Cover-Bild Richtig gutes Essen
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23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 160
  • Ersterscheinung: 10.02.2026
  • ISBN: 9783755800859
Junko Takase

Richtig gutes Essen

Roman | »Lustig und lebendig« Hiromi Kawakami
Yoko Ann Hamann (Übersetzer)

Eine angepasste Bürokarriere, eine zuvorkommende Frau, richtig gutes Essen – Nitani weiß, worauf es im Leben ankommen sollte. Die Regeln sind klar, doch Nitani, dessen größtes Glück der Verzehr von Instantramen ist und der am liebsten seine gesamte Nährstoffzufuhr über eine Tablette beziehen würde, tut sich schwer mit ihnen. In seinem Büro ist Ashikawa die Art von Frau, die er wahrscheinlich heiraten wird: liebenswürdig und entschlossen, ihn von seiner Sucht nach Instantnudeln zu befreien. Aber es fällt ihm immer schwerer, sie zu respektieren – oder die süßen Leckereien, die sie verteilt und mit denen sie sich die Zuneigung ihrer Kollegen durch Backen statt durch harte Arbeit sichert.
Seine Kollegin Oshio ist unkonventioneller – sie ist Nitanis Trinkpartnerin. In der starr reglementierten Welt des Büros kommen sich die beiden näher. Und ihr offenbart Nitani auch seine geheime Leidenschaft: die Literatur.
Humorvoll und klug stellt Junko Takase die Frage, warum wir im Leben manchmal falsch abbiegen, und zeigt anhand einer Bürogemeinschaft die Absurditäten des modernen Zusammenlebens auf.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2026

Geschmacksache …

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„Richtig gutes Essen“ von Junko Takase eine teils humorvolle und witzige Novelle, in einem ungewöhnlichen Format, dass sich leicht halten lässt. Der Schutzumschlag ist in rot-weiß gehalten, die Bebilderung ...

„Richtig gutes Essen“ von Junko Takase eine teils humorvolle und witzige Novelle, in einem ungewöhnlichen Format, dass sich leicht halten lässt. Der Schutzumschlag ist in rot-weiß gehalten, die Bebilderung ist in „Comic-Art“ und zeigt ein typisches japanisches Straßen- und Bar Flair. Alles wirkt sehr strukturiert und durchdacht. Der Einband darunter ist schlicht rot und wird von Essstäbchen geziert. Die wichtigsten Protagonisten sind Nitani, Oshio und Ashikawa. Diese sind von der Autorin detailreich und gut beschrieben. Die Bürogemeinschaft und deren Arbeitstage werden gekonnt aufs Korn genommen. Kicher, sympathisch sind sie mir aber alle drei nicht wirklich und das hat sich während der Lektüre auch nicht mehr geändert. By the way „Richtig gutes Essen“ beginnt in meinen Augen gleich mit einem krassen Widerspruch, denn Nitani könnte dreimal am Tag Instant-Ramen verputzen. Und, dass ist bestimmt auf Dauer nicht gesund oder hat etwas mit „Richtig gutem Essen“ zu tun, was meint ihr? Da ich Instantnudeln vorher nicht kannte, habe ich sie mir mittags auch mal zubereitet und danach das Büchlein noch intensiver gelesen, um diese „geheime Leidenschaft“ für diese Speise zu verstehen.

… Ich wünschte, ich könnte dreimal am Tag Instantnudeln essen und trotzdem alle Voraussetzungen für ein gesundes Leben erfüllen …

Der Kurzroman befasst sich mit vielen Metaphern und ist auch stellenweise etwas absurd. Einerseits wird die Auseinandersetzung mit dem „Da-Sein“ von Takase thematisiert und es geht viel um die “angepasste Gesellschaft“ und Normen, die erfüllt werden müssen, um anerkannt zu werden oder dazu zugehören. Als Leser beschäftigt man sich zum Beispiel mit der Frage: „Was sagen unsere Essgewohnheiten darüber aus, wer wir sind?“ Durchaus spannend, wenn man sich lesetechnisch darauf einlässt. Es ist ein wenig wie Sekt oder Selters, beides kribbelt, aber es hat eine unterschiedliche Wirkung. Bei Nitani rebelliert das Innere, aber äußerlich ist er angepasst.

… Als ich als Teenager meinen Studiengang gewählt habe, habe ich nicht dass genommen, was ich liebe, sondern das, was mein Leben leichter macht …

Mich erinnert Nitani ein wenig an einen Yuppie, der sich zu einem Bad-Girl hingezogen fühlt, wie hier zu seiner Trinkpartnerin und Arbeitskollegin Oshio. Aber eben nur „hinter dem Rücken“ und still und leise! Wie bei „richtig, gutem Essen“ wird das Buch noch mit etwas „Sex sells“ davor oder danach gewürzt, was mich eher gewundert hat, denn ich hätte vermutet, dass die Japaner eher prüder wären, aber vielleicht habe ich auch einfach nur zu wenig Kenntnis über diese Lebensweise. Abschließend wird die Frage, „warum wir im Leben falsch abbiegen“ abgeschlossen und das Ende hat mich daher nicht wirklich überrascht.

Fazit: **** „Richtig gutes Essen“ von Junko Takase ist im Dumont Verlag erschienen. Das Büchlein hat mit hilfreichem Glossar gut 159 Seiten, die einen als Leser gut unterhalten, nachdenklich machen und einmal über den Tellerrand schauen lassen.
Und ehe ich es vergesse, „Mochi“ sind mir etwas zu süssssssss!

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Wenn Freundlichkeit zur Verpflichtung wird

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Richtig gutes Essen erzählt von drei Angestellten eines japanischen Unternehmens, deren Arbeitsalltag von unausgesprochenen Regeln, stillen Erwartungen und sozialen Ritualen geprägt ist. Nitani, neu in ...

Richtig gutes Essen erzählt von drei Angestellten eines japanischen Unternehmens, deren Arbeitsalltag von unausgesprochenen Regeln, stillen Erwartungen und sozialen Ritualen geprägt ist. Nitani, neu in der Abteilung, empfindet Essen vor allem als lästige Notwendigkeit. Oshio arbeitet hart, passt sich an und zahlt dafür mit Überstunden und Erschöpfung. Ashikawa hingegen bringt regelmäßig selbstgebackene Süßigkeiten mit ins Büro und ist freundlich, fürsorglich und scheinbar selbstverständlich. Doch hinter diesen all diesen Gesten beginnen sich Spannungen aufzubauen, die weniger mit Nahrung als mit Macht, Rollenbildern und Anpassung zu tun haben.

Junko Takase nutzt Essen als überraschend scharfes Werkzeug, um Bürohierarchien und gesellschaftliche Erwartungen sichtbar zu machen. Der Roman wirkt dabei bewusst leise und zurückhaltend, fast beiläufig und und kann genau deshalb überzeugen. Statt klarer Urteile entstehen Grauzonen und man fragt sich: Ist Ashikawas Fürsorglichkeit echte Freundlichkeit oder eine subtile Form von Kontrolle? Bedeutet Anpassung Sicherheit oder Selbstaufgabe? Die Figuren bleiben dabei sperrig: Nitani wirkt distanziert und unangenehm ehrlich, Oshio auf der anderen Seite wütend und erschöpft und Ashikawa glatt und schwer greifbar. Gerade diese Unbequemlichkeit zwingt dazu, zwischen den Zeilen zu lesen. Eindrucksvoll ist dabei, wie sehr Erwartungen an Weiblichkeit und Harmonie den Arbeitsalltag bestimmen und wie wenig Raum für offene Ablehnung bleibt. Die Perspektivwechsel unterstreichen diese innere Zerrissenheit zusätzlich, auch wenn sie nicht immer leicht zugänglich sind.

Der Roman von Takase ist keine Geschichte zum Wohlfühlen, sondern eine präzise Beobachtung darüber, wie soziale Rituale als Druckmittel funktionieren können. Die Geschichte verlangt Aufmerksamkeit und Geduld, belohnt aber mit klugen Denkanstößen zu Arbeit, Geschlecht und Konformität. Ein stilles, unbequemes Buch, das lange nachwirkt.

Veröffentlicht am 10.02.2026

Scharfer Blick auf die japanische Gesellschaft

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Nitani verbringt die meiste Zeit seines Lebens im Büro. In der Mittagspause bewundert er die Bentō-Boxen seiner Kolleginnen. Doch es käme ihm nie in den Sinn, sich am Abend noch in die Küche zu stellen, ...

Nitani verbringt die meiste Zeit seines Lebens im Büro. In der Mittagspause bewundert er die Bentō-Boxen seiner Kolleginnen. Doch es käme ihm nie in den Sinn, sich am Abend noch in die Küche zu stellen, um Omelette oder Tofu zu braten und Gurke oder Fisch zu filetieren. Nitani gießt einfach heißes Wasser auf seine Instantnudeln und weiß, dass er satt wird. Am Abend macht er es genauso, denn dann bleibt ihm noch etwas Zeit, um Playstation zu spielen, bevor er sich schlafen legt, um bald darauf schon wieder ins Büro zu gehen.

Sein Vorgesetzter Fuji hat mehr Glück, er hat immer ein liebevoll zubereitetes Bentō am Start. Nitani beobachtet, wie er versonnen in ein handgebratenes Omelette beißt, sieht, wie Fuji aufsteht und vor Ashikawas Schreibtisch stehen bleibt. Er nimmt ihre Teeflasche, schraubt sie auf und nimmt einen Schluck. Fuji dreht sich um und blickt in Nitanis Augen, lacht wie ein Kind, das erwischt wurde und sagt: „Ich war am Verdursten.“ Fuji stellt die Flasche zurück, geht zum Kühlschrank und nimmt sich eine Frische.

Nitani fragt sich, ob das Nippen an Ashikawas Flasche etwas damit zu tun hat, dass Fuji ein Mann mittleren Alters und Assistent der Geschäftsleitung ist und ist sich nicht sicher. Allerdings glaubt er, dass es damit zu tun hat, dass Ashikawa eine junge Frau ist.

Fazit: Junko Takase, für diese Geschichte ausgezeichnet mit dem Akutagawa-Preis, hat mir die Absurditäten des Arbeitsalltags gezeigt und mich zugleich auf einen Streifzug durch die japanische Küche mitgenommen. Ihr Protagonist ernährt sich mangels Zeit und Lust hauptsächlich von Instantnudeln. Seine Kollegin Ashikawa, die ihm so gut wie versprochen ist, wird versuchen, das zu ändern, weil sie eine hervorragende Köchin ist. Leider zeigt sie, aus Nitanis Sicht, in der Firma nicht den nötigen Arbeitseifer. Noch dazu lächelt sie alle Attacken weg und gleicht ihre mangelnde Verlässlichkeit mit feinstem selbst gemachten Gebäck für die Mitarbeiterinnen aus. Sie scheint eine wirklich „liebe“ Frau zu sein. Aber Nitani verliert die Achtung vor ihr und schmiedet mit einer anderen Kollegin, die Ashikawa hasst, Ränke. Die Autorin zeigt anschaulich die festgefahrenen Rollenbilder. Frauen rangieren hinter den Männern. Das gesamte Dasein besteht aus Etikette, die es einzuhalten gilt. Ich mochte diesen Einblick in die japanische Gesellschaft sehr. Ein bisschen schwierig fand ich die abrupten Szenenwechsel und manchmal auch den Satzbau. Insgesamt ist diese Geschichte, die auf 160 Seiten Platz findet, kein literarisches Feuerwerk, aber eine solide, anschauliche Erzählung, die ich gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Schöne Erzählung

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Eine Büro im Japan und die Angestellte, jeder ist anders, jeder macht der Arbeit anders und jeder hat andere Essengewonheiten - diese schöne kurze Erzählung bringt und die japanische Kultur und japanische ...

Eine Büro im Japan und die Angestellte, jeder ist anders, jeder macht der Arbeit anders und jeder hat andere Essengewonheiten - diese schöne kurze Erzählung bringt und die japanische Kultur und japanische Essen näher.

Der Schreibstil ist flüssig und einfach zum lesen, die japanische Begriffe sind hinten erklärt, was große Hilfe ist , einzige was nicht ganz meins war, waren die Personen, zu denen habe ich keine Nähe gefunden, irgendwie kalt und sehr distanziert .

Die Autorin schreibt über zwei sehr wichtige Sachen im Leben - Essen und Arbeit , sie schreibt aber nicht belerend sondern mit eine Prise Humor, das hat mir sehr gut gefallen, ich kann das Büchlein empfehlen wenn jemand auf die Suche nach leichte , asiatische Literatur ist.

Veröffentlicht am 08.02.2026

Japanische Bürogeschichte

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Wenn man das Buch im der Hand hält, fällt erst einmal das besondere Cover auf. Es gefällt mir gut und passt zu dem Roman.

Es geht vorrangig um drei Kollegen im japanischen Arbeitsumfeld, die unterschiedlicher ...

Wenn man das Buch im der Hand hält, fällt erst einmal das besondere Cover auf. Es gefällt mir gut und passt zu dem Roman.

Es geht vorrangig um drei Kollegen im japanischen Arbeitsumfeld, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zwischen ihnen entwickelt sich im Büro, wie auch im privaten eine spannende Dynamik. Wie auch der Titel schon anteasert, geht es viel ums Essen.

Für mich mal ein ganz anderes Buch, dass durch den Schreibstil aber auch sehr distanziert geblieben ist. Wobei es auch das Gefühl ist, das ich mit der japanischen Mentalität verbinde.

Gut fand ich das Glossar am Ende, wobei ich es leider erst zum Schluss entdeckt habe. Hätte mir die Erklärungen im Verlauf der Geschichte gewünscht.

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