, welche durch eine andere Schriftart hervorgehoben sind, schon früh Spannung heraus und sorgen dafür, dass man gegen ihn von Beginn an eine gesunde Portion Skepsis hegt. Leider sind die drei kurzen Szenen aus seiner Perspektive auch viel zu kurz, um wirklich etwas zu seiner Charakterzeichnung beizutragen. Ich hätte es also bevorzugt, wenn entweder seine Perspektive ernsthaft ausgebaut oder ganz weglassen worden wäre.


"Ganz egal, wer er war oder was er getan hatte, ganz egal, wer ich war und was ich getan hatte - das zwischen uns würde für immer da sein. Es mochte falsch, verboten und sogar gefährlich sein, aber es war da. Und ich hatte es satt, mich dagegen zu wehren."


Von meinen emotionalen Problemen mit der Geschichte abgesehen hat mir die Umsetzung der nordischen Mythologie sehr gut gefallen. Ich bin schon immer ein großer Fan von mythologischer Fantasy und deshalb sehr gespannt gewesen, wie Bianca Iosivoni das vielversprechende Götter-Valhalla-Valkyren-Ragnarök-Motiv ausgestalten würde. Und auch wenn vielleicht noch ein bisschen mehr Hintergrundinformationen und Beschreibungen hilfreich gewesen wären, finde ich die Art und Weise, wie die nordischen Sagen und Legenden hier aufgearbeitet wurden, wirklich ansprechend. Dass wir es hier mit einer heruntergebrochenen Welt, die nur aus Midgard und Valhalla besteht, zu tun haben und die Götter genau wie die anderen Welten von Yggdrasil erstmal aus der Gleichung herausgenommen wurden, hat mir angesichts der eher knappen, handlungslastigen Erzählart sehr gut gefallen. Es sind jedoch trotzdem genügend Details vorhanden, um das Setting plausibel und lebendig wirken zu lassen.


"Wir bewegen uns nicht in den Nordlichtern, Blair." Kendra warf mir ein warmes Lächeln zu. "Wir erschaffen sie. Sie entstehen, wenn sich das Licht der Sonne, des Mondes und der Sterne, in unseren Flügeln widerspiegeln. Jedes Mal, wenn du zum Himmel schaust und Polarlichter siehst, fliegt eine Valkyre über die Welt, um ihre Mission zu erfüllen. Unsere Mission."


Dass Bianca Iosivoni schreiben kann, hat sie schon mit diversen anderen Romanen bewiesen und auch an spannenden Ideen scheint es ihr nicht zu mangeln. Sie schreibt gleichzeitig locker, humorvoll und modern, verzichtet dabei jedoch nicht auf die Beschreibungen, die notwendig sind, um uns die verschiedenen bereisten Welten und getroffenen Wesen vor Augen zu führen. Mit schwungvollem Elan schlägt sie ein flottes Tempo an, gerade am Ende hätte ich mir für die Geschichte jedoch gewünscht, dass sie sich ein wenig mehr Zeit nimmt. Denn wo es zuvor noch stimmungsmäßig dahingeplätschert ist, überschlagen sich die Ereignisse gegen Ende geradezu. Während die Handlung mein Kopfkino längst überholt hat, kommt hier aber auch zum ersten Mal ein Verständnis, eine Magie, ein Sog auf, den ich zuvor vermisst hatte. Auch einige überraschende Wendungen hält das Ende noch bereit. Dies ist jedoch eher wenig verwunderlich, da man durch die wenigen Informationen zu den Figuren und zur Handlung allgemein eigentlich von jeder Wendung oder neuen Sichtweise überrascht gewesen wäre. Und so halten sich auch die emotionalen Auswirkungen des Finales in Grenzen: Man kannte die Figuren einfach noch nicht gut genug, um ernsthaft entsetzt oder überrascht angesichts ihres Verrats zu sein.

Alles in allem wünsche ich mir wirklich, ich könnte positiver von dieser Geschichte schreiben, leider konnte sie mich unterm Strich einfach nicht abholen und emotional berühren, sodass ich mir auch noch nicht sicher bin, ob ich das Finale der Last-Goddess-Dilogie, "A Kiss Stronger Than Death", lesen will, welcher am 30. April 2021 erscheinen wird.



Fazit:


Trotz einer soliden Basis, welche aus der spannenden Umsetzung der nordischen Mythologie und dem erfahrenen Schreibstil von Bianca Iosivoni besteht, konnte mich die Geschichte von Beginn an nicht abholen. Ob das nun an dem hohen Erzähltempo liegt, das kaum Raum für Entwicklungen und Erklärungen lässt, an den oberflächlichen Figuren, die das Mitfiebern schwer gestalten, oder an dem überhasteten Einstieg - "A Fate Darker Than Love" konnte mich leider nicht überzeugen.

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