Cover-Bild Der Plattenspieler unter der Dachschräge
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24,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Haymon Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 284
  • Ersterscheinung: 30.09.2025
  • ISBN: 9783709982631
Herbert Dutzler

Der Plattenspieler unter der Dachschräge

Roman
Willkommen in den wilden 70ern: Smoke on the Water in Dauerschleife
Zwischen Vinylplatten und dem ersten Rausch
Sigi ist 16, seiner Meinung nach also quasi erwachsen, jedenfalls viel zu alt für Kinderkram. Rauchen ist angesagt, an den Geschmack von Bier gewöhnt man sich schnell; schließlich muss man die Freunde beeindrucken. Das beim Sommerjob hart verdiente Geld investiert er in einen Plattenspieler, um in seinem Zimmer die Rock-Nummern von den Rolling Stones, Deep Purple und Pink Floyd auf volle Lautstärke zu drehen. Damit versucht er auch die zunehmend angespannte Stimmung zu Hause zu übertönen, denn die Beziehung seiner Eltern gerät immer mehr ins Wanken. Als etwas passiert, was das Fass zum Überlaufen bringt, reicht es Sigis Mutter – sie zieht aus und nimmt seine Schwester Uschi mit.
Vom Klassensprecher zum Herzensbrecher
Und Sigi? Der bleibt, denn sein eigenes Leben ist turbulent genug: Nachdem er die Latein-Wiederholungsprüfung gerade so besteht, wird er überraschend zum Klassensprecher gewählt und zeigt sein schriftstellerisches Talent beim Verfassen von Texten für die kritische Schülerzeitung Pulp. Auch so manches Mädchen verdreht ihm den Kopf: Er schickt Briefe nach Deutschland an seine Sommerliebe Wiebke, im Tanzkurs nähert er sich Rita an, die er schon lange toll findet – aber werden seine Avancen von Erfolg gekrönt sein?
Ein Nostalgieroman zum Abtauchen und Verlieben
Wir begleiten Sigi, erleben sein Aufwachsen im Österreich der 1970er-Jahre hautnah, fast so, als wären wir selbst mittendrin. Mit viel Gefühl, Spannungsmomenten und feinem Humor schickt Herbert Dutzler seinen Protagonisten Sigi auf einen turbulenten Weg ins Erwachsenwerden, wo er sich zwischen ersten großen Gefühlen, rebellischer Rockmusik und den kleinen wie großen Dramen des Familienlebens zurechtfinden muss. Ein Buch, das die Stimmung und das Lebensgefühl einer ganzen Generation lebendig werden lässt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2025

Gelungene Familiengeschichte aus dem Jahr 1974

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In diesem Roman begegnet uns ein viertes Mal der Protagonist Siegfried (Sigi) mit seiner Familie aus den früheren Romanen des Autors „Die Welt war eine Murmel“, „Die Welt war voller Fragen“ und „Wenn die ...

In diesem Roman begegnet uns ein viertes Mal der Protagonist Siegfried (Sigi) mit seiner Familie aus den früheren Romanen des Autors „Die Welt war eine Murmel“, „Die Welt war voller Fragen“ und „Wenn die Welt nach Sommer riecht“. Er schließt nahtlos an diese an. Doch lassen sich alle vier Bücher auch völlig unabhängig voneinander lesen, ohne dass man zuvor einen früheren Band gelesen haben muss.
Der Erzähler Sigi ordnet in der Gegenwart die Diafotoaufnahmen seiner verstorbenen Mutter. Dieses ist für ihn Anlass, aus seiner Jugend im Jahr 1974 auf einem österreichischen Dorf zu erzählen, als er 16 Jahre alt war. Dabei geht es vor allem um seine Schulzeit auf dem Gymnasium kurz vor der Matura und sein Alltagsleben zu Hause. Gerade in mir, die ich auch ein Kind der 1960er Jahre bin, wurden viele schöne Erinnerungen geweckt. Denn auch ich habe einen Ferienjob gehabt, um mir wie Sigi einen Plattenspieler kaufen zu können, und habe ähnliche Musik wie er gehört und die Tanzstunde besucht. Von den damaligen gesellschaftlichen Einstellungen der Menschen wird ein realistisches Bild gezeichnet, wenn es etwa um die Mitbestimmung der Schüler in der Schule geht. Sigi lässt beim Erzählen so manche Anekdote einfließen, wodurch alles recht humorvoll erscheint und er als rundum sympathischer Erzähler rüberkommt, gerade auch, weil er oft redet, ohne zuvor darüber nachzudenken. Als erfrischend und authentisch empfinde ich, dass die eine oder andere typisch österreichische Vokabel in den Text einfließt. Was ich überhaupt nicht in der epischen Breite wie geschehen lesen wollte, war, wie oft Sigi allein oder mit seinen Mitschülern zu Glimmstengel und Bierflasche greift. Ich kann mir kaum denken, dass zu damaliger Zeit die Schüler gleich nach Schulschluss in die Kneipe gegenüber gegangen sind. Trotzdem:
Ein Buch, dem ich eine volle Leseempfehlung gebe, auf noch eine Fortsetzung hoffend.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Erinnerungen an die eigen Jugend

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Wir begleiten Siegfrid „Sigi“ Niedermayr seit er zehn Jahre alt ist und in die erste Klasse des Gymnasium kommt. Nun, in diesem 4. Band ist er 16 Jahre alt und seine Welt ist steter Veränderung unterworfen. ...

Wir begleiten Siegfrid „Sigi“ Niedermayr seit er zehn Jahre alt ist und in die erste Klasse des Gymnasium kommt. Nun, in diesem 4. Band ist er 16 Jahre alt und seine Welt ist steter Veränderung unterworfen. Das einzige, das sich nicht ändert sind seine Liebe zu Büchern und gutes Essen, das er sich nun selbst kochen kann, obwohl er deswegen von seinem Vater gehänselt wird.

Wie schon in den Vorgängern erinnert sich der erwachsene Sigi beim Digitalisieren der zahlreichen Dias aus seiner Kindheit und Jugend, die er beim Ausräumen des Hauses seiner verstorbenen Mutter, entdeckt hat.

So führt er uns an bei der Betrachtung der Fotos in seine Welt von damals zurück. Eine Welt, die sich um die Schule, Mädchen und schicke Klamotten (beides beinahe unerreichbar) sowie das Erwachsenwerden in einem oberösterreichischen Dorf dreht. Es gibt kaum Unterhaltung und für Vergnügungen außerhalb fehlt Sigi das Geld. Deshalb zieht sich Sigi mit seiner Stereoanlage, die er sich von seinem Lohn aus dem Ferialjob gekauft hat, in sein Zimmer unter der Dachschräge zurück und hört die Rockmusik der 1970er. Statt wie früher Karl May liest er nun Peter Handke und Perry Rhodan. Der erste Bartflaum sprießt wie die Pickel und Sigi beginnt abzunehmen.

Sigi entwickelt sich zu einem selbstbewussten Schüler (mit durchwachsenem Noten), der seinen Mund noch nicht halten kann, wenn es um Ungerechtigkeiten geht. Schließlich wird er zum Klassensprecher gewählt und findet sich in einer undankbaren Situation wieder.

Doch nicht alles geht glatt in seinem jungen Leben: Die Eltern trennen sich, nachdem der Vater betrunken einen Autounfall verursacht hat und nicht Sigis Mutter auf der Beifahrerseite gesessen ist. Auch seine geliebte Großmutter wird von Woche zu Woche vergesslicher. Mit der häuslichen Situation ist Sigi ziemlich überfordert. Da tritt mit Tante Irmgard endlich eine Person in seine Welt, die ihn und seine Sorgen ernst nimmt und ihm einige gute Ratschläge (bezüglich Frauen) mit auf seinen weiteren Lebensweg geben kann. Ob er sich daran hält, werden wir hoffentlich in einem nächste Band lesen können.

Meine Meinung:

Wie schon bei den Vorgängern erzählt Autor Herbert Dutzler die Episoden aus Sigis (und vermutlich seiner eigenen) Jugend mit ein wenig Augenzwinkern.

Für alle jene, die die rund um 1960 geboren sind, ist dieses Buch eine Reminiszenz an die eigene Jugend: Nachprüfung in der Schule, Liebeskummer, (Hard)Rock hören sowie erste Jeans und Glockenhosen, inklusive. Einige werden sich vermutlich mit Abscheu an das Brummen des Schädels nach übermäßigem Konsum von Bier oder Wein und dem Rauchen erinnern.

Jetzt eben, beim Rezension schreiben, habe ich Deep Purple (Made in Japan, Machine Head) sowie Black Sabbath und Uriah Heep gehört.

Fazit:
Gerne bin ich mit Sigi wieder in die 1970er-Jahre eingetaucht, auch, wenn die eine oder andere Erinnerung für mich persönlich nicht so angenehm gewesen ist (verpatzte Nachprüfung in Französisch und sitzenbleiben). Aber, das ist eine andere Geschichte. Für die von Sigi gibt es jedenfalls 5 Sterne.

Veröffentlicht am 24.10.2025

Erwachsen werden ist aufregend

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Wie bereits in den Vorgängerromanen der Reihe erinnert sich der bereits erwachsene Siegfried an seine Kindheit zurück. Diesmal möchte er die Dias seiner verstorbenen Mutter digitalisieren. Bei deren Durchsicht ...

Wie bereits in den Vorgängerromanen der Reihe erinnert sich der bereits erwachsene Siegfried an seine Kindheit zurück. Diesmal möchte er die Dias seiner verstorbenen Mutter digitalisieren. Bei deren Durchsicht holen ihn bald die Erinnerungen ein. Jedes neue Kapitel beginnt mit diesen kurzen Einblicken in die Vergangenheit, bevor wir mit dem 16jährigen Sigi direkt in die 70iger Jahre zurückkehren.

Während im September eine Nachprüfung in Latein auf Sigi wartet, lernt er im Juli die harte Arbeitswelt kennen. Doch mit dem verdienten Geld erfüllt er sich seinen größten Wunsch: einen Plattenspieler. In seinem Zimmer unter dem Dach kann er endlich Led Zeppelin, die Rolling Stones oder Deep Purple hören. Dort oben kann er sich in seine eigene Welt träumen, denn im Leben seiner Eltern geht es rund, nachdem sein Vater im angetrunkenen Zustand das Auto zu Schrott gefahren hat. Der Dorfklatsch über die Frau, die neben ihm gesessen hat und nicht seine Ehefrau ist, macht die Runde und landet auch bei Sigi und seiner Mutter. Diese zieht die Konsequenzen und zieht aus. Sigi muss sich nun neben der Schule um seinen Vater kümmern, der weiterhin im Haushalt keinen Finger krümmt, während die geliebte Oma immer vergesslicher wird.
In der Schule wird er überraschender Weise zum Klassensprecher gewählt, die Wien Woche steht an und der erste Tanzkurs. Es geht turbulent zu in Sigis Leben und auch die Mädchen schwirren in seinem Kopf herum. Wiebke aus Deutschland, die er in den Sommerferien bei seiner Tante kennengelernt hat und vor allem Rita aus seiner Klasse, nehmen seine Gedanken ein. Da bleibt nicht viel übrig für Latein oder Mathematik....

In den vier Romanen von Herbert Dutzler haben wir die Verwandlung des erst 10jährigen zum pubertierenden 16jährigen Sigi miterlebt. Der pummelige Junge wird zu einem rauchenden und Bier trinkenden Jugendlichen, der jedoch noch immer das Herz auf den rechten Fleck hat. Seine Liebe zu Musik und Literatur, sowie zum Kochen sind ihm geblieben und die etwas vorlaute Art, welche ihm in der Schule nicht immer Vorteile bringt, ebenfalls.
Wieder habe ich mich köstlich über Sigis Abenteuer amüsiert, aber auch mit ihm gelitten, als die Ehe seiner Eltern den Bach runter geht.

Herbert Dutzler erzählt warmherzig und mit viel Schmäh über das Erwachsen werden. Dabei ist der Rückblick nicht nur nostalgisch, sondern auch kritisch.
Erinnerungen an diese Zeit, in der ich noch Kind war, sind wieder aufgekommen und das damalige Lebensgefühl hat mich gefangen genommen. Der erste Tanzkurs oder eine unglückliche Liebe - wer hat vor allem Letzteres nicht selbst miterlebt?!
Sigi und ich haben übrigens etwas gemeinsam: Mit meinem ersten selbstverdienten Geld habe ich mir eine Stereo-Anlage mit Plattenspieler und zwei Kassettendecks gekauft =)
Genossen habe ich auch typisch österreichischen Ausdrücke oder regionale Besonderheiten.
Als ziemlich schlimm empfand ich die viele Trinkerei und das Rauchen zu dieser Zeit und ich bin froh, dass man in der Zwischenzeit kaum mehr in öffentlichen Gebäuden oder Büroräumen rauchen darf. Die Trinkkultur in Österreich hat sich hingegen leider nur sehr wenig verändert....

Fazit:
Für alle, die diese Zeit nicht miterlebt haben, ist dieser Coming-of-Age Roman ein interessanter Blick in ein oftmals völlig andere Welt. Für die älteren Semester ist es eine kleine Zeitreise zurück in die eigene Kinder- oder Jugendzeit.
Die vier Bücher der Reihe haben hier einen Ehrenplatz. Natürlich gibt es auch wieder eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Vinyl und Dachschräge: Ein leiser Blick zurück

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Herbert Dutzlers Roman ist warm und nostalgisch. Musik und Erinnerungen stehen im Mittelpunkt und geben dem Buch seinen Ton.

Die Szenen unter der Dachschräge sind sehr anschaulich. Beschreibungen von ...

Herbert Dutzlers Roman ist warm und nostalgisch. Musik und Erinnerungen stehen im Mittelpunkt und geben dem Buch seinen Ton.

Die Szenen unter der Dachschräge sind sehr anschaulich. Beschreibungen von Platten, Rillen und dem leichten Knistern schaffen eine starke Atmosphäre, die man sofort spürt.

Die Figuren wirken echt und haben kleine Macken. Ihre Beziehungen sind ruhig und glaubwürdig, man begleitet sie gern durch den Alltag.

Die Sprache ist schlicht und oft fast musikalisch. Manche Passagen sind etwas langgezogen, das Tempo bleibt meist gemächlich.

Das Buch ist weniger ein spannender Plot als eine Sammlung von Erinnerungsbildern. Wer ruhige, nachdenkliche Geschichten und Musik als Erinnerungsanker mag, findet hier viel Schönes.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Erinnerungen an eine Jugend

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Ich kenne schon andere Romane mit Sigi und mochte diese sehr. Geschickt lässt der Autor seinen Protagonisten Sigi anhand der Fotos, die er beim Ausräumen seines Elternhauses findet, die Erinnerungen seiner ...

Ich kenne schon andere Romane mit Sigi und mochte diese sehr. Geschickt lässt der Autor seinen Protagonisten Sigi anhand der Fotos, die er beim Ausräumen seines Elternhauses findet, die Erinnerungen seiner Jugend erzählen. Ich hatte dieses Mal einige Probleme mit Sigi und seiner Familie, was einerseits daran liegt, dass mir gefühlt häufiger Zusatzinformationen bzw. das Weitererzählen der Erinnerung fehlten, da dann das nächste Bild/Bilder neue Erinnerungen von Sigi an die damalige Zeit aufploppten. Andererseits haben mich auch das "ständige" Rauchen und der Alkohol ziemlich gestört. Seine Oma hatte ich wirklich schon zuvor ins Herz geschlossen und ich litt mit Sigi unter ihrer Demenz und fand es verantwortungslos von Sigis Eltern ihn damit quasi alleine zu lassen. Das Ende des Romans ist offen, denn noch ist Sigi nicht wirklich erwachsen. Was ist mit der Oma, seinen Eltern und seiner Schwester passiert? Definitiv Stoff für einen weiteren Roman. Vier Sterne

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