berührende, bittersüße Geschichte.
Justine Pust – Wo der Regen uns berührt
Ada ist sauer. Und traurig. Und sie hat große Angst. Nach dem Tod ihres Vater der an der Huntington-Krankheit gestorben ist, weiß Ada nicht, wohin mit ihren vielen ...
Justine Pust – Wo der Regen uns berührt
Ada ist sauer. Und traurig. Und sie hat große Angst. Nach dem Tod ihres Vater der an der Huntington-Krankheit gestorben ist, weiß Ada nicht, wohin mit ihren vielen Gefühlen. Da wäre es doch besser, gar nichts zu fühlen, oder? Partys, bedeutunglose Bettgeschichten und Alkohol sind ihre Zuflucht.
Dietz, der seine Schwester ebenfalls verloren hat, ist in Ada verliebt und nicht mehr bereit mit ihr zu schlafen, denn er will mehr. Mehr von Ada, mehr fühlen und noch mehr zu sich selbst finden.
Zwei Menschen. Zwei Tode. Zwei unterschiedliche Wege. Doch obwohl sich Ada und Dietz lieben wird es fast unmöglich einen gemeinsamen Weg zu finden. Oder sind sie einfach nicht dafür bestimmt, den Weg in die Zukunft gemeinsam zu gehen?
Ich habe von der Autorin schon einige Bücher gelesen, die mich sehr berührt haben. Zuletzt "When the rain burns", das mich gedanklich auch nach Wochen noch beschäftigt.
Auch der Vorgänger "Wo die Sterne uns sehen" hat mir sehr gut gefallen. In der Geschichte ging es um Willow und Elias, den besten Freunden von Ada und Dietz, die in diesem Buch im Fokus stehen.
Der Erzählstil ist angenehm. Die Story baut eine gute Spannung auf, die Grundstimmung ist eher düster und beklemmend, auch wenn es kleine Momente des Glücks und Lichts gibt. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und werden abwechselnd aus der Sicht von Ada und Dietz erzählt.
Die Charaktere sind realitätsnah, lebendig und facettenreich ausgearbeitet.
Durch Rückblicke wird die gemeinsame Geschichte von Ada und Dietz erzählt. Ähnliche Schicksale, zwei dem Tod geweihte Angehörige, Trauer und der Umgang mit Verlust, haben sie gleichzeitig zusammengeschweißt und wieder voneinander weggetrieben. Zwei Wege um mit der Trauer fertig zu werden. Beide Hauptfiguren haben Angst, die eine vor der Zukunft, der andere vor der tragischen Wahrheit.
Die Zerissenheit ist auf jeder Seite spürbar. Die Liebe zum Vater bzw der Schwester. Die Umstellung die der Verlust mit sich bringt.
Die Autorin ist sehr sensibel mit dem Thema Verlust, Tod und Trauer umgegangen.
Die verschiedenen Schauplätze sind gut ausgearbeitet. Das kühle sterile Krankenhaus, aber auch die lebhafte WG. Das Festival und die doch sehr unterschiedlichen Zuhause von Dietz und Ada, konnte ich mir gut vorstellen.
Die Geschichte hat mich erneut tief berührt. Wie kommt man aus einer Abwärtsspirale oder wie wiedersetzt man sich der Familie? Wie schafft man es, zu sich selbst zu finden und trotzdem nicht daran zu brechen? Justine Pust hat eine berührende Geschichte geschrieben mit viel Gefühl, in der auch Liebe, Selbstliebe und Freundschaft im Fokus stehen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.
Das Cover ist sehr hübsch und passt gut zum Vorgäner "Wo die Sterne uns sehen".
Fazit: berührende, bittersüße Geschichte. 5 Sterne.