Profilbild von BiblioJess

BiblioJess

Lesejury Star
offline

BiblioJess ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit BiblioJess über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.05.2026

Tolle Idee, noch Luft nach oben

Songbird of the Sorrows
0

Als Aella ihren Abschluss als Spionin des Königreichs schafft, wird sie umgehend in ein Elite-Team mit einem Auftrag höchster Wichtigkeit berufen. Gemeinsam sollen sie sich ins Nachbarreich einschleusen ...

Als Aella ihren Abschluss als Spionin des Königreichs schafft, wird sie umgehend in ein Elite-Team mit einem Auftrag höchster Wichtigkeit berufen. Gemeinsam sollen sie sich ins Nachbarreich einschleusen und dort einen Diebstahl begehen. Ihr Anführer ist ausgerechnet Raven, mit dem sie eine kurze Vergangenheit hatte, bevor er wortlos verschwunden ist. Zudem ahnt niemand, dass Aellas Tarnung als Prinzessin ihres Reiches der Wahrheit entspricht. Verstoßen von ihrer Familie muss sie nun zurück in diese Rolle schlüpfen und die Gunst des Prinzen erringen. Doch nichts an dieser Mission gestaltet sich so einfach, wie Aella und ihr Team sich das vorgestellt haben ...

»Songbird of the Sorrows« ist eine Geschichte mit sehr spannender Grundidee. Die verschiedenen Reiche und wie sie zustande kamen/worauf sie basieren und auch die Bevölkerung und ihre (magischen) Fähigkeiten fand ich sehr spannend. Ich habe auch echt schnell gut reingefunden. Der Schreibstil ist dabei sehr einnehmend. Eher bedächtig, sanft, er nimmt sich Zeit für die Momente, und das fand ich durchaus gelungen und sehr angenehm zu lesen und man konnte gut ins Buch eintauchen.

Das World Building blieb mir auf Dauer jedoch etwas zu oberflächlich, man hat bis auf die Anfänge wenig über die Reiche erfahren, das Buch spielte sich zum Großteil im Palast und mit Belanglosem ab. Dazu eine Art Wettbewerb mit Prüfungen, wie man sie mittlerweile sehr häufig in Fantasy findet, nur dass diese trotz Gefahr irgendwie unspektakulär blieben, also nichts wo ich emotional aufgeregt gewesen wäre. Gleichzeitig fand ich wiederum das Setting des Palasts gut und lebhaft geschildert, die Feste und die Personen, auf die Aella da trifft, sehr interessant.

Nur leider wirkte aber der Plan des angeblichen "Elite"-Teams auf mich eher stümperhaft und wenig logisch, als hätte niemand das Ganze bis zum Ende gedacht. Daher war das "Ergebnis" auch nicht unbedingt überraschend. Auch hab ich die Liebesgeschichte zwischen Aella und Raven nicht so gefühlt, da war kein Spark für mich, und die Vorgeschichte etwas ungelenk.

Das klingt jetzt negativer als beabsichtigt, ich hab ja das Buch gern gelesen. Zum einen wegen oben besagtem Schreibstil. Es war kein intensiver Sog, aber ich hab immer wieder gern zum Buch gegriffen, weil es sich so gut lesen ließ. Dazu machten mich die Charaktere grundsätzlich auch alle echt neugierig und sie haben Potenial, das in den immerhin noch zwei Fortsetzungen weiter entfaltet werden kann. Ich glaube, in dieser Geschichte steckt noch ganz viel Spannendes drin, und auch wenn Band 1 für mich ein wenig schleppend dahingehend war, merkt man doch den Aufbau von etwas Größerem. Es gab auch immer wieder Momente und Szenen, die ich echt cool fand. Und der Cliffhanger macht sehr neugierig, wohin sich die Handlung als nächstes bewegen wird.

Also auch wenn ich Kritik habe und für mich bei dieser Geschichte definitiv noch Luft nach oben gewesen wäre – Band 1 hat Lust gemacht, die Geschichte weiterzuverfolgen, weshalb ich den nächsten Band unbedingt lesen möchte!

3,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2026

Kurzweilig und unterhaltsam

Kiss of the Broken – Seine Liebe ist ihre Verdammnis
0

(Spoiler Band 1)
Die Dämonen konnten aus Lethia vertrieben werden. Vorerst. Mit ihnen auch Scarlett, die zwischen den Welten gefangen ist und nun unter den Dämonen überleben muss – und gleichzeitig ein ...

(Spoiler Band 1)
Die Dämonen konnten aus Lethia vertrieben werden. Vorerst. Mit ihnen auch Scarlett, die zwischen den Welten gefangen ist und nun unter den Dämonen überleben muss – und gleichzeitig ein Heilmittel für Ren zu finden versucht. Doch der König von Lethia ist tief getroffen von ihrem Verrat und sieht sie nun als Feindin. Inmitten des Gefühlsstrudel plant der Anführer der Dämonen einen finalen Komplott ...

Für mich reiht sich Band 2 ziemlich genau auch dort ein, wo Band 1 für mich stand. Die Geschichte ließ sich extrem kurzweilig und unterhaltsam lesen. Sie hat einen gewissen Sog, vor allem weil man so leicht durch die Seiten fliegt. Insgesamt hatte ich die Dilogie allerdings epischer und tiefgründiger erwartet. Es blieb eher etwas oberflächlich – wenig World Building, nicht so viel Tiefe oder Entwicklung in den Charakteren, eine zu schnell entwickelte Liebesgeschichte, die ich nicht ganz gefühlt hatte –, hatte aber definitiv gute Vibes. Und es gab ein paar inhaltliche Dinge, die mich gestört haben, die mir aber sehr wahrscheinlich egal gewesen wären, wenn ich es emotional ein wenig mehr gefühlt hätte. Dann bin ich nicht so penibel.

Ich hatte definitiv Spaß mit der Reihe und würde sie grundsätzlich empfehlen, wer fast paced Romantasy ohne große Überraschungen haben möchte. Es muss ja nicht immer die epischste High Fantasy sein. Aber die Reihe ist auch nichts, was nachhaltig hängen bleibt bei mir.

3,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2026

Atmosphärisch eine Wucht

Fateless. Die Diebin
0

Sparrows vom Weltentuch bestimmtes Schicksal ist das einer Diebin. Und zwar eine der besten ihrer Gilde, die sie als verwaistes Kind aufgenommen hat. Darum wird sie eines Tages für einen Spezialauftrag ...

Sparrows vom Weltentuch bestimmtes Schicksal ist das einer Diebin. Und zwar eine der besten ihrer Gilde, die sie als verwaistes Kind aufgenommen hat. Darum wird sie eines Tages für einen Spezialauftrag ausgewählt. Unter der flirrenden Wüstenstadt, die Sparrows Zuhause ist, verbirgt sich die Ruine eines vergessenen Zeitalters. Aus diesem Reich der Unsterblichen Könige soll sie ein uralktes Relikt bergen. Auf ihren Fersen der rätselhafte Assassine Raithe, der ihren Plan zu durchkreuzen versucht. Doch noch versteht Sparrow nicht, welche dunklen Mächte und Gefahren sie mit dieser Mission heraufbeschwört ...

Das war wirklich wunderbar. Ich bin ganz arglos an »Fateless« herangegangen, denn ich hatte bis dahin noch nichts über das Buch auf Bookstagram o.ä. gehört (es nur ein, zwei Mal gesehen), und war neugierig, weil ich vor Jahren die "Im Schatten des Fuchses" Reihe von Julie Kagawa so mochte. Ich hab mich einfach fallen lassen und das hat sehr gut funktioniert.

Das lag vor allem an dem unfassbar gelungenen Setting. Dieses Buch ist wahnsinnig atmosphärisch und stimmig geschrieben. Ich konnte die flirrende Wüste mit jeder Pore spüren. Die Hitze auf der Haut, konnte den Sand schmecken, die Stadt hören, den warmen Stein der Gebäude ertasten. Dazu auch das World Building drum herum: Die Schicksalgöttin und das Weltentuch, die Legende der Könige vor langer Zeit, die Magie, die technischen Konstruktionen, das Meer aus Sand zwischen bewohnbaren Landschaften, die beschwerliche Reise. Wahnsinn. Ich steckte wirklich mittendrin und hab mich total eingesogen gefühlt in die Geschichte.

Die Handlung an sich ist auch sehr interessant, und obwohl nicht extrem schnelllebig geschrieben, doch auch kurzweilig und zügig. Ich mochte auch die Charaktere echt gern, auch wenn es ein bisschen dauerte, bis ich sie wirklich gefühlt habe. Man geht ihnen jetzt nicht besonders tief unter die Haut, aber man lernt sie schon im Laufe der Geschichte besser kennen und ich mochte auch den Anflug von Found Family und generell Sparrows langsame, realistische Entwicklung bezüglich ihres Schicksals.

Eine Liebesgeschichte ist hier nur ganz zart am Rand vorhanden, das war aber auch ausreichend und hat nicht weiter gefehlt. Ich vermute, dass die in Band 2 mehr ausgebaut wird, und das fänd ich auch voll in Ordnung und spannend. Aber sie ist für mich kein Hauptfaktor, die Reihe zu lesen und zu mögen. Die Story allein gibt genug her.

Ein wenig Abzug wegen der etwas fehlenden Nähe zu den Charakteren, aber ganz viel Pluspunkte für Idee und Setting/Atmosphäre. Ich finds super und bin extrem gespannt auf die Fortsetzung!

4,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2026

Grandioser Schreibstil, wackeliges Ende

Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Velvet-Dilogie 1)
0

Velvet schlägt sich als Dämomenreiterin durch. Einst durch einen bezwungenen Dämon zu übermenschlichen Fähigkeiten gekommen, macht sie nun beruflich Jagd auf solche. Bis eines Tages furchtbare Visionen ...

Velvet schlägt sich als Dämomenreiterin durch. Einst durch einen bezwungenen Dämon zu übermenschlichen Fähigkeiten gekommen, macht sie nun beruflich Jagd auf solche. Bis eines Tages furchtbare Visionen über ein magisches Virus sie heimsuchen. Sowohl die Visionen als auch den Weltuntergang kann sie nur mit Hilfe der Göttersöhne auf Erden aufhalten. Leider ist einer davon Kashmere, ihr Exfreund, und seitdem ihre Beziehung vor Jahren ein grausames Ende nahm, haben sie sich nie wieder gesehen. Doch nun müssen sie zusammenarbeiten – während alte Wunden aufreißen und Gefühle wieder hochkochen ...



Erstmal ist Julia Dippels Schreibstil wie immer absolut grandios und fesselnd. Das Buch hat mega Spaß gemacht, wahr kurzweilig, und hat eine ziemliche Sogwirkung entwickelt. Ich bin echt durch die Seiten geflogen. Auch die Idee dahinter, die Charaktere und die Welt waren genial. Ich hab mit Velvet mitgefühlt, fand die Szenen emotional, achtionreich, humorvoll, einfach generell sehr abwechslungsreich.

So ungefähr im letzten Drittel haben dann allerdings doch einige Dinge angefangen, mich etwas rauszubringen. Leiche Spoilerwarnung:

Zum Beispiel einige kleinere Logiklücken, wie die Tatsache, dass Velvets Lehrling plötzlich mehrere Kapitel lang nicht mehr auftauchte und nicht erwähnt wurde, als hätte er nie existiert, und dann war er plötzlich wieder da als wär nichts gewesen. Oder der generell etwas plumpe Grund, ständig über S*x zu sprechen oder ihn nötig zu haben – das hat mich schon bei der Sonnenfeuer-Balade etwas gestört ("das Wetter ist sonst schlecht, also müsst ihr es bitte ständig miteinander treiben"). Dass das irgendwie ... ja plump halt ... als großer, unbedingt notwendiger Teil der Handlung eingebaut wurde. Das wurde mir am Ende etwas zu viel.

Dazu kam, dass ich das Ende – ja – definitiv schockierend fand. Aber ein bisschen hat es mir auch die Dynamik bzw. den Love Interest Kashmere "kaputt gemacht". Denn irgendwie erschien mir das nicht hundertprozentig logisch, worauf das alles hinaus lief. Wir lesen das Buch ja aus beiden Perspektiven, gucken also auch in Kashmeres Kopf, und der Twist am Ende kam völlig aus dem Nichts und hat bei mir eher ein "Hä?" ausgelöst als Mitfühlen. Zudem weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie diese Beziehung in Band 2 gerettet werden soll, denn wenn das wirklich so war, dann ist Kash in meinen Augen ziemlich unten durch und ich hoffe nicht, dass Velvet sich nochmal auf ihn einlässt. Aber auch der ganze Hintergrund mit der Verschwörung, was sich da auf den letzten Seiten alles überschlagen hat, hat bei mir etwas Stirnrunzeln hinterlassen.

Deswegen war ich am Ende ein bisschen raus, und ich freue mich immer noch auf Band 2, es ist aber nicht so, als wär die Wartezeit nicht auszuhalten oder als bräuchte ich die Fortsetzung jetzt unbedingt sofort. Trotzdem bleibe ich dabei, dass Julia Dippel fantastisch schreibt. Ich liebe es, wie actionreich und humorvoll ihre Geschichten sind, wie flüssig sie sich lesen lassen, und ihren Fokus auf dynamische Dialoge. Wie gesagt, die meiste Zeit des Buches hab ich das alles mehr als genossen, auch wenn das oben jetzt etwas negativ klang.

Ich empfehle das Buch trotz der Kritik definitiv.

4 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2026

Themen-Überblick und Praktisches

Stop Overthinking
0

In »Stop Overthinking« geht es um Gedankenschleifen, die einem den Alltag erschweren. Es geht um Denkmuster, Reizüberflutung, Auslöser und Techniken zum Umgang.

Es war eine ganz gute Mischung aus inhaltlichen ...

In »Stop Overthinking« geht es um Gedankenschleifen, die einem den Alltag erschweren. Es geht um Denkmuster, Reizüberflutung, Auslöser und Techniken zum Umgang.

Es war eine ganz gute Mischung aus inhaltlichen Erklärungen bzw. einem Überblick und Tipps zur praktischen Anwendung. Mache Kapitel waren für mich aufschlussreicher als andere, nicht alles war hilfreich. Da das Buch eher allgemein gehalten wird, werden hier ganz verschiedene Ansätze unter dem Begriff "Overthinking" gesammelt, und in manchem hab ich mich gar nicht wiedergefunden. Als Anlaufstelle ist das Buch aber auf jeden Fall interessant.

Ein paar Erkenntnisse hab ich gewinnen können und es sinda uch ein paar Sachen dabei, die ich ausprobieren möchte. Und auch wenn manches nicht unbekannt war, schadet es nicht, nochmal darüber zu lesen und sich Dinge erneut ins Bewusstsein zu rufen.

Das war jetzt keine bahnbrechende Lektüre für mich, aber es hatte durchaus Mehrwert und ich denke es schadet nicht, das Buch zu lesen!

3,5 - 4 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover