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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2025

Zwischen Sanftmut und Selbstfindung

A spoonful of us
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In "A Spoonful of Us" erzählt Julia Schuck eine warmherzige, angenehm zu lesende Liebesgeschichte, die abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren Sara und Luca geschildert wird. Beide befinden ...

In "A Spoonful of Us" erzählt Julia Schuck eine warmherzige, angenehm zu lesende Liebesgeschichte, die abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren Sara und Luca geschildert wird. Beide befinden sich an einem Wendepunkt ihres Lebens: Sara steht kurz vor dem Abschluss ihres Ernährungswissenschaftsstudiums und kämpft noch mit den Nachwirkungen einer langjährigen, toxischen Beziehung sowie den Erwartungen ihrer konservativen Familie. Luca wiederum trauert um seine verstorbene Großmutter, weiß längst, dass das Jurastudium nicht das Richtige für ihn ist, scheut jedoch den endgültigen Schritt heraus, obwohl er in seinem Aushilfsjob in der Bäckerei viel eher Erfüllung findet. Als die beiden durch Saras Cousin Mauro zusammengebracht werden, um für dessen Restaurant ein „Lovebirds“-Menü zu kreieren, entsteht zwischen ihnen eine zarte, aufkeimende Verbindung. Während Luca sich schnell über seine Gefühle klar wird, bleibt Sara vorsichtig, denn sie traut sich selbst nicht so recht über den Weg.

Die Geschichte entfaltet sich in einem ruhigen Tempo: Sie ist leicht, sie ist nett – aber sie bleibt über weite Strecken auch oberflächlich. Besonders die Themen rund um toxische Familienstrukturen, konservative Erwartungshaltungen und die Befreiung daraus sind stark angelegt, hätten aber mehr Tiefe und emotionale Wucht vertragen. So plätschert die Handlung bisweilen dahin, ohne nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.
Angenehm hingegen ist das italienische Flair, das die Hintergründe der Figuren dezent einfängt und der Geschichte einen warmen Ton verleiht. Und beim Lesen bekommt man ob der italienischen Köstlichkeiten permanent Hunger. Insgesamt bleibt A Spoonful of Us eine schnell weglesbare, charmante, aber letztlich eher oberflächliche Liebesgeschichte.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Zwischen Kürbis und Konflikten

Sweeter Than Pumpkin Spice
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Im Mittelpunkt von "Sweeter Than Pumpkin Spice" steht Künstlerin Sadie, die nach Jahren wieder an ihren Geburtsort auf die Kürbisfarm ihres Vaters zurückkehrt, um in dessen Abwesenheit die Kürbisse zu ...

Im Mittelpunkt von "Sweeter Than Pumpkin Spice" steht Künstlerin Sadie, die nach Jahren wieder an ihren Geburtsort auf die Kürbisfarm ihres Vaters zurückkehrt, um in dessen Abwesenheit die Kürbisse zu versorgen. Durch mehrere Missgeschicke und Naturphänomene muss sie sich jedoch kurzerhand von Nachbar-Farmer und Konkurrent Josh unter die Arme greifen lassen. Der Selfmade-Woman Sadie gefällt das jedoch überhaupt nicht...

"Sweeter Than Pumpkin Spice" hat für mich mit einer interessanten Grundidee begonnen, die allerdings nicht voll ausgeschöpft wurde. Die Geschichte lebt zwar von ihrem herbstlichen Flair – trotz sommerlicher Schauplätze sorgen Kürbisse und Atmosphäre für den gewünschten Seasonal-Vibe – doch erzählerisch wirkte sie auf mich oft etwas zerstückelt. Vieles fühlte sich nicht ganz rund an, sodass der Roman eher zu einem „Nebenbei-Lese“-Buch wurde als zu einem, das mich wirklich fesselte.

Die Hauptfiguren Sadie und Josh haben bei mir anfangs gemischte Gefühle ausgelöst. Sadies vulgäre Wortwahl und ihre sehr konfrontative, fast aggressive Art waren für mich teilweise doch sehr unangenehm. Obwohl ihre Hintergründe verständlich sind, wirkte sie über weite Strecken ziemlich unsympathisch und grob. Erst im letzten Drittel, in dem sie sich allmählich wandelte und öffnete, wurde ich langsam mit ihr wärmer. Josh hingegen ist zwar liebenswert, aber ein starker People-Pleaser, sodass das Verhältnis zwischen den beiden zu Beginn sogar etwas toxisch auf mich wirkte. Positiv hervorheben möchte ich jedoch die glaubhafte Entwicklung beider Figuren. Gegen Ende fand ich tatsächlich Zugang zu ihnen, und es entstanden einige schöne Momente.

Weniger gelungen empfand ich die Darstellung von Nebenfiguren. Beziehungen z.B. zu Sadies Vater oder ihrer Schwester blieben sehr oberflächlich und bekamen nur wenige Kontaktpunkte, obwohl hier definitiv mehr Potenzial vorhanden gewesen wäre. Ein weiterer Kritikpunkt ist die wiederholte Betonung von Sadies Körper. Grundsätzlich finde ich es großartig, wenn Figuren abseits der gängigen „Idealmaße“ im Mittelpunkt stehen, aber die ständigen Hinweise darauf wirkten für mich unnötig und störend – letztlich ist es einfach ein Körper wie jeder andere auch. Auch einzelne Formulierungen, etwa wenn Josh sich „über jeden Krümel freut, den sie ihm hinwirft“, haben bei mir eher Mitleid ausgelöst und die ungleiche Dynamik der Beziehung betont. Hinzu kam, dass die Geschichte in der dritten Person Singular erzählt wurde, was grundsätzlich für mich gut funktioniert, aber die emotionale Distanz in diesem Roman zwischen mir und den Figuren zusätzlich verstärkte.

Fazit: "Sweeter Than Pumpkin Spice" hat eine charmante Grundidee und punktet mit einer glaubhaften Figurenentwicklung. Trotz einiger netter Szenen konnte mich die Geschichte jedoch nicht wirklich überzeugen: zu zerstückelt, zu oberflächlich in manchen Beziehungen und mit unsympathischen Charakterzügen, die erst spät abgebaut werden.

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Veröffentlicht am 22.11.2025

Spannender Magic-Crime

The Blackgate Invitation
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Sarah Henning wirft ihre Leser*innen in "The Blackgate Invitation" ohne langes Vorgeplänkel mitten hinein in ein dichtes, magisch aufgeladenes Krimidrama – und genau das ist zugleich Stärke und Herausforderung ...

Sarah Henning wirft ihre Leser*innen in "The Blackgate Invitation" ohne langes Vorgeplänkel mitten hinein in ein dichtes, magisch aufgeladenes Krimidrama – und genau das ist zugleich Stärke und Herausforderung des Romans. Denn der Einstieg hatte es in sich: Eine Fülle von Figuren wird auf engem Raum eingeführt, was auf mich zunächst fast erschlagend wirkte. Ein Personenregister wäre hier ein Segen gewesen. Doch nach ca. 150 Seiten lichtete sich der Nebel: Die Figuren sortierten sich und das Geflecht der Verbindungen gewann an Kontur und das durchdachte Magiesystem mit seinen vier Linien entfaltete auf mich großen Reiz.

Die Schwestern Wren und Ruby stolpern als Hochstaplerinnen in ein gefährliches Spiel voller Morde, magischer Geheimnisse und manipulativer Familien. Beide Mädchen sind als normale Menschen unter magisch Begabten unterwegs und wirkten auf mich erstaunlich gefasst im Angesicht der schrecklichen und überwältigenden Ereignisse. Der Fokus lag insgesamt klar auf Ermittlungen und Rätseln, weniger auf Emotionen oder Romance, was das Buch für mich zu einem erfrischenden „Magic Crime“ im Closed-Room-Stil machte. Die Spannung entstand dabei weniger durch Action als durch unterschwellige Bedrohung, Misstrauen und clevere Wendungen. Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive zwischen Ruby und dem Magier Auden wiedergegeben.

Sprachlich empfand ich den Roman stellenweise als recht ausschweifend und verschachtelt, was das Lesen etwas bremste. Gleichzeitig sorgten Humor und die zunehmende Entwicklung der Schwestern dafür, dass ich besser mit ihnen connecten konnte. Die Vielzahl verdächtiger Figuren und kryptischen Hinweise hielt das Miträtseln bis zum Schluss aufrecht und ich wurde schon lange nicht mehr so in die Irre geführt!

Auch, wenn das Ende mMn nicht alle offenen Fragen klärte, ist "The Blackgate Invitation" ein spannender, atmosphärischer Fantasykrimi mit originellem Magiesystem und vielen cleveren Twists. Der dichte Schreibstil minderten meinen Lesespaß dabei nur gering. Für Fans von Magic-Crime-Romanen, die viel Raum zum Miträtseln bieten, aber weniger an Emotionen fest hängen, genau das Richtige.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Schöner Schein und leise Spannung

The Academy
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The Academy ist kein klassischer Page-Turner, sondern ein Roman, der seine Leserinnen und Leser durch seine Detailfülle, die Vielzahl an Figuren und die atmosphärische Dichte fordert. Elin Hilderbrand ...

The Academy ist kein klassischer Page-Turner, sondern ein Roman, der seine Leserinnen und Leser durch seine Detailfülle, die Vielzahl an Figuren und die atmosphärische Dichte fordert. Elin Hilderbrand und ihre Tochter Shelby Cunningham zeichnen ein vielschichtiges Bild des Internatslebens, das gleichermaßen geheimnisvoll, elitär und von unterschwelligen Spannungen geprägt ist.

Der Stil des Buches ist ausgesprochen detailreich – insbesondere Beschreibungen von Kleidung, Szenen und kleinen Gesten nehmen viel Raum ein. Dadurch liest sich der Roman deutlich langsamer, als man es von einem typischen Spannungsroman erwarten würde. Ich habe öfter innegehalten, um einzelne Begriffe oder Anspielungen nachzuschlagen, was den Lesefluss zwar bremst, aber auch verdeutlicht, wie fein und sorgfältig die Autorinnen ihre Welt ausgestalten.

Die Erzählung wechselt zwischen verschiedenen Perspektiven aus der 3. Person - sowohl Lehrerinnen und Lehrern als auch Schülern des fünften Jahrgangs – wodurch sich ein vielstimmiges Panorama ergibt. Eine klare Hauptfigur gibt es nicht, auch wenn die Geschichte immer wieder bei Charley Hicks landet, die neu an die Schule kommt. Gerade dieser Perspektivenreichtum macht den Einstieg anspruchsvoll: Es dauert eine Weile, bis man die vielen Figuren auseinanderhalten kann. Erst spät habe ich entdeckt, dass es im Anhang ein hilfreiches Personenverzeichnis gibt. Das hätte mir den Anfang erheblich erleichtert.

Das Setting an der Akademie ist hervorragend gewählt. Mir gefällt besonders, dass jede Figur ein Geheimnis mit sich trägt und man stets das Gefühl hat, dass sich unter der glänzenden Oberfläche etwas Dunkleres verbirgt. Dennoch hätte die unterschwellige Spannung an einigen Stellen intensiver ausfallen dürfen und das Potenzial für mehr Intrigen und emotionale Zuspitzungen wäre auf jeden Fall vorhanden gewesen.

Trotz des komplexen Aufbaus und der sprachlichen Dichte wollte ich immer wissen, wie es weitergeht. Mit der Zeit entwickelten sich auch persönliche Favoriten unter den Figuren, und das harmonische, stimmige Ende hinterlässt sowohl Zufriedenheit als auch Neugier auf die angekündigte Fortsetzung.

Fazit: The Academy ist ein atmosphärisch dichter, intelligent konstruierter Internatsroman, der seine Leserinnen und Leser mit vielen Perspektiven und reichhaltiger Sprache fordert. Kein Buch für zwischendurch, aber eines, das mit feinen Beobachtungen, vielschichtigen Charakteren und einem eleganten Stil überzeugt und Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Ein wilder Ritt

Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde
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„Ever und After 3 – Die letzte Stunde“ ist der fulminante Abschluss der Ever-und-After-Reihe von Stella Tack, und ich war von Anfang an extrem gespannt, wie die Geschichte enden würde. Schon in den ersten ...

„Ever und After 3 – Die letzte Stunde“ ist der fulminante Abschluss der Ever-und-After-Reihe von Stella Tack, und ich war von Anfang an extrem gespannt, wie die Geschichte enden würde. Schon in den ersten Kapiteln geht es wieder hoch her, und die Autorin schafft es zum Schluss, alle offenen Fragen zufriedenstellend aufzulösen. Band 1 und 2 sollten vorab gelesen werden, um die Handlung von Band 3 verstehen zu können.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren Rain und Cole erzählt, was den Leser:innen ermöglicht, tief in die Gedanken und Gefühle der beiden einzutauchen. Jedes Kapitel ist zudem wieder mit einem Originalzitat aus einem der Grimm'schen Märchen versehen, was dem Buch eine besondere Atmosphäre verleiht und die Verbindung zur märchenhaften Vorlage unterstreicht. Das hatte mir in Band 1 und 2 schon sehr gut gefallen.

Rain gefällt mir wieder besonders mit ihrer modernen Sprache und Schlagfertigkeit – manchmal zum Schmunzeln, manchmal zum laut Auflachen. Cole wirkt hingegen komplex und zwiespältig: Seine dunkle Seite erinnert ein wenig an Gollum, was die Spannung in ihrer Beziehung zusätzlich steigert.

Zu Beginn fiel es mir jedoch etwas schwer, richtig in die Handlung zu kommen. Viele der liebgewonnenen Nebencharaktere sind zunächst kaum präsent, und das Buch nimmt einen deutlich splatterhaften Ton an. Doch sobald mein Liebling Avery wieder auftaucht, gewinnt die Geschichte deutlich an Fahrt, und die Handlung entfaltet sich zunehmend spannend.

Der Showdown überrascht mit vielen unerwarteten Wendungen und Enthüllungen, die teils konfus wirken, aber dennoch zum Gesamtbild passen. Die Handlung bleibt unvorhersehbar und wild, und man wird ständig von einer neuen Überraschung zur nächsten geführt.

Alles in allem ist „Ever und After 3 – Die letzte Stunde“ ein wilder, aufregender Abschluss der Reihe. Trotz kleiner Schwächen, wie dem langsamen Einstieg und dem etwas chaotischen, splatterhaften Ton, hat mich das Buch letztlich begeistert. Es ist ein spannender, emotionaler Ritt, der die Reihe würdig abschließt.

Fazit: Ein unvorhersehbares, energiegeladenes Finale voller Spannung, Magie und überraschender Wendungen – ideal für Fans von modernen Märchenadaptionen mit einem Hauch Wahnsinn.

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