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Veröffentlicht am 20.07.2022

Rezension: "The Sunrise in your Eyes" von Kim Leopold

The Sunrise in Your Eyes
1

Autor/in: Kim Leopold
Titel: The Sunrise in your Eyes
Reihe/Band: California Dreams, Band 2
Genre: New Adult
Erschienen: Mai 2022
ISBN: B09HXJ7213

Transparenz
Diese Rezension basiert auf ...

Autor/in: Kim Leopold
Titel: The Sunrise in your Eyes
Reihe/Band: California Dreams, Band 2
Genre: New Adult
Erschienen: Mai 2022
ISBN: B09HXJ7213

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass mir freundlicherweise vom Verlag über NetGalley zur Verfügung gestellt worden ist. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Klappentext
Er zeigt ihr die verborgenen Seiten der Stadt. Sie zeigt ihm die verborgenen Seiten ihres Herzens.
Fotograf Maverick führt ein Doppelleben: Meistens lichtet er schillernde Hochzeiten ab, manchmal taucht er jedoch unter dem Namen Andy in Skid Row, dem Problembezirk von Los Angeles, ab, um das Leben abseits der schillernden Hollywood-Boulevards zu dokumentieren. Bei seiner Arbeit lernt er Lela kennen, die eigentlich Allegra heißt, ihm ihren wahren Namen jedoch verschweigt. Sie arbeitet neben dem Studium in Skid Row und will mehr über die Menschen dort erfahren. Was sie beide nicht wissen: Während sie sich gemeinsam auf die Suche nach Hoffnung in Zeiten der Dunkelheit machen, haben sie auch in ihrem Leben außerhalb von Skid Row längst Kontakt miteinander. Plötzlich steht Allegra zwischen zwei Männern: dem verschlossenen Andy, unter dessen rauer Schale sich ein großes Herz verbirgt, und dem mysteriösen Maverick, der sie mit seiner geheimnisvollen Art anzieht. Doch mit den Gefühlen wächst auch Allegras Angst, denn sie hat schon einmal einen geliebten Menschen verloren …

Buch-/Reihentitel und Coverdesign
Das Cover zu „The Sunrise ist your Eyes“ ist erneut unglaublich auffällig gestaltet. Nicht, weil es so aufwändig verarbeitet ist, sondern weil dem Leser eine wahre Farbenpracht entgegenstrahlt. Es tummelt sich eine bunte Mischung aus Gold, Rosa, Orange, Lila und anderen Farben, teilweise glitzernd, teilweise nicht. Der gesamte Untergrund des Covers wirkt wie der Farbverlauf bei einem Epoxidharz-Gegenstand. Der Titel selbst ist ein geschwungenen lilafarbenen und zugleich funkelnden Buchstaben in vier Zeilen über die komplette Front abgebildet worden. Das viele Schimmern und Glitzern erinnert mich ein bisschen an die Bezeichnung „Stars & Sternchen“. In Band 1 passte dieser bunte Stil perfekt zur Protagonistin – mal sehen, ob das in diesem Fall auch auf einen der Charaktere zutreffen wird.
Der Titel bedeutet so viel wie „Der Sonnenaufgang in deinen Augen“ und hat gleichzeitig etwas Poetisches und Romantisches inne, was auf eine sehr tiefgreifende Geschichte hoffen lässt. Gleichzeitig hat der Titel für mich etwas von „Neuanfang“ und ich lasse mich mal überraschen, ob das in dieser Geschichte der Fall sein wird oder eher nicht. Der Reihentitel „California Dreams“ beschreibt zum einen das Setting der einzelnen Bände, zum anderen die großen Leidenschaften der einzelnen Protagonisten. Die Untergrundfarben sind etwas dezenter als beim ersten Cover, was, wie ich finde, wesentlich besser zu einem Sonnenaufgang passt als die knalligen Farben vorher.

Charaktere
Allegra Moretti ist neben den Brüdern Pascal und Micah die dritte im Familienbunde. Schon immer waren die drei ein Herz und eine Seele, bis der tragische Tod ihrer Mutter sie auseinandergetrieben hat. Doch Allegra strebt immer mehr nach Unabhängigkeit und zieht wieder von zuhause aus, nachdem sie dort nach der Trennung von ihrem Ex-Freund untergekommen ist. Neben ihrem Studium arbeitet sie ehrenamtlich unter dem Decknamen ‚Lela‘ in einer Art Frauenhaus in einem der sozial schwächeren Bezirke der Stadt. Dort muss sie immer auf der Hut vor Fremden und gefährlichen Gangs sein, was sie aber trotzdem nicht davon abhält, ihrem Wunsch, anderen Menschen zu helfen, nachzukommen.
Maverick Ryan ist eigentlich Hochzeitsfotograf von Beruf, doch zusätzlich treibt er sich als ‚Papparazzo Andy‘ in den sozial schwachen Bezirken als Fotograf umher um das echte Leben einzufangen, denn er selbst konnte seine Wurzeln nie vergessen, seit er in jungen Jahren adoptiert worden ist. So gewann er eine großartige Schwester, Mackenzie, und eine wundervolle Familie, die ihn in nahezu allem unterstützt. Er ist unglaublich viel auf der Straße unterwegs, kennt eine ganze Menge Leute und hat sich ein großes Informationsnetzwerk aufgebaut.

Schreibstil und Handlung
Die Geschichte von Allegra und Maverick ist in der ersten Person aus den abwechselnden Sichtweisen der beide geschrieben. Dadurch erhält man, in Kombination mit dem überaus locker-leichten und flüssigen Schreibstil, einen unglaublich intensiven Einblick in ihre Gedanken, Gefühle und Persönlichkeiten – was mir wieder einmal äußerst gut gefallen hat. Autorin Kim Leopold verfügt über einen sehr angenehmen, mitreißenden und zugleich emotionalen Schreibstil, der mich absolut überzeugen konnte. Sie schafft es grandios humorvolle Dialoge, ernste Themen, große Gefühle und überraschende Momente in einer Geschichte mit spannenden Wendungen zu vereinen, sodass man sich als Leser trotz dieser Fülle nicht überfordert oder überrannt fühlt. Besonders gut haben mir die eingebundenen Chatverläufe zwischen Allegra und Maverick gefallen, aber auch die wundervolle Chemie, die Stück für Stück zwischen ihnen gewachsen ist.
Inhaltlich hatte dieser zweite Band der „California Dreams“-Reihe für mich deutlich mehr Tiefe als noch der erste. Die Geschichte zeigt den Zwiespalt zwischen zwei vollkommen unterschiedlichen Welten, obwohl es sich um ein- und dieselbe Stadt handelt – wie Tag und Nacht, arm und reich, schön und hässlich. Zwei Kontraste, die sich nur schwer zusammenbringen lassen, was sich deutlich in den unterschiedlichsten Szenen und Menschen der Geschichte widerspiegelt. Für mich war es eindeutig ein großartiges Setting, was durch noch großartigere Charaktere perfekt abgerundet worden ist. Durch den familiären Hintergrund der drei Moretti-Geschwister hatte die Geschichte bereits eine konstante Emotionalität, die mit allen anderen Themen nur noch weiter vertieft werden konnte. Allegra und Maverick, aber auch alle weiteren Charaktere der Geschichte, waren für meinen Geschmack sehr authentisch und echt ausgestaltet – wie Menschen, denen man gerne mal auf der Straße über den Weg laufen würde. Ihre jeweilige Weiterentwicklung hat mir ebenfalls gut gefallen. Das Tempo war angenehm und den Situationen gut angepasst, sodass ich ein gutes Verständnis für die meisten ihrer Beweggründe entwickeln konnte. Auch für die Einbindung aktuellerer Themen wie z.B. die sozialen Medien oder auch der soziale Aspekt der Handlung haben einige Pluspunkte verdient. Einzig und allein das Ende hat mich leider etwas frustriert zurückgelassen. War es das letzte 1/3 oder ¼? - Ich bin nicht ganz sicher, jedenfalls haben mir da einige Handlungsverläufe nicht so ganz zugesagt, weshalb es letztendlich auch zu einem Stern Abzug gekommen ist. Ich konnte mich mit Allegras Entscheidungen nicht sonderlich gut abfinden und irgendwie fand ich auch nicht, dass diese zu ihrem generellen Charakter gepasst haben, weshalb ich stellenweise äußerst genervt gewesen bin. Nichtsdestotrotz war „The Sunrise in your Eyes“ eine wundervolle Geschichte, die ich sehr gerne weiterempfehlen werden. Kleine Problematiken sind noch lange kein Indiz dafür, dass die gesamte Geschichte darunter zu leiden hat.

Fazit
Klare Leseempfehlung! – Die Geschichte von Allegra und Maverick hat mir genauso gut gefallen, wie der erste Band der „California Dreams“-Reihe. Ich liebe den Schreibstil von Kim Leopold und freue mich schon jetzt riesig auf Band 3 und Feuerwehrmann Micahs Geschichte. ♥

Bewertung: 4  von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.07.2022

Rezension: "Heimkehr nach Whale Island" von Miriam Covi

Heimkehr nach Whale Island
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Autor/in: Miriam Covi
Titel: Heimkehr nach Whale Island
Reihe/Band: Whale Island, Band 1
Genre: Liebesroman
Erschienen: April 2022
ISBN: 978-3-453-42569-9

Transparenz
Diese Rezension basiert ...

Autor/in: Miriam Covi
Titel: Heimkehr nach Whale Island
Reihe/Band: Whale Island, Band 1
Genre: Liebesroman
Erschienen: April 2022
ISBN: 978-3-453-42569-9

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass mir freundlicherweise vom Verlag über das Random House Bloggerportal zur Verfügung gestellt worden ist. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Klappentext
Zuhause ist, wo die Wale singen.
Greta Lorenz soll ihren Chef, den attraktiven aber unnahbaren Hotelmanager Duncan Sommerset, auf eine Geschäftsreise nach Kanada begleiten. Auf Whale Island, wo die Brandung an die schroffe Küste donnert und Buckelwale ihre Kreise ziehen, betreibt seine Familie ein kleines Hotel. Als Greta für Duncans Ehefrau gehalten wird, und er sie bittet, das Spiel mitzuspielen, bekommt die Reise eine ganz neue Wendung. Umgeben von herzlichen Menschen und atemberaubender Natur wird die wilde kleine Insel für Greta schnell zu dem Zuhause, nach dem sie sich schon ihr Leben lang gesehnt hat. Längst sind ihre Gefühle für Duncan echt. Doch empfindet er auch so für sie? Und warum hat er die Insel vor Jahren so überstürzt verlassen?

Buch-/Reihentitel und Coverdesign
Schon das Cover dieses Buches versprüht regelrecht eine idyllische Atmosphäre. Abgebildet ist ein kleines Stückchen Küste, an der linksseitig ein kleines Haus mit angeschlossenem Leuchtturm erbaut wurde. Davor und rechtsseitig kann man auf das weite Meer hinausschauen, umgeben von kleinen Felsen. Im Hintergrund kann man am Horizont einen dezenten Sonnenauf- oder -untergang beobachten, während in der rechten oberen Ecke drei Möwen umherfliegen.
„Heimkehr nach Whale Island“ klingt für mich nach einer Geschichte voller Überraschungen und Geheimnis – mit einem ganz dezent romantischen Anklang. Mir haben sich einige Fragen gestellt: Warum ist derjenige von Zuhause weg? Ist etwas passiert oder einfach aus einer Lust und Laune heraus? Was für ein Kontrast erwartet einen auf der kleinen Insel bei Heimkehr? Ich konnte mir noch nicht ganz einen Reim auf den Inhalt dieser Geschichte machen, bin aber definitiv neugierig geblieben.

Charaktere
Greta Lorenz ist Rezeptionsangestellte eines Hotels einer großen luxuriösen Kette und hat fast ihr ganzes Leben in solchen verbracht. Ihre Eltern waren immer in dem ein oder anderen Hotel angestellt, haben oft die Jobs gewechselt, mussten deshalb regelmäßig umziehen und so hatte Greta nie wirklich ein richtiges Zuhause. Dafür hat sie mit ihren 34 Jahren schon unglaublich viel von der Welt gesehen, was nicht jeder in dem Alter von sich behaupten kann. Greta ist pfiffig und intelligent, ihr Kleidungsstil zwar etwas streng, aber das trägt ihr keine negativen Sympathiepunkte ein. Aktuell läuft ihr Scheidungsverfahren und auf Whale Island findet sie Stück für Stück wieder zu sich selbst zurück.
Duncan Sommerset ist Manager eines Luxushotels, gefühlsmäßig ein absoluter Eisblock und absolut unnahbar. Passend dazu ist er mit einer regelrechten Eisprinzessin verheiratet, äußerst streng zu seinen Mitarbeitern und hat seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seiner Familie. Vor 13 Jahren ist er von Zuhause fortgegangen, hat seine Eltern und seine zwei Brüder hinter sich gelassen und wollte die Karriereleiter erklimmen – was ihm durchaus gelungen ist. Als er nun auf seine Heimatinsel Whale Island zurückkehrt, hat er stark mit der Vergangenheit zu kämpfen und muss sich dringend über einiges klar werden.

Schreibstil und Handlung
Für mich war „Heimkehr nach Whale Island“ die erste Geschichte von Autorin Miriam Covi. Nachdem ich den ersten Schock über die Dicke des Buches überwunden hatte, konnte ich aber wunderbar in ihren locker-leichten und überaus flüssigen Schreibstil abtauchen. Obwohl mich die Vielzahl an verschiedenen Gefühlen regelrecht mitgerissen und für sich einnehmen konnte, bin ich doch nicht immer so schnell vorangekommen, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Seitenzahl hat mich beim Lesen wirklich ziemlich gehemmt und das obwohl mir der bunte Mix von Romantik, ein bisschen Prickeln, tiefer Trauer, einem großen Verlust, tiefsitzender Angst und brodelnder Wut ansonsten sehr gut gefallen hat. Ein Großteil der Geschichte ist rein aus Gretas Sicht geschrieben, während Duncan nur sehr unregelmäßig einen Erzählanteil erhalten hat. An dieser Stelle hätte ich mir etwas mehr Ausgeglichenheit gewünscht, denn ich denke auch Duncans Gedanken und Gefühle intensiver erleben zu können wäre ein kleines Highlight gewesen.
Inhaltlich gesehen barg die kleine Insel ein absolut traumhaftes Setting mit unglaublich herzlichen Inselbewohnern, sympathischen Nebencharakteren und eine überaus entspannte Atmosphäre. Ich hätte durchaus Interesse an einem kleinen Urlaub auf Whale Island. Die drei Bände der „Whale Island“-Reihe erzählen die Geschichte von drei Brüdern und vereinen gleichzeitig jeweils eine Liebesgeschichte mit der allgemeinen Familiengeschichte der Familie Cameron. Die großen Gefühle der Geschichte waren für mich absolut nachvollziehbar und ebenso auch greifbar, wie man es sich für einen Liebesroman nur wünschen kann – großes Lob an dieser Stelle! Ein kleines Manko ist für mich allerdings gewesen, dass das, was ich eigentlich für die Haupthandlung der Geschichte gehalten habe, etwas zu kurz gekommen ist. Auch wurde einige ernstere Themen entweder nur angeschnitten oder zu einseitig und oberflächlich behandelt, was ich etwas schade fand. Hingegen spannend hat die Geschichte auf jeden Fall die mysteriös wirkende fahrende Bibliothekarin Rae gemacht – von der ich auch nach Beenden der Geschichte immer noch fasziniert bin.
Insgesamt hatte „Heimkehr nach Whale Island“ für mich eindeutig mehr positive als negative Aspekte. Ich gebe mein Bestes meine Angst vor der Seitenzahl zu überwinden und auch den zweiten Teil zu lesen, denn auch auf Aidens Geschichte freue ich mich eigentlich ziemlich sehr.

Fazit
Ein idyllisches Setting, sympathische und liebevolle Charaktere – zum Wohlfühlen schön! ♥ Einzig die Seitenanzahl und der stellenweise Leerlauf sind etwas abschreckend. Aber ansonsten freue ich mich definitiv auf den zweiten Band der Reihe. 😊

Bewertung: 4  von 5 Sternen

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2022

Rezension: "Dunkle Tiefen" von Elizabeth Kay

Dunkle Tiefen
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Autor/in: Elizabeth Kay
Titel: Dunkle Tiefen
Genre: Psychothriller
Erschienen: Juni 2022
ISBN: B09KX29YP3

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass mir freundlicherweise ...

Autor/in: Elizabeth Kay
Titel: Dunkle Tiefen
Genre: Psychothriller
Erschienen: Juni 2022
ISBN: B09KX29YP3

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass mir freundlicherweise vom Verlag über NetGalley zum „Sofort lesen“ zur Verfügung gestellt worden ist. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Klappentext
In einem abgelegenen Cottage an der Steilküste Englands wollen drei Schwestern die Weihnachtsferien zusammen verbringen. Es ist das erste Mal seit jener tragischen Nacht vor zwanzig Jahren, dass sie in das einstige Ferienhaus der Familie zurückkehren. Damals stürzte ihre jüngste Schwester Rose mitten in der Nacht von einer Klippe - die Umstände ihres Todes sind bis heute ungeklärt. In der Hoffnung, die Vergangenheit möge endlich ruhen, treffen die drei jungen Frauen im Cottage ein. Als ein Sturm aufzieht, der sie endgültig von der Außenwelt isoliert, drängen allzu lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche - und mit ihnen eine tödliche Gefahr ...

Buchtitel und Coverdesign
Das Cover wird von einem schwarzen Untergrund gebildet, in dessen Mitte in silberfarbenen Blockbuchstaben der Titel platziert worden ist. Die Autorin ist knapp darunter in einem dunklen Blau genannt, währen die Coverfront ansonsten von einem wässrigen Strudel eingenommen wird. Dieser füllt die komplette Buchvorderseite, wirkt leicht grünlich und viele kleine Wassertropfen spritzen nach außen. Diese Darstellung hatte eine ziemliche Sogwirkung auf mich, die mich regelrecht fasziniert hat, was wohl auch der Grund dafür gewesen ist, dass ich die Geschichte unbedingt lesen wollte.
Der Titel selbst hatte für mich etwas ziemlich Gefährliches an sich. Es hatte zugleich eine körperliche als auch eine psychische Wirkung und ich war sehr gespannt, was für ‚Abgründe‘ sich hier vielleicht inhaltlich auftun würden. Allzu viel mehr habe ich nicht wirklich versucht hineinzuinterpretieren.

Charaktere
Die Geschichte handelt von drei Schwestern, die seit Jahren schon keinen Kontakt mehr zueinander haben und unterschiedlicher nicht sein könnten. Bei Jess, Lydia und Ella ist alles ein einziger Konkurrenzkampf – schon immer gewesen – und Einigkeit kennen sie nahezu überhaupt nicht. Jess hat ein Drogenproblem, Lydia wird von Panikattacken gequält und Ella ist Ärztin geworden. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, einmal abgesehen von der leuchtenden roten Haarpracht, die bei allen Frauen der Familie dieselbe ist. Ursprünglich waren es mal vier Schwestern, aber leider ist die jüngste, Rosa, bei einem Unfall von einer Klippe gestürzt und ums Leben gekommen. Nach dieser Tragödie und dem gleichzeitigen Betrug des Vaters ist die Mutter der Schwestern in Trauer auseinandergebrochen, verschwunden und hat ihre Kinder allein gelassen. Seitdem herrscht auch zu ihr kein richtiger Kontakt.

Schreibstil und Handlung
Für mich ist „Dunkle Tiefen“ das erste Buch von Autorin Elizabeth Kay gewesen. Die Geschichte spielt in einem kleinen Cottage an der Küste Englands und hinterlässt erstmal einen recht idyllischen Eindruck beim Leser. Hinzu kamen allerdings eine Menge Geheimnisse, Spielchen, Lügen und Intrigen, die die Atmosphäre nicht mehr ganz so entspannt haben wirken lassen. Das bisherige Gefühl schwappte nämlich sehr schnell um in eine düstere und kalte Stimmung trat auf. Beim Lesen hinterließ sie ein einsames und mulmiges Gefühl bei mir, dass mir zum einen stellenweise eine Gänsehaut bescherte und zum anderen dafür sorgte, dass ich immer weiter lesen wollte und regelrecht von den einzelnen Worten mitgerissen worden bin.
Die Geschichte ist in der dritten Person, aus Sicht eines allwissenden Erzählers, geschrieben und die Erzählperspektive wechselt nahezu ständig, was für ein dauerhaftes Hinterfragen des gerade eben Gelesenen sorgte und zu irren Gedankenspielen hätte führen können. Ich muss gestehen, dass mich das ziemlich verwirrt hat und als dann noch die Zeitwechsel von Vergangenheit zu Gegenwart hinzugekommen sind war ich nahezu verloren. Es war chaotisch und gleichzeitig sehr informativ, dass ich mich nicht wirklich entscheiden kann, wie ich es fand. Insgesamt werden mit dieser Erzählung eine Menge negativer Gefühle heraufbeschworen, die aber leider durch dieses ganze Chaos, das Hin und Her und die Verwirrung nicht wirklich greifbar gewesen sind, was ich äußerst schade fand. Auch im Hinblick auf die vier Schwestern der Geschichte muss ich leider sagen, dass ihre Ausarbeitung in meinen Augen recht eintönig gewesen ist. Ich konnte mir kein getrenntes Bild von ihnen machen, sondern hatte immer nur „Die Schwestern“ als ein Ganzes im Kopf, was nicht unbedingt für Individualität oder Detailliertheit steht.
Die abschließende Auflösung in „Dunkle Tiefen“ hat mich ehrlich gesagt nicht vom Hocker gerissen. Ich hatte es ab einem gewissen Punkt die ganze Zeit geahnt und irgendwie hatte ich mir etwas Spannenderes, Bedeutungsvolleres oder auch Brutaleres erwartet, als dieses Endergebnis. Auch die Tatsache, dass die Mutter sich am Ende ‚opfert‘ hat mir nicht gefallen. Ich finde, dass gerade dieser Aspekt viel von der Geschichte kaputt gemacht hat.
Insgesamt für mich eine Geschichte, die ihre Höhen und Tiefen hatte. Eine bunte Mischung aus Dingen, die mir gut gefallen haben, aber auch Aspekten, die man hätte besser machen können. Gerne verfolgt habe ich die Geschichte auf jeden Fall, denn langweilig ist es nie geworden.

Fazit
Ehrlich gesagt hatte ich mir von einem ‚Psychothriller‘ wesentlich mehr erwartet. Mehr Spannung, mehr Nervenkitzel, mehr Brutalität und mehr Überraschungen. Auch wäre eine intensivere Charakterausarbeitung oder das Einbringen einer anderen Erzählperspektive schön gewesen.

Bewertung: 3  von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2022

Rezension: "Die skandalöse Verwechslung" von Sophia Farago

Die skandalöse Verwechslung
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Autor/in: Sophia Farago
Titel: Die skandalöse Verwechslung
Reihe/Band: Regency Heroes, Band 1
Genre: Regency Romance
Erschienen: November 2021
ISBN: B09DL3MTHD

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Diese Rezension ...

Autor/in: Sophia Farago
Titel: Die skandalöse Verwechslung
Reihe/Band: Regency Heroes, Band 1
Genre: Regency Romance
Erschienen: November 2021
ISBN: B09DL3MTHD

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Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass mir freundlicherweise vom Verlag über NetGalley zur Verfügung gestellt worden ist. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Klappentext
Als sich Harold, Elliot, Reginald und Oscar eine Ecke im Schlafsaal der altehrwürdigen Universität Oxford teilten, malte der Hausmeister die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen auf die Betthäupter: H, E, R, O – die Regency Heroes waren geboren. Jetzt 1812, fünf Jahre nach Studienende sind sie die tonangebendsten Gentlemen in ganz London und ihre Freundschaft ist wichtiger denn je.
Erschöpft vom Krieg gegen Napoleon zurückgekehrt, hat Major Harold Westfield so gar keine Lust, nach der ihm unbekannten Schwester von Oscar zu suchen, die sich mit einem Hauslehrer auf dem Weg nach Gretna Green befinden soll. Ist es da ein Wunder, dass er sein Glück kaum fassen kann, als er bereits in der Poststation von Watford ein Paar antrifft, das zu dieser Beschreibung passt?
Auf der Flucht vor ihrem Vormund beschließt Lady Amabel Cavendish die Stelle einer Nanny anzunehmen. Mit dem unfreundlichen Majordomus ihrer Arbeitgeber macht sie in Watford Halt und wird von einem schneidigen Major angesprochen, der verspricht, sie zu ihrem Bruder zurückzubringen. Ist es da ein Wunder, dass sie freudig die Gelegenheit ergreift, dem ungewissen Schicksal der Dienerschaft zu entkommen?
Harold nimmt Amabel vor sich in den Sattel. Noch wissen sie weder von der Kugel, die in Kürze knapp an ihren Ohren vorbeipfeifen wird, noch von den empörten Blicken dreier Ladys, die sich in ihren Rücken bohren.

Buch-/Reihentitel und Coverdesign
Das Cover zum ersten Band der „Regency Heroes“-Reihe ist in einem dunklen Grau gehalten. Am Rand der Vorderfront ranken rings herum Blumen in den verschiedensten Farben und Formen in die Mitte hinein. Jegliche Angaben zum Buch sind in der Mitte platziert worden. Insgesamt erinnert mich die Darstellung vom Design her irgendwie an eine Art „Notizheft“, während der rotfarbene Titel von der Gestaltung für mich gewissermaßen einem Türschild nachempfunden wurde.
Der Titel selbst macht mit „Eine skandalöse Verwechslung“ auf jeden Fall sehr neugierig auf den Inhalt der Geschichte. Bei den gewählten Worten wird man direkt ins Regency-Zeitalter hinein katapultiert und hofft auf eine spannende Geschichte voller Überraschungen. Der Reihentitel setzt sich aus den Namen vierer Freunde zusammen, wie man beim Lesen des Klappentextes und im Verlauf der Geschichte erfährt, was auf jeden Fall eine kreative Art der Namensgebung gewesen ist.

Charaktere
Amabel Cavendish und ihr Zwillingsbruder Sebastian haben ihre Eltern leider vor nicht allzu langer Zeit bei einem tödlichen Unfall verloren. Nun sind sie ihrem gesetzlichen Vormund, einem weit entfernten Onkel, regelrecht ausgeliefert, der sich allerdings kaum einen Deut um sie zu scheren scheint. Sie sind die Kinder eines Marquess, beide sehr intelligent und belesen. Auch wenn sie in eine gehobene Stellung hineingeboren worden sind, hat dies ihrer Menschlichkeit aber nie einen Abbruch getan. Sie sind weder eingebildet noch hochnäsig und behandeln alle Menschen in ihrem Umfall mit dem angemessenen Respekt.
Harold Westfield ist gerade aus dem Krieg von Spanien nach Hause gekommen. Nachdem er für seine Taten die höchsten Auszeichnungen erhalten ist, ist nun sein nächstes Ziel sein Erbe anzutreten und sich ein eigenes Heim zu suchen. Doch mit seinem Halbbruder liegt er im Streit, seine Mutter will ihn unbedingt verkuppeln und alles scheint nicht das zu sein, was er erwartet hat. Glücklicherweise sind da noch seine drei besten Freunde aus dem Studium, auf die er sich immer verlassen kann.

Schreibstil und Handlung
„Die skandalöse Verwechslung“ war für mich das erste Buch von Autorin Sophia Farago. Die Geschichte ist in der dritten Person aus Sicht eines allwissenden Erzählers, der aber noch lange nicht alles mitteilt, geschrieben. Bereits zu Beginn der Handlung hatte ich einige Probleme mit dem Einstieg, denn innerhalb kürzester Zeit wurden so viele Charaktere erwähnt und vorgestellt, dass man überhaupt nicht wirklich mitgekommen ist. Auch hat man zeitgleich eine Menge Informationen erhalten, die man so schnell gar nicht ausreichend erfassen und verarbeiten konnte. Hinzu kamen eine Menge Beschreibungen und für meinen Geschmack viel zu wenig Dialoge bzw. Unterhaltungen zwischen den einzelnen Charakteren, dass die Geschichte stellenweise langweilig gewesen ist und zum ‚Überblättern‘ eingeladen hätte. Bedingt durch diese Aspekte und wahrscheinlich auch durch die gewählte Erzählperspektive blieb auch die Gefühlsübermittlung der Emotionen der Protagonisten in den verschiedensten Situation stark auf der Strecke, was mich wirklich enttäuscht hat. Trotz all dieser negativ klingenden Aspekte konnte man die Geschichte aber doch insgesamt sehr gut und schnell herunterlesen und auch den Geschehnissen im weiteren Verlauf gut folgen.
Inhaltlich herrschte für mich auch ein wenig Chaos und verschiedene Aspekte haben für meinen Geschmack nicht so ganz zusammengepasst. Es fängt schon damit an, dass der Reihentitel nach einer Zusammensetzung der Anfangsbuchstaben der Namen der männlichen Protagonisten der Bücher entstanden ist. Das ist zwar kreativ und machte neugierig auf mehr, allerdings konnte ich an dem Vierergespann auch nach Lesen des ersten Bandes nichts wirklich ‚Helfenhaftes‘ erkennen oder gar verstehen, was genau dahinter steckt, mal abgesehen von ihrer gemeinsamen Zeit in Oxford. Zusätzlich waren Amabel und Harold fiel zu schnell miteinander vertraut, haben sich geduzt und das obwohl sie sich eigentlich gar nicht kannten. Das hat überhaupt nicht zur damaligen Zeit gepasst und mich stark irritiert. Insgesamt hatte ich nicht wirklich das Gefühl, als wäre in diesem ersten Band der „Regency Heroes“-Reihe sonderlich viel passiert. Manchmal war sogar kein roter Faden zu erkennen und ich weiß nicht – stellenweise war alles sehr merkwürdig. Auch sollte man die Geschichte, obwohl im Vorwort deutlich gesagt wurde, dass die Bände unabhängig voneinander lesbar wären, definitiv nicht voneinander getrennt lesen. Der erste Band endet mit einem richtig miesen Cliffhanger und einer Menge offener Fragen und ich wusste überhaupt nicht, was ich von diesem Ausgang halten sollte. Es wirkte als hätte man zum Ende hin schnell fertig werden müssen und das hat mich ziemlich frustriert – vor allem wenn man bedenkt, dass sich im zweiten Band alles um neue Protagonisten drehen wird. Wird die Endhandlung also nie wirklich aufgelöst?
Besonders positiv herausgestochen sind bei dieser Geschichte allerdings die Nebencharaktere. Diese wurden alles sehr individuell und in liebevoller Kleinstarbeit ausgefertigt, sodass sie gut im Gedächtnis geblieben sind. Sie haben die Geschichte gut abgerundet und ein gewisses Etwas mit eingebracht.
Insgesamt will ich nicht sagen, dass dieses Buch ‚schlecht‘ gewesen ist. Es hat mich durchaus gut unterhalten und ich war gefesselt, weil ich immer wissen wollte, wie es denn jetzt weitergeht. Aber doch war es leider nicht ganz das, was ich mir nach Lesen des Klappentextes erhofft hatte. Aktuell bin ich noch unschlüssig, ob ich die Reihe weiter verfolgen werde oder es mit diesem Band lieber auf sich beruhen lasse.

Fazit
Obwohl man diese Reihe angeblich unabhängig voneinander lesen kann, besteht das Ende aus einer ganzen Menge offener Fragen. Wer zusätzlich auf eine sanfte Liebesgeschichte hofft, ist hier verkehrt. Stattdessen landet man in einer Welt voller Intrigen und Geheimnissen. Aufgrund gänzlich anderer Erwartungen bin ich noch unschlüssig, ob ich die „Regency Heroes“ weiter verfolgen werde.

Bewertung: 3  von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2022

Rezension: "Don't love your boss" von Sarah Saxx

Don't love your Boss
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Autor/in: Sarah Saxx
Titel: Don’t love your boss
Reihe/Band: New York Boss, Band 4
Genre: Liebesroman
Erschienen: Juni 2022
ISBN: 979-8836509576

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Diese Rezension basiert auf ...

Autor/in: Sarah Saxx
Titel: Don’t love your boss
Reihe/Band: New York Boss, Band 4
Genre: Liebesroman
Erschienen: Juni 2022
ISBN: 979-8836509576

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass mir freundlicherweise von der Autorin zur Verfügung gestellt worden ist. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Klappentext
„Logan Cunningham war eine Versuchung, von der ich mich besser fernhalten sollte – und dennoch schaffte ich es nicht, ihm zu widerstehen.“
Ein peinlicher Zwischenfall bei einer Videokonferenz führt dazu, dass Alessa Holland ihren Job verliert.
Als Logan Cunningham der attraktiven Frau auf einer Party begegnet, fühlt sich der CEO sofort zu ihr hingezogen. Nach einer üblen Beziehung kann er sein Singledasein endlich in vollen Zügen genießen – eine Tatsache, die Alessa sehr gelegen kommt. Sie lässt sich auf einen One-Night-Stand mit dem heißen Mann ein, um zumindest für eine Weile die Erinnerungen an den peinlichen Vorfall zu vergessen. Die stürmische Nacht mit Logan hingegen brennt sich wie ein Siegel in ihr Gedächtnis. Auch er kann an nichts anderes mehr denken.
Kurz darauf wird Alessa eine Stelle bei Cunningham Solutions Inc. angeboten und ihr ist klar, dass sie diese annehmen muss – auch wenn sie Logan dort zwangsläufig über den Weg laufen wird.
Beide nehmen sich vor, professionell mit ihrer prickelnden Vorgeschichte umzugehen. Doch schon bald müssen sie sich eingestehen, dass ihre gemeinsame Nacht ein Fehler war …

Buch-/Reihentitel und Coverdesign
Den unteren Teil des Covers säumt das nächtliche New York und es sind eine Menge Lichter und Laternen zu sehen. Im Kontrast dazu ist der komplette Untergrund in schwarz gehalten und verleiht einen düsteren und geheimnisvollen Eindruck. Im rechten oberen Bereich kann man den Oberkörper eines Mannes in einem weißen Hemd und Anzug mit Krawatte gekleidet erkennen. Er hat kurze dunkle nach oben gegelte Haare und trägt ein sehr nachdenklichen und konzentrierten Gesichtsausdruck zur Schau. Zwischen den Fingern seiner linken Hand steckt eine Zigarette, die an seinem Mund angesetzt ist.
„Don’t love your boss“ ist, wie auch die anderen Titel der „New York Boss“-Reihe, eindeutig als eine Anspielung auf Beziehungen und Affären am Arbeitsplatz zu verstehen, weshalb man Sarah Saxx‘ neusten Roman erneut der Kategorie ‚Office-Romance‘ zuordnen kann. Der Titel ist wie eine Regel zu verstehen, dass man lieber davon Abstand nehmen sollte, da es bei zwischenmenschlichen Verhältnissen dieser Art oftmals zu Problemen kommt.
Insgesamt mag ich Personen auf Covern eigentlich eher nicht, aber bei dieser Reihe fand ich die gestalterische Darstellung schon immer recht passend. Einziges Manko war für mich irgendwie, dass ich mir Protagonist Logan Cunningham unter der abgebildeten Person leider absolut nicht vorstellen konnte, sondern ein ganz anderes Bild beim Lesen im Kopf hatte.

Charaktere
Alessa Holland ist die beste Freundin von Harper und arbeitet als Eventplanerin in einer großen Agentur. Sie ist quirlig, leicht verrückt und geht gerne auch mal ausgiebig feiern. Eigentlich ist Alessa eine unglaublich selbstsichere und gutaussehende junge Frau, bis sie aufgrund ihrer tollpatschigen Ader ein äußerst peinliches Erlebnis während einer dienstlichen Videokonferenz erlebt und danach starken Mobbingattacken ihrer Kollegen ausgesetzt ist. Alessa war für mich wie zwei Seiten einer Medaille – einerseits hatte ich nach ihrem Erlebnis Mitleid mit ihr, während ich andererseits von ihrer Arbeitsmoral enttäuscht gewesen bin und sie auch selbst ein wenig für ihre Tat verurteilt habe.
Logan Cunningham ist der vierte und letzte der CEOs bei Cunningham Solutions Inc. Er ist frisch von seiner kontrollsüchtigen Ex-Freundin getrennt und genießt zurzeit das Single-Dasein in vollen Zügen. Logan ist ein durch und durch toller Kerl. Er ist charmant, hilfsbereit, liebevoll und hat eine äußert mitreißende und begeisterungsfähige Art an sich, dass man ihn nur gern haben kann. Auch wenn man ihn noch nicht so gut kennenlernen konnte, habe ich Logan bereits in den Vorgängerbänden sehr gerne gehabt und sympathisch gefunden.

Schreibstil und Handlung
Auch im Abschlussband der „New York Boss“-Reihe hat mir der Schreibstil von Sarah Saxx wieder sehr gut gefallen. Ab der ersten Seite war man direkt im Geschehen drin und konnte das Buch dann nur äußerst schwer wieder aus der Hand legen, so sehr hat mich die Geschichte von Alessa und Logan mitgerissen. Locker, leicht und vor allem sehr angenehm und flüssig bin ich durch die einzelnen Kapitel gewandert und hatte ein entspanntes Leseerlebnis. Die Geschichte von Alessa und Logan ist auch wieder in der ersten Person, aus den abwechselnden Sichtweisen der Protagonisten, geschrieben. Dadurch konnte man, wie auch sonst bei Sarahs Büchern immer, einen intensiven Einblick in die Gedanken und Gefühle der beiden gewinnen und vor allem ihre Handlungen dadurch immer besser nachvollziehen. Stilistisch wurde dieser vierte Band durch großartige Dialoge, humorvolle Szenen, prickelnde Momente und eine bunte Mischung der unterschiedlichsten Gefühle nahezu perfekt abgerundet.
Wie immer habe ich mich auch bei „Don’t love your boss“ wieder riesig über das große Wiedersehen mit all den bereits bekannten Charakteren gefreut. Das ist für mich immer ein kleines Highlight, nicht nur die aktuellen Entwicklungen zu sehen, sondern auch mitzuerleben, was aus allen anderen geworden ist. Mit Logan und Alessa wurden uns Lesern wieder zwei ziemlich sympathische und auch authentische Charaktere geliefert, die ich mir durchaus vorstellen könnte, auch im echten Leben mal anzutreffen. Gerade Logan war, wie bereits im oberen Bereich erwähnt, für mich menschlich gesehen ein absolutes Highlight, dass mich noch jetzt dahinschmelzen lässt. Auch fand ich, dass die beiden vor dem Beginn ihrer Beziehung, eine wirklich großartige Freundschaft hatten, deren gegenseitige Vertrautheit sich einfach wundervoll angefühlt hat. Ein paar Schwierigkeiten hatte ich jedoch mit Alessa, die mein Vergnügen stellenweise ein wenig getrübt haben. Ihr Verhalten bzw. ihre Gedanken konnte ich nicht immer nachvollziehen, denn für mein Empfinden war sie an ihrer beruflichen Situation nach ihrem kleinen Missgeschick selbst schuld. Mir würde so eine Aktion im Traum nicht einfallen, weshalb es mir manchmal äußerst schwer gefallen ist, Mitleid mit ihr zu empfinden. Auch führte sie mit Logan immer und immer wieder dieselben Diskussion über dasselbe Thema mit denselben Argumenten, wodurch die Geschichte ein paar Längen bekommen hat. Im Großen und Ganzen konnte ich über diese Aspekte aber am Ende doch recht gut hinwegsehen.
Herausragend gut gefallen hat mir auch, dass der Fokus dieser Geschichte nicht ausschließlich auf den Protagonisten gelegen hat, sondern man auch viel drumherum über ‚alte‘ Pärchen und Kollegen erfahren hat, deren Geschichten sehr intensiv mit eingebunden worden sind. Daraus entstand eine ganz besonders familiäre Atmosphäre, die ich als sehr angenehm empfunden habe. Generell stand das Thema „Familie“ sehr stark im Vordergrund und dementsprechend hat die Atmosphäre auch sehr gut gepasst. Hinzu kommt der wundervolle und überaus emotionale Epilog am Ende, der mich fast zu Tränen gerührt hätte und zum Abschluss, in Kombination mit dem Bonus-Epilog, noch einmal sehr glücklich gemacht hat.

Fazit
Ein äußerst gelungener Abschlussband mit einer unglaublich großen Prise an familiärer Atmosphäre! ♥ Es war einfach wundervoll ein letztes Mal zu Cunningham Solutions Inc. und seiner Belegschaft zurückzukehren. Gerade Logan hat einen besonderen Platz in meinem Leserherz bekommen. Ich würde mich riesig freuen, wenn es irgendwann nochmal eine Kurzgeschichte à la „10 Jahre später“ geben würde.

Bewertung: 4  von 5 Sternen

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