Spannung und Weltwissen vereint
Der Thriller "Inferno" von Dan Brown ist der vierte Band der Robert- Langdon-Serie und ist wieder ein spannender Erfolg.
Der Symbolforscher Robert Langdon wacht in einem Krankenhauszimmer in Florenz auf, ...
Der Thriller "Inferno" von Dan Brown ist der vierte Band der Robert- Langdon-Serie und ist wieder ein spannender Erfolg.
Der Symbolforscher Robert Langdon wacht in einem Krankenhauszimmer in Florenz auf, ohne eine Erinnerung daran, wie er dorthin kam. Bald darauf muss er sich auf eine atemberaubende Symbolforschung begeben, während er von unterschiedlichen Organisationen verfolgt wird, die ihn verhaften oder ermorden wollen. Bei seiner Suche, die über Leben und Tod entscheiden könnte, steht ihm nur die intelligente Sienna Brooks zu Seite.
Wie auch in den bisherigen Romanen zieht die Handlung einen sofort in den Bann. Die spannende Action, gepaart mit intelligenzsprühenden Unterhaltungen, führt dazu, dass es selten langweilig wird. Mein persönliches Highlight ist jedoch das Ortswissen, das in jeder Faser des Buches mitwschwingt. Alleine durch das Lesen der akkuraten Beschreibungen hat man sofort das Gefühl, selber vor Ort zu sein. Dante Alighieri, dessen Werke eine große Rolle in der Handlung spielen, wird ebenfalls zutreffend beschrieben und die historischen Begebenheiten werden angemessen dargestellt, sodass man neben dem Lesen direkt etwas neues lernt.
Der Nachteil an diesen Beschreibungen ist, dass die Handlung an manchen Stellen unnötig in die Länge gezogen wird, da unwichtige Details hinzugefügt werden. An solchen Stellen wird die Handlung eher langweilig und es liest sich mehr wie ein Reisemagazin, anstattt ein Action-Thriller. Diese Stellen lassen sich jedoch relativ gut überspringen, weswegen es nicht zu stark negativ in die Gewichtung fällt.
Die Figuren des Buches sind sympathisch und erscheinen besonders intelligent. Durch die komplexen Hintergrundstorys, welche Stück für Stück erläutert werden, wirken die Charaktere insgesamt schlüssig und nahbar.
Diese Hintergrundstorys sorgen allerdings auch für starke Plot-Twists. Manche wirken so, als ob man sie viel früher hätte erkennen müssen, andere erscheinen gänzlich unerwartet. Dies verleiht der Handlung nochmal einen extra kick.
Mein zweites Highlight sind die ethischen Fragen mit großer Auswirkung, welche gekonnt in den Text mit eingebunden werden. Heiligt der Zweck die Mittel? Über diese und weitere Fragen kann man zwanglos nachdenken, und sie führen zu menschlichen Abgründen, die ich nicht bei der Lektüre eines Thrillers erwartet hätte.
Einen letzten Kritikpunkt habe ich noch: Die Romane von Dan Brown sind immer gleich aufgebaut und lassen dahingegend nicht viel Überraschungen übrig. Robert Landgon wird aufgrund seiner Symbolkenntnisse angefragt, ein Rätsel zu lösen, gerät im Verlauf der Handlung in lebensgefährliche Situationen und fast immer steht ihm eine attraktive junge Frau zur Seite, mit der ein emotionales Band geformt wird. Dabei ist die Handlung mit Wissen überladen, was sehr interessant, teilweise aber auch anstrengend ist. In diesem Hinblick kann man von einem Thriller von Dan Brown nicht viel neues erwarten.
Trotz diesem kleinen Kritikpunkt bleibt "Inferno" ein überaus spannendes Buch, welches mit sympahtischen Charaktern, viel Hintergrundwissen und einer menge Plot-Twists überzeugt. Als ein actiongeladener und philosophischer Thriller lohnt er sich definitv zu lesen.