Cover-Bild Eden
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 14.08.2025
  • ISBN: 9783869712598
Jan Costin Wagner

Eden

Roman

Was tun, wenn plötzlich alles, woran wir glauben, auf der Kippe steht? Ein hochspannender Roman über eine Familie, die mit der Tochter auch den Zusammenhalt zu verlieren droht. Und von einer Gesellschaft, die immer weiter auseinanderdriftet.

Für die lebensfrohe Sofie ist ihre Familie ein Glücksfall. Sie, ihr Vater Markus und ihre Mutter Kerstin geben einander Sicherheit und wissen auch, was dem jeweils anderen wichtig ist. Als Markus seine Tochter mit Konzerttickets für ihre Lieblingssängerin überrascht, geht für diese ein Traum in Erfüllung. Der Abend nimmt jedoch eine schreckliche Wendung: Auf dem Konzert wird ein Anschlag verübt, auch Sofie ist unter den Opfern.

Das einst so glückliche Ehepaar verliert die Balance. Währenddessen spitzt sich die gesellschaftliche Situation zu und die Familie muss mitansehen, wie ihr Unglück politisch instrumentalisiert wird.

Im Moment tiefster Verzweiflung erinnert sich Markus an die soziale Lebenskraft seiner Tochter und beschließt, nicht aufzugeben. Er sucht weiterhin das Gespräch und fasst sogar den gewagten Entschluss, die Familie des Mörders aufzusuchen …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.07.2025

Der Schatten von Trauer

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Was kann liebenden Eltern Schlimmeres widerfahren als der plötzliche Tod des eigenen Kindes? Diese Erfahrung müssen Markus und Kerstin erleiden, als ihre Tochter Sofie bei einem Konzert Opfer eines Selbstmordattentäters ...

Was kann liebenden Eltern Schlimmeres widerfahren als der plötzliche Tod des eigenen Kindes? Diese Erfahrung müssen Markus und Kerstin erleiden, als ihre Tochter Sofie bei einem Konzert Opfer eines Selbstmordattentäters wird.
Die einhergehende Trauer und der Umgang damit stellen für die Betroffenen eine harte Prüfung dar. Während Kerstin über den Verlust spricht, sucht Markus die Familie des Attentäters auf und möchte in Erfahrung bringen, ob die Radikalisierung dessen abwendbar gewesen wäre.
Jan Costin Wagner geht in diesem Roman sehr behutsam und empathisch mit dem Thema Tod und Trauer um, und gleichzeitig spiegelt er der Leserschaft gekonnt die gesellschaftliche Lage hinsichtlich Spaltungen durch Rechtsextremismus und Verschwörungstheorien wider. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und kann ihn nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Schwieriges Thema emotional angegangen

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Sofie ist ein ganz normaler Teenager. Zusammen mit ihrem Vater hilft sie ihrem Schulfreund Toby bei einem Referat. Sofie wächst in einem liebevollen Zuhause auf. Anders als Toby, dessen Mutter trinkt und ...

Sofie ist ein ganz normaler Teenager. Zusammen mit ihrem Vater hilft sie ihrem Schulfreund Toby bei einem Referat. Sofie wächst in einem liebevollen Zuhause auf. Anders als Toby, dessen Mutter trinkt und dessen Vater sich in rechtsextremen Verschwörungstheorien wiederfindet.
Doch das gewohnte Leben findet ein radikales Ende durch einen Terroranschlag, bei dem Sofie stirbt, die Eltern gehen grundverschieden damit um. Während Vater Markus jedes Detail an Informationen aufsaugt, schweigt Mutter Kerstin. Markus sucht dabei auch nach Details zum Attentäter. Die Familie droht zu zerbrechen, doch Toby scheint in seiner Trauer gleichzeitig auch der Familie zu helfen.

Die Geschichte ist so tragisch, wie sie wahr sein könnte. Anschläge bestimmen seit Jahren in aller Regelmäßigkeit die Nachrichten und lassen immer wieder Fassungslosigkeit zurück. Die Geschichte versucht den Spagat aufzugreifen zwischen dem tragischen Verlust völlig zufälliger Opfer und dem Hintergrund des Attentäters. Die Opfer entkommen hier aus der Anonymität und ein konkretes Schicksal wird gezeigt. Aber auch der Attentäter hat Familie, die damit umgehen muss. Kann es hier eine Mitschuld geben? Hätten die Angehörigen etwas erkennen müssen? Ein schwieriges Thema. Verpackt in diese tragische Geschichte wird ein Thema greifbar, welches sonst schnell wieder vom Alltag verdrängt wird. Fesselnd und gefühlvoll geschrieben, absolut nachvollziehbar, menschlich, emotional.
Trauer, Verlust und Terror sind hier Thema. .

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Veröffentlicht am 21.07.2025

bewegendes Thema

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„Eden“ ist ein Roman, der unter die Haut geht. Die Geschichte beginnt mit einem lebensfrohen Familienbild: Sofie, ein fröhliches Mädchen, ist fest eingebettet in das liebevolle Miteinander ihrer Eltern ...

„Eden“ ist ein Roman, der unter die Haut geht. Die Geschichte beginnt mit einem lebensfrohen Familienbild: Sofie, ein fröhliches Mädchen, ist fest eingebettet in das liebevolle Miteinander ihrer Eltern Markus und Kerstin. Als ihr Vater sie mit Konzerttickets überrascht, scheint das Glück perfekt – doch der Abend endet in einer Tragödie. Sofie stirbt bei einem Anschlag, und die Familie verliert mit ihr ihren Halt.

Besonders bewegend fand ich, wie das Buch den Schmerz der Eltern beschreibt – ehrlich, ungeschönt und doch voller Menschlichkeit. Die Ohnmacht, das Auseinanderdriften, das Ringen um Halt in einer zerrissenen Welt – das alles ist eindrucksvoll eingefangen. Auch die gesellschaftliche Dimension, wie persönliche Verluste politisch ausgeschlachtet werden, regt sehr zum Nachdenken an.

Allerdings war für mich nicht jede Passage durchgängig spannend. An manchen Stellen verliert sich der Text etwas zu sehr in inneren Monologen oder politischen Reflexionen, was den Lesefluss hemmt.

Trotzdem: Der Entschluss von Markus, in der tiefsten Krise das Gespräch zu suchen – sogar mit der Familie des Täters – bleibt im Gedächtnis und verleiht der Geschichte eine beeindruckende Tiefe. Ein Buch, das nicht einfach ist, aber lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Bevor und danach

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2017 erschütterte die Nachricht über den Anschlag beim Ariana Grande Konzert die Welt. In "Eden" greift der Autor dies auf und verfolgt das Leben der Familie eines der fiktiven Opfer. Der Tatort ist hier ...

2017 erschütterte die Nachricht über den Anschlag beim Ariana Grande Konzert die Welt. In "Eden" greift der Autor dies auf und verfolgt das Leben der Familie eines der fiktiven Opfer. Der Tatort ist hier Stuttgart statt Manchester, die Sängerin hat einen anderen Nachnamen, aber ansonsten ist alles fast gleich zum realen Vorbild - und dadurch keine leichte Kost und umso bedrückender.

Über mehrere Monate hinweg erfährt man das Geschehen kurz vor dem Anschlag und danach aus den Perspektiven der Eltern des Opfers, Sofie selbst, einem Klassenkameraden und auch dem Täter selbst. Die Gliederung fand ich schön übersichtlich und während beispielsweise die Perspektive des Mitschülers zunächst eher überraschend war, hat es doch gut gepasst.
Ob der Täter tatsächlich ähnliche Gedanken hatte ist wohl schwer zu sagen, die Interpretation des Autors kam mir persönlich teilweise schlüssig, teilweise aber auch ein wenig klischeehaft vor.

Gelungen empfand ich hingegen die Abschnitte, die sich Sofie und Freund Tobias widmen. Bei beiden hat man schön rauslesen können, dass sie noch Kinder sind, aber sich gleichzeitig auch langsam auf den Weg zum Erwachsensein machen und dabei manchmal weiser sind als die richtigen Erwachsenen. Umso heftiger war es dann auch zu verfolgen, wie Sofie ihre letzten Momente erlebt.
Generell sehe ich die Stärke des Buches in den Familienbeziehungen und der Trauerbewältigung, hier konnte man die Gefühle durch bewegende Beschreibungen und Metaphern sehr spüren. Von unsinnigen Handlungen über Verdrängung und Schuldzuweisungen, vieles lässt die Familie authentisch erscheinen.

Nicht so ganz überzeugt haben mich hingegen die Nebenthemen: Hier wurde versucht, die Auswirkungen auf die politische Lage darzustellen, jedoch wurde sich auch nicht wirklich darauf fokussiert, sodass es eher immer wieder mal kurz erwähnt wurde, ohne jedoch wirklich Eindruck zu hinterlassen. Von der AfD über Coronaleugner, Rassismus und Verschwörungstheorien wurde hier einiges angesprochen, ohne irgendwo mal mehr in die Tiefe zu gehen.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Trauerarbeit

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Die zwölfjährige Sofie liebt die Musik von Ariana La Vega. Obwohl die Sängerin auf ihrer Deutschlandtournee kein Konzert in der Nähe von Sofies Wohnort gibt, will ihr Vater Markus ihr eine Freude machen ...

Die zwölfjährige Sofie liebt die Musik von Ariana La Vega. Obwohl die Sängerin auf ihrer Deutschlandtournee kein Konzert in der Nähe von Sofies Wohnort gibt, will ihr Vater Markus ihr eine Freude machen und kauft Tickets für ein Konzert in Stuttgart. Mit dabei sind Sofies Cousine und deren Mutter. Dann passiert das Unfassbare: als die Konzertbesucher die Halle verlassen, wird ein Terroranschlag verübt und Sofie kommt ums Leben.
Markus macht sich Vorwürfe, denn der Konzertbesuch war seine Idee. Er ist einerseits wie benommen und will den Tod seiner Tochter nicht wahrhaben, andererseits versucht er, jede Kleinigkeit über den Anschlag und den Attentäter Ayoub in Erfahrung zu bringen. Er geht sogar so weit, Ayoubs Familie aufzusuchen und zur Rede zu stellen.
Sofies Mutter Kerstin geht den entgegengesetzten Weg. Ihre Tochter ist tot und das Wissen um Details bringt sie nicht zurück. Sie will sogar ihre demente Mutter, die im Pflegeheim lebt, von Sofies Tod erzählen, weil sie meint, ihrer Mutter nichts vormachen zu dürfen. Der unterschiedliche Umgang mit dem Tod der Tochter stellt die Beziehung von Markus und Kerstin auf eine harte Probe.
„Eden“ ist ziemlich schwere Lektüre, es fiel mir teilweise schwer, mich in die manchmal sehr verworrene Gedankenwelt und die Handlungen von Markus hineinzuversetzen.
Ein sehr sympathischer Protagonist ist Sofies Mitschüler Tobias, der in Sofie verliebt war und trotz aller Trauer sein Leben normal weiterlebt. Sofies Tod bringt ihn ihrer Familie näher und er vertraut seine familiären Probleme Markus an, dem der Kontakt zu Tobias auch guttut.
In kurzen Kapiteln wird auch der Attentäter Ayoub vorgestellt und versucht, seine Beweggründe zu beleuchten. Ein interessanter Versuch, vielleicht sollte gezeigt werden, dass er auch nur ein Mensch mit Problemen ist, doch diese Kapitel habe ich sehr ungern gelesen. Ein interessantes Buch mit schwieriger Thematik.

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