Cover-Bild Disney – Twisted Tales: Wie ein unendlicher Traum (Dornröschen)

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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Carlsen
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 26.08.2021
  • ISBN: 9783551280541
  • Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Liz Braswell, Walt Disney

Disney – Twisted Tales: Wie ein unendlicher Traum (Dornröschen)

Was wäre, wenn Dornröschen niemals mehr erwacht wäre? Für Fans der Villains
Ronald Gutberlet (Übersetzer)

Es sollte ganz einfach sein: eine schlafende Prinzessin und ein Prinz, der sie aufweckt. Aber als der Prinz in tiefen Schlaf fällt, nachdem er Dornröschen geküsst hat, ist klar, dass die Geschichte noch lange nicht zu Ende ist. Maleficents Fluch kontrolliert Dornröschens Geist, und sie muss einem fremden, düsteren Dornenschloss und einer magischen Welt voller dunkler Gefahren entkommen. Einer Welt, in die ihre Träume sie zwingen. Die Prinzessin muss herausfinden, wer ihre wahren Freunde sind – und vor allem auch, wer sie selbst ist. Wird Dornröschen es schaffen, das Schloss aus dem Zauberschlaf zu wecken?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.09.2021

Für mich persönlich der bisher schwächste Band der Reihe

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Da ich die Disneyverfilmung von Dornröschen sehr liebe und die Twisted-Tales-Serie super gerne mag, habe ich mich auf „Wie ein unendlicher Traum“ riesig gefreut. Das Buch musste ich natürlich ganz unbedingt ...

Da ich die Disneyverfilmung von Dornröschen sehr liebe und die Twisted-Tales-Serie super gerne mag, habe ich mich auf „Wie ein unendlicher Traum“ riesig gefreut. Das Buch musste ich natürlich ganz unbedingt bei mir einziehen lassen.

Eigentlich sollte Prinz Phillip die schlafende Prinzessin Aurora mit einem Kuss aufwecken, doch es soll ganz anders kommen. Anstatt den Fluch von der Prinzessin zu nehmen, fällt Phillip selbst in einen tiefen Schlummer. Nun sind beide Gefangene von Auroras Traumwelt, die von Maleficent erschaffen wurde und von ihr kontrolliert wird. Es ist eine Welt voller dunkler Gefahren und Merkwürdigkeiten, aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Ob es Aurora Rose wohl noch gelingen wird ihren Träumen zu entfliehen? Wird sie es schaffen die böse Fee Maleficient zu besiegen?

Dies war mein sechster Twisted-Tales-Band und ich muss leider sagen, dass er für mich der bisher schwächste Teil aus der Reihe ist. Während mich Liz Braswell mit ihren Adaptionen von „Die Schöne und das Biest“ und „Arielle“ richtig begeistern konnte, hat sie mich mit ihrer Neuerzählung von „Dornröschen“ nicht so wirklich überzeugen können. Ich habe insgesamt zwar schöne Lesestunden mit dem Buch verbracht und kann es auch empfehlen, aber irgendwie hatte ich mir eindeutig mehr erhofft.

Dann komme ich als nächstes einfach zu mal den Dingen, die mir nicht so gut gefallen haben.
Meine große Vorfreude auf die Geschichte hat leider gleich zu Beginn einen kleinen Dämpfer erhalten – irgendwie habe ich zunächst nicht so recht in die Story hineingefunden. Mir war sie eine ganze Weile etwas zu konfus und auch im Verlaufe des Buches gab es immer mal wieder längere Passagen, die mich erneut verwirrt haben. Normalerweise liebe ich es, wenn man in Büchern eine lange Zeit nicht weiß, was nun eigentlich Realität und was Traum ist und man so richtig ins herumrätseln gerät, aber hier hat es mir nicht so gut gefallen. Ich spreche nun natürlich nur für mich, so manch andere werden das Ganze bestimmt besser durchblicken können als ich, aber ich saß wirklich öfters mit einem Fragezeichen im Kopf da, das für meinen Geschmack ein wenig zu groß war.
Zu meiner Verwirrtheit hat sich dann hin und wieder auch ein bisschen Langeweile dazugesellt. Stellenweise passierte mir persönlich einfach zu wenig, insgesamt hatte die Handlung so einige Längen für mich. Zum Glück haben sich die langatmigen Szenen dank des Schreibstils aber recht zügig und flüssig für mich lesen lassen.
Mit dem Stichpunkt Schreibstil komme ich dann auch zu meinen letzten negativen Kritikpunkt. Ich habe die Erzählweise zwar als locker-leicht empfunden, allerdings bin ich öfters über Formulierungen gestolpert, die mich verwundert haben. Die Wortwahl ist teils wirklich merkwürdig, irgendwie so gar nicht märchenhaft. Und einige Dialoge haben mir von der Ausdrucksweise her auch nicht so zugesagt.

Ansonsten hat mir das Buch aber sehr gut gefallen. Die düstere Atmosphäre, die von Anfang an herrscht, konnte mich sofort in ihren Bann ziehen und verzaubern und auch hinsichtlich der Schauplätze bin ich auf meine Kosten gekommen. Die Schloss-Kulisse, die so etwas herrlich Märchenhaftes verströmt, die vielen Szenen im Wald, die etwas wunderbar Abenteuerliches an sich haben – das war einfach absolut meins. Da Liz Braswell zudem alles sehr bildhaft und anschaulich beschreibt, hat man beim Lesen durchweg das reinste Kopfkino.

Bezüglich der Charaktere muss ich gestehen, dass ich erst im Nachhinein begeistert von ihnen bin. Während des Lesens fand ich es irgendwie etwas schade, dass viele nicht den Charme aus dem Original besitzen. Unsere Hauptprotagonistin Dornröschen zum Beispiel, die hier den Namen Aurora Rose trägt, hat, wie ich finde, nur wenige Gemeinsamkeiten mit der Figur aus dem Film. Sie ist zwar liebenswert und reizend, zugleich ist sie aber auch ziemlich kämpferisch, scharfzüngig und selbstbewusst drauf. Vor allem zum Ende hin entwickelt sie sich zu einer wahren Amazone, was mich im ersten Moment gestört hat. Da es aber perfekt zur Handlung passt und ich, nachdem ich über diese Veränderung nachgedacht habe, dieses andere Dornröschen eigentlich doch ziemlich cool finde, fand ich es letztendlich doch nicht mehr schlimm, dass die altvertraute Dornröschen-Stimmung ziemlich abhanden kommt.
Liz Braswell hat mit „Wie ein unendlicher Traum“ zweifellos eine komplett neue Erzählung des Disneyfilms von Dornröschen aufs Papier gebracht, die stark vom Original abweicht und voller eigener und teils sehr origineller und fantasievoller Ideen steckt. Aber keine Sorge an alle Disney-Liebhaber*innen unter euch: Natürlich enthält die Story auch Vertrautes, sodass der Disney-Dornröschen-Zauber nicht vollends verloren geht. So spielen natürlich auch die drei Feen und die Spindel eine wichtige Rolle in der Geschichte und Maleficent ist die böse und skrupellose Fee wie wir sie kennen.

Zum Ende hin können sich Spannung und Action dann wahrhaftig sehen lassen, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. Die Kampfszenen fand ich besonders klasse, was eigentlich erstaunlich ist, denn normalerweise stehe ich gar nicht so auf actionreiche Schlachten und Gefechte. Hier aber hat mir der große Showdown echt gut gefallen, ich bin da so richtig ins Mitfiebern geraten.

Der Schluss konnte mich ebenfalls zufriedenstellen, auch wenn mir Aurora Roses heldenmütiges Verhalten dann irgendwie doch schon wieder etwas too much war. Für ihre 16 Jahre gibt sie sich wirklich sehr tough und selbstsicher. Da es aber zum Rest der Story passt und alles stimmig geklärt wird, kann ich mit dem Ende letztendlich doch gut leben.

Fazit: Dies war mein dritter Twisted-Tales-Band aus der Feder von Liz Braswell und leider konnte er mich nicht so verzaubern wie die zwei Vorgänger. Die Idee mit der Traumwelt finde ich toll, aber die Umsetzung fand ich nicht so gelungen; mir persönlich war die Story an vielen Stellen zu verwirrend und langatmig. Trotz allem hatte ich aber Spaß beim Lesen und kann das Buch empfehlen. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere