Cover-Bild Niemalsland
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Eichborn
  • Themenbereich: Belletristik - Fantasy: Urban
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 432
  • Ersterscheinung: 14.10.2016
  • ISBN: 9783847906155
Neil Gaiman

Niemalsland

Roman
Tobias Schnettler (Übersetzer)

Richard Mayhew führt ein unaufgeregtes Leben in London, bis ihm eines Tages ein verletztes Mädchen direkt vor die Füße fällt und ihn um Hilfe bittet. Richard willigt ein und gerät dadurch in ein Abenteuer, das er sich in seinen Träumen nicht hätte vorstellen können. Denn Door ist kein gewöhnliches Mädchen, sondern gehört zum verborgenen Reich von "Unter-London". Mit ihr landet Richard in einer Welt, die weit seltsamer und gefährlicher ist, als alles, was er vorher kannte.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2022

absolute Leseempfehlung

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„Verzeihung. […] Ich weiß, das ist eine sehr persönliche Frage. Aber sind Sie vielleicht geisteskrank?“
„ Möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Wieso?“
„Na ja. […] Einer von uns muss es sein.“ (S. 64)

Es ...

„Verzeihung. […] Ich weiß, das ist eine sehr persönliche Frage. Aber sind Sie vielleicht geisteskrank?“
„ Möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Wieso?“
„Na ja. […] Einer von uns muss es sein.“ (S. 64)

Es ist schon eine Weile her, daß mich ein Buch ab der ersten Seite so sehr gefesselt, mich in eine Welt hineingezogen hat, die aufregend, abstoßend und spannend ist. Niemalsland ist das erste Buch seit Langem, das ich mir etwas aufheben wollte. Hat nicht geklappt.

„Und hier ließen ihn die Metaphern im Stich. Er hatte die Welt von Verbildlichung und Vergleich hinter sich gelassen und war an einen Ort gelangt, wo die Dinge einfach nur sind, und das machte etwas mit ihm.“ (S. 324)

Richard Mayhew hat eine kleine Wohnung in London, einen Bürojob und eine Freundin, die bestimmt, wann er ihr einen Antrag machen soll. Niemand weiß, warum sie zusammen sind, am wenigsten Richard selbst. Als ihm ein Mädchen vor die Füße fällt, kann er sie nicht einfach liegen lassen und nimmt sie mit in seine Wohnung. Ab da nimmt alles seinen Lauf: seine Verlobte verlässt ihn, weil er sie im Stich gelassen hat, seine Wohnung wird weitervermietet, obwohl er gerade ein Bad nimmt, und sein Schreibtisch wird vor seinen Augen aus dem Büro geräumt. Die Taxifahrer ignorieren ihn genauso wie die U-Bahnen. Richard ist für alle Menschen in Ober-London unsichtbar, seit er Door, dem Mächden, geholfen hat und nur sie kann ihm vielleicht helfen.
Seine Suche nach Door führt ihn ins Unter-London, das nicht etwa die Kanalisation unter dem uns bekannten London ist, sonder eine ganz eigene Welt. Alle Monster, angsteinflößende Wesen und in der Dunkelheit lauernde Gefahren gibt es in Unter-London wirklich. Sei es eine Dunkle Brücke, die ihren Tribut fordert, oder etwas, das zwischen Bahnsteigkante und Zug lauert.
Es gibt aber auch Rattenmenschen, die den Ratten dienen und hilfsbereit sein können; es gibt den Schwimmenden Markt, der jedes Mal an einem anderen Ort ist und auf dem der Frieden nicht gebrochen werden darf.
Außerdem gibt es Menschen, die alle irgendwie schmuddelig aussehen, mit Gefallen handeln und manchmal auch einander helfen. Und Richard findet sich mitten in einer Welt, die ihn vor allem verunsichert. Wie ein kleines Hündchen folgt er Door voller Hoffnung, in sein altes Leben zurückkehren zu können.

Neil Gaimans Niemalsland ist packend von der ersten Seite, mit spannenden Charakteren, die sich weiterentwickeln und Geschichten außerhalb des Buches haben. Selbst die Bösewichte sind amüsant … ich meine natürlich blutrünstig und furchteinflößend. Eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.05.2017

Ein phantastisches Abenteuer ...

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Eigentlich ist das ja so gar nicht mein Genre aber irgendwie hat es dieses Buch auf meinen Stapel ungelesener Bücher – den Hardcore Lesern unter uns auch als SUB bekannt – geschafft. Nun habe ich mich ...

Eigentlich ist das ja so gar nicht mein Genre aber irgendwie hat es dieses Buch auf meinen Stapel ungelesener Bücher – den Hardcore Lesern unter uns auch als SUB bekannt – geschafft. Nun habe ich mich endlich daran gemacht und bin ja wohl absolut verzaubert. Je mehr ich mich rein gelesen hatte in diese Geschichte, desto mehr Kopfkino vom Feinsten begann sich in meinem Kopf zu bilden. Man fiebert mit den Protagonisten, ob sie die Rätsel lösen, die Abenteuer bestehen und vor allem mit dem Leben davon kommen werden. Man fiebert vor allem mit Door, dem Mädchen, das unseren unschuldigen Richard in die Unterwelt katapultiert hat, ob sie nun endlich den Mord an ihrer Familie aufklären kann.

Der sehr lebendige Schreibstil dieser „Urban Fantasy“ ließ mich durch die Seiten nur so fliegen. Die Charaktere werden gut beschrieben und man kann die Londoner Unterwelt, das Markttreiben etc. förmlich riechen und spüren. Ob der Hauptdarsteller Richard nach all dem Erlebten je wieder in der Oberwelt zurechtkommen wird?

Der Autor hat mich mit diesem Buch neugierig gemacht und ich habe noch ein bisschen recherchiert. Dabei habe ich entdeckt, dass die BBC dieses Buch vor Jahren in einer Miniserie verfilmt hat und … dass der Autor seit 2017 tatsächlich an einem Folgeband arbeitet. Den werde ich natürlich im Auge behalten.Von mir bekommt das Buch, auch für Nicht-Fantasy-Leser eine klare Leseempfehlung.

P.S.: Als ich im Buch mit den Rattensprechern zusammentraf, kam mir gleich ein weiteres zauberhaften Buch in den Sinn: „Firmin – ein Rattenleben“, das mir vor ein paar Jahren auch sehr gut gefallen hatte.

Veröffentlicht am 24.01.2017

Sehr spannend und fesselnd

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Auch dieses Buch von Neil Gaiman hat mich (mal wieder) sehr begeistert. Es ist sehr spannend und fesselnd geschrieben und entführt einen in die Unterwelt Londons. Hier warten (mal wieder) fantastische ...

Auch dieses Buch von Neil Gaiman hat mich (mal wieder) sehr begeistert. Es ist sehr spannend und fesselnd geschrieben und entführt einen in die Unterwelt Londons. Hier warten (mal wieder) fantastische Wesen und Figuren, die sowohl für den Protagonisten Richard Mayhew, als auch für den Leser so manches Abenteuer bereithalten.

Veröffentlicht am 30.12.2016

Ein wahrer Pageturner!

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Inhalt: Richard Mayhew führt ein unaufgeregtes Leben in London, bis ihm eines Tages ein verletztes Mädchen direkt vor die Füße fällt und ihn um Hilfe bittet. Richard willigt ein und gerät dadurch in ein ...

Inhalt: Richard Mayhew führt ein unaufgeregtes Leben in London, bis ihm eines Tages ein verletztes Mädchen direkt vor die Füße fällt und ihn um Hilfe bittet. Richard willigt ein und gerät dadurch in ein Abenteuer, das er sich in seinen Träumen nicht hätte vorstellen können. Denn Door ist kein gewöhnliches Mädchen, sondern gehört zum verborgenen Reich von "Unter-London". Mit ihr landet Richard in einer Welt, die weit seltsamer und gefährlicher ist, als alles, was er vorher kannte.

Richard ist vollkommen normal. Sein Leben ist vollkommen normal. Er ist verlobt, mit einer nicht wirklich reizenden Frau und ist eigentlich mit seinem Leben zufrieden...und ein kurzer Moment des Aufbegehrens ändert alles. Von vornerein, er ist ein typischer Protagonist, aus schwach werde stark, aber durch und durch sympatisch. So wie auch er, wird der Leser in das seltsame Reich "Unterlondon" gebracht und es ist das reinste Abenteuer.

Auf der Rückseite des Buches steht "Komm mit in den Kanninchenbau...", eine Anspielung auf Alice im Wunderland und nicht ohne Grund. Die Art der Welt, seine Merkwürdigkeit, die Faszination die sie auf den Leser ausübt, fühlt sich wirklich wie Alice im Wunderland an.
Das Unterlondon ist ein beeindruckendes Reich, das im Verborgenen existiert und man versteht es nur zum Teil oder denkt, man versteht es. Es gab immer wieder was zu entdecken und definitiv ein Pageturner.

"Darin warteten sie, bis der Diener jede einzelne Kerze eines Armleuchters entzündet hatte, wie man sie sonst nur auf den Titelseiten von Taschenbüchern sieht, auf denen sich traditionell junge Damen in wallenden Nachthemden daran festklammern, während sie aus der Sorte Herrenhaus fliehen, in dem nur ein einziges Licht in einem Fenster unter dem Dach brennt."

Neben den Setting haben mich auch die Charaktere fasziniert, neben unseren lieben Richard, gibt es da Door. Ein Mädchen, eine junge Frau, auf die man es abgesehen hat und mit einer beeindruckenden Fähigkeit, sie kann alle Türen öffnen. Ein weiterer Charakter mit viel Charme ist der Marquise de Carabas, der sie unterstützt und dabei alles gibt. Er ist, so wie viele weitere Personen die auftauchen, einzigartig und zu jedem Charakter aus "Niemalsland" könnte man eine Buch schreiben, so besonders erscheinen sie.

"Sein Händedruck war enthusiastisch, aber sehr sanft, so als wäre es in der Vergangenheit mehrmals zu Unfällen beim Händeschütteln gekommen. woraufhin er es so lange geübt hatte, bis er es beherrschte."

Dieses Buch war mein erster Roman von Neil Gaiman gewesen und der Schreibstil war angenehm flüssig, aber auch mit Humor und elegant. Definitiv wird es nicht mein Letztes sein und leider gibt es keine Fortsetzung zu "Niemalsland", es ist ein Einzelband. Bei der Ausgabe aus dem Jahr 2016, die ich gelesen habe, handelt es sich um eine ungekürzte Neuauflage mit einer Einleitung vom Autor und einigen Illustrationen im Buch. Dazu kommt noch eine Kurzgeschichte über den Marquis de Carabas, die um die 35 Seiten umfasst.

"Und dann betraten sie die Night's Bridge, und Richard begann, Dunkelheit zu begreifen: Dunkelheit als etwas Fassbares und Reales, so viel mehr als bloß das Fehlen von Licht. Er spürte, wie sie seine Haut berührte, suchend, wandernd, forschend - durch seinen Verstand gleitend. Sie drang in seine Lunge, hinter seine Augen, in seinen Mund..."

Wer Lust hat auf ein Abenteuer in einer bizarren Welt, voller seltsamen Gestalten, wie dem Earl, der am Earl's Court residiert, einem gefangenen Engel und sich nicht abschrecken lässt von zwei sehr morbiden und sadistischen Killern, die einem Dicht auf den Fersen sind. Ja, dann sollte man es lesen.
Ein fantastischer Roman mit vielen Ideen und packenden Charakteren und und und...!

Veröffentlicht am 07.12.2016

Neuauflage, die zündet

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Richard führt ein ganz normales Leben mit einem Job in London und einer Verlobten. Eines Abends stolpert ein Mädchen aus Unterlondon direkt vor seine Füße. Er trifft eine Entscheidung, die sein Leben verändert. ...

Richard führt ein ganz normales Leben mit einem Job in London und einer Verlobten. Eines Abends stolpert ein Mädchen aus Unterlondon direkt vor seine Füße. Er trifft eine Entscheidung, die sein Leben verändert. Door nimmt ihm mit nach Unterlondon (unfreiwillig) und mit in ein Abenteuer voller Gefahren, Wunder und Türen.

Ich habe die Neuerscheinung von Niemalsland genutzt, endlich mit Richard und Door in die unterirdische Welt von London zu versinken. Neil Gaiman ist zumindest für mich ein großer Name, den ich immer lesen wollte, aber nie dazu gekommen bin. Und ich muss sagen, er hat mich mit seiner Welt voller Geheimnisse, Engel und wundersamen Gestalten bezaubert.
Doch von vorn:
Alles beginnt mit Richard, dem normalen Menschen mit dem normalen Job. Zunächst empfand ich keine sonderlich große Sympathie für Richard. Er war mir ein wenig zu egoistisch, zu sehr bemüht Normal zu sein - obwohl es den Durchschnittsmenschen eigentlich gar nicht gibt. Das einzig heldenhafte, was er zu Anfang leistet, ist ein halbtotes Mädchen von der Straße aufzusammeln. Aber diese Tat schubst ihn ohne das er es eigentlich will, kopfüber in ein neues Leben, da sein Altes ihn nicht mehr haben will. Hier haben wir den Fall, dass der Mensch mit seinen Aufgaben über sich hinauswächst. Mochte ich Richard zu Anfang nicht wirklich, erwischte ich mich in der Mitte des Buches dabei, wie ich mit ihm lachte und mit ihm mitfieberte. Er hatte sich in mein Herz geschlichen.
Door mochte ich genauso, doch sie hätte noch ein wenig mehr in den Vordergrund treten können. Sie strahlte in einigen Szenen, doch ich hätte mir wohl gewünscht, dass ich Lady Door im Laufe der Abenteuer noch ein bisschen näher kennen lerne.
Auch die Bösewichte bekamen Raum im Buch, was ungewöhnlich ist, ich aber eigentlich für einen klugen Kniff halte, da einem so die Bösen auch ein Stückweit näher kommen (und diese Bösewichte sind wirklich hassenswert!).

Die Story nimmt nach einer kurzen Einlaufzeit rasch an Fahrt auf und lädt zum mitfiebern ein. Dieser Einladung bin ich gerne gefolgt und habe mich von der wundersamen Welt von Unterlondon verzaubern lassen. Neil Gaiman hat eine kuriose, wundersame Welt erschaffen, in der man gerne den Ein oder anderen Blick mehr riskiert (aber Vorsicht! Wer zu locker durch Unterlondon spaziert, könnte darin umkommen!). Die Welt hält an allen Ecken und Enden Wunder bereit, und Kuriositäten. Ich bin normalerweise ehr der Typ, der klassische Fantasy bevorzugt. Aber in diesem Fall war der Weltentwurf weder überzogen noch kindisch, was ich Gaiman hoch anrechne. In die dunkle Welt von Unterlondon würde ich jederzeit wieder einen Ausflug wagen.

Ich war begeistert von der Welt und von den Charakteren, die sich still und heimlich in mein Herz gestohlen haben. Trotzdem hat bei mir noch der gewisse Funke zur vollen Punktzahl gefehlt. Kennt ihr ihn? Den gewissen magischen Funken? Dann versteht ihr auch meine Bewertung von vier tollen Sternen für Niemalsland!
Ich empfehle es allen, die den Mut besitzen, in die Dunkelheit hinabzusteigen und neue Wunder zu entdecken.