Da wackelt die ganze Wiese! Bühne frei für den wildesten, coolsten und rockigsten kleinen Käfer, den das Insektenreich je gesehen hat – Marie Käferchen! Sie hat so gar keine Lust friedlich – und langweilig ...
Da wackelt die ganze Wiese! Bühne frei für den wildesten, coolsten und rockigsten kleinen Käfer, den das Insektenreich je gesehen hat – Marie Käferchen! Sie hat so gar keine Lust friedlich – und langweilig – herumzukrabbeln oder von Blüte zu Blüte zu schweben. Sie braucht mehr. Mehr Tempo, mehr Action, mehr Beat. Da können die anderen Sechsfüßer nur den Kopf schütteln, bis Marie „ihre“ Gruppe findet, und einen Riesen-Hit landet. Ein Bilderbuch, das absolut begeistert. Illustrationen und Inhalt sind absolut stimmig, die Reime witzig, pointiert und eben auch wie das gesamte Buch richtig frisch und einfach mal was Anderes.
Dafür plädiert das Buch auch: sei du selbst, sei anders, sei wild und frech und manchmal auch zu laut für die anderen. Die Reime sind so gut, und kein bisschen platt und leiernd, das macht Spaß beim Vorlesen. Die Illustration sind absolut passend, auch ein bisschen wild und farbenfroh. Das Minenspiel der Käfer z.B. ist super dargestellt, alles wirkt sehr lebendig.
Fazit: rundum gelungen. Marie Käferchen wird sicher für Begeisterung sorgen. Das sie für die kleinen Leser auch noch ein paar bunte Tattoos mitbringt, ist sicherlich ein weiteres Highlight und wird ihren Fanclub vergrößern.
…seht ihr, wenn das Licht angeht!
Ein tolles Bilderbuch, das erstes Zählen und das beliebte Such und Find der Wimmelbücher miteinander verknüpft. Ein kurzer Text stellt jeweils die Szenerie der Doppelseite ...
…seht ihr, wenn das Licht angeht!
Ein tolles Bilderbuch, das erstes Zählen und das beliebte Such und Find der Wimmelbücher miteinander verknüpft. Ein kurzer Text stellt jeweils die Szenerie der Doppelseite vor, kleine Suchaufträge rufen dann die kleinen Entdecker aktiv auf den Plan.
Alles dreht sich rund um Entdeckungen im Wald, typische Waldtiere und Pflanzen. Doch es geht nicht nur um das bloße Auffinden, auch das Zahlenverständnis wird geschult: finde einen Marienkäfer, zwei kleine Rehkitze… Bunte Druckknöpfe neben den Suchbildern lassen kleine Lichter aufleuchten – zur Kontrolle und wenn sich so ein Tierchen vielleicht doch ein bisschen zu gut versteckt hat – ganz sicher eine große Attraktion, die das Buch nochmal so spannend macht. Aktiviert wird die Lichtfunktion über einen Regler auf der Buchrückseite. Sehr schön finde ich, dass sich hierbei der Schwierigkeitsgrad langsam steigert: sind auf der ersten Doppelseite ein und zwei Objekte zu finden, wird am Schluss des Buches der Zahlentraum bis fünf abgedeckt. Grundsätzlich gibt es noch viel mehr zu entdecken, als nur die gestellten Aufgaben. Hier gibt es reichlich weiteren Grund zum Zählen und Erzählen. Die Illustrationen sind sehr farbenfroh und eher wenig detailreich und fein, haben so aber auch eine gewisse Strahlkraft. Einziger wirklicher Kritikpunkt den ich habe, ist der Buchrücken. Den finde ich sehr weich und dünn, so dass man irgendwie ab dem ersten in die Hand nehmen schon das Gefühl hat, dass er leicht einreißt, und verknicken wird er alle Male sofort sehr heftig. Auch wenn durch die Technik vielleicht hier eine etwas andere Art der Bindung nötig ist, finde ich das nicht so gelungen – aber was zählt schon Äußerliches, wenn die inneren Werte stimmen.
Birgit hatte ein schweres Päckchen zu tragen. Das war Kaspar immer klar. Ihre Liebe (oder seine Liebe?) war groß, so groß, dass sie in der Lage war, die innerdeutsche Grenze im Jahr 1964 zu überwinden. ...
Birgit hatte ein schweres Päckchen zu tragen. Das war Kaspar immer klar. Ihre Liebe (oder seine Liebe?) war groß, so groß, dass sie in der Lage war, die innerdeutsche Grenze im Jahr 1964 zu überwinden. So groß, dass sie Birgits Suche nach ihrem Weg im Leben getragen und ertragen hat, ihr Scheitern, ihre Neuanfänge, ihre Fluchten in ein mäandrierendes in den Tag hinein leben, schreiben und trinken. Ein Leben als Flucht, deren Ausmaße Kaspar sich erst vollständig offenbaren, als er – genau so still wie er mit ihr gelebt hat – Abschied von Birgit nehmen muss. Er will ihr nah sein, bricht ein Tabu und sieht ihre Unterlagen, ihre Recherchen und ihre Texte durch und findet ein gigantisch großes Geheimnis, das ihm seine Frau ganz neu erklärt. Mit Neugier und sehr großer Akzeptanz für die Sache an sich, geht er dieses alte neue Kapitel seines Lebens an und findet Menschen, die ihm fremd sind, durch die er aber die Verbindung zu seiner Frau spürt und lange Vergangenes nicht einfach ruhen lässt, sondern eine Aufgabe für sich daraus generiert. Er findet „die Enkelin“ Sigrun.
Ein Mädchen, dass in so vielem an seine Birgit erinnert, aber vollkommen anders erzogen und aufgewachsen ist. Eine Haltung zum Leben, zur Politik, zur Geschichte, die er nicht vertritt und weit davon entfernt ist, sie auch nur in Ansätzen gutzuheißen, doch Sigrun ist ihm wichtiger…
Bernhard Schlink zeichnet das Bild eines Protagonisten, der in unvorstellbar großer Akzeptanz und Toleranz einem Umstand begegnet, mit dem die absolute Mehrzahl der Menschen ihre heftigen Probleme haben dürfte. Kaspar versucht nicht, sich einzumischen, er versucht Impulse zu geben, Horizonte zu weiten. Wenn er eingreift, dann auf eine absolut konstruktive Art, nicht unterbindend. Er streitet nicht, aber er stimmt auch nicht zu, er widerspricht, aber belegt dies mit Argumenten. Manche fallen sofort auf fruchtbaren Boden, andere müssen keimen. Diese wertschätzende, altruistische Einstellung hat mich sehr beeindruckt und an das Buch gebunden. Kaspar ist für mich der Prototyp eines leisen Menschen, passend dazu sein Beruf des Buchhändlers. Seine Ruhe ist dabei jederzeit mehr Stoa als Phlegma – was man ja ebenfalls vermuten könnte. Kapsar ergibt sich nicht in Situationen, er nimmt sie an.
Die Schilderung der Beziehung und deren Entwicklung zwischen Sigrun und Kaspar ist gerade in ihrer Unaufgeregtheit fesselnd. Schlink zeigt dabei keinen gerade Weg auf, mahnt nicht mit erhobenem Zeigefinger, maßt sich nicht an, zu behaupten, dass Sigrun „gerettet“ werden muss, ruft dem Leser nicht zu „hier guck an, der Großvater bringt das Mädchen ruckzuck auf den rechten Weg, alles total einfach“. Im Gegenteil agiert er – oder er lässt Kaspar so agieren, wie seinen Erzählstil fließen – bedacht, beharrlich, auch im Wissen, dass ein Scheitern möglich ist und das man auch dieses akzeptieren kann und muss.
Fazit: eine bewegende Geschichte über eine traurige Frau, einen bewundernswert altruistischen Mann, ein Mädchen, dass dachte, sein Weg sei schnurgerade und plötzlich Biegungen und Kreuzungen entdeckt. Lesenswert!
Mhairi McFarlane ist seit Jahren einer meiner wenigen Ausflüge in das Genre der Chick-Lit – und das in meinen Augen zurecht. Was mir sonst eine Spur zu gewollt, zu flach, zu – sprechen wir es mal aus – ...
Mhairi McFarlane ist seit Jahren einer meiner wenigen Ausflüge in das Genre der Chick-Lit – und das in meinen Augen zurecht. Was mir sonst eine Spur zu gewollt, zu flach, zu – sprechen wir es mal aus – manches mal ganz einfach auch nur dümmlich ist, finde ich hier nicht. Ich finde sympathische Protagonistinnen und Protagonisten, die alle ihre Schwächen haben. Ich finde einen Plot, der auf ein Happy End hinausläuft – und das erwarte ich auch. Ich finde auch jedes Mal eine ausreichend etwas anders gestrickte Geschichte. Die Autorin schreibt darüber hinaus sehr humorvoll. Für mich bedeutet Mhairi McFarlane daher einfach gut gemachte Unterhaltung, wie Popcorn-Kino zum Lesen, die meisten Leute gucken auch nicht immer ausschließlich Arte… Der neueste Roman „Du hast mir gerade noch gefehlt“ wartet darüber hinaus auch noch tatsächlich mit einem wahren Plot-Twist kurz nach Beginn auf, den ich jetzt so gar nicht erwartet hätte und der die weitere Geschichte bestimmt. Protagonistin Eve sieht sich daraufhin in ihren Grundfesten erschüttert, als wäre der Umstand, Brautjungfer auf der Hochzeit ihres besten Freundes, in den sie seit Jahrzehnten heimlich verknallt ist, zu werden, nicht schon genug, um sie tüchtig durcheinander zu bringen. Natürlich spielen alte und aktuelle Verstrickungen wieder eine Rolle, fehlende Kommunikation und unter Verschluss gehaltene Geheimnisse bis sich alles fügt – und das tut es am Ende.
Fazit: Wohlfühl-Lektüre in gewohnter Qualität der Autorin, hier gibt es einfach nichts zu meckern.
„Mein erstes großes Wörterbuch“ ist eine gelungene Sammlung rund um alle Dinge die dem Kleinkind begegnen und meist furchtbar spannend sind: Tiere, Fahrzeuge, Aktivitäten, Gegenstände des Alltags und Spielsachen. ...
„Mein erstes großes Wörterbuch“ ist eine gelungene Sammlung rund um alle Dinge die dem Kleinkind begegnen und meist furchtbar spannend sind: Tiere, Fahrzeuge, Aktivitäten, Gegenstände des Alltags und Spielsachen. Ergänzt wird dies durch die vertrauten Orte wie z.B. die Kita, den Supermarkt und natürlich das Zuhause. Je eine Doppelseite widmet sich einem kleinen Ausschnitt der (Er-) Lebenswelt und führt meist mit einem kleinen kurzen Text oder auch nur einem Sätzchen in das Thema ein. Großformatige, klare und einzeln gestaltete Illustrationen benennen dann die wichtigsten Dinge, die mit diesem Kontext verknüpft sein können. Neben der Zeichnung befindet sich jeweils die Wortmarke. Dabei umfasst die Sammlung nicht nur Substantive, sondern auch Verben und Adjektive (z.B. Farben).
Die Gestaltung finde ich sehr gelungen, und das Buch an sich auch sehr umfangreich. Es ist kein kleines Büchlein, sondern wirklich ein Wälzer gemessen an der Größe eines Kindes dieses Alters. Sehr stabil ausgeführt, überlebt es aber auch sicher ein eher aktives Lesen und Umblättern. Ein tolles Buch, das sicherlich oft angesehen werden kann mit Illustrationen, die auch zum Weitererzählen einladen. Sehr gelungen!