Cover-Bild Just Like You
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22,00 €
inkl. MwSt
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 17.09.2020
  • ISBN: 9783462000399
Nick Hornby

Just Like You

Roman
Stephan Kleiner (Übersetzer)

Just Like You erzählt die unkonventionelle Liebesgeschichte von zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Es ist das Jahr 2016 in England. Lucy, 42, ist Mutter zweier Jungs, Lehrerin, lebt von ihrem Mann getrennt und wählt linksliberal. Joseph, 22, arbeitet als Aushilfsmetzger und Fußballtrainer und interessiert sich nicht für Politik. Trotz ihrer Gegensätze verlieben sich die beiden ineinander. Aber kann ihre Beziehung in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen und persönlicher Herausforderungen bestehen?

Mit gewohnt britischem Humor und scharfsinnigen Beobachtungen ergründet Bestsellerautor Nick Hornby, wie Liebe in Zeiten von Brexit, sozialer Ungleichheit und unterschiedlichen Lebensrealitäten funktionieren kann. Just Like You ist eine moderne Liebesgeschichte, die zum Nachdenken anregt und unterhält zugleich. Ein must-read für Fans von Hornbys Bestsellern wie High Fidelity und About a Boy sowie allen, die intelligente romantische Komödien lieben.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2020

Kann das gutgehen?

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Lucy und Joseph, was für ein Paar! Sie 42 Jahre alt und Lehrerin, lebt getrennt von ihrem alkoholkranken Ehemann, er 20 Jahre jünger, weiß noch nicht so recht wo es im Leben hingehen soll. Sie haben im ...

Lucy und Joseph, was für ein Paar! Sie 42 Jahre alt und Lehrerin, lebt getrennt von ihrem alkoholkranken Ehemann, er 20 Jahre jünger, weiß noch nicht so recht wo es im Leben hingehen soll. Sie haben im Grunde nichts gemeinsam und doch ist da dieser Funke. Kann das gutgehen?

Die beiden Hauptprotagonisten Lucy und Joseph sind mir sehr sympathisch. Die eine Nebenfigur, Emma, brachte mich zum Schmunzeln. Oh ja, wer hat nicht in seinem Bekanntenkreis eine Emma. Auch Josephs Mutter empfand ich als patente Frau.

Der Leser nimmt an Lucys und Josephs Gedanken teil, ihren Wünschen und Besorgnissen. Und ich mag Lucys Jungs. Sie stehen der Beziehung offen gegenüber, wie es nur Kinder können. Und Nick Hornbys Stil mag ich ohnehin. Er schreibt locker und leicht, außerdem trifft er den richtigen Ton auch bei den ernsten Themen, Altersunterschied zwischen Paaren, Rassismus und EU-Referendum, sprich Brexit. Sein trockener Humor ist köstlich, teils wird er auch sarkastisch, aber er schreibt nie oberflächlich. Im Gegenteil, da kommen oft tiefschürfende Gedanken daher. Gerade bei den Themen Brexit und Rassismus stupst der Autor den Leser an, nachzudenken und sich eine Meinung zu bilden. Köstlich vor allem die Dialoge, da musste ich so manches Mal Lächeln. Die Perspektivenwechsel zwischen Lucy und Joseph erleichtern dem Leser sich in die Protagonisten einzufühlen.


Was ich persönlich sehr interessant fand, dass die Menschen, je nach Bevölkerungsschicht, den Brexit unterschiedlich bewerten. Dass die Arbeiterschicht eher für einen Ausstieg war, weil sie sich davon eine rosigere Zukunft versprachen, nicht zuletzt wegen Johnsons, während das Bildungsbürgertum eher für einen Verbleib in der EU votete.

Mir wurden auch die Augen vor dem versteckten Rassismus geöffnet, der Menschen oft aus Unachtsamkeit verletzt.

Hauptthema in diesem Roman bleibt natürlich der Altersunterschied zwischen Lucy und Joseph. Was für die beiden vielleicht nicht mal ein so großes Problem ist, wird doch von der Gesellschaft oft mit Skepsis beäugt und sorgt für Gesprächsstoff. Aber ist nicht jede Partnerschaft eine Herausforderung?

Fazit: Ein gut lesbarer Roman mit ernsthaften Themen.

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Veröffentlicht am 04.12.2020

Gegensätze ziehen sich aus

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Vor 20 Jahren las ich mit "High Fidelity" meinen ersten Hornby und war sehr begeistert. Daraufhin las ich dann fast alle seine Bücher, die mal großartig und manchmal doch nur mittelmäßig waren. Mit "Just ...

Vor 20 Jahren las ich mit "High Fidelity" meinen ersten Hornby und war sehr begeistert. Daraufhin las ich dann fast alle seine Bücher, die mal großartig und manchmal doch nur mittelmäßig waren. Mit "Just like you" ist ihm für meinen Lesegeschmack aber wieder ein großartiges Buch gelungen, dem ich nur deshalb keine 5 Sterne gegeben habe weil ich mich stellenweise doch mal kurz gelangweilt habe. Allerdings nicht lange, denn obwohl man ja bei solchen "Chick-Lit" Büchern meint das Ende zu kennen, kann man sich da bei Nick Hornby gar nicht so sicher sein ob es wirklich ein Happy End gibt bzw. ob dessen Vorstellung von Happy End dieselbe ist wie meine.

Hier stimmten die Protagonisten (waren mir sehr sympathisch), der Schreibstil (wunderbar zu lesen, zwischendrin auch mal was zum Schmunzeln) und vor allem die Tatsache, dass die Beziehung, wenn sie dann mal zustande kommt, nicht romantisch verklärt beschrieben sondern realistisch und bodenständig. Da die Beteiligten ziemliche Gegensätze verkörpern und an unterschiedlichen Punkten ihres Lebens sind, sind Hindernisse im Grunde unvermeidlich.
Erstaunlich auch, wie der mittlerweile 60+ Hornby sich offensichtlich immer noch in Personen hineinversetzen kann, die 20-40 Jahre jünger sind.

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Veröffentlicht am 15.10.2020

4,5 Sterne

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Es ist spannend zu lesen, wie unterschiedlich der neue Roman von Nick Hornby bei den Lesern ankommt. Teilweise kann ich die Kritikpunkte zwar nachvollziehen, aber ich habe den Eindruck, dass hier oft zu ...

Es ist spannend zu lesen, wie unterschiedlich der neue Roman von Nick Hornby bei den Lesern ankommt. Teilweise kann ich die Kritikpunkte zwar nachvollziehen, aber ich habe den Eindruck, dass hier oft zu große Erwartungen eine Rolle spielten. Ich habe schon lange kein Buch mehr von Hornby gelesen und war neugierig aber ich habe vor allem einen Unterhaltungsroman erhofft und genau das habe ich auch bekommen und tatsächlich sogar noch ein bisschen mehr.

Mir gefällt sehr, wie entspannt und unaufgeregt Hornby erzählt, wie er weder mit der großen Keule noch mit detailverliebten Beschreibungen sondern vielmehr mit tollen Dialogen und auch mal Auslassungen und Andeutungen arbeitet. Und dabei geht es sowohl um die Liebesbeziehung als auch um das zweite wichtige Thema in der Geschichte, den Brexit. Die Liebe zwischen dem jungen schwarzen Mann und der weißen Mittvierzigerin kommt sehr einfühlsam für mich rüber. Die Unsicherheiten und Befürchtungen des Paares, die schrägen Blicke von Freunden, Verwandten und Bekannten und auch die Unzulänglichkeiten der Darsteller werden geschildert, Trotz der Probleme ist eine angenehme Leichtigkeit im Buch, die mich angesprochen hat. Ich wollte immer wissen, wie es weitergeht, habe dem Paar ein gemeinsames Glück gewünscht und wie nebenbei einen Blick durchs Schlüsselloch eines britischen Autors erhalten, der den Brexit und wie es dazu kam, was in den Engländern vorging bei diesem Ausstieg aus der EU vorging und -geht.

4,5 Sterne für dieses Buch.

Veröffentlicht am 14.05.2023

Ein schönes Paar

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Die Trennung war das einzig Richtige. Doch nun ist die Englischlehrerin Lucy allein mit ihren zwei Söhnen. Da sind die Treffen mit ihrer Bekannten Emma fast eine Abwechslung, wenn nicht Emma so offensiv ...

Die Trennung war das einzig Richtige. Doch nun ist die Englischlehrerin Lucy allein mit ihren zwei Söhnen. Da sind die Treffen mit ihrer Bekannten Emma fast eine Abwechslung, wenn nicht Emma so offensiv mit dem Metzgereiverkäufer flirten würde. Irgendwie kommt Lucy selbst mit Joseph ins Gespräch und irgendwie wird er der Babysitter ihrer Söhne. Obwohl Lucy um einiges älter ist versteht sie sich gut mit Joseph. Genau genommen besser als mit den gelegentlichen Blind Dates, die Freundinnen manchmal organisieren. Im Jahr 2016 kurz vor der Brexit-Abstimmung ist noch alles gut. Jedoch sind die Diskussionen intensiv und die Menschen uneinig.

Im Jahr 2016 ist in England der Brexit das große Thema. Es scheint, als meinten die Menschen, sie könnten diskutieren und abstimmen, aber es würde nichts geschehen. Bis zum Tag des Erwachens. Recht bald macht sich Katerstimmung breit. Gegen diese Grundstimmung bilden Lucy und Joseph einen Kontrast. Eigentlich wirken sie wie ein unmögliches Paar. Er ist so viel jünger und schwarz, sie, zweiundvierzig, mit einem Mittelklassehintergrund und mit Kindern und Beruf gut ausgelastet. Aus ihren Gesprächen über die Jungs wird langsam mehr und sie merken, dass sie sich richtig gut verstehen. Kann das allerdings gutgehen?

Natürlich ist heute besser bekannt, was mit der Brexit-Abstimmung angerichtet wurde. Doch der Roman ist erstmal im Jahr 2020 erschienen, wo man das noch nicht überblicken konnte. Nun ist das Thema doch etwas vorbei und man liest das Buch sicherlich anders als es damals der Fall gewesen wäre. Dennoch ist der Autor für seine liebenswerten Charakterzeichnungen bekannt und damit kann auch dieses Werk punkten. Witzige Dialoge, wohlgeratene Kinder, ein Paar, das lebensecht wirkt, dem man sofort abnimmt, dass es um seine Beziehung kämpft, dass es den Gefühlen folgt. Ein besonderes Geschick hat der Autor dafür, seine Leser mit einem Ausklang zu beglücken, mit dem man sehr gut leben kann, dem aber nicht der Realitätsbezug abhanden kommt. So hat man das gerne.

Veröffentlicht am 12.02.2021

Vom Urteilen über Menschen

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Nick Hornby ist wieder da und mit ihm sein charmanter, unverwechselbarer Sound über Zwischenmenschliches, Musik, Fußball und dem alltäglichen Beobachten. In „Just Like You“ findet ein Pärchen zusammen, ...

Nick Hornby ist wieder da und mit ihm sein charmanter, unverwechselbarer Sound über Zwischenmenschliches, Musik, Fußball und dem alltäglichen Beobachten. In „Just Like You“ findet ein Pärchen zusammen, das gefühlt Welten auseinander liegt. Akademikerin und Lehrerin Lucy ist 42, ihre Ehe mit Paul ist wegen dessen Drogen- und Alkoholsucht gescheitert, sie haben zwei Söhne. In der angesagten Bio-Metzgerei ihres wohlhabenden Londoner Viertels lernt sie Joseph hinter der Theke kennen – 20, Schwarz, mehrere Aushilfsjobs, etwas ziellos, möchte aber eigene Musik entwerfen und DJ werden. Als er bei Lucy babysittet, kommen sich die beiden näher und die Anziehungskraft ist auf beiden Seiten vorhanden, aber es dauert noch, bis beide trotz aller Unterschiedlichkeiten ein Paar werden.

Kurzweilig und routiniert entwirft Hornby hier eine Liebesgeschichte mitten aus dem Leben, die trotz dem streckenweise aufblitzenden Humor ernste Kernthemen behandelt: Rassismus, Klassen, Milieus und – Politik: das Brexit-Votum steht vor der Tür. Und so schlittern auch Lucy und Joseph neben ihrem Altersunterschied und ihrem Bildungsgefälle durch schwierige Umstände wie Racial Profiling, das Beurteilen ihrer Beziehung von anderen, politische Ansichten, aber auch innere Konflikte wie Scham, Unsicherheit und Angst vor der Zukunft. Beide wollen auch ihrem Milieu und ihren Prinzipien treu bleiben und müssten erst herausfinden, dass es außerhalb ihrer Wohlfühlblase im Haus Kompromisse gibt, die sie eingehen müssen: Klubbesuche, Dinnerpartys, Theaterabende, Familienbesuche. Das Pärchen muss sich erst trennen, um dann wieder zueinander zu finden ohne immer nur von einer Zwischenlösung zu reden.

Im perspektivischen Wechsel und mit romantisch-humorvollen Einlagen lässt der Autor in das (Innen-)leben der beiden Protagonisten blicken, wobei Lucy hier stellenweise tiefgehender und authentischer beschrieben wird. Joseph wirkt ziellos – nicht nur, wie er bei dem Votum abstimmen soll (er macht ein Ja- und ein Nein-Kreuz), sondern auch, wie es mit seinem (Liebes-)leben und Beruflichem gestellt ist. In Lucys kreisende Gedankenwelt samt Hoffnungen und Ängsten darf der Leser tiefblicken. Und auch die Reaktionen und Auswirkungen der Beziehung auf das nähere Umfeld fängt Hornby emotional berührend auf. Und trotzdem fehlt mir in „Just Like You“ etwas die Schärfe – der Roman unterhält prima, auch wenn manche Dialoge schwer zuzuordnen sind und etwas steif rüberkommen (Sally Rooney gefällt mir in Sachen Dialogschreibung zum Beispiel besser). Der Brexit zieht sich durch die ganze Handlung und steht metaphorisch auch für die Spaltung der Lager unterschiedlicher Milieus. Hier gelingt es Hornby, das Brexit-Referendum auf den Menschen und deren Wünsche runterzubrechen und wie einige die zukünftigen Folgen eines Austritts aus der EU gar nicht abschätzen können.

Insgesamt eine leichtfüßige soziale Komödie und bittersüße Liebesgeschichte über Gegensätze, die sich anziehen - mit angeschnittenen ernsten Themen und der Frage: Soll ich jemanden wählen, der wie ich ist, oder mein Milieu mit Risiko verlassen? Und welche gefestigten Schablonen verwenden wir bei der Beurteilung eines Menschen?

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