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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2026

Freundschaft, Spannung und düstere Geheimnisse – ein gelungener zweiter Band

Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab
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„Sternengrab“ setzt die Geschichte spannend fort, ist aber auch für Neueinsteiger verständlich. Alava klärt den Tod ihres Vaters auf, unterstützt von ihren Freund*innen. Die Spannung wird geschickt aufgebaut, ...

„Sternengrab“ setzt die Geschichte spannend fort, ist aber auch für Neueinsteiger verständlich. Alava klärt den Tod ihres Vaters auf, unterstützt von ihren Freund*innen. Die Spannung wird geschickt aufgebaut, oft gegen Ende der Kapitel, und Freundschaft sowie Trauer werden sensibel thematisiert.

Das Cover gefällt, die Farbwahl hätte jedoch besser zu den jeweiligen Bänden gepasst. Der Schreibstil ist flüssig, mit kurzen und klaren Sätzen. Die wechselnden Hauptpersonen erschweren manchmal den Überblick, mehr Tiefgang der Figuren wäre wünschenswert. Für 11-Jährige kann die Geschichte etwas düster und sehr spannend wirken.

Das Ende ist rund und zufriedenstellend. Für alle, die Mystery, Freundschaft und Geheimnisse mögen, ist dieser Band interessant. Ein dritter Teil wäre spannend, um die Geschichte weiter zu vertiefen.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Eine Geschichte über Beziehungen und persönliche Grenzen

Gelbe Monster
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„Gelbe Monster“ greift mit weiblicher Wut und toxischen Beziehungsmustern ein relevantes Thema auf. Der Schreibstil ist leicht, die kurzen Kapitel lesen sich schnell und angenehm. Besonders gelungen finde ...

„Gelbe Monster“ greift mit weiblicher Wut und toxischen Beziehungsmustern ein relevantes Thema auf. Der Schreibstil ist leicht, die kurzen Kapitel lesen sich schnell und angenehm. Besonders gelungen finde ich, dass die Geschichte konsequent aus Charlies Perspektive erzählt wird – ihre Emotionen wirken dadurch glaubwürdig und nah.

Gleichzeitig bleiben viele Aspekte für mich zu oberflächlich. Vor allem die zahlreichen Rückblicke hätten mehr Tiefe vertragen, um Charlies Entwicklung besser nachvollziehen zu können. Auch andere Figuren, insbesondere Valentin, bleiben sehr schemenhaft.

Das Buch regt dennoch stark zum Nachdenken an und hinterfragt Rollenbilder, Schuld und Abhängigkeit. Für mich hätte der Roman länger sein dürfen, um diese Themen wirklich auszuerzählen.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Spannung, Perspektivenwechsel und weibliche Wucht

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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„Die Housesitterin“ startet mit einem starken, spannungsgeladenen Einstieg und entwickelt sich zu einem psychologisch dichten Thriller. Besonders gelungen ist der Perspektivenwechsel zwischen Cecilia, ...

„Die Housesitterin“ startet mit einem starken, spannungsgeladenen Einstieg und entwickelt sich zu einem psychologisch dichten Thriller. Besonders gelungen ist der Perspektivenwechsel zwischen Cecilia, Johannes und Nick, der die Handlung vielschichtig macht und den Figuren spürbare Tiefe verleiht. Die Protagonistin überzeugt durch Stärke und innere Zerrissenheit – ein klarer Fall von Female Rage, die nachvollziehbar und intensiv erzählt wird.

Das Setting auf den Inseln trägt viel zur Atmosphäre bei und verstärkt das Gefühl von Isolation und unterschwelliger Bedrohung. In der Mitte gibt es zwar spürbare Längen und eine Phase, in der die Handlung an Tempo verliert, doch die späteren Rückblicke fügen sich sinnvoll ein und führen zu einem spannenden, unvorhersehbaren Finale. Insgesamt ein fesselnder Thriller mit starken Figuren und psychologischem Tiefgang.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Ein mutiges Buch über Grenzen, Macht und Selbstbehauptung

Hazel sagt Nein
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Hazel sagt Nein hat mich bereits mit seinem modernen, frischen Cover angesprochen, das gut zu einer Geschichte über das Erwachsenwerden passt. Im Mittelpunkt steht Hazel, achtzehn Jahre alt, kurz vor dem ...

Hazel sagt Nein hat mich bereits mit seinem modernen, frischen Cover angesprochen, das gut zu einer Geschichte über das Erwachsenwerden passt. Im Mittelpunkt steht Hazel, achtzehn Jahre alt, kurz vor dem Schulabschluss und an einem Wendepunkt ihres Lebens. Zwischen Zukunftsfragen, Selbstständigkeit und familiären Veränderungen wird sie mit einem schweren Grenzübertritt durch eine Autoritätsperson konfrontiert – und reagiert instinktiv, indem sie Nein sagt. Diese Entscheidung verändert alles.

Die Geschichte wird konsequent aus Hazels Perspektive erzählt, was sie sehr nahbar und eindringlich macht. Besonders gelungen fand ich, wie realistisch dargestellt wird, was ein solcher Einschnitt nach sich zieht: innerlich, im familiären Umfeld und im sozialen Miteinander. Der Prozess des Nein-Sagens und darüber zu sprechen wird sensibel, ehrlich und im richtigen Tempo erzählt. Trotz der Schwere des Themas gibt es immer wieder leise, warme und auch humorvolle Momente, die der Geschichte Raum zum Atmen geben, ohne etwas zu verharmlosen.

Der Schreibstil ist klar, flüssig und gut verständlich. Gefühle, Unsicherheiten und innere Konflikte werden nachvollziehbar dargestellt, ohne ins Überdramatische zu kippen. Auch die Figuren wirken authentisch und stimmig – sowohl Hazel als auch die Nebenfiguren mit ihren unterschiedlichen Reaktionen und Perspektiven.

Für mich ist dieses Buch besonders wichtig, weil es ein hochrelevantes Thema aufgreift und Machtgefälle klar benennt. Es macht Mut, Grenzen zu setzen, laut zu werden und nicht zu schweigen – eine Botschaft, die gerade für junge Menschen von großer Bedeutung ist.

Fazit:
Hazel sagt Nein ist ein bewegendes, sensibles und starkes Buch, das lange nachwirkt. Es erzählt eine belastende Geschichte mit viel Feingefühl, Klarheit und Haltung. Ein Roman, der Gespräche anstößt, Mut macht und den ich Leser:innen aller Altersgruppen sehr ans Herz lege.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Zwischen Freundschaft, Schuld und Selbstfindung

Spielverderberin
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Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was grundsätzlich gut funktioniert und dem Roman Struktur verleiht. Inhaltlich bewegt sich das Buch klar im Coming-of-Age-Bereich und behandelt zahlreiche ...

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was grundsätzlich gut funktioniert und dem Roman Struktur verleiht. Inhaltlich bewegt sich das Buch klar im Coming-of-Age-Bereich und behandelt zahlreiche relevante Themen wie Freundschaft, Abhängigkeit, Identitätssuche, Mitläufertum und Schuld.

Der Schreibstil ist angenehm, klar und leicht zugänglich. Auch die Grundidee der Geschichte fand ich spannend. Allerdings hatte ich zunehmend das Gefühl, dass sehr viele Themen begonnen werden, ohne wirklich konsequent zu Ende gedacht zu werden. Eine schlüssige Entwicklung oder Auflösung blieb für mich weitgehend aus – insbesondere zum Ende hin.

Mit den Figuren konnte ich nur bedingt mitgehen. Die drei Freundinnen sind zwar unterschiedlich angelegt, wirkten aber stellenweise sehr festgefahren in ihren Mustern. Der Hauptcharakter Sophie war mir persönlich sehr unsympathisch: stark orientierungslos, eifersüchtig und wenig reflektiert. Eine erkennbare Entwicklung oder Lernkurve habe ich kaum wahrgenommen.

Das Cover ist in Ordnung, wirkt auf mich aber eher altmodisch und nicht ganz passend zum jugendlichen Inhalt.

Fazit:
Ein Buch mit vielen wichtigen und aktuellen Themen, das für mich jedoch hinter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Wer ruhige Coming-of-Age-Geschichten mag und Offenheit für unbeantwortete Fragen mitbringt, könnte hier dennoch fündig werden – besonders junge Leserinnen und Eltern.

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