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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2026

Ein Sommer in Südfrankreich

Au revoir und tschüss
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Caro, Ehefrau und Mutter, festgefahren im Alltag, in der Beziehung. Ein Ehemann, der nur für seine Karriere lebt und seine Frau darüber vergisst. Sie managt alles im Hintergrund, nur ihre eigenen Bedürfnisse ...

Caro, Ehefrau und Mutter, festgefahren im Alltag, in der Beziehung. Ein Ehemann, der nur für seine Karriere lebt und seine Frau darüber vergisst. Sie managt alles im Hintergrund, nur ihre eigenen Bedürfnisse kommen zu kurz.
Eine Sprachreise in ihr geliebtes Südfrankreich bietet den Ausweg aus Routinen. Sie wagt das Abenteuer und wird in diesem Sommer nicht nur ihre Sprachkenntnisse verbessern, sondern auch sich selbst ein Stück weit wiederfinden.
Der Roman punktet ganz besonders mit der Beschreibung der Atmosphäre von Uzès und den vielen kleinen Details rund um die französische Lebensart. Kleine Straßen, viel Natur, Cafes, Wein, im Kopf konnte man den warmen, französischen Sommer sozusagen riechen.
Die Handlung insgesamt bot keine großen Überraschungen, ist aber auf jeden Fall ein schöner und lesenswerter Sommerroman.
Caro ist eine sympathische Hauptfigur, deren Wunsch nach Veränderung man als Lese gut nachempfinden kann. Einige Handlungsabläufe wirken etwas zu konstruiert, da war ein wenig viel Zufall im Spiel.
Auf jeden Fall erwähnt werden muss die tolle und liebevolle Ausstattung des Buches. Ein Cover wie ein Gemälde in zarten Farben, das sich dann auch auf dem Buch selbst wiederfindet. Ein farblich passender Farbschnitt, ein Lesebändchen, ein Lesezeichen und eine schöne Karte. Ich habe schon lange nicht mehr so ein schönes Buch in der Hand gehalten. Ein Dankeschön an den Verlag.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Nicht mein Buch

Fast Abend, immer noch hell
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Das Cover vermittelt die Stimmung an einem großen Tisch, ab dem sich Freunde zu lockeren oder tiefergehenden Gesprächen treffen. Das alles in einer wunderbaren Sommeratmosphäre. So weit zu den Erwartungen.
Leider ...

Das Cover vermittelt die Stimmung an einem großen Tisch, ab dem sich Freunde zu lockeren oder tiefergehenden Gesprächen treffen. Das alles in einer wunderbaren Sommeratmosphäre. So weit zu den Erwartungen.
Leider habe ich von Anfang an keinen richtigen Zugang zu Handlung und Personen gefunden. Die erwarteten Gruppengespräche blieben aus bzw. haben sich in fruchtlosen Zweierkonstellationen verloren. Die Zusammensetzung der Gruppe aus queeren und heterosexuellen Personen hätte so viele Themen und Gespräche geboten. Die eigene Rolle im Leben, Lebensentwürfe, die völlig anders verlaufen sind als geplant. Vorstellungen von Partnerschaft, die hier tatsächlich eine große Bedeutung haben, letztendlich aber nur in irgendwelchen Sexszenen enden.
Die Charaktere bleiben über weite Strecken blass. Einige Handlungsfäden verlieren sich in der Erzählung oder lassen keinen Mehrwert für die Geschichte erkennen.
Ich denke, es war für mich einfach nicht das richtige Buch. Positiv sind der Schreibstil und die Atmosphäre am See zu bewerten.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Leiser Roman über Familie, Entschleunigung und Natur

Brombeerblaue Tage
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Elisa, erfolgreiche Landschaftsarchitektin, lebt ein unruhiges Leben. Eilt von Termin zu Termin, kaum Zeit für sich selbst.
Ihr Vater, zu dem sie keinen Kontakt hat, muss ins Krankenhaus und bittet sie, ...

Elisa, erfolgreiche Landschaftsarchitektin, lebt ein unruhiges Leben. Eilt von Termin zu Termin, kaum Zeit für sich selbst.
Ihr Vater, zu dem sie keinen Kontakt hat, muss ins Krankenhaus und bittet sie, sein Gutshaus auf Rügen zu hüten.
Das Haus ist Sanierungsobjekt, genauso wie ihr Leben und die Beziehung zum Vater.
Stück für Stück nimmt sich Elisa diese Bereiche vor. Pflanzen und Garten sind das zentrale Thema. Aufgelockert werden die Kapitel durch kleine Pflanzensteckbriefe und auch sonst ist so manch kleiner Tipp im Buch versteckt.
Die langsame Annäherung von Vater und Tochter ist toll beschrieben. Ein Beispiel dafür, dass Neuanfänge möglich, aber auch mit Arbeit verbunden sind. Die Charaktere im Buch haben alle etwas sehr authentisches und sind liebenswert, vom Hund bis zu den Nachbarn.
Der Schreibstil ist flüssig und man fliegt durch die Seiten.
Insgesamt ein Roman über viel Natur, Neuanfänge und Entschleunigung. Wer ruhige Romane liebt und ein Faible für Natur hat, der ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Zweigeteiltes Buch

Mit anderen Augen
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Jane Tara greift in ihrem Buch ein wichtiges Thema auf. Die Wahrnehmung von Frauen in der Gesellschaft. Im mittleren Alter tritt bei vielen Frauen das Phänomen auf, nicht mehr richtig von ihrer Umwelt ...

Jane Tara greift in ihrem Buch ein wichtiges Thema auf. Die Wahrnehmung von Frauen in der Gesellschaft. Im mittleren Alter tritt bei vielen Frauen das Phänomen auf, nicht mehr richtig von ihrer Umwelt zur Kenntnis genommen zu werden. Dies betrifft Beziehungen, Gesundheitsthemen, Beruf etc.
Die Autorin verarbeitet das Thema auf eine ungewöhnliche Weise, sie lässt die Frauen tatsächlich unsichtbar werden.
Tilda FInch merkt eines Tages, dass ihr kleiner Finger unsichtbar ist. Es folgen weitere Körperteile und eine zunehmende Verzweiflung von Tilda. Das Buch beginnt stark. Die Autorin hat einen angenehmen, lockeren Schreibstil, in dem sie diese Gesellschaftskritik verpackt.
Was ist die Lösung? Therapie, Meditation, Lebensentrümpelung, die innere Stimme PAULA (für mich das Beste am Buch) verstehen lernen?
Ich habe mit Begeisterung die ersten 100 Seiten gelesen. Dann ist das Buch gekippt . Tilda, die, man muss es so sagen, eher zu einem privilegierten Personenkreis gehört, bewältigt das Problem easy going, fast lässig. Wird zur Problemlöserin für andere Frauen, Meditation löst Traumata mal so nebenbei. Dazu noch ein neuer Mann, natürlich mit viel Geld. Man hat das Gefühl, in einem Selbsthilferatgeber gelandet zu sein, mit perfektem Happy End.
So hat sich ein spannendes Buch mit wichtiger Gesellschaftskritk in ein seichtes Allerweltsbuch verwandelt. Schade.

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Veröffentlicht am 12.05.2026

Spannungsroman mit dramatischen Elementen

Party of Liars
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Party of Liars, fesselnder Thriller in sommerlicher Luxusvilla, so wird das Buch beworben. Das Cover ist farblich in auffälligen Lilatönen gehalten und der Blick durch die Fensterfront charakterisiert ...

Party of Liars, fesselnder Thriller in sommerlicher Luxusvilla, so wird das Buch beworben. Das Cover ist farblich in auffälligen Lilatönen gehalten und der Blick durch die Fensterfront charakterisiert die Villa sehr genau.
Aber das Buch ist kein Thriller im klassischen Sinn. Ich würde es eher als psychologischen Spannungsroman mit vielen dramatischen Elementen einordnen. Misstrauen, Neid, Manipulationen, ungesunde Beziehungen, Lügen und dazu noch ein wenig Gruselfaktor kennzeichnen das Buch.
Im Fokus stehen fünf Frauen. Sophie, deren 16. Geburtstag gefeiert wird, Dani, die Ehefrau von Ethan, die Nanny Orlaith, Kim, die Ex-Frau von Ethan und Mikayla, die Freundin von Sophie.
Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen erzählt und steuert langsam auf die Lösung am Ende zu. Wer ist vom Balkon gestürzt? Mord oder Unfall?
Zwischen den handelnden Personen stehen große Spannungsfelder und machen es dem Leser nicht einfach, die Zusammenhänge zu durchblicken.
Der Erzählstil hat mir eigentlich gut gefallen, an einigen Stellen hätte eine Straffung der Handlung aber durchaus gut getan.
Die Frauen haben am Ende alle einen runden Abschluss erhalten und die offenen Puzzleteilchen sind an die richtigen Stellen gefallen.
Auch wenn man den Schluss in Teilen schon erahnen konnte, hat mich das Buch gut unterhalten.

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