Cover-Bild Im Schatten des Schleiers

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10,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 31.01.2019
  • ISBN: 9783404610327
Maryam Heidari Ahwazi

Im Schatten des Schleiers

Mein Kampf für ein Leben in Freiheit. Wie ich Folter und Verfolgung im Iran entkam
Schon früh lernt das Mädchen Maryam die Brutalität des iranischen Regimes kennen. Ihre schwangere Tante wird von der Miliz misshandelt, ihr Bruder verhaftet, sie selbst verhört. Wie alle Frauen muss auch Maryam Kopftuch tragen und wird als Mensch zweiter Klasse behandelt. Doch sie rebelliert gegen die strengen Regeln. Als sie älter wird, eröffnet sie einen Schönheitssalon, ein Ort weiblicher Freiheit. Hier kommt sie in Kontakt zum Christentum - und konvertiert schließlich. Doch der "Abfall vom Islam" bleibt nicht folgenlos, Maryam wird inhaftiert, gefoltert. Dann - nach Monaten des Martyriums - kann sie fliehen ...

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 24 Regalen.
  • 5 Mitglieder haben dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.06.2019

Lässt etwas vermissen

5

Im Mullah-Regime leben zu müssen, stellt die Menschen im Iran vor große Einschränkungen, die Frauen im Speziellen gelten etwa als "unsichtbar". Von Gleichberechtigung ist man in diesem Land Jahrhunderte ...

Im Mullah-Regime leben zu müssen, stellt die Menschen im Iran vor große Einschränkungen, die Frauen im Speziellen gelten etwa als "unsichtbar". Von Gleichberechtigung ist man in diesem Land Jahrhunderte entfernt. Was hierzulande selbstverständlich ist, zb Augenbrauen zupfen oder Make-Up für die Frau, wird streng sanktioniert.
Maryam begeht mit der Eröffnung ihres eigenen Kosmetikstudios ihre eigene Revolte gegen das Regime und verwirklicht sich damit selbst. Nachdem auch ihr Bruder bereits in Haft genommen worden war, rückt Maryam wegen ihres Konvertierens zum christlichen Glauben in den Fokus des Regimes und sie wird sogar inhaftiert.

Kopfschüttelnd sitze ich während des Lesens über dem Buch, fassungslos zunächst darüber, was im Iran mit den Einwohnern geschieht, teilweise machen Aussagen traurig. Und am Ende kann ich nicht verstehen, warum man auf ein nüchternes, kurzes und stichwortmäßiges Auflisten eines wirklich wichtigen Lebens- Kapitels wechselt. Anhand der ausführlichen Schilderungen von Maryams früheren Erlebnissen ist der Wechsel der Erzählweise nicht nachvollziehbar.

Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück - es schildert einerseits das Leben einer starken Frau, die es geschafft hat, dem abstrusen iranischen Regime die Stirn zu bieten - weil sie sich nicht hat unter kriegen lassen. Dabei werden auf der einen Seite Aspekte sehr deutlich und eindringlich behandelt, während im weiteren Verlauf wichtige Punkte - ihres Lebens, und auch ihrer Entwicklung - quasi stichwortartig und einsilbig abgehandelt werden. Dadurch wirkt das Buch nicht rund.

Es ist ein Erfahrungsbuch, gewiss. Und da kann man keine Thriller-artigen Szenen erwarten - schon klar. Dennoch fällt ein derartiger Unterschied in der Erzählintensität extrem auf und macht das Ganze unrund.
Es werden essentielle Dinge derart kurz und nur wie eine aufgezählte Randnotiz abgehandelt, was nicht zu an anderen Stellen getätigten Schilderungen passt.

So zwiespältig die Erzählweise geraten ist, so ist auch meine Meinung. Ich hätte mir mehr von dem Buch versprochen.

Veröffentlicht am 24.06.2019

Interessant, aber leider nur Durchschnitt

4

Mit großer Freude und mit großen Erwartungen habe ich dieses Buch gelesen. Das Cover gefiel mir auf Anhieb sehr gut, da es das Traditionelle und das Moderne bzw. Westliche verbindet. Die Augen der Frau ...

Mit großer Freude und mit großen Erwartungen habe ich dieses Buch gelesen. Das Cover gefiel mir auf Anhieb sehr gut, da es das Traditionelle und das Moderne bzw. Westliche verbindet. Die Augen der Frau sind geschminkt und wirken selbstbewusst und stark- so wie die Autorin es ist.
Der Schreibstil des Buches war zunächst etwas ungewöhnlich, da es viele einzelne Sätze gibt, die alleine stehen. Auch einige Grammatikfehler waren vorhanden, was vielleicht extra so geschrieben wurde. Leider konnte ich mich bis zum Schluss nicht 100% mit dem Stil anfreunden. Oftmals fiel es mir schwer, längere Passagen zu lesen.
Gefallen hat mir wiederum, dass das Buch in sehr kurze Kapitel unterteilt ist (pro Kapitel 1-3 Seiten). So kann man auch lesen, wenn man nur wenig Zeit hat.
Zum Inhalt kann ich sagen, dass ich die Thematik super spannend finde und bereits ähnliche Bücher gelesen habe. Einige Stellen fand ich persönlich etwas zu ausführlich beschrieben, während andere, meiner Meinung nach spannendere Stellen, schnell angehandelt wurden.
Auch hat mir an einigen Stellen eine gewisse Tiefe gefehlt - die Autorin hat so viel (schlimmes) erlebt und trotzdem kamen kaum Emotionen rüber. Vielleicht hat sie im Iran gelernt, diese Emotionen zu unterdrücken, doch als Leser ist es schade, dass man sich nicht so in das Buch ,,hineinfühlen" kann.
Alles in allem hat mich das Buch leider etwas enttäuscht. Da ich bereits ähnliche Bücher gelesen habe, habe ich einen Vergleich und durch diesen komme ich zu dem Schluss, dass das Buch nicht schlecht ist. Es ist eher Durchschnitt, aber mehr auch nicht.
Trotz allem war ich super froh, in dieser Leserunde dabei sein zu können. Ich ziehe meinen Hut vor der Autorin und vor allem, was sie durchmachen musste. Eine wirklich starke Frau!

Veröffentlicht am 24.06.2019

Nicht, was ich erwartet habe.

4

Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen. Anhand des Klappentextes und des Untertitels (Mein Kampf für ein Leben in Freiheit. Wie ich Folter und Verfolgung im Iran entkam) hatte ich eine ...

Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen. Anhand des Klappentextes und des Untertitels (Mein Kampf für ein Leben in Freiheit. Wie ich Folter und Verfolgung im Iran entkam) hatte ich eine eindringliche Geschichte über Folter und Flucht erwartet. Stattdessen erzählt Maryam vor allem ihre Lebens- und religiöse Erweckungsgeschichte, die zwar auch mit sehr viel Dramatik aufwarten kann, aber nicht dem entspricht, was ich mir hier erhofft hatte.

Maryam wächst im Iran auf und schildert eindringlich das unterdrückte Leben der Frauen dort (Verschleierung, Zwangsehe usw). Als Frau und Angehörige einer Minderheit hat sie es doppelt schwer: Sie und ihre Familie müssen stets mit willkürlichen Kontrollen oder gar Verhaftungen rechnen, so ziemlich jeder außerhalb der Familie bespitzelt jeden, eine eigene Meinung oder Willen ist Frauen sowieso untersagt. Diese Gängelungen werden im Buch anhand zahlreicher Ereignisse nachvollziehbar und nachhaltig beschrieben.

Dann, langsam, macht sich das zweite, vielmehr das eigentliche, Thema des Buches breit: Glaube, und zwar in verschiedenster Form. Natürlich kommt die "Hausreligion", der Islam, im Alltag oft zu Wort. Einem sehr beträchtlichen Teil der Geschichte wird Raum für alten persischen (Aber)Glauben/Magie eingeräumt, als Maryam Geschäfte mit einer Doanevis (eine Art Hexe) beginnt. Die Thematik war nicht grunsätzlich uninteressant, da für mich neu, nahm aber im Gegensatz zu anderen Themen zu viel Raum ein, ohne dass ersichtlich wurde, warum (außer als Betonung einer Art "Glaubensvielfalt").

Maryam kommt schließlich mit Christen in Kontakt, ist fasziniert von der für sie neuen (und verbotenen) Religion und schließt sich ihr schließlich an - was sie und ihre Familie letztendlich zur Flucht zwingt. Die wird dann, für meinen Geschmack, relativ knapp und unausführlich abgehandelt.

Sprachlich ist das hier kein großer Wurf, entsprechend flott las sich das Buch weg. Aber das erwartet man bei so einer "wahren Geschichte"-Nacherzählung ja gar nicht, zumal sie durch einen Übersetzer verschriftlicht wurde.

Inhaltlich, naja: Wer sich für religiöse Themen, Konversionsgeschichten und Lobgesänge auf das Christentum interessiert, dürfte an diesem Buch Gefallen finden. Mir war es von allen drei Dingen zuviel.

Veröffentlicht am 29.06.2019

Magie im 21. Jahrhundert!

2

Als das Buch vor mir lag, habe ich mich darauf gefreut, es zu lesen. Das Cover gefiel mir, eine Frau mit ausdrucksstarken Augen und die Farben schön aufeinander abgestimmt. Ich fühlte mich erinnert an ...

Als das Buch vor mir lag, habe ich mich darauf gefreut, es zu lesen. Das Cover gefiel mir, eine Frau mit ausdrucksstarken Augen und die Farben schön aufeinander abgestimmt. Ich fühlte mich erinnert an die Mahmoody Zeit Ende der 80er Jahre, als jede Frau im Bekanntenkreis dieses Drama gelesen hatte und man eifrig darüber diskutierte...
Meine Enttäuschung war groß! Denn der Erzählstil ist teilweise sehr langatmig und oftmals eine Aneinanderreihung von unwichtigen und sich ähnelnden Fakten. Inhaltlich geht es um Maryam, die der Volksgruppe der Ahwazi angehört, die im Iran als Minderheit unterdrückt und verfolgt werden. Maryams Schulzeit ist durchsät von Bespitzelungen und haarspalterischen Vorschriften. Aber sie rebelliert dagegen und begibt sich somit immer ein wenig in Gefahr. Meist geht es dabei um relativ unwichtige Dinge: Schminken in der Schule, das korrekte Tragen des Hadschib oder Mitbringen von verbotenen Sachen in die Schule (z.B. einen Lippenstift). Nach Beendigung der Schulausbildung lässt sie sich im Schnelldurchgang zur Kosmetikerin ausbilden und eröffnet in ihrem Elternhaus einen Salon. Diese Salons sind wohl im Iran bei den Frauen sehr beliebt, weil sie dort unter sich sind, sich austauschen können oder evtl. auch Hilfe bekommen.
Und hier setzt nun das ein, warum das Buch für mich nicht zu empfehlen ist. Da Maryam keine Kunden in ihren Salon locken kann, versucht sie es mit der Magie. Die Doanevis Malihe kommt ins Spiel und diese Person hat 'magische' Kräfte, sie kann einen Platz im Salon mit einem Fluch belegen oder unliebsame Personen 'wegzaubern'. Kunden kommen zu ihr wegen unerfüllter Kinderwünsche o.ä. und gegen Geld vermittelt die Dämonenbeschwörerin fast alles......Unfassbar! Ich kann nicht glauben, dass Maryam, die als so weltoffen und rebellisch rüberkam, hier mitmacht und dieses Handeln unterstützt. Dies ist für mich nicht realistisch und passt auch nicht zu ihrer Konversion zum Christentum! Diese haarsträubenden Geschichten rund um die Magie füllen weite Teile des Buches.
Hier hätte ich die Lektüre am liebsten beendet, denn (schwarze) Magie ist nicht mein Fall. Ich habe trotzdem weitergelesen in der Hoffnung, wieder positivere Aspekte in Maryams Leben zu entdecken. Aber auch ihre Zeit der Inhaftierung und der Flucht haben viele Elemente, die mir nicht authentisch erscheinen und die viele Fragen offen lassen. Sie erscheint hier auch sehr emotionslos, denn sie lässt ihren geliebten Ehemann im Iran zurück und auch der fehlende Kontakt zu ihrem Sohn während der Gefängniszeit scheint ihr nicht viel auszumachen.
Bittere Enttäuschung meinerseits! Da ich jedoch einige Einblicke in den Iran der heutigen Zeit erhalten habe und ich auch das Selbstbewusstsein der jungen Frau anerkennen möchte (dieses Buch zu schreiben), gebe ich 2 Sternchen.

Veröffentlicht am 29.06.2019

Interessante Geschichte aber mangelhafte Umsetzung

2

Das Cover passt sehr gut zum Buch und zusammen mit dem Klappentext war direkt mein Interesse an der Geschichte von Maryam Heidari Ahwazi geweckt.

Klappentext:
Schon früh lernt das Mädchen Maryam die Brutalität ...

Das Cover passt sehr gut zum Buch und zusammen mit dem Klappentext war direkt mein Interesse an der Geschichte von Maryam Heidari Ahwazi geweckt.

Klappentext:
Schon früh lernt das Mädchen Maryam die Brutalität des iranischen Regimes kennen. Ihre schwangere Tante wird von der Miliz misshandelt, ihr Bruder verhaftet, sie selbst verhört. Wie alle Frauen muss auch Maryam Kopftuch tragen und wird als Mensch zweiter Klasse behandelt. Doch sie rebelliert gegen die strengen Regeln. Als sie älter wird, eröffnet sie einen Schönheitssalon, ein Ort weiblicher Freiheit. Hier kommt sie in Kontakt zum Christentum - und konvertiert schließlich. Doch der "Abfall vom Islam" bleibt nicht folgenlos, Maryam wird inhaftiert, gefoltert. Dann - nach Monaten des Martyriums - kann sie fliehen ...


Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig und ich fand ihn im gesamten Buch nicht angenehm zu lesen. Die Sätze sind zum Teil unvollständig und man hat öfter das Gefühl es fehlt etwas. Die handelnden Personen konnte ich mir gut vorstellen, jedoch war vieles zu detailliert geschildert, so dass kein Lesefluss aufkam, da sich die Autorin oft in Kleinigkeiten verloren hat, die nicht unbedingt zwingend erzählt werden müssen. Mir hat im Buch der Bezug zu den einzelnen Erzählungen oft gefehlt, weil manches zu ausführlich, und manches dagegen viel zu kurz erzählt war. Ich war an einigen Stellen des Buches kurz davor es abzubrechen, da es mich stellenweise sogar gelangweilt hat, obwohl ich die Geschichte an sich sehr interessant fand. Aber die Umsetzung ist meiner Meinung nach nicht wirklich gut gelungen. Auch haben mir, für solche ein Thema die Emotionen beim Lesen gefehlt, diese konnte die Autorin für meinen Geschmack nicht gut vermitteln.

Schade, von mir nur 2 Sterne, für die Geschichte, aber die Umsetzung hat mich nicht überzeugen können.