Cover-Bild Melody
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 336
  • Ersterscheinung: 22.03.2023
  • ISBN: 9783257072341
Martin Suter

Melody

In einer Villa am Zürichberg wohnt Alt-Nationalrat Dr. Stotz, umgeben von Porträts einer jungen Frau. Melody war einst seine Verlobte, doch kurz vor der Hochzeit – vor über 40 Jahren – ist sie verschwunden. Bis heute kommt Stotz nicht darüber hinweg. Davon erzählt er dem jungen Tom Elmer, der seinen Nachlass ordnen soll. Nach und nach stellt sich Tom die Frage, ob sein Chef wirklich ist, wer er vorgibt zu sein. Zusammen mit Stotz’ Großnichte Laura beginnt er, Nachforschungen zu betreiben, die an ferne Orte führen – und in eine Vergangenheit, wo Wahrheit und Fiktion gefährlich nahe beieinanderliegen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2023

Das vergangene Glück

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Suter gelingt es fulminant, auf etwas mehr als zwei Seiten die Lebensgeschichte von Tom Elmer, Jurist und seit sechs Wochen auf Jobsuche, auszubreiten und seine aktuelle Situation zu beschreiben, um dann ...

Suter gelingt es fulminant, auf etwas mehr als zwei Seiten die Lebensgeschichte von Tom Elmer, Jurist und seit sechs Wochen auf Jobsuche, auszubreiten und seine aktuelle Situation zu beschreiben, um dann in Kapitel zwei unmittelbar in die Geschichte einsteigen zu können.

Tom soll die umfangreichen Dokumente des über 80-jährigen Dr. Peter Stotz ordnen. Ein immenser Papier- und Aktenberg erwartet ihn in der Villa in Zürich, die zugleich einem riesigen Denkmal für eine wunderschöne , schwarzhaarige Frau zu dienen scheint. Porträts von ihr hängen in diversen Zimmern, kleine Tischchen mit Andenken an sie sind im ganzen Haus verteilt. Was ist ihr Geheimnis? Nach und nach erzählt Dr. Stotz, gebrechlich, aber umsorgt von Butler und Köchin, wie die schöne Melody in sein Leben trat und urplötzlich wieder daraus verschwunden ist.

Die Grundidee hat mich absolut gepackt: Ein älterer Herr, der einen jungen Mann mit einem Vertrag an sich bindet, um sein Archiv zu ordnen. Der zudem im Haus wohnen muss, in dem es einen Butler, eine italienische Köchin, einen verkrachten Schriftstellerfreund und eine reizende Großnichte gibt. Alles gepaart mit dem Mysterium um Melody, das nur häppchenweise aufgedröselt wird.

Unaufgeregt lässt der Autor seinen Protagonisten Stotz während der gemeinsamen Kamingespräche mit Tom plaudernd in die Vergangenheit eintauchen. Dieses emotionale und doch bedachte und bewußte Erzählen zieht sich durch den ganzen Roman und bestimmt seinen Aufbau - bis zum Schluss.

In Zügen hat mich die Geschichte an Storms Novelle "Immensee" erinnert, in der ein ebenfalls über 80-jähriger Erzähler über seine längst verlorene Liebe erzählt, sich in seine Jugend und sein vergangenes Glück zurück träumt. Bei Suter kommt aber noch mehr hinzu, denn während Tom in der Nachlassordnung voranschreitet, tauchen Unstimmigkeiten auf. Während "Immensee" zu Beginn schon abgeschlossen ist, ist bei "Melody" noch einiges offen.

Ich habe das Buch sehr gerne und rasch gelesen. Mein erster Suter nach "Die dunkle Seite des Mondes" (2001 - Ups!). Es ist eher gemächlich erzählt und trotz des Geheimnisses nicht nervenzerfetzend spannend. Der Sprachstil hat mir gefallen. Auf dem Klappentext steht "geschmeidig", das ist treffend ausgedrückt. Eine für mich runde Geschichte, die gut unterhalten hat und Storms Tragik hinter sich lässt.


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Veröffentlicht am 23.03.2023

Ein ruhiger und fesselnder Roman

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Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Diogenes (22. März 2023)
ISBN-13: 978-3257072341
Preis: 26,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein ruhiger und fesselnder Roman

Inhalt:
Alt-Nationalrat Dr. Peter ...

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Diogenes (22. März 2023)
ISBN-13: 978-3257072341
Preis: 26,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein ruhiger und fesselnder Roman

Inhalt:
Alt-Nationalrat Dr. Peter Stotz ist über 80 und todkrank, als er den jungen Anwalt Tom Elmer einstellt, um seine Papiere für die Nachwelt zu ordnen. Dieser dringt dabei immer weiter in das Leben des alten Herrn vor. Besonders fasziniert ist er von einer jungen Frau, Melodiy, deren Bilder im ganzen Haus hängen. Und Dr. Stotz erzählt Tom bereitwillig von Melody, seiner Verlobten, die drei Tage vor der geplanten Hochzeit plötzlich verschwand und die er nun seit über vierzig Jahren sucht …

Meine Meinung:
„Melody“ lässt sich sehr gut lesen und ist von Anfang an einigermaßen unterhaltsam. Allerdings kommt die Story zunächst doch für meinen Geschmack ein wenig zu behäbig daher. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, im ersten Viertel passiert irgendwie gar nichts. Doch dann nimmt die Handlung Fahrt auf. Stotz erzählt Tom, wie er Melody kennenlernte, wie er sich verliebte, wie die Hochzeit geplant wurde und über die Steine, die dem Paar dabei in den Weg gelegt wurden. Und wie Melody eines Tages einfach verschwunden war.

Als Leser rätselt man genau wie Tom, was wohl geschehen ist. Möglichkeiten gibt es viele. Und kaum hat man sich für eine entschieden, wirft der weitere Verlauf diese Vermutung wieder über den Haufen. Plötzlich geht die Sache in eine ganz andere Richtung. Und dann wieder in eine andere. Martin Suter versteht es wirklich, die Lesenden durch diese Wendungen zu überraschen.

Das Buch entwickelte so von Seite zu Seite einen immer größeren Sog auf mich, sodass ich es schließlich kaum noch aus der Hand legen wollte.

Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet. Sie wirken authentisch und dreidimensional. Die Protagonist*innen sind sympathisch, sodass man gerne an ihrer Seite versucht, die Geheimnisse zu lüften.

Wer sich gerne auf einen ruhigen, aber trotzdem fesselnden Roman einlassen will, darf hier gerne zugreifen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 22.03.2023

Fesselnd erzählte Suche nach einer verschwundenen Liebe mit kleineren Schwächen

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Mit "Melody" hat Martin Suter einen kurzweiligen und fesselnd erzählten Roman vorgelegt, der zwar nicht einer seiner Besten ist, aber durchaus mit einer spannenden Handlung aufwarten kann.

Der 34-jährige ...

Mit "Melody" hat Martin Suter einen kurzweiligen und fesselnd erzählten Roman vorgelegt, der zwar nicht einer seiner Besten ist, aber durchaus mit einer spannenden Handlung aufwarten kann.

Der 34-jährige Langzeitstudent Tom Elmer braucht dringend einen Job und da kommt ihm das Stellengesuch vom Alt-Nationalrat und Millionär Dr. Stotz wie gerufen. Dr. Stotz hat nicht mehr lang zu leben und sucht jemanden mit juristischen Kenntnissen, der seinen Nachlass für ihn ordnet. Tom als junger Anwalt bewirbt sich auf die Stelle und wird kurz darauf auch gleich eingestellt. Mit der Stelle einhergeht ein ansehnliches Honorar sowie Kost und Logis in Dr. Stotz' Villa. Tom beginnt mit seiner Arbeit und bei gemeinsamen Kaminaufenthalten mit Dr. Stotz erfährt Tom nach und nach, was es mit den ganzen Porträts einer jungen Frau in der Villa auf sich hat. Bei der Frau handelt es sich um Melody, die große und kurz vor der gemeinsamen Heirat verschwundene Liebe von Dr. Stotz. Dieser erzählt ihm, wie er Melody kennen und lieben gelernt hat, von Melodys muslimischen Eltern, seinen Verdacht, ihn Bezug auf ihr Verschwinden und seiner jahrelangen Suche nach ihr. Doch beim Ausmisten des Archivs kommen Tom mit der Zeit Zweifel, ob Dr. Stotz, die ganze Wahrheit erzählt über sich, sein Leben und Melodys Verschwinden erzählt hat.

Ein schnörkelloser und angenehm zu lesender Schreibstil entführen einen gleich von Anfang an in die vom Wohlstand geprägte Welt des Züricher Alt-Nationalrates und dessen Villa. Seine Haushälterin tischt gut und üppig auf und es wird viel getrunken, während man durch Rückblicke in die Vergangenheit von Melody erfährt. Beim Lesen ergeht es einem ähnlich wie Tom, der vom Geheimnis um Melody in dessen Bann gezogen wird, und man fliegt förmlich durch die Seiten, um zu erfahren, was hinter dem Verschwinden von Melody steckt.
Doch mit der Zeit gerät die Handlung etwas ins Stocken und die Geschichte verflacht etwas. So verlieren die anfangs gut gezeichneten Charaktere etwas an Kontur und driften teilweise ins Klischeehafte ab.
Nach etwa der Hälfte des Buches nimmt dann die Geschichte jedoch wieder deutlich an Fahrt auf. Es beginnt eine packende und ereignisreiche Suche nach Antworten und der Wahrheit, die dann in einer überraschenden Auflösung endet.

Das Mysterium um Melodys Verschwinden hält eindeutig die Geschichte am Laufen, auch wenn es eigentlich nicht Toms Aufgabe war, nach ihr zu suchen.

Insgesamt ist "Melody", ein gut konstruierte und erzählte Geschichte, die trotz kleinerer Schwächen, einen von Beginn packt, für angenehme Lesestunden sorgt und einem beim Lesen etwas genauer über Wahrheit und Fiktion nachdenken lässt.

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Veröffentlicht am 22.03.2023

Eine große Liebe

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Der Jurist Tom, Langzeitstudent und gewissermaßen ehemals gutistuiert und privilegiert, ist nach dem Selbstmord seines überschuldeten Vaters plötzlich darauf angewiesen, seinen Leebnsunterhalt zu verdienen. ...

Der Jurist Tom, Langzeitstudent und gewissermaßen ehemals gutistuiert und privilegiert, ist nach dem Selbstmord seines überschuldeten Vaters plötzlich darauf angewiesen, seinen Leebnsunterhalt zu verdienen. Wie gut, dass er trotz des angepeilten nächsten Bar Exams in den USA schon zwei Studienabschlüsse vorweisen kann. Die Härten des Arbeitslebens werden in seinem ersten Broterwerb jedenfalls so abgefedert, dass der Protagonist in Martin Suters Roman "Melody" wenig Grund zur Klage hat: Nationalrat Peter Stotz beauftragt ihn für ein üppges Gehalt nicht nur mit der Abwicklung seines Nachlasses. Auch Kost und Logis sind inbegriffen - in einer herrschaftlichen Villa am Zürichberg und dank der Kochkunst der sizialianischen Köchin Mariella ein tägliches Geschmacksfeuerwerk.

Stotz erweist sich als Arbeitgeber, der angenehm im Umgang ist. Schnell merkt Tom, dass der alte Mann, dem die Ärzte nur noch maximal ein Jahr lang geben, in seiner Villa einen regelrechten Schrein einer jungen schönen Frau errichtet hat. Melody, die Verlobte, die kurz vor der geplanten Hochzeit mit dem deutlich älteren Stotz spurlos verschwand. Seitdem hat er sie immer wieder gesucht.

Eine große Liebe, eine goße Hoffnung, vielleicht aber auch eine große Lüge und Täuschung? Tom lauscht den Erzählungen, hört unterschiedliche Deutungen, wird zunehmend selbst in den Bann gezogen dieser einen, intensiven Liebe im Leben des Nationalrats.

Ist Melody entführt worden, etwa einem Ehrenmord zum Opfer gefallen?`Ihre marokkanische Familie, die sie bereits für eine arrangierte Ehe verlobt hatte, war gegen die Verbindung mit Stotz gewesen. Ist sie geflohen? Hat sie einen anderen kennengelernt? Entspricht das, was Stotz erzählt, überhaupt der Wahrheit?

Zwischen eleganter Plauderei bei vielen alten Armagnacs und schweren Rotweinen macht sich nicht nur Tom, sondern auch der Leser Gedanken, was von dem Erzählen der Wahrheit entspricht, was vielleicht Wunschdenken oder Lebenslüge ist. Die Suche nach Melody hat über die Lebenszeit von Stotz hinaus Bestand und erfährt immer wieder neue Wendungen.

Eine Liebesgeschichte in großbürgerlichem Ambiente voll eleganter Leichtigkeit mit überraschendem Ausklang.

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Veröffentlicht am 09.08.2023

Kommt erst im letzten Drittel in Fahrt

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Mein erstes Buch von Martin Suter...ist es zu glauben. Worum geht es?
Tom Elmer ist ein arbeitsloser Anwalt, der dringend einen Job benötigt, nachdem sein Vater gestorben und damit sein Geldhahn abgedreht ...

Mein erstes Buch von Martin Suter...ist es zu glauben. Worum geht es?
Tom Elmer ist ein arbeitsloser Anwalt, der dringend einen Job benötigt, nachdem sein Vater gestorben und damit sein Geldhahn abgedreht wurde. Da entdeckt er ein ungewöhnliches Angebot. Alt-Nationalrat Dr. Peter Stotz ist schwer krank und sucht jemand mit juristischen Kenntnissen, der seinen umfangreichen Nachlass ordnen und in eine präsente Form bringen soll. Tom willigt ein und unterschreibt einen Vertrag, der ihn für ein Jahr verpflichtet. Solange er für Stotz arbeitet, kann er in seiner Villa am Zürichberg zu wohnen. Zusätzlich erhält er ein ansehnliches Gehalt.
Schon ab dem ersten Tag wird bei Kamingesprächen und diversen Weinen und Spirituosen geplaudert. Immer wieder kommt dabei die Sprache auf Melody, die ehemalige Verlobte von Peter Stotz, die kurz vor der Hochzeit verschwunden ist. Unzählige Portraits der jungen Frau füllen die Villa, denn Stotz kann seine große Liebe nicht vergessen. Nach und nach erzählt er Tom, wie er Melody kennen und lieben gelernt hat, von den muslimischen Eltern, die ihn abgelehnt haben. Bis heute kommt er über den Verlust nicht hinweg. Doch erzählt Peter auch die ganze Wahrheit?

Der Anfang gestaltet sich beim Lesen leider etwas zäh. Es dauert bis der Roman Fahrt aufnimmt, doch danach wird die Story richtig interessant. Es wird sehr viel gegessen und getrunken. Mariella, die italienischstämmige Haushälterin, tischt gut und üppig auf und bei dem einen oder andern Glaserl Wein oder Aperitif erzählt Doktor Stotz aus seiner Vergangenheit.
Suter serviert die Geschichte um Melody nur häppchenweise und so erfährt der Leser immer nur genauso viel, wie Tom und Laura, die Großnichte von Peter Stotz. Doch mit der Zeit kommen nicht nur mir Zweifel, ob Stotz die Wahrheit spricht, sondern auch unserem jungen Anwalt. Dieser versucht neben seiner Arbeit um den Nachlass von Peter Stotz mehr über Melody herauszufinden...

Das etwas angestaubte Ambiente, welches nicht wirklich dem heutigen Zeitgeist entspricht, erinnert mit der Zeit immer mehr an diverse britische Krimis, obwohl der Krimianteil sehr gering ist. Das Mysterium um Melody hält die Geschichte am Laufen und hat mich schlussendlich ans Buch gefesselt, denn ich wollte unbedingt wissen, was mit der jungen Frau passiert ist.
Ein absolut gelungener Twist im letzten Drittel dreht die Handlung komplett um und bringt endlich mehr Spannung in den Roman. Ab diesen Zeitpunkt habe ich das Buch in einem Rutsch fertig lesen müssen.

Der Schreibstil von Martin Suter ist atmophärisch, aber ruhig. Die Dialoge haben oftmals auch einige humorvolle Spitzen. Der wirklich starke Alkoholkonsum hat mir allerdings nicht gefallen.
Die Charaktere sind sehr lebendig gezeichnet und das Ambiente wird sehr bildhaft geschildert. Als Leser sitzt man mitten im Zimmer und hört den Geschichten des alten Nationalrates gebannt zu. Aber auch einige der handelnden Personen kommen zu Wort und erzählen aus ihrer Sicht. Die Story ist eher ruhig und nimmt erst im letzten Drittel richtig Fahrt auf.

Fazit:
"Melody" hat mich überrascht. Es dauert zwar einige Zeit, bis die atmosphärisch erzählte Geschichte Fahrt aufnimmt, aber dann muss man wissen, was es mit der titelgebenden Melody auf sich hat. Nach dem Zuschlagen hat man genug zum Nachdenken über die Auslegung von Wahrheiten...

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