Cover-Bild Der Brand
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 28.07.2021
  • ISBN: 9783257804355
Daniela Krien

Der Brand

Dagmar Manzel (Sprecher)

Gelesen von Dagmar Manzel

Rahel und Peter sind seit fast 30 Jahren verheiratet. Sie sind angekommen in ihrem Leben, sie schätzen und achten einander, haben zwei Kinder großgezogen. Erst leise und unbemerkt, dann mit einem großen Knall hat sich die Liebe aus ihrer Ehe verabschiedet. Ein Sommerurlaub soll bergen, was noch zwischen ihnen geblieben ist, und die Frage beantworten, wie und mit wem sie das Leben nach der Mitte verbringen wollen.

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.10.2021

Vieles kann brennen

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Von Büchern aus dem Diogenes Verlag wurde ich bisher noch nie enttäuscht. Sie hielten noch immer, was sie versprachen. So auch dieser Roman "Der Brand" von Daniela Krien.

Bücher dieses Verlages erkennt ...

Von Büchern aus dem Diogenes Verlag wurde ich bisher noch nie enttäuscht. Sie hielten noch immer, was sie versprachen. So auch dieser Roman "Der Brand" von Daniela Krien.

Bücher dieses Verlages erkennt man sofort am Format und auch am Cover. Dieses Taschenformat passt in so gut wie jede Handtasche und kann somit bequem überall hin mitgenommen werden - auf Reisen mit Bahn oder Flugzeug, zum Arzt oder in die Mittagspause usw.

"Der Brand" würde ich als ein Buch für lebenserfahrene Leser bezeichnen, denn von Romantik ist es weit entfernt. Meist kommt der Roman eher nüchtern daher - vielleicht auch ernüchternd. "Ehen werden im Himmel geschlossen, aber auf Erden gelebt", besagt ein altes deutsches Sprichwort. Genau diese Lebensweisheit vermittelt die Autorin mit ihrem Buch. Trotzdem ist es anrührend zu lesen.

Vordergründig handelt dieser Roman von einem Ehepaar (Rahel und Peter) das gemeinsam älter geworden ist. Noch nicht richtig alt, aber auch nicht mehr jung. War es am Anfang die junge Liebe die alles schaffte - im Laufe der Jahre haben sie sich dann doch auseinander gelebt. Nicht so sehr, dass eine sofortige Trennung angesagt wäre, doch jeder geht seiner eigenen Wege. Das Verständnis für einander ist ihnen abhanden gekommen. Sie sind nicht unglücklich, doch richtig glücklich sind sie auch nicht mehr. Erzählt wird aus der Sicht von Rahel und sie spricht es auch laut aus - so weiter machen wie bisher geht nicht. Doch der Roman ist viel mehr als nur eine Paarbeziehung, die in die Jahre gekommen ist.

Tatsächlich packt einen dieser Roman erst dann, wenn man sich voll und ganz darauf einlässt. Erst dann entdeckt man die vielen Nebenthemen und unterschiedlichsten Lebens-Schauplätze. Wie war es, in der ehemaligen DDR aufzuwachsen, sich das Leben einzurichten und plötzlich damit konfrontiert zu werden, dass alles woran man glaubte nicht mehr wahr sein konnte? Mit der Wiedervereinigung änderte sich nicht nur was man verändert haben wollte, sondern der komplette Alltag. Niemand kann neu bei Null anfangen. Jeder nimmt sein altes Leben mit, egal wohin man geht oder wie sich die Welt gerade verändert. Auch für Rahel und Peter.

Da ist die neuere Erfahrung von Peter mit einer Studentin die ihn verbal attackiert, da er sie nach alt hergebrachter Manier mit "Frau" anspricht, obwohl sie sich geschlechtsneutral sieht und ihren Literaturprofessor für seine Anrede verhöhnt und der Lächerlichkeit an der Uni preisgibt. Die Studentin empfindet ihr Aufbegehren als ihr Recht, für Peter ist diese Reaktion Arroganz und Überheblichkeit. Dabei ist "jung sein" lediglich ein Privileg das sich automatisch mit der Zeit verflüchtigt - keine Leistung wie ein Professor dies von einer Studentin erwartet. Ein Generationenkonflikt.

Doch Rahel und Peter sind nicht nur ein älter werdendes Ehepaar, nein sie sind auch Eltern einer Tochter und eines Sohnes.

Einer der Abschnitte der mir besonders gefiel ist die Aussprache mit ihrer Tochter Selma, die aus ihrer Beziehung aussteigen will (Seite 117): "Ihr seid solche.... solche....". "Spießer?", fragt Peter schmunzelnd und fügt hinzu: "Wir sind deine Eltern , Selma, nicht deine Freunde. Unsere Aufgabe ist es nicht, dir nach dem Mund zu reden, sondern auch mal Dinge anzusprechen, die dir missfallen." Wie wahr! Mütter stellen sich gerne vor, die Freundin ihrer Tochter zu sein. Doch der Status einer Freundin ist ein ganz anderer, als der einer Mutter. Das bringt die Autorin in dieser kurzen Passage klar zum Ausdruck.

Ein weiterer Satz den ich mir notierte steht auf S. 182: ..." Die Art der Erziehung war Gegenstand heftiger Diskussionen, und manche Verbindung mit allzu lässigen Eltern und ihren schuldlos unsympathisch gewordenen Kindern ließ sich nicht aufrechterhalten". Wer kennt sie nicht, die Kinder denen vergessen wurde Grenzen zu setzen und die kein Gespür dafür haben, dass ihre eigenen Bedürfnisse nicht der Mittelpunkt der Welt sind und denen man als Außenstehender Abneigung entgegen bringt.

Wahrscheinlich stimmt es nicht in allen Fällen, aber eine gewisse Wahrheit enthält es doch ( S. 224): " Satte Zeiten bringen schwache Kinder hervor". Das Leben zu leben will auch gelernt werden.

Ein anderer Aspekt dieses Romans ist, wie es sich anfühlt nicht zu wissen, wer der eigene Vater ist, weil die Mutter sich bis zu ihrem Tod darüber ausschweigt. So ergeht es Rahel.

Dies ist ein vielschichtiger Roman, geschrieben in kurzen prägnanten Sätzen. Keine weitschweifigen Ausführungen. Und trotzdem schafft es die Autorin, ganz viel gelebtes Leben als auch Gedanken darüber in diesem Buch unter zu bringen.

Mir gefiel dieser Roman, in dem es keinerlei Längen gibt, sehr gut,

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Veröffentlicht am 02.07.2021

schöne Geschichte

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" Der Brand" ist das erste Buch, das ich von dieser Autorin lese und es hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Rahel und Peter sind seit fast dreizig Jahren verheiratet und die anfängliche Verliebtheit hat ...

" Der Brand" ist das erste Buch, das ich von dieser Autorin lese und es hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Rahel und Peter sind seit fast dreizig Jahren verheiratet und die anfängliche Verliebtheit hat sich im Laufe der Zeit zu einer gewissen Routine entwickelt. Die Schmetterlinge fliegen nicht mehr, der Sex ist weniger geworden, z.T. ganz versiecht, was Rahel am meisten zu stören scheint. Eigentlich wollte das Ehepaar ihren gemeinsamen Urlaub aufgrund der Pandemie in Bayern verbringen, doch der Brand ihrer Ferienunterkunft macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.Da kommt der Anruf einer Freundin von Rahels Mutter gerade recht, die ihren erkrankten Mann in der Kur begleiten will und Rahel bittet,auf ihren Hof und die Tiere dort zu achten und sie zu versorgen. Also findet der "Urlaub " in der Uckermark statt und soll für die Ehe eine Prüfung sein, will Rahel weiterhin mit ihrem Mann zusammenleben, oder hat diese Beziehung keine Chance mehr ?

Obwohl nichts Spektakuläres in diesem Buch geschieht, hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen. Sehr feinsinnig und mit Augenmerk auf Kleinigkeiten, die eine Ehe mürbe machen können, erzählt die Autorin die Geschichte von Rahel und Peter, die sich im Laufe der Jahre entfremdet haben und verschiedene Wege zu gehen scheinen. Gibt es noch eine Chance auf Gemeinsamkeit, findet man wieder zusammen?

Mir hat der Schreibstil und auch die Beschreibung der Figuren gefallen, die sehr authentisch dargestellt wurden und somit dem Leser, in dem Falle mir, sehr nahe kamen.

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Veröffentlicht am 15.10.2021

Tiefgründiger Roman

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In dem neuen Roman von Daniela Krien „Der Brand“ sind Rahel und Peter die Hauptprotagonisten. Sie sind seit fast 30 Jahren miteinander verheiratet haben erwachsene Kinder und leben in Dresden. Beide sind ...

In dem neuen Roman von Daniela Krien „Der Brand“ sind Rahel und Peter die Hauptprotagonisten. Sie sind seit fast 30 Jahren miteinander verheiratet haben erwachsene Kinder und leben in Dresden. Beide sind in ihren jeweiligen Berufen – sie Psychologin, er Germanistikprofessor – erfolgreich und gefragt. Aber ihrer Ehe fehlt die Leichtigkeit aus den Anfangsjahren und das soll sich nun während eines Urlaubs ändern. Und ausgerechnet der beginnt mit einem Brand in ihrem gebuchten Feriendomizil.

Schonungslos und ohne Mitgefühl erzählt nun Daniela Krien in kurzen, knappen Sätzen und wohl formuliert über die Ehe der beiden und lässt den Leser teilhaben an den Emotionen und Gedanken ihrer Figuren darüber.
Rahel kann und will sich nicht damit zufrieden geben nur noch nebeneinander her zu leben. Sie will nicht mit einem Mann verheiratet sein, der sie nicht mehr als Frau wahrnimmt und sich stattdessen zu Büchern und Pferden flüchtet. Peter wiederum will nach dem stressigen Uni-Alltag einfach nur seine Ruhe haben, während Rahel auch jetzt noch aktiv am Leben teilhaben will. Dieser dargelegte Konflikt gibt dem Roman eine unterschwellige Spannung, die auch durch den Schreib- und Erzählstil noch verstärkt wird.

Fazit: Was bleibt nach 30 Jahren Ehe? Kann ein Urlaub neue Impulse geben oder ist alles nur vergebene Liebesmuh'? Daniela Krien ist mit „Der Brand“ ein intensiver Roman gelungen der auch die Unterschiedlichkeit zwischen Mann und Frau in einem so langen Miteinander beleuchtet und hinterfragt. Für Fans von Happy Ends ist dies eventuell nicht die richtige Lektüre, mich aber hat der tiefgründige Roman gut unterhalten und deshalb gibt es auch 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 22.08.2021

Beziehungspflege

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Der Beziehungsroman von Daniela Krien handelt von einem Ehepaar mittlerem Alters, das seit 30 Jahren verheiratet ist, über einen längeren Zeitraum nebeneinander herlebt und verpasst hat ihre Ehe zu pflegen. ...

Der Beziehungsroman von Daniela Krien handelt von einem Ehepaar mittlerem Alters, das seit 30 Jahren verheiratet ist, über einen längeren Zeitraum nebeneinander herlebt und verpasst hat ihre Ehe zu pflegen. Die aufgeregte Veliebheit , die im besten Fall in Liebe und Vertrautheit, bei der Nähe und Verlässlichkeit eine immer größer werdende Rolle spielt und Veränderung in der Sexualität ist hier ein großes Thema.
Krien spielt viel mit Symbolik .Um den im Zerfall befindlichen Hof des befreundeten Ehepaars ,den sie für drei Woche Sitten sollen, wurde sich schon lange sichtbar nicht gekümmert (Rosen nicht geschnitten, kaputte nicht reparierte Fensterscheiben und gar eine Statue mit Spinnenweben am Schambein). Sie setzt einen Kontrast duch das alte glückliche Ehepaar, das gerade einen Schicksalsschlag durchleiden muss. Durch sie macht sich Rahel ,die weibliche Hauptprotagonistin ,aus deren Sicht das Ganze geschrieben ist, Gedanken um die Vergänglichkeit des Lebens. Daniela Kriens scheut sich auch nicht sich insgeheim ein bißchen über die allzu politisch Korrekten lustig zu machen und als eine Art inkonsequente Toleranz zu bezeichnen.
Die Geschichte ist in einem einfachen jedoch schönen und unaufgeregtem Erzählton verfasst, wie Gedanken die fließen,kommen und gehen. Besonders schön fand ich die sommerliche Atmosphäre die Daniela Krien verbreitete. Und bei einer schönen zwischenmenschlichen Szene sind mir Tränen in die Augen getreten.

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Veröffentlicht am 31.08.2021

Es brennt an zu vielen Stellen

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Meinung

Auf nüchterne Weise beschreibt Daniela Krien aus Rahels Sicht den Verlauf dieser drei Sommerwochen. Wir tauchen ein in Rahels Gedankenwelt und erfahren einiges über ihre Ehe und Kindheit, aber ...

Meinung

Auf nüchterne Weise beschreibt Daniela Krien aus Rahels Sicht den Verlauf dieser drei Sommerwochen. Wir tauchen ein in Rahels Gedankenwelt und erfahren einiges über ihre Ehe und Kindheit, aber auch über das Verhältnis zu ihren eigenen Kindern. In kleinen Schritten nähern wir uns den tief sitzenden Problemen, die nie ausgesprochen werden.

Sehr gelungen sind die Ortsbeschreibungen der ruhigen Landschaft der Uckermark. Die Tiere, die sich schnell an die Urlauber gewöhnen und in erster Linie zu Peter eine innige Bindung aufbauen. Diese Idylle steht ganz im Gegensatz zu den emotionalen Stürmen, welche die Charaktere durchlaufen.

Die Ehekrise als Thema des Buches wird allzu schnell von schwierigen Eltern-Kind-Beziehungen überholt, die Rahel und Peter sowohl zu ihren eigenen Eltern hatten als auch jetzt mit ihren Kindern durchleben. Hinzu kommen weitere zahlreiche Themen, die angerissen und wieder verworfen werden. Die Krise zwischen Peter und Rahel, ihre Annäherung werden dadurch aus meiner Sicht unverhältnismäßig zurückgedrängt. Viele dieser Themen, die von außen kommen, beeinflussen Rahel und Peter, doch hätte ich mir gewünscht, dass die Erzählung näher an den Figuren bleibt.

Rahel, Ende 40, Peter, Mitte 50, kommen mir aufgrund ihrer Denkweise und der immer wiederkehrenden Auflistung ihres körperlichen Verfalls um mindestens zehn Jahre älter vor. Ich hatte große Schwierigkeiten mir die Zwei in ihrem angegeben Alter vorzustellen. Natürlich habe ich berücksichtigt, dass sie sehr früh Eltern geworden sind und somit in einer Lebensphase sind, in die andere erst später eintreten. Dennoch passte es für mich nicht.

Der Roman verstrickt sich in allerlei gesellschaftskritischen Themen und verliert dabei die wesentliche Handlung aus dem Blick. Anders als „Liebe im Ernstfall“ wird mir dieses Buch mit all den extrem anstrengenden Charakteren, zu denen ich keinen Bezug gefunden habe, nicht lange im Gedächtnis bleiben. Dabei ist der schnörkellose Schreibstil überzeugend und kurzweilig, nur der Inhalt konnte mich nicht überzeugen.


Fazit

Vom Thema abgekommen, will der Roman zu viele gesellschaftliche Punkte ansprechen, ohne diese überhaupt vertiefen zu können. Aus dem Grund bleibt vieles angerissen, unverfolgt und oberflächlich, dabei tritt die eigentliche Problematik der Ehekrise in den Hintergrund. Mich hat das Buch ratlos und ein wenig unzufrieden zurückgelassen.

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