Tolle Geschichte
„Lázár“ von Neil Biedermann ist mehr als ein Roman – es ist eine epische Familienchronik, die die Leser*innen mitten in die Strömungen des 20. Jahrhunderts zieht.
Alles beginnt mit der Geburt von Lajos ...
„Lázár“ von Neil Biedermann ist mehr als ein Roman – es ist eine epische Familienchronik, die die Leser*innen mitten in die Strömungen des 20. Jahrhunderts zieht.
Alles beginnt mit der Geburt von Lajos von Lázár, dem blonden Kind mit den wasserblauen Augen, das in einer Welt zur Welt kommt, die bereits dem Untergang geweiht ist. Das prachtvolle Leben der Barone im südlichen Ungarn wirkt wie ein Relikt vergangener Zeiten, während sich die Schatten der Geschichte unaufhaltsam nähern. Die Auflösung des Habsburgerreichs, Kriege, Ideologien und Machtverschiebungen bilden den Hintergrund einer Erzählung, die vor allem eines ist: die Suche nach Liebe und Halt in einer Welt, die ins Wanken gerät.
Die Figuren – von der stolzen Mária über den geheimnisvollen Onkel Imre bis hin zu den Kindern Eva und Pista – sind fein gezeichnet und wirken, als wären sie real. Sie lieben, leiden, hoffen und verlieren, während die politischen Umbrüche wie eine Flut über ihr Leben hinwegrollen.
Die Sprache ist atmosphärisch und fängt nicht nur die Schönheit des alten Ungarns ein, sondern auch die Melancholie einer versinkenden Epoche. Dem Autor gelingt es das historisches Panorama grandios umzusetzen und tiefgründige Charaktere zu schaffen. Das Werk strotz nur so von zeitlosen Themen wie Liebe, Verlust und der Sinn des Lebens.
„Lázár“ ist ein Musst-Read für alle, die große historische Geschichten voller Tragik und Leidenschaft lieben.