Ein moderner Beziehungsroman über Erwartungen und Selbstfindung
This isn't happinessThis Isn’t Happiness lässt sich insgesamt sehr angenehm lesen. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel haben die richtige Länge und die prägnanten Überschriften geben dem Buch eine schöne Struktur. Besonders ...
This Isn’t Happiness lässt sich insgesamt sehr angenehm lesen. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel haben die richtige Länge und die prägnanten Überschriften geben dem Buch eine schöne Struktur. Besonders die eingestreuten Mobilfunknachrichten lockern alles auf und bringen moderne Leichtigkeit hinein.
Die Beziehung der beiden Protagonisten begleitet man bereits seit ihrer Jugend. Doch die Handlung setzt ein, als beide längst Ende zwanzig sind – in einer Lebensphase, in der große Entscheidungen wie Hochzeit und Hauskauf anstehen. Genau hier zeigt sich, dass ihre Partnerschaft zwar lange besteht, aber nicht unbedingt auf Augenhöhe funktioniert. Oft wirken sie eher wie ein eingespieltes Team aus alten Zeiten, ohne sich wirklich gemeinsam weiterentwickelt zu haben.
Vor allem Josh kommt unreif rüber: Er verlässt sich stark auf die Frauen in seinem Leben und scheut Verantwortung, was besonders herausfordernd ist, da die beiden auch beruflich miteinander verbunden sind. Amy dagegen gibt häufig nach und stellt ihre eigenen Bedürfnisse hinten an – was beim Lesen manchmal frustriert. Umso wichtiger wird die Rolle von Lace, die frischen Wind bringt, neue Perspektiven eröffnet und Amy ermutigt, sich stärker mit sich selbst auseinanderzusetzen.
Einige Nebenfiguren – wie der übergriffige Verwandte oder Eltern, die die Hochzeit dominieren wollen – verstärken zusätzlich den Eindruck festgefahrener, unreifer Strukturen, aus denen sich Amy erst lösen muss.
Im Verlauf des Buches zeigt Amy eine deutlich spürbare Entwicklung. Sie beginnt, für ihre Wünsche einzustehen und sich von Erwartungen zu lösen. Das hätte für meinen Geschmack gerne früher passieren dürfen, wirkt aber glaubhaft. Josh hingegen bleibt in seiner Entwicklung eher stehen, was die Distanz zwischen den beiden immer sichtbarer macht. Die Kommunikation zwischen ihnen ist lange Zeit geprägt von unausgesprochenen Dingen und Missverständnissen, was das Lesen streckenweise anstrengend macht.
Die Auflösung kommt an einigen Stellen etwas abrupt und wirkt nicht vollständig schlüssig – ohne dass man hier inhaltlich spoilern kann. Positiv hingegen ist, dass die weiblichen Figuren am Ende sehr selbstbestimmt und stark dargestellt werden und ihren eigenen Weg gehen.
Insgesamt ist This Isn’t Happiness ein leicht zu lesender Roman, der besonders Leser*innen ansprechen dürfte, die selbst vor großen Entscheidungen stehen oder sich in den Themen Beziehung, Zukunftsplanung und Erwachsenwerden wiederfinden. Für mich war es eine solide Lektüre mit guten Momenten, aber kein Buch, das langfristig im Gedächtnis bleibt.