Profilbild von Corinne

Corinne

Lesejury Star
offline

Corinne ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Corinne über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2022

Nichts für schwache Nerven

Thirteen
0

Inhalt: Der New Yorker Strafverteidiger Eddie Flynn soll Amerikas prominentesten Mordverdächtigen vor Gericht vertreten: Robert »Bobby« Solomon – jung, attraktiv und der Liebling von ganz Hollywood. Eddies ...

Inhalt: Der New Yorker Strafverteidiger Eddie Flynn soll Amerikas prominentesten Mordverdächtigen vor Gericht vertreten: Robert »Bobby« Solomon – jung, attraktiv und der Liebling von ganz Hollywood. Eddies Klienten zählen normalerweise nicht zu den Reichen und Schönen. Aber wenn er von der Unschuld eines Angeklagten überzeugt ist, tut Eddie alles, um ihn freizubekommen. Und er glaubt Bobby, dass dieser nichts mit dem Mord an seiner Frau und deren Liebhaber zu tun zu hat, obwohl alle Beweise gegen ihn sprechen. Der Fall scheint aussichtslos, bis Eddie erkennt: Der wahre Killer sitzt in der Jury ...

"Thirteen" ist Steven Cavanaghs erster Thriller und ich war unglaublich neugierig, denn sein Ruf eilte ihm bereits voraus. Ab Seite 1 wird der Leser mittels sehr angenehmem und wortgewandtem Sprachstil in den Bann gezogen, denn man erfährt die Geschichte aus wechselnder Perspektive. Unter anderem begleitet der Leser den Mörder bei seinen Gräueltaten und erlebt hautnah seine abtrünnigen Gedanken. Starker Tobak, der mich einige Nächte kaum hat schlafen lassen. Für diese Lektüre bin ich wohl doch zu zart besaitet!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2022

Tiefe Abgründe im Sarntal

Bei den Tannen
1

Als eine berühmte Gourmetkritikerin bei einem Restaurantbesuch im Sarntal durch Vergiftung zu Tode kommt, scheint der Mordfall zunächst eindeutig: die Köchin muss es gewesen sein. Doch schon bald kommt ...

Als eine berühmte Gourmetkritikerin bei einem Restaurantbesuch im Sarntal durch Vergiftung zu Tode kommt, scheint der Mordfall zunächst eindeutig: die Köchin muss es gewesen sein. Doch schon bald kommt Kommissar Grauner tiefen Abgründen und Geheimnissen auf die Spur und nichts ist mehr so wie es scheint…

„Bei den Tannen“ ist der 7. Fall rund um Kommissar Grauner und sein Team von Lenz Koppelstätter. Ich kannte Kommissar Grauner bereits und habe mich auf einen neuen Krimi mit dem sympathischen, das Landleben liebenden Kommissar gefreut. Es ist immer schön, alte Bekannte zu treffen und auch Tappeiner und Saltapepe waren wieder mit von der Partie. Der Mordfall selbst führte wie gewohnt in die Abgründe des Dorflebens und dem Autor ist es erneut gelungen, ein sehr charaktervolles Bild der Dorfbewohner und -verhältnisse zu zeichnen. Eher unorthodox, unsystematisch und zerfahren wirkte Grauners Ermittlermethode in diesem Fall, was sich zwar mit seinen persönlichen Beweggründen erklären lässt, mich dennoch irritierte. Ungewohnt empfand ich diesmal auch die Stimmung, die zunächst sehr trist, dann überwiegend mystisch wirkte. Hiermit konnte ich nicht ganz so viel anfangen, zumal die Spannung etwas auf sich warten ließ und mich erst ab der Hälfte des Buches in seinen Bann zog. Dann aber konnte ich das Buch kaum mehr zur Seite legen und musste den Krimi in einem Zug verschlingen. Die Auflösung war für mich vollkommen überraschend und unerwartet, was mir prinzipiell gut gefallen hat, ein paar Hinweise hierzu während der Geschichte hätte ich dennoch sehr begrüßt. Der Sprachstil war wie immer sehr bildreich. Auch wenn die Satzbauweise manchmal verschachtelt und sperrig wirkt, ist sie doch typisch Grauner.

Fazit: Kommissar Grauners 7. Fall ist ganz anders als seine Vorgänger, (etwas zu) mysteriös, kurzweilig und zuletzt sehr spannend. Ich freue mich auf Fall 8!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.01.2022

Kurzweiliger Actionroman

Hard Liquor – Der Geschmack der Nacht
0

Sobald Tycho Alkohol trinkt, wird sie übermächtig stark. Gleichzeitig werden bei ihr jedoch auch düstere Instinkte wach, die sie nutzt, um nachts auf den Straßen von New York zwielichtige Typen aufzumischen. ...

Sobald Tycho Alkohol trinkt, wird sie übermächtig stark. Gleichzeitig werden bei ihr jedoch auch düstere Instinkte wach, die sie nutzt, um nachts auf den Straßen von New York zwielichtige Typen aufzumischen. Als sie erfährt, dass sie eine Nachfahrin alter Götter ist und eine Sekte hinter ihr her ist, um sie sich gefügig zu machen, gerät ihr Weltbild ins Wanken und sie weiß nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann…

„Hard Liquor“ ist Band 1 einer neuen Urban-Fantasy-Serie um die Nachfahren alter Götter von Marie Grasshoff. Ich hatte bisher noch keinen Roman der Autorin gelesen und war umso gespannter.
Inhaltlich bietet Tychos Geschichte eine interessante Konstellation, die mich sehr neugierig gemacht hat. Sie nimmt schnell an Fahrt auf und die Stimmung ist düster und geheimnisvoll. Schnell wollte ich wissen, welche Hintergründe zu Tychos Verhalten führten. Obwohl ich insgesamt doch eher erwartungsvoll war und stets weiterlesen wollte, konnte der Roman mich dennoch nicht vollends überzeugen. Ich persönlich hatte durchgehend Schwierigkeiten, Tychos massiven Alkoholkonsum und ihre Alkoholsucht als probates Mittel der Selbstverteidigung anzusehen. Hier konnte ich leider keinen entspannten Zugang zu einer eigentlich für Angehörige und Betroffene so schwerwiegenden Thematik finden und die entsprechenden Anteile der Geschichte mit Abstand lesen. Zudem hat der Klappentext des Buches leider schon sehr viel vorweggenommen, dass nur noch wenige Überraschungen auf mich warteten und der Spannungsbogen retrospektiv eher flach verlief. Darüber hinaus hätte ich mir mehr Details und Ausschmückungen des Fantasyanteils gewünscht. Im Vordergrund standen hingegen durchgehend viele Kampfszenen und Lagebesprechungen, die mich allmählich ermüdeten. Der Roman las sich für mich daher wie ein Action-Roman und weniger wie ein Fantasy-Roman. Zuletzt blieben auch einige Fragen offen, obwohl Band 1 in sich abgeschlossen sein soll und Tychos Geschichte endet.

Die verschiedene Charaktere wirkten gut ausgearbeitet und ich war furchtbar traurig, als mir meine Lieblingsfigur das Herz brach (um nicht versehentlich zu spoilern, verrate ich nicht, um wen es sich hierbei handelt). Besonders hervorheben möchte ich den Sprachstil. Er hat mich ab der ersten Seite abgeholt und eingelullt. Der Wechsel zwischen Dialogen, Beschreibungen und Tychos Gedanken war fließend und gut ausgewogen. Gerne hätte ich noch mehr Ausgestaltung und Details z.B. von Tychos Alltag in der Uni, dem Aussehen ihrer Wohnung und Lebensumständen gewünscht, um noch tiefer in die Geschichte gesogen zu werden.

Insgesamt bietet „Hard Liquor“ ein außergewöhnliches Konzept, das mir bis dato noch nicht begegnet war. Die Ausführung hätte ich mir Fantasy-reicher und weniger problembehaftet und Kampfszenen-orientiert gewünscht. Nichtsdestotrotz fühlte ich mich gut unterhalten und der Roman war sehr kurzweilig.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 27.12.2021

Wunderschöne Familiensaga

Dallmayr. Der Traum vom schönen Leben
0

Gemeinsam führen Therese Randlkofer und ihr Mann Anton das Delikatessengeschäft „Dallmayr“ Ende des 19. Jahrhunderts in München. Nachdem ihr Mann jedoch nach kurzer Krankheit verstirbt, muss Therese raffinierte ...

Gemeinsam führen Therese Randlkofer und ihr Mann Anton das Delikatessengeschäft „Dallmayr“ Ende des 19. Jahrhunderts in München. Nachdem ihr Mann jedoch nach kurzer Krankheit verstirbt, muss Therese raffinierte Pläne aushecken, um als Frau fortan alleine das Geschäft zu führen. Doch es gibt auch viele Neider, die versuchen, ihr das Feinkostgeschäft abspenstig zu machen. Doch nicht nur von außerhalb kommen Geheimnisse und Intrigen auf sie zu, auch innerhalb ihrer Familie und unter ihren Kindern fängt es an zu brodeln…

„Dallmayr. Der Traum vom schönen Leben“ ist der Auftakt zur Familiensaga rund um das Delikatessengeschäft „Dallmayr“ von Lisa Graf-Riemann. Mit einem bildreichen und angenehmen Schreibstil entführt die Autorin in die Welt des guten Geschmacks. Ab Seite 1 schwelgte ich in den Beschreibungen der Delikatessen und schon bald läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Sehr passend zur Weihnachtszeit hat mich die Familiensaga begleitet. Dank vieler bildreicher Beschreibungen, die ich zu keinem Zeitpunkt als ausufernd empfand, lullte mich die Geschichte schnell ein und ich konnte mir den glanzvollen Aufstieg des Geschäfts sehr gut vorstellen. Bis auf den Gegenspieler Max habe ich alle Figuren ins Herz geschlossen. Zärtlich und sehr liebevoll werden die Handlungen und Geschichten der einzelnen Figuren zu einem großen Ganzen verwoben – die Geschichte wirkt stets wie aus einem Guss. Auch die Einblicke in die damalige Zeit sind sehr gelungen. Es gibt zudem für jede Gesellschaftsschicht einen Vertreter. Obwohl die Seitenanzahl mit 600 Seiten beträchtlich ist, habe ich mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Einzig der Spannungsbogen verlief mir zu flach. Die Geschichte hat unfassbar viel Potential und es gibt so viele Nebenhandlungen, der Fluss der Ereignisse und die Emotionen verbleiben jedoch stets in einer Ebene. Hier hätte ich mir mehr Auf und Ab und mehr Drama gewünscht. Die Emotionen kamen so bei mir nur sehr zart an, das fand ich sehr schade. Nichtsdestotrotz ein insgesamt sehr ausgeglichener, wunderschöner historischer Roman, der einem ab Seite 1 das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Ich freue mich jetzt schon auf Teil 2!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.12.2021

Pop wächst über sich hinaus

Pip rettet den Wald
0

Der Wald ist in Gefahr, denn die alte Eiche, die über ihn wacht, stirbt. Dem mutigen Eichhörnchen Pip fällt nun die Aufgabe zu, den Wald zu retten. Dafür muss er nicht nur über sich selbst hinauswachsen, ...

Der Wald ist in Gefahr, denn die alte Eiche, die über ihn wacht, stirbt. Dem mutigen Eichhörnchen Pip fällt nun die Aufgabe zu, den Wald zu retten. Dafür muss er nicht nur über sich selbst hinauswachsen, sondern sich auch gegen seine Eichhörnchen-Clan stellen!

„Pip rettet den Wald“ ist Teil 1 einer Kinderbuchserie von Rebecca Reed rund um das Eichhörnchen Pip. Das Buch ist für Kinder ab 8 Jahren geeignet. Das Schriftbild ist dem jungen Leser angepasst und niedliche Zeichnungen von Nina Dulleck ergänzen die Geschichte.

Grundsätzlich empfand ich das Eichhörnchen Pip und die Gesamtkonstellation der Geschichte sehr interessant. Pip ist mutig und schafft es, im Laufe der Geschichte über sich hinaus zu wachsen. Er besitzt gute Werte, für die er auch bereit ist, zu kämpfen und handelt im Gemeinwohl der Waldtiere, ohne sich von anderen beirren zu lassen. Der Schreibstil ist dabei stets angenehm und flüssig. Allerdings war die Grundstimmung des Buches sehr düster, auch einige Kampfszenen werden dem jungen Leser präsentiert. Es gibt eigentlich keine Licht spendenden Momente und zuletzt endet das Buch mit einem offenen Ende/Cliffhanger.

In Erinnerung geblieben ist mir leider vorwiegend die düstere Stimmung, die beklemmende Gefühle hervorgerufen hat. Die Grundthemen wie der Klimawandel und seine Folgen sowie gute Werte und Freundschaft werden dem Leser hierdurch bedauerlicherweise nicht nahegebracht. Insgesamt fehlten mir trotz starker Hauptfigur ein positiver Ausblick oder Momente des Lichts in dieser doch recht düsteren Geschichte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere