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Veröffentlicht am 18.04.2020

Geldgier deluxe

Das Erbe
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„Das Erbe“ ist nach „Die Vergessenen“ und „Der Verrat“ bereits der dritte Roman, den Inge Löhnig unter dem Pseudonym Ellen Sandberg schreibt. Sowohl die Romane als auch die Krimis sind für mich meistens ...

„Das Erbe“ ist nach „Die Vergessenen“ und „Der Verrat“ bereits der dritte Roman, den Inge Löhnig unter dem Pseudonym Ellen Sandberg schreibt. Sowohl die Romane als auch die Krimis sind für mich meistens ein Garant, dass ich fünf Sterne vergeben werde. Auch bei dieser neuen Veröffentlichung war ich schon nach wenigen Seiten mitten im Geschehen. Erzählt werden zunächst einmal drei Handlungsstränge.
Sabine ist eine Person, die jedes Vorurteil gegenüber Hartz IV Beziehern erfüllt. Arbeit hält sie finanziell für unrentabel. Wenn sie einen neuen Kühlschrank braucht, stellt sie einfach einen Antrag beim Amt. Sie träumt gerne von teuren Kreuzfahrten und Luxuswagen. Als sie auf Ungereimtheiten in ihrem Stammbaum stößt, wittert sie eine Chance um an Geld zukommen.
Ein komplett gegensätzlicher Charakter ist Mona. Sie ist rücksichtsvoll und hilfsbereit. Jederzeit versucht sie sozial Schwächere zu unterstützen. Von ihrer Familie wird sie gnadenlos gemobbt und ausgenutzt. Als sie eine überraschende Erbschaft macht und plötzlich zur Millionärin wird, kann sie sich vor Schmarotzern kaum noch retten.
Parallel dazu erfahren wir noch die Geschichte von Monas Tante Klara, die in den 30er Jahren eine jüdische Schulfreundin hatte. Verrat und Lügen nehmen ihren Lauf und sollen Klara ihr ganzes Leben lang begleiten.
Von Zwangsenteignungen und Denunziationen hat man schon öfters gelesen, trotzdem ist das Unrecht, dass der Familie Roth angetan wurde, nicht weniger ungeheuerlich.
Ellen Sandberg verstrickt sehr geschickt die Schicksale mehrerer Familien über Generationen hinweg. Dafür verdient sie mein volles Lob. Wir reden hier nicht nur von zwei Personen. Es geht um eine Vielzahl von Menschen. Neben den erwähnten Charakteren spielen auch noch Sabines Oma, ihr Vater und Monas neue Bekanntschaft Tim eine Rolle. Ich fand es wirklich faszinierend, wie sich all das im Verlauf der Handlung zu einem großen Ganzen zusammengefügt hat. Man konsumiert hier nicht nur, sondern das Hirn wird aktiv beim Lesen gefordert. An manchen Stellen habe ich sogar nochmal zurückgeblättert um Abschnitte ein weiteres Mal zu lesen.
„Das Erbe“ regt in jedem Fall zum Nachdenken an. Wie würde man sich selber in einer solchen Situation verhalten? Ich konnte Monas Zerrissenheit gut nachempfinden.
Es gab jedoch eine Sache, die mich so sehr gestört hat, dass ich letztendlich deswegen einen Stern abgezogen habe. Bis auf Monas Freunde sind alle Charaktere einfach nur furchtbar. Damit meine ich nicht nur unsympathisch, denn die Personen sind allesamt dermaßen geldgierige Raffzähne, dass man nur die Hand vor Augen schlagen kann. Mir hat es wirklich leid getan, wie Mona permanent ausgenutzt wurde und wie skrupellos und selbstverständlich diese Menschen große Mengen Geld von ihr fordern. Ich fand die Häufung dieser materiell eingestellten Personen sowie die Darstellung der Hartz IV Empfänger schon sehr überspitzt und schubladenmäßig. Gleichzeitig könnte ich mir auch vorstellen, dass mit diesen Charakterisierungen der Gesellschaft ein wenig der Spiegel vors Gesicht gehalten werden soll.
Ein nettes Easter-Egg war, dass auch Kommissar Dühnfort einen kurzen Gastauftritt hatte.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass auch dies wieder ein sehr fesselnder Roman war, auch wenn er nicht ganz an seine Vorgänger herankommt. Ich halte die Autorin für sehr talentiert und bin gespannt, was sie sich als nächstes einfallen lässt.

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Veröffentlicht am 13.04.2020

Modernes Märchen

Duke of Manhattan
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Bevor die erste Seite zu Ende war, kam bereits das Thema Blowjob zur Sprache und bis zur Seite 50 gab es schon eine ausführliche Sexszene, die sich über zwei Kapitel streckte.
Deswegen hatte ich zunächst ...

Bevor die erste Seite zu Ende war, kam bereits das Thema Blowjob zur Sprache und bis zur Seite 50 gab es schon eine ausführliche Sexszene, die sich über zwei Kapitel streckte.
Deswegen hatte ich zunächst etwas Bedenken, dass dies ein „Porn-without-Plot“ Buch sein könnte. Zum Glück entwickelt sich die Handlung dann doch noch zu einer durchaus mitreißenden Story.
Ich mag Liebesgeschichten, in denen aus Fake-Beziehungen mehr wird und wurde hier nicht enttäuscht.
Scarletts Firma steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Plötzlich bietet sich ihr eine unerhörte Möglichkeit. Der adlige Ryder Westbury schlägt ihr einen Deal vor. Sie heiratet ihn um sein Familienvermögen zu retten und als Gegenleistung gibt er ihr das nötige Geld für ihre Firma.
Ryder ist ein Womanizer, wie er im Buche steht. Bisher ließ er nichts anbrennen, um Beziehungen machte er jedoch einen weiten Bogen. Dies ändert sich schlagartig, als er Scarlett kennen lernt.
Ich mochte sowohl Ryder als auch Scarlett sehr gerne. Die Dialoge sind humorvoll und beide haben einen liebevollen Umgang miteinander. Die Zuneigung und Liebe zwischen den beiden konnte man sehr gut spüren. Mir hat gefallen, dass sich die beiden Protagonisten von Anfang an sympathisch waren und es bis auf die letzten 50 Seiten keine größeren Streits gab.
Etwas amüsiert hat mich, dass beide Charaktere scheinbar an einer extremen Sexsucht leiden und wie die Karnickel bei jeder passenden Gelegenheit übereinander herfallen. Positiv zu erwähnen ist, dass die Autorin durchaus weiß, wie sie solche Szenen schreiben muss und diese nicht billig rüber kamen.
Am Ende kam es dann doch noch zu einem Missverständnis. Scarletts Sturheit fand ich ein wenig nervig und unsinnig, vermutlich diente sie jedoch dazu um das Buch um ein paar Kapitel zu verlängern.
Alles in allem war „Duke of Manhattan“ ein guter Roman für zwischendurch. Ich freue mich, dass ich einen weiteren Teil dieser Reihe bereits auf meinem SuB habe und werde diesen auf jeden Fall in Kürze lesen.

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Veröffentlicht am 10.04.2020

Ernüchterndes Eherezept

Für immer die Deine
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Auf „Für immer die Deine“ von Jana Voosen bin ich zufällig aufmerksam geworden, da ich es im Internet gesehen habe und es sehr gute Bewertungen hatte.
Journalistin Marie steht mit Mitte 30 schon kurz ...

Auf „Für immer die Deine“ von Jana Voosen bin ich zufällig aufmerksam geworden, da ich es im Internet gesehen habe und es sehr gute Bewertungen hatte.
Journalistin Marie steht mit Mitte 30 schon kurz vor der Scheidung. Als sie hört, dass Klara und Fritz Hansen ihren 79. Hochzeitstag feiern, macht sie sich auf ins alte Land nach Jork um hinter das Geheimnis einer langen Ehe zu kommen.
Bei den Hansens angekommen, erzählt Klara ihre Lebensgeschichte. Wie sie als 17-jährige geheiratet haben und welche Zerreißprobe der Krieg für das junge Eheglück war.
Ich fand die Liebe zwischen den beiden Teenagern berührend. Für die meisten wäre es eine Tragödie gewesen mit 17 Jahren schwanger zu werden. Nicht so für Klara. Sie ist überglücklich, dass ihr nun niemand mehr ein gemeinsames Leben mit Fritz verbieten kann.
Jana Voosen hat einen sehr lebendigen Schreibstil, der sich sehr flüssig lesen lässt. Das Buch hat nur 350 Seiten und ich konnte es nur schwer aus der Hand legen.
„Für immer die Deine“ hat mir auf jeden Fall gute gefallen, die Begeisterungsstürme kann ich allerdings nicht wirklich teilen. Die Geschichte ist definitiv bewegend aber auch ziemlich vorhersehbar. Man erfährt nicht wirklich etwas Neues. Wer einen wirklich guten Roman über Roma im Dritten Reich lesen möchte, dem empfehle ich „Weil sie das Leben liebten“ von Charlotte Roth.
Mir ging es ein wenig wie Marie. Auch ich war enttäuscht, dass die Ehe von Klara und Fritz nicht aus 79 Jahren Verliebtheit und Sonnenschein bestand. Am Ende geht alles so holterdiepolter und das Buch kommt abrupt zum Ende.
Sowohl die Beziehung von Klara und Fritz als auch von Marie zu ihrem Exmann bekommen für mich einen faden und deprimierenden Beigeschmack.
Ein Buch, dass einen Titel wie dieses trägt, hätte ich mir romantischer vorgestellt.

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Veröffentlicht am 09.04.2020

Zwischen Cremes und Schicksalsschlägen

Die Farben der Schönheit – Sophias Hoffnung (Sophia 1)
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„Die Farben der Schönheit – Sophias Hoffnung“ ist für mich das beste Corina Bomann Buch seit „Die Jasminschwestern“. Durch das Format und die Stärke des Papiers ist es ein ziemlich unhandlicher Wälzer, ...

„Die Farben der Schönheit – Sophias Hoffnung“ ist für mich das beste Corina Bomann Buch seit „Die Jasminschwestern“. Durch das Format und die Stärke des Papiers ist es ein ziemlich unhandlicher Wälzer, bei dem einem schon mal die Arme schwer werden können. Dies nimmt man jedoch gerne in Kauf, denn die Autorin schreibt so anschaulich und fesselnd, dass man den Roman nur schwer zur Seite legen kann.
1926 nehmen Sophias Zukunftspläne ein jähes Ende, als sie von ihrem verheirateten Liebhaber schwanger wird. Von ihren Eltern verstoßen findet sich die junge Frau plötzlich mittellos auf der Straße wieder. Ihr geliebtes Chemie Studium ist so weit entfernt wie der Mond. Sie kommt bei ihrer Freundin Henny unter, die ihr Geld als Nackttänzerin verdient. Gemeinsam gehen die beiden Frauen nach Paris. Mit viel Engagement und Ehrgeiz ergattert Sophia eine Stelle bei Helena Rubinstein und in New York gelingt ihr ein weiterer Neuanfang.
Sophias Zielstrebigkeit habe ich sehr bewundert. Es gehört eine gehörige Portion Mut dazu um alleine in einem fremden Land ein neues Leben zu beginnen. Vor allem, da dies in den 20er Jahren noch mehr als unüblich war. Ebenfalls sehr interessant fand ich die Welt hinter der Fassade des Schönheitsimperiums. Als Verbraucher kennt man nur die dekorativen Tiegel und die angenehmen Düfte. Dass die Herstellung dieser Produkte trockene Laborarbeit bedeutet, bedenkt man dabei nicht.
Grundsätzlich ist die Geschichte die hier erzählt wird fiktiv. Der angesprochene Puderkrieg zwischen Helena Rubinstein und Elisabeth Arden fand allerdings tatsächlich statt. Die Rivalität der beiden Kontrahentinnen ist amüsant erzählt und es macht Spass Madame Rubinsteins Tiraden über „diese Frau“ zu verfolgen.
Bei dem Roman kommt niemals Langeweile auf. Sophias Leben dreht sich ständig weiter. Erfolgserlebnisse und Schicksalsschläge wechseln sich ab. Das Buch endet mit einer überraschenden Wende und ich bin sehr gespannt, wie die weitere Entwicklung aussieht. „Die Farben der Schönheit“ ist auf drei Bände mit jeweils mehr als 500 Seiten angelegt. Ein beeindruckender Umfang. Ich freue mich, dass ich noch so viel vor mir habe. Zum Glück wird der zweite Teil schon in wenigen Monaten veröffentlicht.

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Veröffentlicht am 04.04.2020

Noch besser als der erste Teil

Die englische Gärtnerin - Rote Dahlien (Die Gärtnerin von Kew Gardens 2)
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Nachdem mir „Blaue Astern“ ziemlich gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt, wie es mit der englischen Gärtnerin weitergeht. Beim ersten Teil hatte ich bemängelt, dass der Klappentext zu viel verrät ...

Nachdem mir „Blaue Astern“ ziemlich gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt, wie es mit der englischen Gärtnerin weitergeht. Beim ersten Teil hatte ich bemängelt, dass der Klappentext zu viel verrät und es relativ lange gedauert hat, bis die Handlung an Fahrt aufnahm. Dies ist bei „Rote Dahlien“ ganz anders. Schon nach wenigen Seiten war ich völlig in dem Buch versunken und meine Begeisterung hielt sich bis zum Schluss.
Die Handlung knüpft zwei Jahre nach den Ereignissen aus „Blaue Astern“ an. Charlotte hat sich mit ihrem neuen Leben arrangiert. Zwar gibt es zwischen ihr und ihrem Ehemann nicht die romantische Liebe, von der sie geträumt hat aber Victor ist ihr ein großzügiger und liebevoller Partner, der ihr und ihrer Familie ein sicheres Heim bietet. Dafür hat sich ein anderer Kindheitstraum erfüllt und sie geht in ihrer Arbeit als Botanikerin in Kew Gardens auf. Durch einen Vorgesetztenwechsel nimmt Charlottes Karriere ein jähes Ende. Um sich zu trösten beschließt die junge Frau, ihren eigenen Garten in ein Paradies zu verwandeln.
Wir befinden uns aktuell in den letzten Zügen des Winters und dieser Roman macht wirklich große Lust auf Frühling und vor allem auf das Gärtnern.
Es war sehr faszinierend zu lesen, wie Charlotte andere Gärten besucht und dort teilweise kostenlos Ableger in großen Mengen bekommt. Der Einkauf in einem Gartencenter erscheint einem dagegen direkt stillos.
Wie sich die Zeiten geändert haben sieht man auch an der Reise, die Charlotte von ihrem Mann geschenkt bekommt. Weder Syrien noch der Iran sind heutzutage Reiseländer und diese ist sehr schade, den die Fauna klingt wahrlich interessant.
Charlottes Leidenschaft für Pflanzen wird so anschaulich beschrieben, dass der Funke auf mich als Leserin übergesprungen ist.
Im Vergleich dazu kamen die Gefühle zwischen Charlotte und ihrem Liebhaber Quinn nicht so ganz bei mir an. Er passt zwar von seinen Einstellungen und Interessen her besser zu ihr als ihr Ehemann, aber die Vertrautheit zwischen den beiden entstand während dem Zeitsprung zwischen den Büchern und kam für mich ein wenig von ungefähr. Außerdem habe ich ziemlich viele Sympathien für Victor und hatte somit oft Mitleid mit ihm.
Sehr gut gefallen hat mir die Entwicklung von Aurora. Im ersten Teil lernten wir sie als schüchterne, blasse Frau kennen. Es war sehr schön zu sehen, wie sie immer mehr an Selbstvertrauen gewinnt und wie ihr Leben immer farbenfroher wird. Ich hoffe, dass sie auch noch im finalen Band dabei sein wird.
„Die englische Gärtnerin – Rote Dahlien“ ist eine runde Geschichte, die grundsätzlich für sich alleine gelesen werden kann. Ich empfehle dennoch mit dem ersten Band zu beginne um die Charaktere besser kennenzulernen. Ich freue mich, dass es noch einen dritten Teil geben wird. Ich habe diesen Roman so gerne gelesen und bin noch nicht bereit, Charlotte und die anderen gehen zu lassen.

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