Cover-Bild Schattengrünes Tal
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: hanserblau in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 22.07.2025
  • ISBN: 9783446284289
Kristina Hauff

Schattengrünes Tal

Roman
Ein dunkles Tal, lange Schatten und ein gut gehütetes Geheimnis: Nach »In blaukalter Tiefe« und »Unter Wasser Nacht« der neue psychologische Spannungsroman von Kristina Hauff

Mitten im Schwarzwald liegt das Hotel »Zum alten Forsthaus«, das seine besten Tage längst hinter sich hat. Nur wenige Gäste verirren sich in das zunehmend verfallende Haus. Umso überraschender, dass sich Daniela, eine schutzbedürftig wirkende Fremde, dauerhaft einquartiert. Lisa, die erwachsene Tochter des Besitzers, nimmt sich ihrer an. Während Daniela aufblüht und sich schnell in die Dorfgemeinschaft eingliedert, wenden sich enge Vertraute von Lisa ab – zuletzt sogar ihr Ehemann. Als schließlich der Herbst Einzug hält, die Tage kälter und die Schatten im grünen Tal immer dunkler werden, beginnt Lisa zu ahnen, dass ihre Welt auseinanderzubrechen droht.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2025

Packender Schwarzwald-Thrill mit kleinen Schwächen

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Von der ersten Seite an hat mich Schattengrünes Tal gepackt. Die Spannung blieb konstant hoch, und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Besonders begeistert haben mich die wunderschönen Beschreibungen ...

Von der ersten Seite an hat mich Schattengrünes Tal gepackt. Die Spannung blieb konstant hoch, und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Besonders begeistert haben mich die wunderschönen Beschreibungen des Schwarzwaldes – so atmosphärisch und bildhaft, dass ich beim Lesen das Rauschen der Bäume und das Spiel des Lichts auf den Wiesen förmlich spüren konnte.
Der Schreibstil ist klar und leicht verständlich, was das Lesen angenehm macht. Zudem wechselt die Erzählperspektive immer wieder, wodurch sich die Spannung zusätzlich steigert und man verschiedene Blickwinkel auf die Geschehnisse erhält.
Bis etwa zur Mitte des Buches war ich vollkommen gefesselt. Die Handlung war dicht, intensiv und voller Möglichkeiten. Doch dann kam für mich ein Bruch: Viele Entwicklungen wirkten vorhersehbar, manche Wendungen etwas zu konstruiert. Auch die Figuren blieben für meinen Geschmack zu sehr in festen Rollen und wirkten oft eindimensional, was ich schade fand, da das Potenzial für mehr Tiefe da war.
Ein spannender und atmosphärisch starker Roman, der vor allem in der ersten Hälfte glänzt. Die Schwarzwald-Beschreibungen sind großartig, der Stil flüssig, die wechselnden Perspektiven sorgen für zusätzlichen Nervenkitzel – und als Urlaubslektüre ist das Buch trotz kleiner Schwächen absolut gelungen.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Die Fremde im Dorf

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Was Kristina Hauff wirklich gut kann, ist Zwischenmenschliches in Worte fassen. Sie hat einfach ein perfektes Gespür für psychologische Abgründe und legt in ihren Büchern die Finger ganz tief in die Wunde.

So ...

Was Kristina Hauff wirklich gut kann, ist Zwischenmenschliches in Worte fassen. Sie hat einfach ein perfektes Gespür für psychologische Abgründe und legt in ihren Büchern die Finger ganz tief in die Wunde.

So auch in diesem Buch! Lisa lebt mit ihrem Mann Simon im Schwarzwald, wo er als Förster arbeitet und sie einen Job im Tourismusbüro hat. Lisa‘s Vater hat in der Nähe ein altes, etwas in die Jahre gekommenes Hotel. Es müsste viel gemacht werden, doch Carl verschließt sich allen Neuerungen und guten Ratschlägen, nutzt seine Tochter und seine Angestellten gnadenlos aus. Lisa hilft aus so gut sie kann , doch sie macht es ihrem Vater eigentlich nie recht.

Eines Tages taucht eine Fremde im Hotel auf, Daniela. Sie möchte auch nicht ausziehen als die Heizung ausfällt und alle anderen Hausgäste abreisen. Sie scheint einsam und schutzbedürftig zu sein und Lisa bekommt Mitleid mit ihr. Lisa hat definitiv ein ausgeprägtes Helfersyndrom, ein Vorwurf, den sie auch immer wieder von ihrem Mann zu hören bekommt. Lisa nimmt sich Daniela an und lässt sie ein Stück weit in ihr Leben, indem sie sie z.b zu ihren Chorproben mitnimmt. Daniela kommt überall gut an, fast schon zu gut und man bekommt als Leser ein ganz ungutes Gefühl und fragt sich, welche Absichten diese Frau hat.

Es liest sich wirklich spannend, und die Geschichte entwickelt einen immer größeren Sog. Ich ahnte dann aber recht schnell, was da kommen würde, habe aber trotzdem gerne weitergelesen. Lisa war mir etwas zu naiv für ihr Alter. Das Ende war mir etwas zu schnell abgehandelt. Hier hätte ich mir etwas Spektakuläreres mit Knalleffekt gewünscht.

Das Coverbild bringe ich mit dem Roman so gar nicht zusammen. Es wurde wohl eher gewählt, weil es zu vorherigen Buchcovern der Autorin passt.

Für mich war es nicht das beste Buch der Autorin.

Dennoch hat es mich gut unterhalten und ich habe es gerne gelesen. Der Roman eignet sich bestens als Urlaubslektüre, insbesondere, wenn man im schönen Schwarzwald unterwegs ist.

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Leider finde ich das Ende unbefriedigend

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Als Lisa Daniela kennenlernt, die gerade ins Hotel von Lisas Vater eingecheckt hat, ahnt sie noch nicht, dass diese ihr bald alle Menschen, die sie mag, entfremden würde.

Erzählt wird aus verschiedenen ...

Als Lisa Daniela kennenlernt, die gerade ins Hotel von Lisas Vater eingecheckt hat, ahnt sie noch nicht, dass diese ihr bald alle Menschen, die sie mag, entfremden würde.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, vor allem aus den Lisas und deren Ehemann Simon. Dadurch lernt man diese Charaktere nicht nur aus ihren eigenen Blickwinkeln, sondern auch aus denen der jeweils anderen kennen. Daniela erhält keine eigene Perspektive, was aber auch nicht passend wäre. Leider bin ich keinem Charakter wirklich nahe gekommen, obwohl ich Lisas Gedankengänge manchmal gut verstehen konnte.

Gut gefallen hat mir, dass die Schwarzwälder Landschaft eine Rolle spielt, das hat Atmosphäre und sie kann ich mir sehr gut vorstellen. Simon ist zudem Förster, und kommt zu Beginn der Geschichte von einer Reise in den Białowieża-Urwald in Polen zurück. In seinen Kapiteln erfährt man manches über Wälder.

Der Roman hat mich schnell gepackt. Danielas Auftauchen bringt ein ungutes Gefühl mit sich, das sich immer mehr verstärkt. Ich war gespannt, wie sich das auflösen würde, ob Lisa eine Chance bekommen würde, gegen die andere Frau zu bestehen, und mir hat gefallen, wenn sie das Gespräch mit anderen gesucht hat, was sie allerdings leider nicht immer tat. Sicher hätte man vieles viel schneller bereinigen können. Sprechen Menschen wirklich so wenig mit denen, mit denen sie Beziehungen haben, oder ist das nur in Romanen, Serien und Filmen so, um die Spannung zu erhöhen und das Publikum zu halten? Bei mir geht das manchmal nach hinten los, und ich ärgere mich, aber hier hatte ich zumindest das Gefühl, dass Lisa es versucht.

Im letzten Drittel oder Viertel des Romans hat er mich allerdings dann wieder etwas verloren. Ich mochte gar nicht die Entwicklung rund um Simon, da habe ich mich gefragt, wie realistisch das sein kann, zumindest anhand dessen, was man über die jeweiligen Hintergründe erfährt. Und auch das Ende kam mir zu schnell, zu einfach und erschien mir auch nicht ganz realistisch, sogar etwas unangenehm. So hat mir der Roman am Ende doch noch eine gewisse Enttäuschung beschert.

Recht lange hat mich der Roman sehr gespannt lesen lassen, hat sich für mich aber dann doch weniger nachvollziehbar entwickelt, so dass ich am Ende nicht wirklich zufrieden war, und daher nur 3 Sterne vergebe.

Veröffentlicht am 06.10.2025

Nichts, was man nicht schonmal gelesen hat

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Bei einer Geburtstagsfeier in einer Hütte im Schwarzwald kommt es zu merkwürdigen Ereignissen: erst fällt der Strom aus, dann erhält Simon, der Ehemann der Protagonistin, eine ominöse Textnachricht. Währenddessen ...

Bei einer Geburtstagsfeier in einer Hütte im Schwarzwald kommt es zu merkwürdigen Ereignissen: erst fällt der Strom aus, dann erhält Simon, der Ehemann der Protagonistin, eine ominöse Textnachricht. Währenddessen steigt im in die Jahre gekommenen Hotel von Lisas Vater eine merkwürdige Fremde ab, die nicht einmal Ersatzkleidung dabei hat. Lisa ist von dieser Frau, Daniela, berührt, greift ihr unter die Arme und lässt sie in ihr Leben. Doch zunehmend entfremden sich die Menschen in Lisas Leben von ihr.
Die Geschichte ist in einem fiktiven Ort im Schwarzwald angesiedelt. Es wird eine naturnahe, etwas düstere Stimmung transportiert, die zusammen mit dem etwas heruntergekommenen Hotel von Lisas Vater gut funktioniert und authentisch eine deutsche Kleinstadt auf dem Land vermittelt. Die Geschichte um Daniela wird in angemessenem Tempo aufgedröselt, doch an dem Punkt, an dem es beginnt, perfide zu werden, ist die Geschichte auch schon zu Ende bzw. nimmt eine ziemlich abstruse Wendung. Ansonsten ist die Geschichte leider ziemlich vorhersehbar und schon früh klar, was hier gespielt wird. Neben dem überhasteten, unglaubwürdigen Ende benehmen sich hier einige Figuren wenig nachvollziehbar und ziemlich unreif, insbesondere Simon. Und man darf dabei nicht vergessen, dass es sich hier um Menschen in mittlerem Erwachsenenalter (u.a. mit fast erwachsenen Kindern) handelt und nicht um Teenager oder sehr junge Erwachsene. Am Ende ist die Geschichte insgesamt wenig innovativ und nichts, was man so nicht schonmal gelesen hätte und hat mich dadurch nicht sonderlich gefesselt oder überzeugt.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Wenn die Fassade bröckelt

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Der Roman beginnt atmosphärisch stark. Ein idyllisch gelegener Ort. Mitten im Grünen, wo andere Leute Urlaub machen. Und trotzdem entsteht bereits nach wenigen Seiten ein Gefühl der Unruhe und subtilen ...

Der Roman beginnt atmosphärisch stark. Ein idyllisch gelegener Ort. Mitten im Grünen, wo andere Leute Urlaub machen. Und trotzdem entsteht bereits nach wenigen Seiten ein Gefühl der Unruhe und subtilen Bedrohung. Denn bei der Feier für Simon gibt es einen mutwillig herbeigeführten Stromausfall. Er selber bekommt eine anonyme Nachricht, verbirgt dies aber vor seiner Frau Lisa. Das heruntergekommene Hotel von Lisas Familie, mit seiner kaputten Heizung und dem Hauch vergangener Zeiten, verstärkt die beklemmende Stimmung. Besonders auffällig ist Danielas merkwürdige Weigerung, das nicht beheizbare Hotelzimmer zu verlassen, ein Verhalten, das Fragen aufwirft.

Der Schreibstil ist ruhig, aber eindringlich. Emotional, präzise und fesselnd. Man möchte zu diesem Zeitpunkt unbedingt wissen, was sich hinter den Fassaden der Figuren versteckt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lisa, eine warmherzige, hilfsbereite Frau mit einem ausgeprägten Bedürfnis, für andere da zu sein. Sie unterstützt Freunde, Familie und sogar Hotelgäste wie Daniela, die in dem kleinen Ort ein neues Leben beginnen möchte. Lisa ist jemand, der sich selbst zurücknimmt, um anderen zu helfen.

Doch je mehr Daniela in der Gemeinde Fuß fasst, desto stärker gerät Lisa ins Abseits. Die Dynamik kippt. Aus der Unterstützerin wird eine Außenseiterin. Lisa wird von ihren Freunden gemieden. Die Beweggründe dafür bleiben unklar. Daniela hingegen übernimmt zunehmend Raum, nicht nur im sozialen Gefüge des Ortes, sondern auch in der Erzählstruktur des Buches.

Daniela wirkt auf mich keinesfalls sympathisch. Eher übergriffig und aufdringlich. Umso irritierender ist der Kontrast zur Darstellung im Buch. Dort will man sie unterstützen und integrieren. Man hilft ihr, um Freunde und eine Wohnung zu finden. Diese unterschiedliche Wahrnehmung finde ich absolut widersprüchlich und unglaubwürdig.

Es ist durchaus interessant zu lesen, wie eine einzelne Person ein bestehendes Gefüge beeinflussen und ins Wanken bringen kann, doch ist es in diesem Ausmaß realistisch? Warum wird keiner misstrauisch? Warum glaubt man Daniela mehr als Lisa, obwohl sie Lisa seit Jahren kennen? Was sind das für langjährige Freunde? So habe ich meine Schwierigkeiten damit, die Handlungen einiger Personen nachzuvollziehen.

Insgesamt hat mich dieses Buch leider unzufrieden zurückgelassen. Ich habe schlicht und ergreifend die Beweggründe von Daniela nicht verstanden. Ich will hier nicht spoilern und zu sehr darauf eingehen, aber warum ist sie nach Herzogsbronn gekommen? Was ist ihr Hintergrund? Was ihre Intention? Obwohl das Buch ihr Auftauchen und ihre Wandlung thematisiert, sind mir ihre Ziele und Absichten komplett schleierhaft geblieben. Ihre Rolle wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet.