Cover-Bild Rho
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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Plan 9 Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - SciFi: Außerirdische
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Science Fiction
  • Seitenzahl: 323
  • Ersterscheinung: 14.03.2022
  • ISBN: 9783948700393
E. S. Schmidt

Rho

Science-Fiction
Der Exoplanet Deuteragäa – zweite Erde. Hier haben die Menschen eine Zivilisation aufgebaut, die von mächtigen Konzernen geleitet wird und auf dem Prinzip des Wettbewerbs basiert.

Nach einem Angriff der Mantis, wolfsgroßer Rieseninsekten, strandet die Journalistin Moira mit dem Konzernsoldaten Rho in der Wüste. Zunächst ist ihr Ziel nur, zu überleben, doch dann wirft das, was sie in der Wüste findet, viele Fragen auf.
Wozu trainiert ein Konzern Soldaten? Wieso haben die Mantis begonnen, die Menschen anzugreifen? Und ist die Gemeinschaft der kollektiv agierenden Insekten womöglich die überlegene?

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Lesejury-Facts

  • Wukc und JonasRoka haben dieses Buch in einem Regal.
  • JonasRoka hat dieses Buch gelesen.
  • Dieser Titel ist das Lieblingsbuch von Wukc.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2026

Mehr als nur Science-Fiction: Ein Plädoyer für die Menschlichkeit

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Die Geschichte spielt auf einem fernen, erdähnlichen Planeten mit einer roten Sonne und fehlendem Tag-Nacht-Wechsel. Eine neue Gesellschaft von Menschen hat sich etabliert - ohne Regierung, aber mit mächtigen ...

Die Geschichte spielt auf einem fernen, erdähnlichen Planeten mit einer roten Sonne und fehlendem Tag-Nacht-Wechsel. Eine neue Gesellschaft von Menschen hat sich etabliert - ohne Regierung, aber mit mächtigen Konzernen. Der Wohnraum in der gemäßigten Zone ist rar. In der Wüste leben die Mantis, große, insektenartige Wesen in unterirdischen Bauten und ameisenähnlichen Kolonien. Nach Jahrzehnten des gegenseitigen, friedlichen Desinteresses kommt es seit einiger Zeit zu mörderischen Konfrontationen.

Nach einem Angriff bilden Moira und Rho eine Schicksalsgemeinschaft auf der Flucht. Sie, ehemalige Ärztin und jetzt Journalistin, er ein Soldat mit einem Geheimnis. Sie entkommen in die Wüste, finden Zuflucht in einem überfallenen und fast entvölkerten Bau der Mantis und sind schon bald einer schrecklichen Ausbeutung auf der Spur.

Von Anfang an hat mich diese Geschichte in ihren Bann gezogen. Neben dem überaus spannenden Handlungsverlauf werden etliche ethische Fragestellungen thematisiert: Was bedeutet Menschsein, was Freiheit, was Selbstbestimmung? Wer erdreistet sich, das Hoheitsrecht über die Moral zu beanspruchen? Welche Daseinsberechtigung haben außerirdische Lebensformen? Geht es um radikalen Darwinismus oder Kooperation?

So stürzen wir uns mit den beiden Protagonisten in ein außergewöhnliches Abenteuer, das schon bald Genre-Grenzen einreißt und einfach geniales Lesevergnügen bereitet.

Der Stil der Autorin ist durchweg gut zu lesen und sehr bildhaft.

Fazit: Für mich eine sehr schöne Entdeckung auf der Buchmesse in Stockstadt – eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 10.01.2023

Ein starker Roman mit posthumanem Touch

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Der Science-Fiction-Roman spielt auf Deuteragäa, einem Planeten, der sich zwar um seine Sonne, aber nicht um sich selbst dreht. Deswegen ist Leben nur in der Dämmerungszone zwischen der vereisten Nacht- ...

Der Science-Fiction-Roman spielt auf Deuteragäa, einem Planeten, der sich zwar um seine Sonne, aber nicht um sich selbst dreht. Deswegen ist Leben nur in der Dämmerungszone zwischen der vereisten Nacht- und der glühend heißen Tagseite möglich. Dort haben sich vor nicht allzu langer Zeit Menschen von der Erde angesiedelt. Sie leben sehr dicht aufeinander, da der Platz beschränkt ist. In der Wüste nah dieser von Menschen bewohnten Zone leben doggengroße „Insekten“, die Mantis, die von den Menschen kaum erforscht sind. Die Bezeichnung der Tiere als Insekten hat mich als Biologin zunächst gestört, denn wegen ihres Exoskeletts und der Tracheenatmung können Insekten nicht so groß werden. Doch ich habe mich damit getröstet, dass die Protagonistin Moira diesen Begriff nur deshalb wählt, da die Tiere äußerlich den Insekten der Erde ähneln. Und tatsächlich stellt sich im Lauf des Romans heraus: Mantis sind keine Insekten!

Zurück zur Handlung: Während die Mantis sich in der ersten Zeit der menschlichen Besiedlung friedlich verhielten, führen sie nun Angriffe durch, die zahlreiche Todesopfer fordern. Die Protagonistin Moira, eine Ärztin und Journalistin, entgeht bei einem dieser Überfälle nur knapp dem Tod. Ein Soldat rettet ihr das Leben und flieht mit ihr vor den Mantis in die Wüste. Dort entdeckt Moira, dass der Soldat kein gewöhnlicher Mann ist – mehr will ich von der Handlung nicht verraten.

Schmidts Schreibstil ist locker und flüssig. In den ersten zehn Seiten ist zwar viel Information verpackt, so dass ich diese tatsächlich zwei Mal gelesen habe, aber dann wurde der Roman zum Pageturner. Die Geschichte wird aus der Sicht von Moira, von Keith und von Rho erzählt, die Figurensprachen sind herrlich verschieden und jede auf ihre Art sympathisch. Mir gefiel besonders, dass selbst die „großen“ Gefühle wie Schmerz, Trauer, Angst und Liebe so wunderbar unpathetisch beschrieben sind, aber dennoch stark und präsent wirken. Der Antagonist Keith ist zwar kein sympathischer Kerl, doch die Autorin versteht es, ihn als facettenreichen Menschen zu schildern, der in mir eher Mitleid als Abneigung weckt.

Die Romanwelt ist weder distropisch noch utopisch. Offenbar leben die Menschen auf Deuteragäa relativ gleichberechtigt miteinander, Sexismus und Rassismus sind kein Thema im Roman, und auch die Klassenunterschiede scheinen gering zu sein. Dadurch konzentriert sich die Spannung nur auf die Geschichte selbst, auf die Story. Und diese ist meisterhaft gesponnen. Die Handlungsstränge verweben sich reibungslos, die Wendungen kommen genau zum richtigen Zeitpunkt und werden plausibel eingeführt. So bleibt die Spannung durch den ganzen Roman erhalten. Ich habe ihn fast in einem Rutsch gelesen und empfehle ihn nicht nur Science-Fiction-Fans, sondern allen Leser*innen, die spannende Romane mit aktiv handelnden Heldinnen mögen.

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