Cover-Bild Zeit des Mutes

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Nova MD
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 392
  • Ersterscheinung: 12.11.2018
  • ISBN: 9783964434036
Christiane Lind

Zeit des Mutes

Den Frauen gewidmet, die vor einhundert Jahren das Wahlrecht erkämpften.

»Jede von uns hat Angst«, sagte Lucy. »Aber dass wir den Mut finden, sie zu überwinden, das macht uns zu Kämpferinnen.«

Deutschland 1913: Die schüchterne Emma wird von ihrer Familie zu Verwandten nach England geschickt, um einen Skandal zu vermeiden. Auf Hazelwell Manor taucht Emma in eine neue, ihr fremde Welt und verliebt sich unglücklich in Percival, den jungen Lord. Ihre Liebe scheint aussichtslos, bis sie Zeugin eines tragischen Unglücks wird. Nun hat sie Percival in der Hand und zwingt ihn zur Ehe.
Auch dem jungen Dienstmädchen Lucy fällt es schwer, sich an all die Regeln in Hazelwell Manor zu halten. Doch sie braucht diese Arbeit, um für ihre Familie zu sorgen. Nach dem schicksalhaften Unglück muss Lucy das Herrenhaus und ihr altes Leben verlassen. In London ist sie verloren, bis sie auf die Suffragetten, die Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht, trifft.
Auch Emma ist mit ihrem Ehemann, der sie verachtet, nach London gezogen. Als sie Lucy wiedersieht, muss Emma sich entscheiden: Findet sie den Mut, die Wahrheit einzugestehen und ein eigenes Leben zu beginnen?

Ein packender Roman um zwei Frauen aus unterschiedlichen Welten, deren Schicksal miteinander verwoben ist – vor dem Hintergrund der dramatischen Kämpfe um das Frauenwahlrecht in England.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2019

Als Frauen noch keine Wahl hatten

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Etwas Klärendes vorab: Das Buch ist ursprünglich unter dem Titel „Zeit des Mutes„ erschienen und wurde inzwischen als eBook mit dem Titel „Die Frauen von Hazelwell Manor“ neu aufgelegt. Ich habe die ursprüngliche ...

Etwas Klärendes vorab: Das Buch ist ursprünglich unter dem Titel „Zeit des Mutes„ erschienen und wurde inzwischen als eBook mit dem Titel „Die Frauen von Hazelwell Manor“ neu aufgelegt. Ich habe die ursprüngliche Taschenbuch-Ausgabe und muss gestehen, dass mir dieser Titel und auch das Cover besser gefallen als bei der Neuauflage, denn meines Erachtens passt die frühere Aufmachung besser zur Geschichte und ist aussagekräftiger. Besonders gut gefällt mir am ersten Cover, dass es passenderweise in den Farben der Suffragetten-Bewegung, weiß, violett und grün, gehalten ist.
Der Roman spielt in den Jahren 1913 bis 1918. Zu Beginn gibt es zwei Handlungsfäden, die nebeneinander her laufen und sich nach einiger Zeit miteinander verflechten.
Im einen geht es um die junge Deutsche Emma zu Sommerfeldt. Wegen eines „unverzeihlichen“ Fehltritts wird sie zu entfernten Verwandten nach England geschickt. Auf Hazelwell Manor fühlt sie sich fehl am Platz und nicht anerkannt. Dabei verliebt sie sich hoffnungslos in den jungen Lord Percival. Leider beruhen ihre Gefühle nicht auf Gegenseitigkeit, und doch gelingt es Emma, Percival zu einer Heirat zu nötigen, indem sie ein tragisches Ereignis für sich ausnutzt, ein Fehler, wie sich herausstellt und wie sich die junge Frau eingestehen muss, denn Liebe lässt sich nicht erzwingen.
Die zweite Protagonistin ist das Dienstmädchen Lucy, die aufgrund falscher Beschuldigungen ihre Arbeitsstelle auf Hazelwell Manor verliert.
Beide Frauen gehen, unabhängig voneinander, nach London. Der Zufall will es, dass sie sich wieder begegnen, aber auf einer völlig anderen Ebene. Beide schließen sich den Suffragetten an, die für das Wahlrecht aller Frauen in England kämpfen, und für beide heißt es nun, ihr Leben neu zu ordnen.

Am Beispiel der beiden Protagonistinnen, die aus völlig unterschiedlichen Gesellschaftsklassen stammen und letztendlich doch ein gemeinsames Ziel haben, werden die Ereignisse der damaligen Zeit sehr lebendig dargestellt. Trotz der gesellschaftlichen Kontraste haben die Frauen alle mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, auch wenn diese sich sehr unterschiedlich manifestieren. Letztendlich hatten weder arme noch gut situierte Frauen zur damaligen Zeit eine Wahl, wenn es darum ging, ihre Zukunft zu gestalten. Während Emma ihr Heil einzig in einer guten Partie sieht, geht es bei Lucy ums Überleben, denn mit ihrer Arbeit sichert sie nicht nur ihre Existenz, sondern auch die Versorgung ihrer kranken Mutter und ihres jüngeren Bruders. Beide sind, wenn auch auf unterschiedliche Art, der Willkür der Männer ausgeliefert. Dass Emma auf der Suche nach dem Glück zu einer eher zweifelhaften Maßnahme greift, kann man durchaus verstehen, denn in gewisser Weise ist ihre Handlung auch teilweise ihrer jugendlichen Naivität geschuldet. Dass sie einen Fehler begangen hat, merkt sie sehr bald, denn nun ist sie in einer unglücklichen Ehe gefangen und ihrem Wunsch nach Freiheit keinen Schritt näher. An Lucys Beispiel erfährt man interessante Details zu den damaligen Ereignissen. Es ist bestürzend, wenn man erfährt, wie unterschiedlich inhaftierte Kämpferinnen behandelt wurden. Frauen der gehobenen Gesellschaft wurden früher aus dem Gefängnis entlassen und besser behandelt als ihre armen Kampfgenossinnen.
Die Geschichte liest sich flüssig und sehr spannend. Bis auf ein paar Kapitelübergänge, die etwas abgehackt wirkten und bei denen ich manchmal das Gefühl hatte, es würde eine Szene fehlen, hat mir der Roman ausgesprochen gut gefallen.
Anhand vielschichtiger Charaktere und vieler historischen Fakten hat Christiane Lind hier ein klares Bild der damaligen Zeit entworfen. So ist ihr Roman nicht nur fesselnd und berührend, sondern daneben auch sehr informativ. Auf hundert Jahre Frauenwahlrecht konnten wir 2018 zurück blicken, und so ist dieser Roman genau zur rechten Zeit erschienen. Auch wenn ich aus heutiger Sicht nicht alle Aktionen der Suffragetten nachvollziehen kann, so ist mir doch bewusst, dass wir diesen mutigen, starken Frauen zu verdanken haben, wo wir heute stehen. Insofern ist dies meiner Meinung nach ein wichtiger Roman, der viel mehr Beachtung finden sollte.

Veröffentlicht am 10.03.2019

Dieses Buch ging mir richtig ans Herz

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Inhalt:

Nach einem Skandal wird Emma von ihrer Familie zu Verwandten nach England geschickt. Zuerst freut sie sich, von ihrem strengen Elternhaus wegzukommen, doch bald schon langweilt sie sich auf Hazelwell ...

Inhalt:

Nach einem Skandal wird Emma von ihrer Familie zu Verwandten nach England geschickt. Zuerst freut sie sich, von ihrem strengen Elternhaus wegzukommen, doch bald schon langweilt sie sich auf Hazelwell Manor. Als Percival, der Sohn des Hauses seine Eltern besucht, verliebt sich die junge Frau Hals über Kopf und hofft, durch eine Ehe die ersehnte Freiheit zu erlangen.

Auch Lucy, das Dienstmädchen muss erkennen, dass das Leben einer Frau zu dieser Zeit alles andere als leicht ist. Nach dem Tod ihres Vaters ist es ihre Aufgabe, die Familie zu versorgen. Doch schmerzhaft muss sie erfahren, dass man als Bedienstete noch weniger Rechte hat.

Erst als die beiden jungen Frauen nach London kommen, erfahren sie, dass es Frauen gibt, die darum kämpfen mehr Rechte zu bekommen: Allem voran das Wahlrecht. Das geht jedoch nicht, ohne Opfer zu bringen. Doch sind Lucy und Emma mutig genug, sich dieser Bewegung anzuschließen und alles, was sie bis dahin gekannt haben, hinter sich zu lassen?

Meine Meinung:

Vor meiner Bloggerzeit habe ich fast ausschließlich historische Romane gelesen, die irgendwann aber von Fantasy verdrängt wurden. Irgendwie finde ich das selbst schade, da ich immer noch sehr gerne historische Romane lese, deswegen habe ich auch sehr gerne zu „Die Frauen von Hazelwell Manor“ gegriffen.

Das Buch beginnt 1918. Man lernt Emma kennen, die gemeinsam mit ihren Freundinnen in Berlin darauf wartet, dass die Entscheidung für oder gegen das Frauenwahlrecht fällt. Alle sind ganz aufgeregt und diese Stimmung hat sich sofort auf mich übertragen. Dann bekommt Emma Briefe aus England. Aber bevor man erfährt, wer ihr schreibt, springt man ins Jahr 1913.

Dort liest man von einem Skandal um Emma, wird aber vorerst noch im Dunklen gelassen, was es damit wirklich auf sich hat. Natürlich kann man sich denken, in welche Richtung es geht, aber was am Ende dann herauskommt, damit hat mich die Autorin doch wirklich überrascht. Allerdings muss man lange auf die endgültige Auflösung warten, was ich jedoch nicht schlimm fand. Es hat höchstens die Spannung gesteigert.

Eigentlich hatte ich ja damit gerechnet, das Buch nur aus Emmas Sicht zu lesen, doch irgendwann kommt dann Lucys Perspektive dazu, was ich wirklich toll fand. Das Leben der beiden Frauen ist sehr unterschiedlich und doch haben sie eines gemeinsam: Sie leiden darunter, dass sie so wenige Rechte haben. Zwar könnte man meinen, Emma hätte es durch ihr privilegiertes Leben leichter, doch je mehr man von ihr liest, desto deutlicher wird, dass auch sie alles andere als frei ist.

Obwohl vor allem in der ersten Hälfte des Buches nicht wirklich viel passiert und die Sufragetten noch überhaupt kein Thema sind, war das Buch mit keiner Seite langweilig. Im Gegenteil, ich fand es sehr interessant, die beiden Frauen in ihren gegensätzlichen Leben zu begleiten, ihren Alltag kennenzulernen und ihre Gedanken und Gefühle hautnah mitzuerleben.

Als die beiden Protagonistinnen schließlich in London landen, nimmt die Geschichte noch ordentlich an Fahrt auf und man gerät mitten in die Kämpfe um das Frauenwahlrecht. Für mich war es irgendwo unvorstellbar, was diese Frauen erdulden mussten, mit welchen Mitteln sie kämpften, um etwas zu erreichen, das für uns selbstverständlich ist. Ich bewunderte diese Frauen, verstand aber auch das Zögern von Emma. Ständig habe ich mich gefragt, was ich wohl an deren Stelle getan hätte. Wäre ich mit auf die Straße gegangen und hätte ich zu solch radikalen Mitteln gegriffen oder hätte ich mich still in mein Leben gefügt und das Beste aus dem gemacht, was ich habe? Ich fand es jedenfalls toll, dass die Autorin Christiane Lind beide Seiten beleuchtet hat, dass eine der Protagonistinnen Zweifel hatte, dass sie nicht sofort alles weggeworfen und sich in den Kampf gestürzt hat, dass sie nicht wusste, was sie tun soll. Diese Bedenken fand ich nämlich wirklich authentisch und nachvollziehbar und haben mir deshalb sehr gut gefallen.

Überhaupt gelang es der Autorin wunderbar, mich in ihre Geschichte hineinzuziehen. Tatsächlich gab es sogar Szenen, die mich zu Tränen gerührt haben und das passiert mir wirklich nur, wenn ich tief in die Geschichte eintauche und mich die Protagonisten berühren. Dabei kann ich gar nicht sagen, welche Perspektive ich lieber gelesen habe: Die von Emma oder die von Lucy, denn beide haben ihre Besonderheit, jede auf ihre Weise.

So fiel mir beim Lesen gar nicht auf, wie schnell die Seiten vorflogen, was vielleicht zusätzlich am flüssigen Schreibstil lag. Dieser ist zwar der Zeit angepasst, in der das Buch spielt, das macht dieses jedoch nur authentischer und hat trotzdem meinen Lesefluss nie negativ beeinträchtigt. Ich finde das ist eine ziemliche Leistung, da man bei historischen Romanen doch öfter mal über unbekannte Begriffe stolpern kann. Bei den Frauen von Hazelwell Manor war das jedoch nie der Fall, so dass ich dieses Buch einfach nur genießen konnte.

Fazit:

„Die Frauen von Hazelwell Manor“ von Christiane Lind hat mir wieder einmal vor Augen geführt, warum ich historische Romane so gerne lese: Die Protagonistinnen waren jede auf ihre Weise besonders und ich liebte es, sie in ihren gegensätzlichen Leben zu begleiten und zu erleben, wie sich durch ihr gemeinsames Schicksal schließlich ihre Wege kreuzen. Die Story selbst über das Frauenwahlrecht war sehr spannend und regte mich durch das Thema zum Überlegen an, wie ich an der Stelle der Frauen gehandelt hätte. Für uns ist das alles schon selbstverständlich und niemand verschwendet mehr einen Gedanken an die mutigen Frauen, die dieses Recht für uns erstritten haben. Christiane Lind bringt diesen mit ihrem Buch jedoch eine gewisse Wertschätzung entgegen, was ich sehr schön finde. Mir ging diese Geschichte jedenfalls richtig ans Herz und ich wünsche mir, dass sie noch von ganz vielen Lesern entdeckt wird.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Veröffentlicht am 23.02.2019

Ein Statement

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Deutschland Anfang es 20. Jahrhunderts das junge Mädchen Emma stammt aus gutem Hause, gleichzeitig lechzt Sie nach Freiheit und ein Leben wie Sie es sich vorstellt. Bisher hat Ihrer Familie alles Geduldet ...

Deutschland Anfang es 20. Jahrhunderts das junge Mädchen Emma stammt aus gutem Hause, gleichzeitig lechzt Sie nach Freiheit und ein Leben wie Sie es sich vorstellt. Bisher hat Ihrer Familie alles Geduldet bis Sie einen bösen Fehler gemacht hat, um wieder Ruhe einkehren zu lassen wird Emma kurzerhand nach London geschickt.

Auf Hazelwell Manor geht alles nach Sitten, dort lebt und arbeitet auch das Dienstmädchen Lucy. Sie beugt sich auch strengen Regeln aber macht es in erster Linie für Ihre Familie, denn Sie sind auf das Geld von Lucy angewiesen.

Emma und Lucy verbindet ein Schicksal, welches durch ein Unglück geschah. Beide sind Kämpferinnen und wollen ein selbstbestimmtes Leben mit Freiheiten, was aber zu dieser Zeit für junge Frauen absolut nicht möglich ist…bis Sie auf die Suffragetten treffen, Sie treten für ein Wahlrecht der Frauen ein…

Ein ganz aktuelles Thema… was Kürzerem erst seinen 100.Geburtstag gefeiert hat.

Mich hat der Klappentext sofort angesprochen, denn ich mag einfach gut geschriebene biografische und auch historische Bücher. Vor allem wenn Sie Fakten einfach in einer schönen und fiktiven Geschichte wiedergegeben werden. Klar fängt die Geschichte seicht an, steigert sich aber kontinuierlich. Man lernt verschiedene Orte und auch Plätze kennen, alles ist wunderbar ausgeschmückt Beschriebenen, so dass man sich gut in die Zeit hineinversetzen kann.
Zu den beiden Frauen kann ich so viel sagen, dass Emma zwar den Eindruck vermittelt „armes Mädchen“ aus gutem Hause gefangen im goldenen Käfig. Bis Sie in London eintrifft, da bekommt man das Gefühl, dass Sie wirklich sehr hinterhältig ist. Hingegen Lucy wirklich für mich eine große Kämpferin ist, denn Sie kämpft nicht nur für sich, sondern auch für Ihre Familie.

Ein wirklich sehr berührendes Buch mit großen Herzen und sehr viel Mut.

Veröffentlicht am 23.02.2019

Interessante Einblicke in den Kampf um das Frauenwahlrecht

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Meine Meinung:


Ein tolles Buchcover

Das Buchcover gefällt mir sehr. Sowohl die Farben als auch das geheimnisvolle Gebäude, vor dem eine Frau steht, die ich jetzt einfach mal mit Emma in Verbindung ...

Meine Meinung:


Ein tolles Buchcover

Das Buchcover gefällt mir sehr. Sowohl die Farben als auch das geheimnisvolle Gebäude, vor dem eine Frau steht, die ich jetzt einfach mal mit Emma in Verbindung bringe, lassen mich auf eine spannende Geschichte in herrschaftlichen Kreisen hoffen. Zum Teil sind meine Erwartungen in dieser Hinsicht auch erfüllt worden.

Ein flüssiger Schreibstil

Der Schreibstil von Christiane Lind ist sehr angenehm zu lesen und wunderbar flüssig. Daher hatte ich überhaupt keine Probleme, in der Geschichte anzukommen. Allerdings zog sich für mich der erste Teil des Buches schon ein wenig, denn bis Emma und Lucy aufeinandertreffen und sich dann in London wiedersehen, vergeht eine ganz schön lange Zeit, die ich gerne etwas gekürzt gehabt hätte. Wiederum kam mir der Schluss des Buches dann viel zu plötzlich, was ich sehr schade finde, denn ich hätte gerne noch etwas mehr über Emma und Lucy erfahren.

Zwei völlig unterschiedliche Protagonistinnen

Das Buch wird abwechselnd aus der Perspektive von Emma und Lucy erzählt, was mir immer gut gefällt, denn so ist das Lesen sehr kurzweilig und der Einblick in die verschiedenen Charaktere immer viel intensiver. Allerdings muss ich sagen, dass die beiden Protagonistinnen schon sehr unterschiedlich waren.

Zum einen ist da Emma, die aus einer gehobenen deutschen Familie kommt, in der vor allem der gute Ruf im Vordergrund steht. Liebe, gemeinsame Gespräche und Verständnis füreinander ist hier absolut fehl am Platz, was mich immer sehr betroffen gemacht hat. Leider ist mir Emma auch durchweg eher unsympathisch erschienen und oft hat sie mich wirklich sehr aufgeregt. Mir war sie zu passiv, zu wehleidig, stellenweise auch zu egoistisch und oft auch viel zu naiv.

Ganz anders habe ich da Lucy empfunden, die eine sehr liebevolle, aber leider auch sehr kranke Mutter hat, so dass sie ihre Familie durch ihren Job in Hazelwell Manor ernähren muss. Sie macht das alles auch ohne sich zu beschweren, obwohl sie eigentlich ganz andere Träume hat. Für mich ist Lucy eine mutige junge Frau, die man einfach ganz feste in sein Herz schließen muss. Ich habe oft mit ihr gelitten und ihr alle meine Daumen gedrückt, dass der Neubeginn in London glücken wird.

Überaus interessante Einblicke in die Zeit der Suffragetten

Wie schon erwähnt, befasst sich das Buch auch mit den Suffragetten, die für das Frauenwahlrecht mit vielen Aktionen gekämpft haben. Diesen Handlungsstrang fand ich überaus spannend und interessant, denn ich habe viele Dinge gelernt. Sehr gefallen hat mir in diesem Zusammenhang auch die Auflistung am Ende des Buches, die sich mit den Ereignissen rund um den Kampf um das Frauenstimmrecht befasst. Als Zugabe zu den Geschehnissen im Buch hat sie mir noch viele interessante Fakten dargelegt, worüber ich sehr dankbar bin, denn dieses Thema ist einfach sehr spannend. Gerne hätte es im Buch einen noch größeren Raum einnehmen können, denn gerade diese Passagen habe ich gebannt verfolgt.

Mein Fazit:

"Zeit des Mutes" von Christiane Lind ist eine überaus interessante Geschichte über das Leben zweier sehr unterschiedlicher Frauen, die ich sehr gerne gelesen habe. Auch das Thema Frauenwahlrecht war unglaublich toll in die Handlung eingeflochten und ich habe viel über die Suffragetten und überhaupt über den Kampf um das Frauenwahlrecht gelernt. Wer gerne mehr über die Suffragetten und ihre Aktionen erfahren möchte, ist hier absolut richtig. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 24.01.2019

Ein wundervoller historischer Roman über den Kampf mutiger Frauen.

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Zum Inhalt / Klappentext

Den Frauen gewidmet, die vor einhundert Jahren das Wahlrecht erkämpften.

»Jede von uns hat Angst«, sagte Lucy. »Aber dass wir den Mut finden, sie zu überwinden, das macht uns ...

Zum Inhalt / Klappentext

Den Frauen gewidmet, die vor einhundert Jahren das Wahlrecht erkämpften.

»Jede von uns hat Angst«, sagte Lucy. »Aber dass wir den Mut finden, sie zu überwinden, das macht uns zu Kämpferinnen.«

Deutschland 1913: Die schüchterne Emma wird von ihrer Familie zu Verwandten nach England geschickt, um einen Skandal zu vermeiden. Auf Hazelwell Manor taucht Emma in eine neue, ihr fremde Welt und verliebt sich unglücklich in Percival, den jungen Lord. Ihre Liebe scheint aussichtslos, bis sie Zeugin eines tragischen Unglücks wird. Nun hat sie Percival in der Hand und zwingt ihn zur Ehe.
Auch dem jungen Dienstmädchen Lucy fällt es schwer, sich an all die Regeln in Hazelwell Manor zu halten. Doch sie braucht diese Arbeit, um für ihre Familie zu sorgen. Nach dem schicksalhaften Unglück muss Lucy das Herrenhaus und ihr altes Leben verlassen. In London ist sie verloren, bis sie auf die Suffragetten, die Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht, trifft.
Auch Emma ist mit ihrem Ehemann, der sie verachtet, nach London gezogen. Als sie Lucy wiedersieht, muss Emma sich entscheiden: Findet sie den Mut, die Wahrheit einzugestehen und ein eigenes Leben zu beginnen?

Ein packender Roman um zwei Frauen aus unterschiedlichen Welten, deren Schicksal miteinander verwoben ist vor dem Hintergrund der dramatischen Kämpfe um das Frauenwahlrecht in England.

Quelle: Christiane Lind

Meine Meinung zum Buch:

Cover:

Ein sehr schönes Cover, das eine Dame vor einem herrschaftlichen Anwesen zeigt. Es ist in den Farben der Suffragetten gehalten: Lila, weiß und grün.

Inhalt:

Die Geschichte dreht sich um zwei Frauen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten im Jahr 1913. Emma, Tochter aus gutem Hause, hat sich einen Ausrutscher erlaubt und ist eine Affäre mit einem nicht standesgemäßen Mann eingegangen. Nachdem dieser sie sitzen lässt, wird sie als Schande für die Familie angesehen und ihre Eltern schicken sie nach England. Sie soll sich dort einen passenden Ehemann suchen, um die Ehre ihrer Familie wieder herzustellen. Sie wird nach Hazelwell Manor geschickt. Die steife englische Etikette macht Emma große Probleme und so zieht sie sich meistens zurück. Als sie den Sohn des Hauses kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn. Dieser hat allerdings keinerlei Interesse an ihr und so scheint ihre Leidenschaft aussichtslos.

Die junge Lucy arbeitet in Hazelwell Manor als Dienstmädchen. Sie tut sich schwer, die vielen Regeln zu beachten und fühlt sich in ihrer Rolle nicht wohl. Da sie ihre Familie unterstützen muss, und eine andere Arbeit für eine junge Frau aus armen Haus nicht in Frage kommt, bleibt ihr aber nur diese Möglichkeit. Durch ein schlimmes Unglück wird Lucy dann gezwungen, Hazelwell Manor zu verlassen. Sie gerät nach London, wo das Leben für die Frauen der Arbeiterschicht mehr als unangenehm ist. In der männerdominierten Welt sind die Frauen nie sicher und müssen oft um Leib und Seele fürchten. Als sie vor ihrem übergriffigen Onkel flüchten muss, hat sie zum ersten Mal Glück und trifft eine Dame, die für das Wahlrecht der Frauen kämpft. Eine Suffragette. Sie kommt bei ihr unter und stürzt sich ebenfalls in den Kampf.

Auf Hazelwell Manor kennt Emma die wahren Schuldigen des schlimmen Unglücks und erpresst Percival, den Sohn des Hauses dazu, sie zu heiraten. Die Ehe ist mehr als unglücklich und Emma erkennt, welchen großen Fehler sie begangen hat. Als sie mit ihrem Mann nach London zieht, treffen die beiden unterschiedlichen Frauen wieder aufeinander. Emma tritt ebenfalls den Suffragetten bei und nun kämpfen Lucy und Emma nebeneinander für das Frauenwahlrecht.

Die Suffragetten demonstrieren auf den Straßen Londons und sind zahlreichen Anfeindungen der Männer ausgesetzt. Sie werden verhaftet, treten in den Hungerstreik und nicht jede überlebt diesen Kampf. Emma hadert mit sich, zweifelt an ihrem Mut und muss sich entscheiden, ob sie den Weg der Suffragetten weitergehen will oder sich ihrem Mann unterwirft. Lucy zeigt viel Stärke, scheint dann aber doch fast an den Strapazen zu scheitern.

Schreibstil:

Christiane Lind schreibt einfühlsam und versteht es die für die Geschichte notwendigen Emotionen zu transportieren. Die Charaktere sind schön ausgearbeitet und es ist spannend mitzuverfolgen, wie sie sich entwickeln. Emma ist anfangs sehr auf sich bezogen und betrauert ihr Schicksal, entwickelt dann fast skrupellose Charakterzüge, um an ihr Ziel zu kommen. Lucy mausert sich von der schüchternen Dienstmagd zu einer selbstbewussten Frau. Beide Frauen entscheiden sich schlussendlich für ein selbstbestimmtes Leben und sind nicht weiter bereit, sich den Zwängen der Gesellschaft unterzuordnen.
Ich lese die Romane von Christiane Lind, die auch unter anderen Pseudonymen schreibt, sehr gern. "Zeit des Mutes" braucht anfangs ein wenig, die Verhältnisse der damaligen Zeit zu verdeutlichen, um dann in der Mitte den fesselnden Kampf der Frauen zu erzählen. Hier hätte es für meinen Geschmack, mit ein wenig mehr Tempo vorangehen können. Ansonsten hat mich der Roman begeistert, aufgeklärt und neu sensibilisiert für den Mut der Frauen, die für ein Recht gekämpft haben, dass uns heute so selbstverständlich vorkommt.

Lieblingslesezeichen:

Ich bin eine Kämpferin, mich bekommt ihr nicht klein, dachte sie, während die Black Maria, der Gefangenentransport, über die Straßen schaukelte und sie ihrem Ziel näher brachte.

Seite 251

Fazit:

Ein wundervoller historischer Roman über den Kampf mutiger Frauen.

4 Sterne