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Veröffentlicht am 28.07.2025

Melancholisch-dramatischer Sommer in Cape Cod

Variation – Für immer oder nie
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Um von einer schweren Verletzung zu regenerieren, verschwindet Balletttänzerin Allie von New York in das Sommerhaus ihrer Familie in Cape Cod. Doch statt Ruhe trifft sie auf Chaos und ihren ehemals besten ...

Um von einer schweren Verletzung zu regenerieren, verschwindet Balletttänzerin Allie von New York in das Sommerhaus ihrer Familie in Cape Cod. Doch statt Ruhe trifft sie auf Chaos und ihren ehemals besten Freund Hudson, der sie vor 10 Jahren im Stich ließ. Doch schnell kommt neben Wut und Verletztheit auch die alte Anziehung wieder zutage und Allie steht vor der Frage, was sie sich im Leben eigentlich wünscht.

Rebecca Yarros hat einfach einen ganz besonderen Schreibstil, der mich auch mit Variation sofort wieder mitten ins Geschehen gezogen hat. Ihr dichtes, atmosphärisches Erzählen und die feine Melancholie, die über der Handlung liegt, haben mich von Beginn an gepackt. Die Küstenkulisse von Cape Cod, die Themen Ballett und Rettungsschwimmer - all das sind Themen, die mich ansprechen und gaben dem Roman eine besondere Stimmung, die ich sehr genossen habe.

Die Handlung selbst war für mich stellenweise etwas vorhersehbar, denn einige Geheimnisse konnte man recht früh erahnen, auch wenn die Autorin glücklicherweise nicht endlos mit den Auflösungen wartete. Dennoch blieben ein paar offene Fragen und überraschende Wendungen, die mich neugierig gehalten haben und zum Ende hin zufriedenstellend aufgelöst wurden.

Die Figuren haben mich größtenteils überzeugt. Die männliche Hauptfigur Hudson habe ich direkt ins Herz geschlossen: ein guter Kerl mit einem weichen Herzen, auf den seine Familie sich verlassen kann. Bei der Protagonistin Allie brauchte ich hingegen etwas länger, um warm zu werden. Ihre kühle Fassade fiel erst nach und nach und sie schien mir mit ihren Zweifeln teilweise etwas zu sprunghaft und nervte mich daher etwas. Am schönsten fand ich allerdings die Entwicklung ihrer Beziehung zu Hudson: Sie waren zusammen wirklich süß, sobald Allie es schaffte, sich mal fallen zu lassen. Die zu Beginn entstandene Fake-Dating-Idee zwischen Allie und Hudson konnte mich hingegen nicht ganz überzeugen. Für mich wirkte sie nicht immer schlüssig, da eine normale Freundschaftsgeschichte meiner Meinung nach genauso gut funktioniert hätte. Zum Glück blieb es nicht beim typischen Klischee, weil Hudson von Anfang an ehrlich war und keine Lügen zuließ - so wirkte die Konstellation glaubwürdiger und passte besser zur eher ernsten Grundstimmung der Geschichte.

Hudsons Nichte Juniper war für mich der eigentliche Mittelpunkt des Romans. Mit ihrer fröhlichen Art, ihrer Tapferkeit und ihrem Humor hat sie der Geschichte Leichtigkeit verliehen. Ohne sie wäre die Handlung deutlich eintöniger gewesen. Einige Nebenfiguren, gerade aus dem Ballettzirkel, blieben für mich dagegen zu blass. Das fand ich schade, da sie letztlich doch eine größere Rolle spielten.

Insgesamt hat mir Variation gut gefallen, auch wenn ich finde, dass die über 500 Seiten etwas gestrafft hätten werden können. Die Grundhandlung ist eigentlich schlicht, aber die Atmosphäre, die Themen und vor allem Rebecca Yarros’ Schreibstil machen den Roman zu einem echten Pageturner. Ihre Fantasy-Romane beeindrucken mich inhaltlich noch mehr, aber auch hier zeigt sie, wie stark sie Emotionen transportieren kann.

Fazit: Für Fans von gefühlvollen Liebesromanen mit etwas Drama, einem Schuss Melancholie und liebenswerten Figuren ist Variation auf jeden Fall eine Empfehlung, auch wenn die ganz große Tiefe eines Cecilia-Ahern-Romans für mich nicht erreicht wurde.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Rechtsmedizin im Jahr 1886

Der Dienstmädchenmörder
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Inhalt: München, 1886. Der Pathologe und begeisterte Amateurdetektiv Hajo von Zündt obduziert mit Hilfe seiner jungen Assistentin Charlotte Brauchitsch eine Leiche – und stellt fest, dass die Frau ermordet ...

Inhalt: München, 1886. Der Pathologe und begeisterte Amateurdetektiv Hajo von Zündt obduziert mit Hilfe seiner jungen Assistentin Charlotte Brauchitsch eine Leiche – und stellt fest, dass die Frau ermordet wurde. Die Polizei hat mit dem Verlobten der Toten schnell einen Verdächtigen im Visier, doch Hajo glaubt nicht an dessen Schuld. Unter Einsatz neuester kriminologischer Methoden folgen er und Charlotte einer Spur, die tief in ein nahes Moor und in höchste adelige Kreise führt.

Mit "Der Dienstmädchenmörder" entführt Walter Christian Kärger seine Leser ins München des Jahres 1886 — ein Setting, das er atmosphärisch dicht und historisch überzeugend zeichnet. Die damalige Zeit wird nicht nur durch die detailreiche Schilderung der Umgebung und Verhältnisse, in der sich die Figuren bewegen, sondern auch durch spannende Fakten zur Rechtsmedizin und deren Weiterentwicklung durch die Hauptfigur Hajo von Zündt lebendig vermittelt.

Besonders gelungen fand ich die drei befreundeten bzw. miteinander verwandten Hauptfiguren, die sich deutlich voneinander abheben und die Geschichte tragen. Sie sind mir direkt ans Herz gewachsen und ich freue mich, dass es sich hierbei um einen Serienauftakt handelt. So werde ich die Figuren hoffentlich noch über längere Zeit begleiten können. Die Handlung selbst ist fesselnd und gut konstruiert, auch wenn sich der Showdown am Ende für meinen Geschmack etwas zu sehr in die Länge zog und prägnanter hätte ausfallen dürfen.

Ich habe den Roman als Hörbuch, gelesen von Fynn Engelkes, gehört und fand die Umsetzung sehr angenehm.

Insgesamt hat mich "Der Dienstmädchenmörder" bestens unterhalten und ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung, die am Ende bereits angedeutet wurde.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Debütantinnengeheimnisse

Little White Lies
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Inhalt: Seit Sawyers Geburt vor achtzehn Jahren sind sie und ihre Mom sehr gut ohne ihre reiche Südstaatenfamilie ausgekommen. Doch als Sawyers Großmutter plötzlich vor ihr steht und ihr eine halbe Million ...

Inhalt: Seit Sawyers Geburt vor achtzehn Jahren sind sie und ihre Mom sehr gut ohne ihre reiche Südstaatenfamilie ausgekommen. Doch als Sawyers Großmutter plötzlich vor ihr steht und ihr eine halbe Million Dollar bietet, wenn sie an der diesjährigen Debütantinnensaison teilnimmt, kann sie nicht ablehnen. Das ist ihre Chance, endlich herauszufinden, wer ihr Vater ist! Und schon befindet sich Sawyer mitten in einer Welt voller Geld, Perlenschmuck und Intrigen. Schnell merkt sie, dass hier jeder ein Geheimnis hat und wer zu viel nachfragt leicht in Gefahr gerät.



"Little White Lies" von Jennifer Lynn Barnes hat mir wirklich gut gefallen - Im Vergleich auch insgesamt deutlich besser als die "Inheritance Games" deer Autorin, die ich als eher unrealistisch empfunden hatte. Das lag vor allem am Setting, das mich sofort begeistern konnte: Die Geschichte fühlt sich an wie eine Mischung aus Gilmore Girls und Pretty Little Liars. Die Protagonistin Sawyer hat etwas von Rory Gilmore, bringt aber auch die Schlagfertigkeit von Lorelai mit — und zieht dann quasi bei Emily und Richard ein und muss debütieren. Diese Kombination fand ich einfach großartig. Im Zentrum stehen Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt werden, was der Geschichte einen gewissen Sog verlieh. Einen klassischen Thriller würde ich allerdings nicht darin sehen, denn dafür fehlte es mir an Spannung und Tempo. Der Roman hätte insgesamt etwas pointierter und „thrilliger“ sein können. Trotzdem wollte ich immer weiterlesen, was für die unterhaltsame Handlung spricht.

Der Sprachstil ist leicht und flüssig zu lesen, was mir sehr gefallen hat. Besonders mochte ich die weiblichen Figuren — allen voran Sawyer, die ich als tough und interessant empfand. Die männlichen Figuren blieben dagegen leider etwas blass. Positiv überrascht haben mich allerdings einige Geheimnisse und Twists, die ich so nicht kommen sah.

Insgesamt ist "Little White Lies" für mich ein sehr unterhaltsames Buch mit tollen weiblichen Charakteren, einem großartigen Setting und genug Geheimnissen, um dranzubleiben — auch wenn der große Thrill insgesamt etwas ausblieb. Ich werde auf jeden Fall auch Teil 2 der Dilogie lesen.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Drama beim Senior Sunrise

The summer we kissed
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Inhalt: Es ist Senior Sunrise: Der gesamte Abschlussjahrgang trifft sich, um einen Tag – und die Nacht – am Strand zu verbringen. Für Natalia und Ethan ist es das erste Mal, dass sie sich wiedersehen. ...

Inhalt: Es ist Senior Sunrise: Der gesamte Abschlussjahrgang trifft sich, um einen Tag – und die Nacht – am Strand zu verbringen. Für Natalia und Ethan ist es das erste Mal, dass sie sich wiedersehen. Denn nach einem leidenschaftlichen Kuss in der Promnacht ist zwischen den beiden eigentlich besten Freunden nichts mehr, wie es war. Den ganzen Sommer über haben sie kein Wort miteinander gesprochen und jetzt – zwischen romantischen Sonnenuntergängen und knisterndem Lagerfeuer – versucht Natalia verzweifelt so zu tun, als wäre Ethan ihr egal, während der wiederum seinen Fehler unbedingt wiedergutmachen will.

Bei der Tradition des Senior Sunrise, Briefe an sich selbst zu verfassen, lassen die beiden ihren Gefühlen endlich freien Lauf. Ganz anonym natürlich. So wie alle anderen in ihrer Klasse. Aber dann weht der Wind einige der Briefe über den gesamten Strand. Plötzlich sind Ethan und Natalia gezwungen zusammenzuarbeiten, um die verlorenen Zettel und damit auch die brisanten Geheimnisse, die diese bereithalten, zu finden, bevor jemand anderes es tut. Schließlich soll niemand von ihren Gefühlen füreinander erfahren ...



"The Summer We Kissed" hat mich vor allem mit seiner fast durchgehend melancholischen Stimmung überrascht. Wer hier eine leichte Sommerromanze voller unbeschwerter Momente erwartet, könnte enttäuscht werden — denn die Geschichte bleibt überwiegend bittersüß und nachdenklich. Mir persönlich haben an einigen Stellen ein paar heitere, leichtere Passagen gefehlt, um die Schwermut der beiden Hauptfiguren Natalia und Ethan etwas aufzulockern.

Die wechselnden Perspektiven zwischen den beiden Protagonisten haben mir dafür sehr gut gefallen. Sie geben einen intensiven Einblick in die Gedankenwelt beider Figuren. Gleichzeitig sorgten sie dafür, dass ich mir oft an den Kopf fassen musste, weil sie sich selbst so sehr im Weg standen und aneinander vorbei redeten, was gefühlt 80 % der Handlung bestimmte. Die restlichen 20% des Romans waren dafür umso niedlicher und sorgten für kleine, wohltuende Momente.

Den Schreibstil empfand ich als angenehm leicht und flüssig zu lesen, sodass ich den Roman schnell ausgelesen hatte. Für die Zielgruppe ist "The Summer We Kissed" definitiv ein schönes Sad-Summer-Buch - Fans von prickelnden, leichten Sommermomenten werden eher enttäuscht.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Porträtmalerin mit Gesichtsblidngheit

Hello Stranger
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Dieser Roman hat mich total überzeugt! Hello Stranger erzählt die Geschichte der Protagonistin Sadie, die nach einer erforderlichen Hirnop wegen einer vaskulären Malformation plötzlich mit einer erworbenen ...

Dieser Roman hat mich total überzeugt! Hello Stranger erzählt die Geschichte der Protagonistin Sadie, die nach einer erforderlichen Hirnop wegen einer vaskulären Malformation plötzlich mit einer erworbenen Gesichtsblindheit leben muss – und das, obwohl sie Porträtmalerin ist und eine von 10 Finalistinnen in einem renommierten Wettbewerb! Es war unglaublich spannend zu lesen, wie Sadie sich mit dieser besonderen Herausforderung durchs Leben laviert und dabei vieles an sich, aber auch den anderen Menschen neu entdeckt und zu schätzen lernt.

Die Figurenentwicklung ist der Autorin großartig gelungen. Alle Charaktere wirkten lebendig, vielschichtig und echt. Besonders der männliche Love Interest Joe aka Mr. Hilfsbereit war für mich einfach der perfekte Bookboyfriend – ich konnte das Prickeln zwischen den beiden förmlich spüren und es gab viele zauberhafte Szenen!

Die Geschichte hielt dank der Gesichtsblindheit der Hauptfigur eine angenehme Tiefe und einige überraschende Wendungen bereit, die ich so nicht erwartet hätte. Das Ende war nicht überhastet und auch nicht zu kitschig - auch die familiären Probleme von Sadie mit ihrer Familie wurden am Ende auf eine sehr zufriedenstellende Weise gelöst.

Was mir besonders gefallen hat: Der Roman ist warmherzig, clever, witzig und berührt gleichzeitig tiefere Themen wie Wahrnehmung und Identität. Er ist süß und emotional, aber hat auch Ecken und Kanten, weshalb ich ihn kaum zur Seite legen konnte.

Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen, dabei aber nie oberflächlich, denn die Dialoge sind klug und machten mir einfach Spaß.

Fazit: Für mich ist Hello Stranger eine wunderschöne Liebesgeschichte mit Tiefgang – absolut empfehlenswert für schöne Sommerlesestunden!

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