Cover-Bild Sunny
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13,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Droemer Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 336
  • Ersterscheinung: 21.07.2025
  • ISBN: 9783426306826
Karin Kalisa

Sunny

Oder die Geometrie der Liebe. Roman | Episch, eindringlich und präzise - Der neue Roman der Bestseller-Autorin von »Sungs Laden«

Zwei Staaten, zwei Epochen, vier Liebende: der große Roman von Bestseller-Autorin Karin Kalisa

Bevor Jon die Schule abschließen kann, schließt sie mit ihm ab. Er ist draußen. Und Sunny, nach der er sich sehnt, wie er sich noch nie nach jemanden gesehnt hat, meldet sich nicht. Unter der sengenden Sonne eines Jahrhundertsommers streift er durch die Wälder vor den Toren Berlins und stößt auf die darin verborgenen Gebäude der ehemaligen Jugendhochschule der DDR – und auf Benno, der hier einst die Liebe seines Lebens gefunden hatte, Alemee aus Äthiopien, und dieser Liebe wegen ausgebürgert wurde. Nach langen Jahren in Afrika ist er allein zurückgekehrt in ein ihm unvertraut gewordenes Land. Jon und Benno werden zu Gefährten, die einander helfen, ihre Lebenslinien nicht als abschüssige Bahnen zu begreifen. Sunny und Alemee, um die ihre Gedanken nicht aufhören zu kreisen, mischen sich in die gleißende Gegenwart wie Luftspiegelungen am Horizont einer stillgestellten Zeit. Aber dann bringen ein ramponierter japanischer Jeep, frisch gebrühter Kaffee aus Sidamo und einige überaus glückliche Formfehler der Berliner Verwaltung auf einmal Bewegung in alles, was festgefahren schien. 

Hochaktuell und zugleich ein Echolot in die Epoche der Weltrevolution – von Berlin bis Addis Abeba und darüber hinaus.

Karin Kalisa erzählt von den Passagen eines Sommers, in der eine nie gekannte Hitze die Grenze zwischen Realem und Irrealem ins Schlingern geraten lässt. Völlig real ist dabei ihr entlarvender Blick auf das seltsame System Schule und auf ein kaum bekanntes Stück deutscher Vergangenheit.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2025

Facetten der Liebe & mehr

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„Sunny“ ist ein vielschichtiger Roman der in Berlin lebenden Autorin Karin Kalisa.

Jon muss die Schule verlassen, was ihm im Grunde ziemlich egal ist. Sein größtes Problem ist, dass er dann seine große ...

„Sunny“ ist ein vielschichtiger Roman der in Berlin lebenden Autorin Karin Kalisa.

Jon muss die Schule verlassen, was ihm im Grunde ziemlich egal ist. Sein größtes Problem ist, dass er dann seine große Liebe Sunny nicht mehr sieht. Jons Eltern bemühen sich zwar um seine Zukunft, sind aber ziemlich weltfremd - zwei Wissenschaftler, die ein wenig der Realität entrückt sind.
Jon beginnt durch die Wälder zu streifen und trifft dabei auf Benno. Dieser ist vor vielen Jahren wegen seiner großen Liebe Alemee nach Äthiopien gegangen und inzwischen allein zurückgekehrt. Er fühlt sich fremd in seiner ehemaligen Heimat - zuviel hat sich verändert.

Die Handlung findet im Sommer statt und die vorherrschende Hitze kam direkt bei mir an. Im Vordergrund stehen Jon und Benno, zwei sehr unterschiedliche Charaktere an vollkommen verschiedenen Punkten ihres Lebens. Aber sie haben auch Gemeinsamkeiten, beide sehnen sich nach der Liebe ihres Lebens und beide fühlen sich verloren.

Mit der Handlung um die beiden Protagonisten hat die Autorin weitere Themen – wie den Klimawandel, historische Ereignisse, das Schulsystem - verwoben, die zum Nachdenken anregen und für ein abwechslungsreiches Leseerlebnis sorgen.

Die Ereignisse werden im Wechsel aus Jons und Bennos Perspektive geschildert. Allerdings steht Jon im Vordergrund und ich hätte gerne mehr über Benno erfahren.

Der Schreibstil von Karin Kalisa ist ruhig und poetisch. Sie verbindet Alltägliches mit Philosophischem. Mir gefiel diese Kombination, so dass ich das Buch gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Auf der Suche

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Da ist Jon, der von der Schule verwiesen wurde und nun nach einer neuen Perspektive sucht. Und da ist Benno, der aus der DDR ausgebürgert wurde und nun in seine Heimat zurückkehrt. „Er ist ein Ausreißer, ...

Da ist Jon, der von der Schule verwiesen wurde und nun nach einer neuen Perspektive sucht. Und da ist Benno, der aus der DDR ausgebürgert wurde und nun in seine Heimat zurückkehrt. „Er ist ein Ausreißer, und ich bin ein Ausgereister.“ Sie haben scheinbar wenig und dann doch ganz viel gemeinsam, als sie sich über den Weg laufen.
Die titelgebende ‚Sunny‘ ist nur eine Nebenfigur, aber symbolisch für den Roman: die nicht erreichbare Angebetete, die Seelenverwandte, die doch nah bleibt. Und eine solche Figur gibt es als Parallele in beiden Handlungssträngen.
Die Geschichte hat etwas Magisches, aus der Zeit Gerissenes, da die Treffen am verwilderten Standort einer Jugendhochschule der DDR längst verblasste Erinnerungen zu Tage bringen. „So richtig real hörte sich das alles nicht an, dennoch glaubte er jedes Wort und wollte noch mehr hören, über dieses Hogwarts der DDR, »das es leider nun nicht mehr gab.“
Karin Kalisa trifft einen besonderen Ton, der die Empfindsamkeit ihrer Figuren unterstreicht. Diese entsprechen keinen Klischees, sondern hadern mit ihrem Schicksal und schaffen es doch, sich einander zu öffnen. Sie sind liebenswert, weil sie ihrem moralischen Kompass folgen und über alle Krisen hinweg an ihren Werten und an ihrer Liebe festhalten. Mir gefällt, wie die Geschichten, ganz ohne Kitsch, miteinander verbunden werden.

Veröffentlicht am 20.10.2025

leise Töne

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Sunny: Oder Die Geometrie der Liebe von Karin Kalisa ist im Juli 2025 im Droemer Verlag erschienen.
Die Geschichte dreht sich um Jon, der nach zehn Jahren Schulpflicht ohne Abschluss die Schule verlässt. ...

Sunny: Oder Die Geometrie der Liebe von Karin Kalisa ist im Juli 2025 im Droemer Verlag erschienen.
Die Geschichte dreht sich um Jon, der nach zehn Jahren Schulpflicht ohne Abschluss die Schule verlässt. Seine Zukunft ist ungewiss. Seine Eltern sind Naturwissenschaftler und ziemlich verpeilt. Er träumt voller Sehnsucht von seiner Klassenkameradin Sunny, die er per WhatsApp nicht erreichen kann. Sein Weg führt ihn zu Benno. An der ehemaligen Jugendhochschule der DDR begegnen sie sich. Benno ist ein Afrikarückkehrer, der an der Jugendhochschule seine Vergangenheit verarbeiten möchte. Hier fand er seine große Liebe, die Äthiopierin Alemee, und in Afrika verlor er sie wieder.

Die Autorin erzählt die Lebensgeschichte der beiden Hauptfiguren mit sanften, oft sehr poetischen Tönen. Geschickt webt sie die fast spürbare Hitze des Sommers mit ein. Sie geht auf die geschichtliche Relevanz der Jugendhochschule in der ehemaligen DDR ein und wirft einen kritischen Blick auf die ehemalige DDR und die Institution Stasi. Auch die Herausforderungen unseres heutigen Bildungssystems betrachtet sie kritisch.

Fazit: „Sunny” ist eine komplexe Geschichte, in die ich mich erst einlesen musste. Anfänglich verlor ich mich fast in der poetischen Sprache, doch schon nach kurzer Zeit nahm mich die Geschichte vollkommen gefangen. Karin Kalisa hat Vergangenheit und Gegenwart in ihrem Roman überzeugend verknüpft. Ich kann die Geschichte von Liebe, Verlust und der Suche nach dem eigenen Weg, die sich durch ihre leisen Töne und poetische Sprache auszeichnet, sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Der Zauber der Orientierungslosigkeit

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Jon und Benno könnten eigentlich nicht unterschiedlicher sein. Jon ist 14 Jahre alt und gerade von der Schule geflogen - dabei hat er mit der neuen Klassenkameradin Sunny gerade einen Grund gefunden, mit ...

Jon und Benno könnten eigentlich nicht unterschiedlicher sein. Jon ist 14 Jahre alt und gerade von der Schule geflogen - dabei hat er mit der neuen Klassenkameradin Sunny gerade einen Grund gefunden, mit mehr Elan dem Unterricht beizuwohnen. Missverstanden von seinen Lehrern, den Eltern und auch irgendwie von sich selbst trottet er durch den Brandenburger Wald und trifft dort auf eine mysteriöse Ruine - und auf Benno, der nach Jahrzehnten im afrikanischen Exil versucht, das moderne Deutschland mit seiner eigenen Jugend in der DDR zu vereinen. Zusammen begeben sie sich gewissermaßen auf die Suche nach Orientierung in ihren chaotischen Leben.

Karin Kalisa konnte mich bei diesem Buch vor allem mit ihrem ausladenden, bezaubernden und auch durchaus humorvollen Schreibstil überzeugen - wenn auch nicht von Anfang an. Dass die Charaktere immer wieder in ihre eigenen Gedankenwelten untertauchen und die Geschichte damit abschweift, ist sicher nichts für jeden und auch ich musste mich erstmal damit zurechtfinden. Doch die Autorin schafft es einfach wunderbar, viele schlaue Sätze in einem doch relativ kurzen Buch unterzubringen.

Dabei gefiel mir Jons Erzählstrang immer deutlich besser. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich altersmäßig eher an ihm als an Benno dran bin, aber ich denke auch, dass die Frustration mit dem Schulsystem, die ein zentrales Thema für Jon ist, viele Lesenden beschäftigen wird. Tatsächlich ist für mich die große Schwäche des Buches, dass ich nie so ganz mit Benno warm werden konnte und mir seine Probleme immer etwas egal waren. Auch das Ende fand ich für die Komplexität des restlichen Buches doch etwas zu einfach gestrickt.

Nichtsdestotrotz konnte mich Karin Kalisas Schreibstil so bezaubern, dass das Buch von mir wohlverdiente vier Sterne bekommt.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Zwiespältig

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Ich hatte vor einigen Jahren das Buch "Fischers Frau" über die Fischerteppiche an der Ostsee gelesen und das Buch hat mich begeistert. Deshalb war ich gespannt auf das neue Buch von Karin Kalisa, das sich ...

Ich hatte vor einigen Jahren das Buch "Fischers Frau" über die Fischerteppiche an der Ostsee gelesen und das Buch hat mich begeistert. Deshalb war ich gespannt auf das neue Buch von Karin Kalisa, das sich mit einem ganz anderen Thema befasst.

Es geht um zwei Liebesgeschichten: Benno liebt die Äthiopierin Alamee, doch sie hat ihn verlassen. Jon liebt Sunny, ein Mädchen aus seiner Klasse, aber als er ohne Abschlusss von der Schule fliegt und auch noch sein Handy verliert, kann er sie nicht mehr erreichen. Die Geschichten der beiden Männer werden in diesem Buch kunstvoll miteinander verschränkt und in Rückblicken erfährt man mehr über die Beziehungen und ihre Geschichte. Schließlich treffen Benno und Jon in einer verfallenen Jugendhochschule der DDR aufeinander und es beginnt eine ganz besondere Beziehung zwischen den so unterschielichen Männern.

Der Beginn des Buches ist etwas zäh und man kommt nicht gut in das Buch hinein. Im zweiten Teil wird es aber besser und ich habe sehr fasziniert die Geschichten der beiden verfolgt. Sie haben zwar unterschiedliche Erfahrungen gemacht, aber die Verzweiflung über den Verlust der großen Liebe ist ähnlich. Besonders gut haben mir auch die Gedichte von Alamee gefallen, die sich an das "Hohe Lied Salomos" anlehnen und doch eine ganz eigene Sprache finden. Der Zusammenhang erschließt sich allerdings erst im Laufe des Buches. Leider wird auf das Schicksal Alamees nicht weiter eingegangen.

Das Buch ist insgesamt anspruchsvoll und keine leichte Lektüre. Vor allem an Anfang sind Geduld und Durchhaltevermögen gefragt. Dann wird es allerdings mit jeder Seite zugänglicher bis zum (märchenhaften) Ende.

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