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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2025

Ein moderner Beziehungsroman über Erwartungen und Selbstfindung

This isn't happiness
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This Isn’t Happiness lässt sich insgesamt sehr angenehm lesen. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel haben die richtige Länge und die prägnanten Überschriften geben dem Buch eine schöne Struktur. Besonders ...

This Isn’t Happiness lässt sich insgesamt sehr angenehm lesen. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel haben die richtige Länge und die prägnanten Überschriften geben dem Buch eine schöne Struktur. Besonders die eingestreuten Mobilfunknachrichten lockern alles auf und bringen moderne Leichtigkeit hinein.

Die Beziehung der beiden Protagonisten begleitet man bereits seit ihrer Jugend. Doch die Handlung setzt ein, als beide längst Ende zwanzig sind – in einer Lebensphase, in der große Entscheidungen wie Hochzeit und Hauskauf anstehen. Genau hier zeigt sich, dass ihre Partnerschaft zwar lange besteht, aber nicht unbedingt auf Augenhöhe funktioniert. Oft wirken sie eher wie ein eingespieltes Team aus alten Zeiten, ohne sich wirklich gemeinsam weiterentwickelt zu haben.

Vor allem Josh kommt unreif rüber: Er verlässt sich stark auf die Frauen in seinem Leben und scheut Verantwortung, was besonders herausfordernd ist, da die beiden auch beruflich miteinander verbunden sind. Amy dagegen gibt häufig nach und stellt ihre eigenen Bedürfnisse hinten an – was beim Lesen manchmal frustriert. Umso wichtiger wird die Rolle von Lace, die frischen Wind bringt, neue Perspektiven eröffnet und Amy ermutigt, sich stärker mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Einige Nebenfiguren – wie der übergriffige Verwandte oder Eltern, die die Hochzeit dominieren wollen – verstärken zusätzlich den Eindruck festgefahrener, unreifer Strukturen, aus denen sich Amy erst lösen muss.
Im Verlauf des Buches zeigt Amy eine deutlich spürbare Entwicklung. Sie beginnt, für ihre Wünsche einzustehen und sich von Erwartungen zu lösen. Das hätte für meinen Geschmack gerne früher passieren dürfen, wirkt aber glaubhaft. Josh hingegen bleibt in seiner Entwicklung eher stehen, was die Distanz zwischen den beiden immer sichtbarer macht. Die Kommunikation zwischen ihnen ist lange Zeit geprägt von unausgesprochenen Dingen und Missverständnissen, was das Lesen streckenweise anstrengend macht.
Die Auflösung kommt an einigen Stellen etwas abrupt und wirkt nicht vollständig schlüssig – ohne dass man hier inhaltlich spoilern kann. Positiv hingegen ist, dass die weiblichen Figuren am Ende sehr selbstbestimmt und stark dargestellt werden und ihren eigenen Weg gehen.

Insgesamt ist This Isn’t Happiness ein leicht zu lesender Roman, der besonders Leser*innen ansprechen dürfte, die selbst vor großen Entscheidungen stehen oder sich in den Themen Beziehung, Zukunftsplanung und Erwachsenwerden wiederfinden. Für mich war es eine solide Lektüre mit guten Momenten, aber kein Buch, das langfristig im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Wenn Wut Flügel bekommt – Jugendbuch, das bewegt

Der Scherbenpalast
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Als Lou ungefragt mit ihrer Familie von Hamburg nach Mannheim zieht, fühlt sie sich völlig entwurzelt. Ihre Wut auf die Welt und die provokanten Ausbrüche gegen alles und jeden spiegeln eindrucksvoll die ...

Als Lou ungefragt mit ihrer Familie von Hamburg nach Mannheim zieht, fühlt sie sich völlig entwurzelt. Ihre Wut auf die Welt und die provokanten Ausbrüche gegen alles und jeden spiegeln eindrucksvoll die Gefühle vieler Jugendlicher wider, die plötzlich vor Veränderungen stehen. Scherbenpalast von Annette Mierswa zeigt dabei sehr authentisch, wie Lou langsam erkennt, dass sie selbst Verantwortung für ihr Glück übernehmen kann.

Besonders beeindruckend ist, dass das Buch aus der Sicht eines Mädchens erzählt wird. Es behandelt verschiedene Familienkonstellationen und Kulturen und verbindet so Generationen und Lebensrealitäten miteinander. Themen wie Verlust, Verlustängste und der Umgang mit schwierigen Gefühlen werden feinfühlig vermittelt. Ein weiterer, sehr wertvoller Aspekt ist die Kraft der Natur: Lou schöpft daraus Halt und Stärke, was gerade für Jugendliche, die sich unverstanden fühlen oder düstere Gedanken haben, ein wichtiger Bezug ist.

Scherbenpalast ist ein Jugendbuch, das man auch als Erwachsener gerne liest. Es regt zum Nachdenken an, schafft Verständnis für junge Menschen und zeigt, wie man auf Veränderungen reagieren kann. Eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Ein warmherziges Coming-of-Age über Freundschaft und Mut

Helle Sommer
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Helle Sommer ist ein wunderbar einfühlsames Coming-of-Age, das das Aufwachsen und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens authentisch und berührend schildert. Im Mittelpunkt steht eine tiefe Freundschaft, ...

Helle Sommer ist ein wunderbar einfühlsames Coming-of-Age, das das Aufwachsen und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens authentisch und berührend schildert. Im Mittelpunkt steht eine tiefe Freundschaft, die trotz großer Unterschiede vieles überdauert – eine Freundschaft, die Mut macht, trägt und Halt gibt.
Die weibliche Hauptfigur beeindruckt durch ihre Tapferkeit: Sie erträgt viel, kämpft sich durch schwierige Zeiten und hält dabei stets den Kopf hoch. Es ist schön und zugleich tragisch, mitzuerleben, wie sie und ihre Freundin gemeinsam wachsen, sich entwickeln und ihren Platz in der Welt finden.
Die Geschichte verbindet bekannte Motive des Coming-of-Age-Genres – Selbstfindung, Freundschaft, Mut und das Überwinden von Widrigkeiten – auf eine sehr authentische und tiefgründige Weise. Sophie Astrabie gelingt es, mit viel Herz und Fingerspitzengefühl eine Geschichte zu erzählen, die nachklingt und zum Nachdenken anregt.
Für alle, die Geschichten über Freundschaft, Mut und das Erwachsenwerden lieben, ist Helle Sommer eine sehr große Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Dichter Spannungsroman mit Tiefgang

Der dunkle Sommer
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Der dunkle Sommer hat mich schlichtweg umgehauen. Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich so vollständig in seine Welt gezogen hat – ich konnte es kaum aus der Hand legen. Was Vera Buck hier schafft, ...

Der dunkle Sommer hat mich schlichtweg umgehauen. Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich so vollständig in seine Welt gezogen hat – ich konnte es kaum aus der Hand legen. Was Vera Buck hier schafft, ist beeindruckend: eine Atmosphäre, so dicht und greifbar, dass man die Hitze, die Unruhe, die Schwere der Geschichte fast körperlich spürt. Die Spannung entsteht nicht durch laute Effekte, sondern durch ein kluges, feinsinniges Erzählen – psychologisch präzise, emotional intensiv und literarisch auf höchstem Niveau. Besonders hervorzuheben ist die Tiefe: Die Autorin versteht es, historische und gesellschaftliche Themen so in die Handlung zu verweben, dass sie nie belehrend wirken, sondern das Fundament für eine Geschichte voller Substanz bilden. Jeder Charakter, jedes Detail trägt Bedeutung – nichts ist bloß Kulisse. Und dann dieses Finale: stimmig, klug und absolut konsequent. Kein übertriebener Knall, sondern ein Abschluss, der lange nachhallt. Für mich ganz klar: eine große Leseempfehlung für alle, die anspruchsvolle Spannung mit Tiefgang suchen. Vera Buck hat mit Der dunkle Sommer ein Werk geschaffen, das bleibt.

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