Mehr als nur Science-Fiction: Ein Plädoyer für die Menschlichkeit
Die Geschichte spielt auf einem fernen, erdähnlichen Planeten mit einer roten Sonne und fehlendem Tag-Nacht-Wechsel. Eine neue Gesellschaft von Menschen hat sich etabliert - ohne Regierung, aber mit mächtigen ...
Die Geschichte spielt auf einem fernen, erdähnlichen Planeten mit einer roten Sonne und fehlendem Tag-Nacht-Wechsel. Eine neue Gesellschaft von Menschen hat sich etabliert - ohne Regierung, aber mit mächtigen Konzernen. Der Wohnraum in der gemäßigten Zone ist rar. In der Wüste leben die Mantis, große, insektenartige Wesen in unterirdischen Bauten und ameisenähnlichen Kolonien. Nach Jahrzehnten des gegenseitigen, friedlichen Desinteresses kommt es seit einiger Zeit zu mörderischen Konfrontationen.
Nach einem Angriff bilden Moira und Rho eine Schicksalsgemeinschaft auf der Flucht. Sie, ehemalige Ärztin und jetzt Journalistin, er ein Soldat mit einem Geheimnis. Sie entkommen in die Wüste, finden Zuflucht in einem überfallenen und fast entvölkerten Bau der Mantis und sind schon bald einer schrecklichen Ausbeutung auf der Spur.
Von Anfang an hat mich diese Geschichte in ihren Bann gezogen. Neben dem überaus spannenden Handlungsverlauf werden etliche ethische Fragestellungen thematisiert: Was bedeutet Menschsein, was Freiheit, was Selbstbestimmung? Wer erdreistet sich, das Hoheitsrecht über die Moral zu beanspruchen? Welche Daseinsberechtigung haben außerirdische Lebensformen? Geht es um radikalen Darwinismus oder Kooperation?
So stürzen wir uns mit den beiden Protagonisten in ein außergewöhnliches Abenteuer, das schon bald Genre-Grenzen einreißt und einfach geniales Lesevergnügen bereitet.
Der Stil der Autorin ist durchweg gut zu lesen und sehr bildhaft.
Fazit: Für mich eine sehr schöne Entdeckung auf der Buchmesse in Stockstadt – eine absolute Leseempfehlung.