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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Droemer
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 480
  • Ersterscheinung: 01.04.2020
  • ISBN: 9783426282113
Katharina Fuchs

Neuleben

Roman
Zwei Frauen leben ihren Traum – gegen alle Widerstände der 50er und 60er Jahre Authentisch und einfühlsam erzählt Katharina Fuchs in diesem Roman über die Nachkriegszeit die wahre Geschichte ihrer Tante, die eine der allerersten Vorsitzenden Richterinnen Deutschlands war und ihrer Mutter, einer Modemacherin.

Weil sie als Tochter eines Wehrmachtoffiziers und einer Großgrundbesitzerin in der DDR nicht studieren darf, zieht Therese Trotha Anfang der fünfziger Jahre nach West-Berlin. Dort muss sie erleben, wie die wachsenden Unterschiede zwischen Ost und West ihre Familie auseinander brechen lassen. Auch ihr Studium gestaltet sich schwierig: Konservative Professoren und Kommilitonen machen Therese und ihrer Mitstudentin das Leben schwer. Die zwei einzigen Frauen an der juristischen Fakultät sind für sie Fremdkörper. Doch sie unterschätzen Thereses Begabung und ihren Willen ...

Verständnis für ihre Träume scheint lediglich ihre Schwägerin Gisela zu haben, denn auch sie fällt aus der ihr zugedachten Rolle: Die Schneiderin aus einfachen Verhältnissen hat mit Thereses Bruder eine »gute Partie« gemacht und wehrt sich gegen die reine Hausfrauenehe. Wie Therese hat sie hochtrabende Pläne ...
Basierend auf ihrer eigenen Familiengeschichte hat Katharina Fuchs Leben und Träume der Frauen in den 50er Jahren eingefangen und zu einem großen Roman über die Nachkriegszeit verarbeitet. Einfühlsam und mit viel Liebe zum Detail lässt sie Zeitgeschichte und zwei berührende Frauen-Schicksale lebendig werden.

Die wahre Geschichte ihrer Großmütter, die zwei Weltkriege überstehen mussten, erzählt Katharina Fuchs in »Zwei Handvoll Leben«.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2020

Interessante und spannende Familiengeschichte

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INHALT:
Deutschland 1953: Um zu studieren muss Teresa nach West Berlin ziehen, denn in der DDR wird ihr der Studienplatz verwehrt, weil sie sie Tochter eines Wehrmachtoffiziers und einer Gutsbesitzerin ...


INHALT:
Deutschland 1953: Um zu studieren muss Teresa nach West Berlin ziehen, denn in der DDR wird ihr der Studienplatz verwehrt, weil sie sie Tochter eines Wehrmachtoffiziers und einer Gutsbesitzerin ist. Ausserdem wurde das Familiengut in Sachsen enteignet. In ihrer Studienzeit ist sie den Launen der Hochschullehrer und auch der Komilitonen ausgesetzt, denn die sehen es nicht gern, wenn Frauen studieren. Aber Teresa hat ein klares Ziel vor den Augen- sie möchte Richterin werden. Gisela, die Schwägerin von Teresa hat dagegen in der Modestadt Berlin ganz andere Pläne. Die Autorin erzählt hier ihre eigene Familiengeschichte.
MEINE MEINUNG:
Wie auch schon in "Zwei Handvoll Leben" lässt uns die Autorin in "Neuleben" wieder am Schicksal ihrer eigenen Familie teilhaben, wodurch das Buch natürlich noch viel wertvoller und authentischer ist. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen schreibt Katharina Fuchs hier von zwei Frauen, zwei Schicksalen in Deutschland im Jahre 1953, zwei Frauen, die kämpfen müssen und die nicht aufgeben. Dabei wird auch der Rest der Familie mit einbezogen und wir erhalten als Leser einen tiefen und emotionalen Einblick in die Familie. Man spürt sofort die Verbundenheit und den Zusammenhalt von allen, aber auch das Ausbrechen von einigen, was natürlich zu Konflikten führt. Sehr lebendig und authentisch werden hier die Ereignisse beschrieben und erhalten eine ganz besondere Brisanz, da es wahre Begebenheiten sind. Mir gingen die Schicksale sehr zu Herzen und ich konnte mich gut in die Erlebnisse einfühlen. Den Schreibstil hier fand ich einfach wunderschön. Mit ganz viel Emotionen und einer lebendigen Atmosphäre schauen wir mit der Autorin zurück und in die fünfziger Jahre und sind dabei ganz nah.
FAZIT:
Diesen Einblick in die eigene Familiengeschichte der Autorin finde ich ganz wertvoll. In einer lebendigen Atmosphäre schauen wir hier auf wahre Schicksale.

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Veröffentlicht am 06.05.2020

Neuleben

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Handlung:
Berlin der 1950er Jahre
Therese Trotha lebt mittlerweile in Berlin, wo sie ihrem Wunsch nachgehen kann und Jura studiert. Doch ihr Studium gestaltet sich als kompliziert, sind doch viele Professoren ...

Handlung:
Berlin der 1950er Jahre
Therese Trotha lebt mittlerweile in Berlin, wo sie ihrem Wunsch nachgehen kann und Jura studiert. Doch ihr Studium gestaltet sich als kompliziert, sind doch viele Professoren und Kommilitonen nicht daran gewöhnt, dass Frauen nun ebenfalls studieren können. Nicht nur Therese, sondern auch die zweite Studentin in diesem Jahrgang müssen sich besonders beweisen und sind darauf erpicht, bestmögliche Leistungen zu erbringen. Und besonders Therese ist in sehr willensstark und gibt nicht so leicht auf.

Zeitgleich steht ihre baldige Schwägerin Gisela vor einer anderen Entscheidung. Die Hochzeit steht bevor und ihr Ehemann in spe wünscht sich, dass sie, sobald sich das erste Kind ankündigt, ihre Arbeit als Schneiderin kündigt und sich vollkommen auf ihr Dasein als Ehefrau und Mutter konzentriert. Doch das will die junge Frau absolut nicht, immerhin hat sie schon einige Pläne für die Zukunft und ist an der Nähmaschine besonders begabt....

Meinung:
Das Cover ist farblich etwas nüchtern gehalten und besticht durch zahlreiche verschiedene, recht kühle Blau-Töne. Es sind zwei Damen zu sehen, beide drehen dem Betrachter den Rücken zu, wirken vertraut und scheinen miteinander zu plaudern. Einerseits finde ich das Bild recht schön und passend, es hat einen nostalgischen Hauch. Nicht nur durch den Kleidungsstil, sondern auch durch den leicht verschwommenen und altmodischen Touch des Bildes. Auf der anderen Seite denke ich mir, dass man es leicht übersehen kann, allein durch das Cover zeichnet sich das Buch nicht aus.

Schon als ich letztes Jahr „Zwei Handvoll Leben“ von der Autorin gelesen habe, fand ich es unglaublich interessant, dem Entstehungsprozess bei Instagram zu folgen. Und genau das hat mir auch bei diesem Buch wieder gefallen, mein Interesse wurde immer weiter gestärkt und ich war so froh, dass der Erscheinungstermin immer näher gekommen ist. Für mich stand außer Frage, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte und bin dem Droemer Knaur Verlag sehr dankbar, dass ich ein Rezensionsexemplar des neuen Buches erhalten habe.

Ein ganz besonderes Detail wartet direkt bei dem ersten Aufschlagen auf den Leser. In den Umschlaginnenseiten gibt es einen Stammbaum, der einen weitreichenden Ausblick in die Vergangenheit der Autorin Katharina Fuchs gibt. Man kann sich bereits mit den Protagonisten vertraut machen und sich einige Details aus dem ersten Band wieder in Erinnerung rufen. Zudem sind so die wichtigsten Personen auf einen Blick vereint.

Das Problem bei mir war, dass ich so gespannt auf das Buch war, sodass meine Erwartungen stark gestiegen sind. Und ich anfangs etwas enttäuscht wurde. Ich hatte große Probleme damit, in den Roman zu starten und bei der Sache zu bleiben. Für mich haben sich ungefähr die ersten hundert Seiten gezogen, ich fand die Handlung nicht direkt spannend und hatte kleine Schwächen dabei, mich an einige Details aus dem ersten Band zu erinnern. Das alles hat mir den Einstieg etwas erschwert und ich hatte schon ein wenig Angst, dass ich mich durch das Buch quälen müsste. Was am Ende glücklicherweise nicht eingetreten ist, nach ungefähr dem ersten Viertel des Buches ging mein Eindruck stetig nach oben. Nicht nur war ich irgendwann in der Handlung angekommen und konnte mich ganz darauf einlassen, sondern die Geschichte wurde immer spannender und auch die Schreibweise hat mir sehr zugesagt. Ich konnte das Buch mit der Zeit nur noch schwer aus der Hand legen und habe schließlich die letzten 200 Seiten innerhalb von wenigen Stunden verschlungen.

Anfangs hatte ich Probleme mit der Schreibweise. Sie ließ sich nicht so flüssig lesen wie erhofft und war etwas hölzern. Die Szenen, aber auch die Protagonisten erschienen nicht so lebendig und menschlich. Nach gut hundert Seiten waren diese negativeren Eindrücke vollkommen weg, ich fand die Geschichte sehr lebendig und es besserte sich alles ins positive. Die Sprache wurde immer flüssiger und ließ sich dadurch auch besser lesen, Situationen erschienen immer authentischer und ließen teils ein lebendiges und farbenfrohes Bild vor meinen Augen entstehen.

Gerade bei jenen Kapiteln, die auf dem Gut Feltin stattfinden entstand eine ganz besondere Stimmung. Nicht nur die Beschreibungen der Gegend war unglaublich gut und ausführlich beschrieben, dort wirkte die Stimmung am stärksten und ließ eine Gänsehaut-Atmosphäre entstehen. Ich glaube, dass mir die Kapitel dort fast sogar am meisten gefallen haben, denn sie ließen viele Erinnerungen an den ersten Band lebendig werden.
Ansonsten findet die Handlung vor allem in Berlin statt. Die Stadt wirkt auf mich recht grau und düster, nur wenige Handlungsorte erstrahlten in einem ganz besonderen Licht. Dazu zählt vor allem das KaDeWe, welches auch hier wieder verheißungsvoll und einladend erscheint und welches besonders viele Bilder vor meinen Augen entstehen ließ. Ich bin froh, dass es auch diesmal wieder eine Rolle spielt, fast hätte ich mir noch ein bis zwei mehr Szenen dort gewünscht.

Es findet eine Erzählsituation aus fünf verschiedenen Sichtweisen statt. Bei der von Charlotte war ich mir etwas unsicher, ob sie unbedingt sein musste. Im Grunde war sie nicht entscheidend für die Handlung, war eher ein netter Zusatz, der noch einen anderen Blick auf die Charaktere erlaubt.
Die anderen vier Erzählperspektiven waren alle für die Handlung sehr wichtig und haben nicht nur verschiedene Einblicke zueinander gegeben, sondern auch zu der politischen Situation. Zudem konnte man sich selbst auch einen besseren Blick auf die Protagonisten erlauben und sie besser kennenlernen, einschätzen und so auch die Handlungen bewerten.
Die Handlung blieb so stets abwechslungsreich und es konnte nie Langeweile entstehen. Man wurde als Leser auch dazu angeregt, das Buch nur ungern aus der Hand zu legen, es gab öfter mal am Ende von Kapiteln einen kleinen Cliffhanger, der natürlich viel Spannung erzeugt hat.

Therese studiert Rechtswissenschaft und mir war bewusst, dass ihr Studium eine nicht unbedeutende Rolle einnehmen wird. Für mich nahm der Umfang dessen zu große Maße an. Oft wurden verschiedene Fälle detaillierter dargestellt, wo ich mich nur sehr schwer rein denken konnte und auch ein wenig Verständnisprobleme hatte. An diesen Stellen fiel mir das Lesen wieder ein klein wenig schwerer und ich war froh, wenn die Abschnitte rund um rechtliche Details zu Ende waren.
Ich fand es schade, dass gerade Therese sich so viel mit dem Recht befasst, ansonsten war sie mir wirklich am sympathischsten und ich mochte ihre Kapitel am meisten. Einige Charakterzüge habe ich an mir wiederentdeckt und ich konnte mich mit Therese ein wenig identifizieren.

Es war einfach unglaublich zu lesen, was die verschiedenen Protagonisten erlebt haben und wie lebendig Katharina Fuchs sie werden lassen hat. Man merkt deutlich, dass die Autorin in einem sehr guten Kontakt mit ihnen steht und sie deutlich charakterisieren kann. So entsteht eine starke Zeichnung und es ist aus so vielen Szenen herauslesbar, dass es sich hier um wirkliche Personen handelt, die teils noch leben, teils bereits verstorben sind. Am liebsten würde ich ganz viele davon kennenlernen und noch viele weitere Geschichten über die Vergangenheit aus ihrem Munde hören.
Passend zu diesen tatsächlich geschehenen, privaten Episoden der einzelnen Protagonisten gibt es auch immer wieder zahlreiche Details über die Politik und die allgemeine Geschichte der Bundesrepublik, damals noch zur Zeit der BRD und DDR. Hier fand ich es interessant, wie die verschiedenen Personen mit den politischen Sichtweisen und der allgemeinen Lage umgehen, sie kritisch hinterfragen und was manche planen... So wurde die Geschichte leicht und anschaulich vermittelt und ich denke, dass damit verschiedene Zielgruppen erreicht werden.
Diverse Ereignisse wurden geschickt in die Geschichte eingebunden und manche Informationen hat man fast schon nebenbei vermittelt bekommen und somit auch leicht aufgenommen. Man wurde mit Informationen nicht überschüttet und so habe ich mich auch nie überfordert gefühlt.

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass mir besonders Therese sehr sympathisch ist und sie mein absoluter Lieblingscharakter ist. Ich mag ihren willensstarken Charakter sehr und sie scheint eine ganz besondere Person gewesen zu sein. Therese hat nie aufgegeben und mit der Zeit gelernt, dass sie eine unglaublich starke Frau ist, die ihren Weg gehen wird.. Ich habe oft mit ihr mitgefühlt und habe mir stets gewünscht, dass sie ihre Ziele erreichen wird. Und so wie ich Therese einschätze, wird sie genau das geschafft haben.
Viele der anderen Charaktere waren ebenfalls sehr lebendig gezeichnet und hatten ausdrucksstarke Wesen mit viel Persönlichkeit. Ein großer Teil war mir sympathisch und ich hatte viel Freude dabei, sie auf ihrem Weg zu begleiten und mit ihnen Zeit zu verbringen. Sie wirkten in ihrem Handeln sehr natürlich und hatten teils einnehmende Wesen, sodass man sie nur mögen konnte.
Es war sehr authentisch, dass die Protagonisten auch mal Probleme hatten und einige Wege im Stein liegen hatten. Sie hatten alle ihr Bündel zu tragen und kämpften sich aus Tiefpunkten und schlechten Situationen selbst wieder heraus.
Mir hat es sehr gut gefallen, dass man als Leser frei entscheiden konnte, wen man mag und ob man eine Person als sympathisch einschätzt. Die Autorin überlässt diese Entscheidung vollkommen dem Leser und lenkt die Sympathien nicht in eine bestimmte Richtung.

Fazit:
Nach ein paar Startschwierigkeiten, die sich mit der Zeit komplett gegeben haben, hatte ich viel Freude dabei, das Buch zu lesen. Am liebsten hätte ich die Geschichte in einem Rutsch ausgelesen, ich musste mich immer ein wenig bremsen, um den Roman so lange wie möglich genießen zu können. Katharina Fuchs ist es wieder hervorragend gelungen, ihre Familiengeschichte nicht nur sehr spannend und eingängig darzustellen, sondern auch den Charakteren viel Persönlichkeit, Stärke und Lebendigkeit zu verleihen.
Ich werde leider trotzdem einen halben Stern in meiner Bewertung abziehen. Einmal für den nicht ganz runden Beginn des Buches, zum anderen für die doch sehr zahlreichen Szenen, in denen verschiedenste rechtliche Fälle dargestellt werden. Sie sollten zwar sicherlich dazu dienen, manche Situationen so nah an der Realität wie möglich darzustellen und lebendige Beispiele geben, doch ich habe mich damit schwer getan und konnte vieles nicht vollkommen nachvollziehen. Mir fehlt dafür wahrscheinlich das passende Hintergrundwissen, als auch das Interesse an der Rechtssprechung.
Ansonsten war das Buch einfach hervorragend, ich würde aber zum Verständnis empfehlen, auf jeden Fall beide Bände der Reihe zu lesen, um mögliche Zusammenhänge zu erkennen und einfach die Vorgeschichte zu kennen. Ich freue mich auf mehr solcher stark recherchierten, ausdrucksvollen Bücher!

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Veröffentlicht am 27.04.2020

Die 50er Jahre in Deutschland

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Deutschland 1953: Therese studiert im 6. Semester Jura in Berlin. Von den wenigen weiblichen Studenten der ersten Semester ist außer ihr nur noch ihre Freundin Marie dabei. Die konservativen männlichen ...

Deutschland 1953: Therese studiert im 6. Semester Jura in Berlin. Von den wenigen weiblichen Studenten der ersten Semester ist außer ihr nur noch ihre Freundin Marie dabei. Die konservativen männlichen Kommilitonen und Hochschullehrer machen es den jungen Frauen in dieser Männerdomäne sehr schwer. Dazu kommt, dass Therese sich unvorteilhaft kleidet und frisiert und seit ihrer Kindheit unter einer schiefen Gesichtshälfte leidet. Gisela, die junge Frau ihres Bruders Felix, ist dagegen bildhübsch, lebhaft und immer nach der neuesten Mode gekleidet. Denn Gisela ist Schneiderin und liebt es, Kleider zu entwerfen. Sie hat große Pläne und wehrt sich gegen die reine Hausfrauenehe. Die Frauen kommen aus ungleichen Verhältnissen. Thereses Familie war wohlhabend und besaß ein Gut in Sachsen, bis sie enteignet wurden und im Westen neu anfangen mussten. Gisela dagegen kommt aus einfachen Verhältnissen. Beide Frauen haben in der Vergangenheit schon viel Leid erlebt, doch beide haben einen Traum, für den sie kämpfen.

In „Neuleben“ erzählt Katharina Fuchs aus der Vergangenheit ihrer Tante Therese und ihrer Großmutter Gisela und man spürt ihre Verbundenheit zu der Geschichte. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut und lässt sich flüssig lesen. Alle beschriebenen Charaktere wirkten sehr authentisch auf mich und beide Protagonistinnen mochte ich gern, vielleicht Gisela ein klein wenig mehr. Ihre Geschichten werden im Wechsel erzählt, dazwischen gibt es aber auch noch einige Kapitel aus der Sicht von anderen Familienangehörigen, was die Handlung abwechslungsreich macht. Gisela und Therese müssen viele Widerstände überwinden, um ihre Träume verwirklichen zu können, doch beide Frauen lassen sich davon nicht unterkriegen, sondern wachsen daran. Besonders über Thereses Wandlung gegen Ende des Buches habe ich mich gefreut.
Es ist der Autorin gut gelungen, die Atmosphäre der 50er Jahre wieder lebendig werden zu lassen. Ich finde es immer sehr interessant, mehr über die Nachkriegszeit in Deutschland zu erfahren, auch über die Unterschiede zwischen DDR und BRD, die hier auch thematisiert werden. Besonders deutlich wird in diesem Roman die damalige Rolle der Frau - für uns heute kaum noch vorstellbar.

Fazit: Ein unterhaltsamer Roman über zwei starke und mutige Frauen im Deutschland der 50er Jahre.

Veröffentlicht am 27.04.2020

Zwei junge Frauen, die für ihre Träume kämpfen

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Deutschland Anfang der 50er-Jahre: In West-Berlin studiert Therese Trotha Jura. Aufgewachsen ist sie im Osten, aber der Tochter eines Wehrmachtoffiziers und einer Großgrundbesitzerin verwehrt die DDR ein ...

Deutschland Anfang der 50er-Jahre: In West-Berlin studiert Therese Trotha Jura. Aufgewachsen ist sie im Osten, aber der Tochter eines Wehrmachtoffiziers und einer Großgrundbesitzerin verwehrt die DDR ein Studium in der Heimat. Entstellt nach einer schweren Ohrenentzündung, ist die junge Frau nicht besonders attraktiv und muss in der Männerwelt an der Universität kämpfen, um sich zu behaupten. Auch Gisela Liedke, ihre künftige Schwägerin, würde gerne ihre Träume verwirklichen. Die gelernte Schneiderin steht kurz vor der Hochzeit mit Thereses Bruder Felix und möchte nicht als reine Hausfrau enden. Doch auch vor ihr liegt ein steiniger Weg…

„Neuleben“ von Katharina Fuchs ist die Fortsetzung des Romans „Zwei Handvoll Leben“.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus fast 60 Kapiteln mit einer angenehmen Länge und endet mit einem Epilog. Die Handlung spielt – mit Ausnahme des Epilogs – in den Jahren 1953 und 1954. Angefügt ist außerdem eine kurze „Nachlese“, die darüber aufklärt, wie es mit dem Leben der Personen weiterging. Erzählt wird vorwiegend im Wechsel aus der Sicht von Therese und Gisela, zwischendurch aber auch aus der weiterer Figuren.

Der Schreibstil ist unauffällig, aber anschaulich, einfühlsam, detailreich und lebhaft. Der Einstieg fällt nicht schwer. Der Roman knüpft inhaltlich an „Zwei Handvoll Leben“ an, in dem es um die Großmütter von Katharina Fuchs geht. Zwar ist „Neuleben“ auch ohne Vorwissen verständlich. Dennoch empfiehlt es sich, zunächst den Vorgängerband zu lesen.

Dieses Mal steht die nächste Generation im Vordergrund, genauer gesagt Therese und Gisela, zwei sympathische junge Frauen. Man kann sich gut in sie hinein fühlen, sie werden vielschichtig dargestellt und wirken realitätsnah. Darüber hinaus trifft der Leser wieder auf Anna und Charlotte aus dem ersten Band, worüber ich mich gefreut habe. Auch andere interessante Charaktere tauchen auf. Hilfreich beim Verständnis der Familienzusammenhänge ist der abgedruckte Stammbaum.

Ein Pluspunkt des Romans ist es, dass auch diese Fortsetzung auf der eigenen Familiengeschichte der Autorin basiert. Dieses Mal spielen Mutter und Tante von Katharina Fuchs eine wichtige Rolle. Biografische Fakten und literarische Verarbeitung werden erneut auf sehr gelungene Weise miteinander verbunden. Dass sich Katharina Fuchs intensiv mit der Historie ihrer Familie beschäftigt hat, wird an vielen Stellen deutlich. Leider gibt es kein Nachwort, in dem uns die Autorin an der Recherche und der Arbeit am Roman teilhaben lässt. So lässt sich nicht nachvollziehen, ob und, falls ja, an welchen Stellen schriftstellerische Freiheit zum Tragen kam.

Inhaltlich geht es um die Nachkriegszeit, deutsch-deutsche Geschichte und das Schicksal zweier junger Frauen. Der Leser erfährt auf unterhaltsame Weise viel über die Umstände der damaligen Zeit, zum Beispiel die Rolle der Frauen. Dabei ist der Roman sehr facettenreich. Allerdings ist die dargestellte Zeitspanne deutlich kürzer als im ersten Band, was ich ein wenig schade finde. Auf rund 480 Seiten kommt keine Langeweile auf, denn die Handlung ist ereignisreich und immer wieder überraschend.

Das nostalgisch anmutende Cover ist ansprechend gestaltet. Es passt sehr gut zu Inhalt und Genre. Auch der Titel ist durchaus treffend. Mir gefällt, dass er das Wort „Leben“ vom Vorgängerband aufgreift.

Mein Fazit:
Auch die Fortsetzung von „Zwei Handvoll Leben“ ist gelungen. Mit „Neuleben“ konnte mich Katharina Fuchs ebenfalls überzeugen.

Veröffentlicht am 25.04.2020

Auch Teil 2 wird zum Jahres-Highlight

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Mein erster Roman 2020 mit dem Prädikat "Lieblingsbuch-Status" und das zweite Buch der Autorin, welches dieses von mir erhält. Denn auch der erste Band "Zwei Handvoll Leben" hat von mir vor einem Jahr ...

Mein erster Roman 2020 mit dem Prädikat "Lieblingsbuch-Status" und das zweite Buch der Autorin, welches dieses von mir erhält. Denn auch der erste Band "Zwei Handvoll Leben" hat von mir vor einem Jahr diese Auszeichnung bekommen.

Katharina Fuchs führt ihre Familiengeschichte nun mit ihrer Tante Therese und ihrer Mutter Gisela fort, nachdem wir in "Zwei Handvoll Leben" ihre Großmütter begleiten durften.
In "Neuleben" befinden wir uns in der Nachkriegszeit und verfolgen zwei berührende Frauenschicksale, die sich dem Frauenbild der damaligen Zeit widersetzen und sich nicht nur Ehemann, Kinder und Küche widmen möchten.

Therese's Schicksal als Kind und junge Frau hat mich bereits im ersten Teil sehr berührt. Als Folge einer schweren Ohrenentzündung, die sie fast mit dem Leben bezahlt hat, sowie einer falschen Behandlung, bleibt ihr Gesicht schief. Während des Zweiten Weltkrieges nur knapp der Euthanasie entkommen, steht sie nun vor der nächsten Hürde. Als Tochter eines Wehrmachtsoffiziers und einer Großgrundbesitzerin darf sie in der neu gegründeten DDR nicht Jura studieren. Noch ist es möglich in den Westen zu gehen. Deshalb zieht sie zu ihrem leiblichen Vater Leonhard nach West Berlin. Als eine von nur zwei Frauen wird sie sowohl von den Kommilitonen, als auch von einigen Professoren schikaniert und immer wieder bloßgestellt. Zusätzlich ist sie keine Schönheit und kleidet sich eher hausbacken, um nicht aufzufallen. Doch Therese brennt für ihren Wunsch Richterin zu werden und gibt nicht so schnell auf.
Auch ihre Schwägerin Gisela hat nach der Hochzeit mit Therese Bruder Felix eigene Pläne. Die hübsche und modebewusste junge Frau hat das Talent ihrer Mutter Anna geerbt. Sie schneidert für ihr Leben gern und möchte selbstentworfene Kleider in einem großen Kaufhaus herstellen. Für Frauen zu dieser Zeit alles andere als selbstverständlich. Als Ehefrau hatte man sich den Kindern und dem Ehemann zu widmen, der das Geld nach Hause brachte. Wollte man arbeiten gehen, benötigte man die Unterschrift und das Einverständis des Ehemannes. Etwas, was ich heute einfach unvorstellbar finde!
Aber auch die Männer haben ihren Rucksack zu tragen. Viele kamen traumatisiert oder als Invalde aus dem Krieg zurück und versuchen nun wieder Fuß zu fassen, was nicht jedem gelingt.

Katharina Fuchs hat das Feeling dieser Zeit wunderbar einfangen. Der langsame Aufschwung und die harte Realität durch die Teilung Deutschlands, wird mit viel Herzblut erzählt. Als Österreicherin, und in den späten Sechziger Jahren geboren, war für mich die DDR einfach Fakt. Wie es so richtig dazu gekommen ist, haben wir in der Schule nie gelernt. Ich hatte zwar damals eine Brieffreundin aus Ostdeutschland und hatte oftmals geschwärzte Zeilen in den Briefen, doch wie es damals zu der Teilung kam, wusste ich nicht so genau. Niemand hätte gedacht, dass es plötzlich eine Mauer mitten durch Berlin geben und auch keiner, dass diese erst Ende 1989 wieder verschwinden wird.
Aber auch bestimmte Momente aus dieser Zeit, wie das WM-Finale in Bern 1954, geben dem Roman zusätzliche Authentizität.

Schreibstil und Charaktere:
Der Schreibstil von Katharina Fuchs hat einfach alles, was mich an eine Geschichte fesselt. Er ist lebendig, einfühlsam, bildhaft und atmosphärisch.
Die Figuren sind Menschen, wie du und ich, und zeigen doch viel Persönlichkeit und Stärke. Obwohl die Autorin hier über ihre Tante und ihre Mutter schreibt, muss es nicht automatisch heißen, dass die Figuren auch berühren und authentisch dargestellt werden. Es gehört eine Portion Gefühl und vorallem Schreibkunst dazu, dass man die Charaktere so transportieren kann, dass sie auch den Leser mitreißen und bewegen. Außerdem erscheint es mir nicht einfach, die geheimsten Wünsche und Hoffnungen der eigenen Eltern niederzuschreiben.

Fazit:
Auch "Neuleben" konnte mich genauso überzeugen, wie bereits der erste Band der Autorin "Zwei Handvoll Leben". Hier wurde Zeitgeschichte, basierend auf der eigenen Familiengeschichte, grandios umgesetzt. Ein Roman, der alles beinhaltet, was man sich als Leser wünscht. Ein Buch, das mich gefesselt und sehr berührt hat.
Für mich ein Lese-Highlight in diesem Jahr. Der Roman reiht sich in die Reihe meiner wenigen Bücher ein, die das Prädikat ♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥ erhalten. Absolute Leseempfehlung! (aber vorher Band Eins lesen!!)

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