Cover-Bild Adama
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller: Polit und Justiz
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 425
  • Ersterscheinung: 14.10.2025
  • ISBN: 9783518475164
Lavie Tidhar

Adama

Thriller | Eine Geschichte Israels, die so noch nie erzählt wurde | Vom Autor des preisgekrönten Thrillers »Maror« | Deutscher Krimipreis 2025
Thomas Wörtche (Herausgeber), Conny Lösch (Übersetzer)

Adama ist Familien- und Generationen-Roman, chronique scandaleuse von Israel, Polit-Thriller und Kriminalroman. Ein mitreißendes historisches Epos über Liebe und Verrat, Gewalt und Tod, über Loyalität und Behauptungswille.

1946 beginnt die junge Ruth, sich in Palästina ein neues Leben aufzubauen, getrieben von jugendlichen Idealen in einem Land, das ihr feindlich gesinnt ist. Sie ist eine ungarische Zionistin, die, anders als die meisten Mitglieder ihrer Familie, den Nazis in Budapest entkommen konnte. Ruth wird das Herz des Kibbuz Trashim, und für sie ist der Kibbuz heilig, heilige Erde, also »Adama«, seine Existenz ist ihre Lebensaufgabe. Wenn dafür knallharte Entscheidungen nötig sind, dann wird sie sie treffen, inklusive Gewalt und Mord.

Wir folgen Ruth und den Ihren durch die Jahre 1945 bis 2009. Und damit durch die Turbulenzen des Staates Israel – die Auseinandersetzung mit den Briten, die Vertreibung der Araber, der Sechs-Tage-Krieg und der Jom-Kippur-Krieg machen Ruth womöglich noch zäher und härter. Neben dem Porträt einer beeindruckenden Frauenfigur und ihrer Familie, schreibt Lavie Tidhar auch die Gewaltgeschichte Israels fort.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2025

Erschütternd

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Der Thriller "Adama" von Lavie Tidhar umfasst einfach alles. Der Roman ist eine Familiengeschichte über mehrere Generationen, ein politischer Roman, ein Roman über Israel und ein Krimi. Die Protagonistin ...

Der Thriller "Adama" von Lavie Tidhar umfasst einfach alles. Der Roman ist eine Familiengeschichte über mehrere Generationen, ein politischer Roman, ein Roman über Israel und ein Krimi. Die Protagonistin dieser vielschichtigen Handlungen ist Ruth, deren Lebensgeschichte von 1945 bis zum Jahr 2009 erzählt wird. Zu Beginn der Handlung findet Hannah, ihre Enkelin, Bilder von Ruth,die nach Ende des Zweiten Weltkrieges ihr Leben neu in Palästina anfangen möchte, sich aber als dort unerwünschte Israelin in dem Land diversen Schwierigkeiten stellen muss. Die Juden möchten, dass ihnen das Land allein gehört und darauf folgen im Laufe der Zeit mehrere Kriege. Anhand von Ruth und anderen Familien werden viele Einzelschicksale erzählt, die ziemlich bewegend und schockierend sind. Lavie Tidhar schreibt offen und ausrucksvoll und hat ein spannendes und sehr nachdenklich machendes Buch geschrieben.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Vielschichtiger Familien- und Generationenroman

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1946 beginnt die junge Ruth, sich in einem Kibbuz in Palästina ein neues Leben aufzubauen. Gerade erst den Nazis in Budapest entkommen, lebt sie die Ideale des Zusammenlebens mit großer Überzeugung. Sie ...

1946 beginnt die junge Ruth, sich in einem Kibbuz in Palästina ein neues Leben aufzubauen. Gerade erst den Nazis in Budapest entkommen, lebt sie die Ideale des Zusammenlebens mit großer Überzeugung. Sie wird das Herz des Kibbuz Trashim. Der Kibbuz ist für sie heilige Erde, also “Adama”. Im Verlauf der Jahre wird sie sich sehr für den Kibbuz einsetzen, auch wenn sie dafür einige knallharte, moralisch nicht ganz integre Entscheidungen treffen muss.

“Adama” ist die Geschichte eines Lebens in Israel, ein Familien- und Generationenroman, der so manche Realität ungeschminkt erzählt. Der Leser begleitet Ruth und ihre Familie in den Jahren 1946 bis 2009. Dies geschieht durch mehrere Zeitsprünge und aus der Sichtweise mehrerer Familienmitglieder, was einerseits für viel Spannung sorgt, zeitweise aber in meinen Augen auch etwas verwirrend erscheint. Der Roman ist äußerst vielschichtig aufgebaut. Ruth selbst erscheint als harte Kämpferin, sie buhlt nicht um die Sympathie des Lesers. Ihre Geschichte ist passend in die Historie der Juden eingebettet.

Der Roman ist nicht immer leicht zu lesen, und doch gibt er einen guten Eindruck einer jüdischen Familiengeschichte wieder. Ich empfehle das Buch gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Vielschichtiger Familienroman vor der Kulisse der Staatsgründung Israels

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im Jahr 2009 stirbt Hannas Mutter Esther in Miami. Von ihrer Zeit vor den USA hat sie nie viel erzählt. Da sind nur ein Akzent, ein paar Brocken Hebräisch, ein paar alte Lieder und ein Aschenbecher mit ...

im Jahr 2009 stirbt Hannas Mutter Esther in Miami. Von ihrer Zeit vor den USA hat sie nie viel erzählt. Da sind nur ein Akzent, ein paar Brocken Hebräisch, ein paar alte Lieder und ein Aschenbecher mit der Gravur "Palästina". Von der Familie weiß Hanna nicht viel. Dann rollt das Buch die Familiengeschichte von Esther und ihren Vorfahren und Vorfahrinnen auf: Im Jahr 1946 erreicht die junge Ruth Palästina, um im Kibbuz Trashim zu leben und den Staat Israel für das jüdische Volk aufzubauen. Ruth selbst hat ein ungarisches KZ überlebt. Jetzt ist sie hart, überzeugte Zionistin und geht buchstäblich über Leichen. Ruth wird über Jahrzehnte eine tragende Figur des Kibbuz werden und nicht wenige ihrer eigenen Familienmitglieder werden ins Kreuzfeuer ihrer Kämpfe geraten.

"Adama" ist ein intensives, vielschichtiges Buch. Von Abschnitt zu Abschnitt bewegt man sich durch Ruths Familiengeschichte vorwärts. Das Leben im Kibbuz und der Kampf um das Land werden aus wechselnden Perspektiven erzählt. Dabei spart der Autor nicht mit verdeckter Kritik am Kibbuz-Leben sowie am Vorgehen der Zionist:innen. Die blutige und gewaltvolle Landnahme wird teils sehr detailliert dargestellt und weckt Sympathie mit den ursprünglichen Einheimischen. Auch wenn das Buch trotz des Labels kein klassischer Thriller ist, gibt es jede Menge blutige Vorfälle und Todesfälle. Das braucht manchmal einen starken Magen. Die zentrale Figur Ruth ist keine Sympathieträgerin und wird auch nicht als solche gezeichnet. Man empfindet deutlich mehr Sympathie mit ihren Nachkommen, die unter ihrer Herrschaft in der ein oder anderen Form leiden. Ruth wird zwar als starke Frau gezeichnet, jedoch nicht unbedingt im positiven Sinn: sie ist vom Leben abgehärtet, rachsüchtig und skrupellose Widerstandskämpferin gegen die britische Verwaltung sowie die einheimische Bevölkerung. Die verschiedenen Handlungsstränge hängen in sehr gelungener Form oft an dünnen Fäden zusammen, doch dadurch entsteht ein komplexes Gesamtbild, das unterschiedliche Sichtweisen und die Wirkung familiärer und transgenerationaler Traumata sichtbar macht.

Insgesamt ist "Adama" ein gelungenes, wenn auch durchaus brutales Buch, das historische Hintergründe sehr gut begreifbar macht und gleichzeitig kritisch betrachtet. Hier wird nichts beschönigt und dennoch Spannung aufgebaut, sowie Sympathie mit einzelnen Mitgliedern des Familiennetzwerks geweckt und deutlich gemacht, wie die Nachkommen unter den Traumata der vorherigen Generationen leiden. "Adama" ist definitiv kein einfaches, aber ein lohnenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Es gibt kein "Adama" ohne "dam"

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Eines ist sicher: „Adama“ ist ein Buch, das nachhallt. Ist nur die Frage, ob im Guten oder im Schlechten. Dieses Buch hat definitiv Potenzial für Beides.
Denn alleine schon das Thema, das diesem Buch ...

Eines ist sicher: „Adama“ ist ein Buch, das nachhallt. Ist nur die Frage, ob im Guten oder im Schlechten. Dieses Buch hat definitiv Potenzial für Beides.
Denn alleine schon das Thema, das diesem Buch zugrunde liegt, nämlich die Gründung des Staates Israel, polarisiert. Noch pikanter: Lavie Tidhar beschreibt diesen in erster Linie als Akt der Gewalt – und zwar von Seiten der Juden. „(Sie waren) Herrscher in diesem Land, diesem ‚Adama‘. Sie hatte das Wort im Hebräisch-Unterricht gelernt und hasste es. ‚Es gibt kein A-d-a-m-a ohne d-a-m‘, hatte ihr erster Lehrer stolz erklärt. ‚Dam‘ war hebräisch und bedeutete Blut.“ (S. 224)
Lavie Tidhar ist selbst in einem Kibbuz aufgewachsen. Als Leser ahnt man, dass seine Erfahrungen in dieser engen Gemeinschaft wohl am ehesten denen von Ophek und Lior gleichen, weil er – wenn auch eher hintergründig – einige Kritik an diesem System übt. Wenig subtil hingegen führt er aus, dass die Juden buchstäblich über Leichen gingen, um ihren eigenen Staat zu gründen.
So ist denn dieses Buch ein blutiges. Sicher kein klassischer Thriller, obwohl als solchen bezeichnet, aber dennoch ein Buch, für das man einen starken Magen braucht. Neben der Handlung, in der viele Waffen, Gewalt, Zigaretten, Sex und Tote eine wichtige Rolle spielen und fast jede auftretende Person irgendwann kotzt, ist es auch sprachlich herausfordernd mit so manch einer unappetitlichen Beschreibung, die es vielleicht nicht unbedingt gebraucht hätte. Einige davon können wohl schon als „hinüber“ bezeichnet werden.
Übertrieben wirken außerdem einige Charakterzeichnungen, insbesondere Ruth. Sie ist eine starke Frauenfigur und auf faszinierende Weise „morally grey“, doch es fehlt ihr an Authentizität, ihre Motive bleiben unklar. Ähnliches gilt für Lior, ihren Enkel, dem man sein eiskaltes Gangstergehabe irgendwie nicht so richtig abnimmt. In manchen Szenen kommt der Verdacht auf, dass der Autor fehlenden Tiefgang mit Splattereffekten zu kaschieren versucht – leider keine so gute Idee.
Andere Ideen wiederum sind einfach nur brillant. Die einzelnen und unterschiedlich langen Abschnitte spielen zu verschiedenen Zeiten (zwischen 1943 bis 2009) an verschiedenen Orten (überwiegend in Palästina / Israel, aber auch USA und Deutschland) mit verschiedenen Personen im Fokus. Sie alle stehen in einer bestimmten Beziehung zu Ruth, doch in welcher, entblättert sich manchmal erst im Laufe der Lektüre. Das benötigt eine gewisse Aufmerksamkeit beim Lesen, erhöht aber auch die Spannung und die Komplexität dieses Romans. Immer wieder streut Tidhar Hinweise auf Vergangenes oder Geheimgehaltenes ein, erwähnt Gegenstände oder Namen, die andernorts wieder auftauchen, verrät den Fortlauf von abgeschlossen geglaubten Nebensträngen, wiederholt manchmal wörtlich gewisse Sätze in einem völlig neuen Zusammenhang. Wie ein Puzzle setzt sich das Gesamtbild zusammen, und das Puzzeln hat mir unheimlich viel Spaß bereitet, weil sich die meisten Fragen irgendwann klären.
Sogar die Rahmenhandlung, die erstmal nicht zum Rest der Story zu passen scheint, fügt sich ein. Sie schlägt einen Bogen, der bewusst in einer uns geläufigeren (Fast-)Gegenwart landet. Mich hat die persönliche Erkenntnis, wie wenig ich von den inneren und äußeren Kämpfen meiner Vorfahren weiß, unerwartet heftig getroffen.
Für mich ein Grund, doch noch den vierten Stern zu zücken, nach einem teilweise absolut packenden, aber teilweise auch absolut abstoßenden Leseerlebnis.

Fazit: „Adama“ ist weniger Thriller, als eher eine blutige, kunstvoll verschachtelt erzählte Familiengeschichte über mehrere Generationen im Umfeld eines Kibbuz. Trotz des strittigen Grundthemas sind die neuen Erkenntnisse über die idealistisch-politischen Hintergründe leider nur oberflächlicher Art. Allerdings vermag das Buch gerade in dieser drastischen, gewalt-betonten Form auch eine Erklärung abzuliefern, warum auf diesem Stück Erde ein friedliches Zusammenleben so unmöglich erscheint wie fast nirgendwo sonst.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Ungeschönte Familienbiografie im neuen Israel

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Lavie Tidhar ist mit Adame eine lebendige Verknüpfung einer Familiengeschichte mit den Geschehnissen des neuen Staates Israel gelungen. Alles in diesem Buch ist miteinander verwoben und so spinnt der Autor ...

Lavie Tidhar ist mit Adame eine lebendige Verknüpfung einer Familiengeschichte mit den Geschehnissen des neuen Staates Israel gelungen. Alles in diesem Buch ist miteinander verwoben und so spinnt der Autor das Netz seiner Geschichte Seite für Seite, bis sich zum Schluß alle Fäden in der Mitte zusammenfinden und am Ende doch voneinander entfernen.

Den Inhalt, die Geschichte von Ruth, ihrer Familie und dem Kibbuz Trashim von 1946 bis 2009, erzählt der Autor in einzelnen Zeitabschnitten wo immer eines der Familienmitglieder die Hauptperson ist. Im Hintergrund, wie ein Schatten, immer Ruth, immer das gemeinsame Leben im Kibbuz, das Leben für Adame, die heilige Erde. Und wie in dem Buch an einer Stelle gesagt wird, Adama gibt es nicht ohne Dam, das hebräische Wort für Blut. Und eben auch das zieht sich wie ein buchstäblich roter Faden durch, die Geschichte von Israel, die Leiden, Entbehrungen und Taten der Bevölkerung.

Die Geschehnisse werden sehr trocken wiedergegeben, geschehen fast beiläufig, wie ein tägliches Geschäft. Man könnte sagen, dass der Handlung hier zu wenig emotionaler Raum entgegengebracht wird. Ich finde jedoch, es ist genau das richtige Maß, Dinge zu beschreiben, die wir uns so nicht

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