Cover-Bild Die Entführung der Wanderapothekerin

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10,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Knaur Taschenbuch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 496
  • Ersterscheinung: 03.12.2018
  • ISBN: 9783426522844
Iny Lorentz

Die Entführung der Wanderapothekerin

Roman
Der dritte Teil der historischen Erfolgsroman-Serie “Die Wanderapothekerin” aus dem 18. Jahrhundert um eine junge mutige Heldin in einer aufregenden Zeit vom Bestseller-Duo Iny Lorentz!
Thüringen, 1723: In Schwarzburg-Friedrichsthal erwartet jeder das baldige Ableben des kindlichen Reichsgrafen Friedrich. Aus purer Verzweiflung lässt seine Großmutter die Wanderapothekerin Klara entführen und verlangt von ihr, den Jungen gesund zu pflegen. Da Klara und ihre Familie mit Strafe und Vertreibung bedroht werden, wenn sie sich weigert oder keinen Erfolg hat, nimmt sie sich des Neunjährigen an.
Schnell stellt Klara fest, dass sie in ein Schlangennest geraten ist, in dem etliche Leute ein Interesse am Tod des jungen Friedrich haben. Es wird ein Kampf mit einem dickköpfigen Jungen, gegen unwillige Bedienstete und tödliche Intrigen.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.12.2018

Spannendes höfisches Ränkespiel um Macht, Einfluss und Regentschaft

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Gleich vorweg, diese Geschichte liest sich wunderbar flüssig und unterhaltsam. Hier spielen Intrigen und bösartige Ränkespiele um Machteinfluss am Hofe eine tragende Rolle und auch die Einteilung der Figuren ...

Gleich vorweg, diese Geschichte liest sich wunderbar flüssig und unterhaltsam. Hier spielen Intrigen und bösartige Ränkespiele um Machteinfluss am Hofe eine tragende Rolle und auch die Einteilung der Figuren in Gut und Böse sorgt für reichlich Abenteuer und Spannung.



In Klaras Heimat sorgen enorme Steuererhöhungen für Probleme in der Bevölkerung. Immer mehr bereichern sich die Oberen und bringen die Untertanen in Existenzängste. Gerade das traditionelle Thüringer Heilmittelgewerbe gerät in Schwierigkeiten.

Klaras Ruf als Wanderapothekerin wird ihr zum Verhängnis und sie wird ihrer Familie jäh entrissen, um sich um den neunjährigen Friedrich zu kümmern, der als reichsgräflicher Erbe von seinen Widersachern außer Gefecht gesetzt werden soll. Es geht das Gerücht, dass er bald sterben wird, weil sich sein gesundheitlicher Zustand immer mehr verschlechtert.

Seine Großmutter sucht eine Pflegerin und kennt keine Gnade, sie lässt Klara regelrecht entführen, für sie zählt nur ihr Enkel und sein Überleben. Klara bleibt nichts anderes übrig, als sich zu fügen, und sie nimmt ihren Säugling Hilde mit, was bei Hofe nicht gutgeheißen wird.

Doch dort hat sie neben den ihr unbekannten höfischen Geflogenheiten auch Probleme mit parteiischen und unwilligen Bediensteten und auch Friedrich, der neunjährige Knabe, ist nicht ganz einfach. Er ist verzogen, überheblich und ihm scheint das ihm gereichte Essen überhaupt nicht zu bekommen.

Klara nimmt sich der Sache an und sie versucht herauszufinden, wer gegen Friedrich intrigiert.

Gleichzeitig sorgt sie mit etwas Medizin und einer Ernährungsumstellung für eine allmähliche Gesundung Friedrichs und sie bringt ihm mit viel Weitsicht, fruchtenden Erziehungsmaßnahmen und Überzeugungskraft menschliche Dinge bei, an denen es ihm bisher mangelte.



Mit einigen abenteuerlichen Wendungen und geschickt dargestellten höfischen Intrigen und Herrschaftsinteressen bringt dieses Buch die damalige Zeit zwar übertrieben, aber doch durchaus so vorstellbar auf den Punkt. Hier versuchten Angehörige des Hofes, ihre eigenen Interessen durchzusetzen, um somit an Macht und Einfluß zu gewinnen. Der kindliche Regent Friedrich selbst wurde so zum Spielball seines eigenen Hofes und mit Klara und anderen Figuren bekam er in der Geschichte Fürsprecher und Mitstreiter an die Seite gestellt, denen man als Leser wohlgesonnen war.



Die Charaktere sind perfekt gezeichnet, es gibt gerissene Intriganten und Menschen, die aufrecht und menschlich korrekt handeln. Die Bedeutung der Heilmittel aus Thüringen und die Arbeit der Laboranten und Buckelapotheker bekommt in der Geschichte einen besonderen Stellenwert, der dem Leser vor Augen führt, wie Heilmittel für die allgemeine Bevölkerung zugänglich wurden. Apothekerwaren waren dagegen unerschwinglich.



Die gezeigten höfischen Ränkespiele, Fressgelage und ausufernde Hofhaltung macht deutlich, wie das Volk unter dieser aufgebauschten Lebenshaltung mit unzähligen Domestiken und den dadurch benötigten finanziellen Mitteln leiden musste. Wie bei Ludwig dem 14. üblich, wollten auch deutsche Grafen diesen Luxus nachleben. Das Volk war nur Mittel zum Zweck.




Mit diesem Roman mit seiner gelungenen Mischung aus dargestelltem Zeitgeschehen, höfischen Intrigen und einer resoluten und durchsetzungsfähigen Frauenfigur bekommt man beste Unterhaltung geschenkt.