Cover-Bild Fünf Tage im Mai

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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 221
  • Ersterscheinung: 28.02.2019
  • ISBN: 9783608962642
Elisabeth Hager

Fünf Tage im Mai

Roman
Ein funkelnder Roman über die ungewöhnliche Freundschaft einer jungen Frau mit ihrem Urgroßvater und über die Selbstlosigkeit wahrer Liebe

Illy und ihr Urgroßvater sind ein ungleiches Gespann. Während sich Tatka mit großen Schritten dem Greisenstatus nähert, fängt Illy gerade an, die Welt zu entdecken. Doch ihre freie Zeit verbringen sie am liebsten gemeinsam – ob in der alten Fassbinder-Werkstatt oder auf dem Rücken von Tatkas Moped. Beschwingt und mit großer Wärme erzählt Elisabeth Hager über einen Zeitraum von achtzehn Jahren von fünf Tagen im Mai, an denen die Würfel im Leben der beiden neu fallen.

llly ist ein Wildfang, besitzt einen scharfen Verstand und einen Urgroßvater namens Tatka. Der ist ein Auslaufmodell:
Berserker im Greisengewand, letzter Fassbinder Tirols, Anhänger der untergegangenen K.u.K.-Monarchie und bald schon der älteste Mann im Dorf. Wenn Illy an ihren freien Nachmittagen bei ihm in der Werkstatt sitzt, lauscht er mit seinem guten Ohr ihren Berichten, erzählt vom untergegangenen Kaiserreich und weiht Illy ins Fassbinder-Handwerk ein. Sie wiederum teilt mit ihm jedes Geheimnis, etwa, dass in dem Atlas, den sie gerade erst in der Schule bekommen hat, ein seltsamer Name steht: Tristan Unger. Tatsächlich verliebt sich Illy Jahre später in Tristan, einen Außenseiter, der so gar nicht in die Tiroler Dorfidylle passen will.

Die Eltern verbieten ihr den Umgang, nur Tatka deckt die junge Liebe. Doch Illy erkennt eines Tages selbst, dass sie eine Entscheidung treffen muss. Noch ahnt sie nicht, dass die Konsequenzen dieser Entscheidung sie ein Leben lang begleiten werden.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2020

Österreichischer Charme und ein unvergesslicher Urgroßvater

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Auf eine unaufgeregte, sprachlich überzeugende Art erzählt Elisabeth Hager in diesem Roman vom Aufwachsen und Leben in Tirol, von der ersten Liebe, Schuld, Heimat und der tiefen Verbindung zu einem ganz ...

Auf eine unaufgeregte, sprachlich überzeugende Art erzählt Elisabeth Hager in diesem Roman vom Aufwachsen und Leben in Tirol, von der ersten Liebe, Schuld, Heimat und der tiefen Verbindung zu einem ganz besonderen Urgroßvater.
Die Autorin schafft es dabei, den österreichischen Schauplatz wirklich zum Leben zu erwecken - ich war zum Beispiel das erste Mal bei einer Erstkommunion und konnte mich an der einen oder anderen österreichischen Ausdrucksweise erfreuen. Ganz besonders gemocht habe ich den Dialekt des alten Tat'ka. Was sein regelmäßig ausgerufenes "Freitei Freitei" eigentlich genau bedeutet (oder wie man es schreibt), weiß ich zwar immer noch nicht, aber ich habe es geliebt! Fans der österreichischen (Aus-)Sprache sei an dieser Stelle das von der Autorin selbst gelesene Hörbuch empfohlen.

Dennoch muss ich sagen, dass ich an den Stellen, die eigentlich sehr bewegend waren, emotional etwas distanziert geblieben bin. Das Erzählte fand ich zwar ganz schön und oft gut formuliert, aber es hat mich nicht überwältigt. Ob meine sich in Grenzen haltende Betroffenheit etwas mit meiner mangelnden Identifikation mit Ort und Sprache zu tun hat, mit der Art der Lesung oder doch an dem Erzählten selbst lag, kann ich nicht genau sagen. Vor allem manche Anekdote aus dem Leben von Illy, in dem ihr Urgroßvater natürlich nicht immer und überall präsent war, fand ich irgendwie banal, zwischendurch ertappte ich mich dabei, dass ich endlich mal wieder zu Tat'ka wollte, denn das waren für mich die stärksten und liebevollsten Szenen des Romans. Ein bisschen mehr davon und ein bisschen weniger Coming-of-Age von Illy und dann hätte mich das Ende vielleicht auch emotional mehr gekriegt... So war es insgesamt eine nette Geschichte, die ich mir gern von der Autorin vorlesen lassen habe.

Fazit:
Wenn man dialektal geprägte "Heimatromane" und liebevoll charakterisierte ältere Protagonisten mag, lohnt es sich, sich "Fünf Tage im Mai" mal genauer anzuschauen. Mir hat's - auch, wenn es mich emotional nicht umgehauen hat - ganz gut gefallen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2020

Eine sehr emotionale Geschichte

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Diese 221 Seiten haben mich echt sehr berührt. In dem Buch geht es um die Beziehung von Illy und ihren Urgroßvater. Diese beiden Figuren haben eine sehr starke Verbindung.
Wie es schon im Titel steht geht ...

Diese 221 Seiten haben mich echt sehr berührt. In dem Buch geht es um die Beziehung von Illy und ihren Urgroßvater. Diese beiden Figuren haben eine sehr starke Verbindung.
Wie es schon im Titel steht geht es nur um 5 Tage im Mai verteilt auf 18 Jahre.
Das Buch besteht aus fünf Kapiteln, die jeweils sehr detailliert einen Tag im Mai erzählen. Die Beziehung, das Vertrauen und die Gefühle der beiden kann man in diesen fünf Tagen echt gut spüren.
Der Schreibstil ist auch echt super also ganz einfach gehalten, sodass man immer mehr lesen möchte. Der Uropa spricht manchmal in einem anderen Dialekt, da die Geschichte in Österreich spielt, was aber kein Problem darstellt.
Das Cover hat mir jetzt nicht so besonders gefallen also ist sehr schlicht gehalten, aber es kommt ja mehr auf das innere des Buches an.
Bei dem Buch handelt es sich um einen emotionalen Roman also kein spannendes und aufregendes Buch. Es erzählt eher eine etwas andere Liebengeschichte, Vertrauen zwischen Uropa und Enkel.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen und freu mich schon auf andere Bücher von der Autorin. Also eine klare Empfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2019

Verlust und Liebe auf engstem Raum... voller Gefühl

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Heutzutage ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, seine Urgroßeltern wirklich kennenlernen zu können. Und umso mehr sollte man es dann genießen und wertschätzen, wenn dies möglich ist. Genau dies tut ...

Heutzutage ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, seine Urgroßeltern wirklich kennenlernen zu können. Und umso mehr sollte man es dann genießen und wertschätzen, wenn dies möglich ist. Genau dies tut auch die Protagonistin in Elisabeth Hagers Roman „Fünf Tage im Mai“. Sie erzählt von der Beziehung des jungen Mädchens Illy zu ihrem Urgroßvater, den sie nur Tat’ka nennt. Obwohl er als ältester Mensch des urigen Tiroler Dorfs aus einer ganz anderen Zeit stammt als Illy, versteht er sie doch viel mehr als ihre eigenen Eltern.

Diese verbieten ihr den Umgang mit ihrer ersten großen Liebe Tristan. Der Musiker und unkonventionelle (für Tiroler Verhältnisse) Typ passt nicht in das ordentliche Bild, welches die Dorf-Gemeinschaft vorgibt. Nur Tat’ka versteht Illy und ihre Liebe zu Tristan. Dass diese Liebe aber nicht ohne Probleme daherkommt, lässt sich leicht erahnen. Und so treffen wir Illy, Tristan und Tat’ka in verschiedenen Situationen, stets im Mai, aber in unterschiedlichen Jahren an. Die Wandlungen sind manchmal drastisch, manchmal erst nach ein paar Seiten des neuen Kapitels verständlich, gehen aber sehr zu Herzen und hinterlassen ein melancholisches Bild einer tragischen Jugendliebe und die tiefe Verbundenheit zwischen Enkelin und Urgroßvater.

Dieses Buch geht zu Herzen. Für mich war es manchmal ein wenig zu viel. Wenn man selber schon Verlust erlebt hat, ist es oft nicht so einfach, darüber zu lesen. Und die Autorin schafft es sehr eindringlich, die Gefühle aufleben zu lassen. Die Handlungen an sich stehen nicht unbedingt im Vordergrund, sondern vielmehr die damit verbundenen und nachdenklich machenden Gedanken und Gefühle der Protagonisten. Manchen mag das langweilen, manchen versinken in Erinnerungen. So wird dies auch kein Buch für Jedermann sein. Empfehlenswert aber für Tirol- oder Berg-Liebhaber und Menschen, die gern anspruchsvolle Schicksalsromane und Familiengeschichten lesen.

Veröffentlicht am 20.07.2019

Diese Geschichte hat bei mir einen Nerv getroffen - unvorhersehbar bewegend und intensiv.

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Als ich mit diesem Buch begann, hatte ich keine Ahnung, dass ich die letzten Seiten mit tränenverschleierter Sicht würde lesen müssen. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten und wohin mich diese Geschichte ...

Als ich mit diesem Buch begann, hatte ich keine Ahnung, dass ich die letzten Seiten mit tränenverschleierter Sicht würde lesen müssen. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten und wohin mich diese Geschichte führen würde.
Umgehauen hat mich das Buch – in erster Linie – aber nicht wegen seiner Geschichte. Oder wegen seines berührenden Endes. Es hat mich vor allem deshalb umgehauen, weil es eigene Erinnerungen an meinen verstorbenen Opa heraufbeschworen hat, die das Lesen unglaublich intensiv gestaltet haben und mich auch jetzt noch über die Geschichte nachdenken lassen.

Schon der erste Tag im Mai, von dem wir lesen dürfen, hat bei mir nostalgische Gefühle geweckt. Es beginnt luftig leicht, ein Frühlingstag in der Kindheit der Protagonistin, an dem wir Illy und ihren Uropa kennenlernen. Wir spüren die tiefe Verbindung, die schon damals zwischen ihnen besteht. Von diesem Tag im Mai wird die Atmosphäre des Buches über die folgenden vier Maitage, die im Abstand mehrerer Jahre aufeinanderfolgen, immer dichter und dichter. Die leichte, nostalgische Stimmung weicht langsam aber sicher drückenderen Gefühlen und schon bald laufen die ersten Tränen.

Es ist nicht so, als würde nach dem ruhigen Start, dem sanften Aufbauen der Geschichte plötzlich ein heftiger Plot Twist um die Ecke kommen, der dir den Boden unter den Füßen wegreißt. Es ist ein langsames Anschwellen, das ohne großen Knall daherkommt. Zwar gibt es diesen einen Moment, bei dem sich die Lautstärke immer weiter aufdreht, es spannender wird und man als Leser an den Seiten klebt, weil auf einmal etwas aus dem Ruder läuft, aber die Geschichte bleibt doch ruhig und unaufgeregt. Gerade diese Ruhe ist es, die so bewegt.

Während ich bis zur Hälfte des Buches nicht wusste, ob ich wirklich weiterlesen soll, weil ich etwas hilflos in der Luft hing und von dem Wechsel der sonnigen Kindheitsatmosphäre zur derben Stimmung in der Jugend etwas irritiert war, sind in der anderen Hälfte bei mir nur noch Tränen geflossen. Es fallen so viele Worte, die mich gleichzeitig berührt und bedrückt haben und in denen so viel Wahrheit steckt.

»Im Leben geht’s nit so zu wie in diesen amerikanischen Filmen, Illy, wo sich immer alles auflöst und gut wird am Ende. Für manche is‘ das Leben wie eine Hühnerleiter, eine Hühnerleiter. Kurz und beschissen.« (S. 190)

Ich habe Illy und Tat’ka unglaublich ins Herz geschlossen, weshalb mich das Ende umso mehr bewegt hat. Obwohl die Geschichte gar nicht mal so außergewöhnlich, unsagbar spannend oder bahnbrechend ist, hat sie unvorhergesehen einen Nerv getroffen. Sie ist etwas Besonderes – und das versteht man nur, wenn man die Geschichte selbst gelesen hat.

Fazit

Illy und Tat’kas Geschichte trifft ins Herz und lässt nicht mehr los. Wenn ich nur über den Titel des Buches nachdenke, kommen mir schon wieder die Tränen. Mich hat das Buch nach einem schwierigeren, skeptisch machenden Start tief bewegt und in einem Gefühlschaos zurückgelassen. Vielleicht ist es nicht die spannendste oder außergewöhnlichste Geschichte, aber sie ist intensiv – und lässt gleichermaßen eine leere Stelle in einem zurück, wie sie eine andere füllt. 4,5 Sterne gibt es von mir.

Veröffentlicht am 17.04.2019

Dicht und intensiv

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„Dieser Ort und ich, wir hatten eine Geschichte.“

Ully ist eine junge Frau, die in einem Dorf in Tirol aufwächst. Im Alter von fünfundzwanzig Jahren lässt sie uns rückblickend an fünf Maitagen teilhaben, ...

„Dieser Ort und ich, wir hatten eine Geschichte.“

Ully ist eine junge Frau, die in einem Dorf in Tirol aufwächst. Im Alter von fünfundzwanzig Jahren lässt sie uns rückblickend an fünf Maitagen teilhaben, die einschneidende Ereignisse in ihrem Leben markierten oder sie auf auf eine andere Art und Weise besonders prägten. Große Bedeutung spielt in ihrem Leben dabei stets ihre innige Beziehung zu ihrem Urgroßvater, den sie liebevoll Tat‘ka nennt. Er ist ihr Vorbild, Lehrer und Leitstern auf ihrem Weg. Kein anderer Mensch in ihrem Leben bringt ihr so viel Verständnis entgegen und lehrt sie so viel über das Leben. Er begegnet ihr mit Geduld, Zuneigung und Weisheit. Einen Einschnitt in diese innige Beziehung markiert einzig die Phase ihrer ersten großen Jugendliebe, die ihr Leben auf den Kopf stellt und schließlich ein verhängnisvolles Ende nimmt.

Fehlerfrei und lückenlos schlüpft die Autorin zunächst im ersten Buchabschnitt in die Perspektive eines Kindes, um in den zwei darauf folgenden Abschnitten nahtlos in die Sichtweise einer Jugendlichen überzugehen und schließlich die letzten beiden Kapitel der Erwachsenenperspektive zu widmen. Wer sich noch gut an seine eigene Kindheit erinnert, der wird sich unweigerlich darin wiederfinden, wie für die kleine Ully ein aus Erwachsenenperspektive wahrscheinlich nicht so großes Vergehen, das sie sich hat zu Schulden kommen lassen, nach und nach so große Ausmaße annimmt, dass es in einer Art Fiebertraum kulminiert. („Durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld. Die Seele ist ein Vierklee. Jedes vierte Blatt ist verstrahlt.“) In den Kapiteln, die Ullys Jugendzeit gewidmet sind, ist es geradezu beklemmend, wie präzise die Autorin die Gefühle beschreibt, die einen in dieser äußerst schwierigen Phase begleiten. Die Sehnsucht danach irgendwo dazuzugehören und diese große Einsamkeit, die einen überkommt, wenn man das dann schließlich erreicht, aber feststellt, dass einen nichts mit den anderen verbindet („Ich saß im Auto wie eine schlecht gestochenes Piercing, das über kurz oder lang aus dieser fröhlichen Gemeinschaft herauseitern würde.“). Auch die Erwachsenenperspektive überzeugt mit ihrer Gefühlssektion auf ganzer Linie („Es war möglich, den Schmerz zu bannen, indem man ihn mit anderen teilte. Es war möglich, zwischen den Menschen unsichtbare Brücken aus Wörtern zu bauen, auf denen die Gefühle von einem zum anderen wandern konnten.“

Und genau das gelingt der Autorin Elisabeth R. Hager ebenfalls mit uns. Sie baut unsichtbare Brücken aus Wörtern, die die Gefühle der Erzählerin zu den Lesern wandern lassen. Sie schafft mit „Fünf Tage im Mai“ ein überaus dichtes, intensives und wortgewaltiges Meisterwerk. Es bezaubert, fasziniert, bestürzt und ergreift. Ihr gelingt das fast Unmögliche – den Leser sowohl intensiv fühlen als auch denken zu lassen – ohne Pause für Unnötiges, Belangloses. Das Geschriebene ist mehr als nur Wort, Metapher, Botschaft. Nichts weniger als wahrhaftes Leben ist es, das aus jeder Wortpore dringt, uns aus jeder Schriftzeile entgegen schlägt und aus jeder Buchseite atmet. „Fünf Tage im Mai“ ist ein durch und durch authentisches, wahrhaftiges Werk. Und es ist nicht etwa so, dass wir die Gedanken- und Gefühlswelt der Erzählerin lediglich nachempfinden – nein, unser Leseerlebnis steht ihrem Erleben an Intensität in nichts nach. Und ist es nicht genau das, was große Literatur ausmacht? „Fünf Tage im Mai“ ist wahrlich ein großes Werk, das Veränderung initiiert.

„Von allem, was danach geschah, kenne ich nur meinen Teil der Geschichte, aber das ist im Leben ja immer so.“