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Veröffentlicht am 24.03.2019

Ein Psychothriller, bei dem "Psycho" nicht nur eine Marketing-Strategie ist

Grenznebel
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Noah und Gabriel haben keine leichte Kindheit. Gewalttätige Eltern machen den beiden das Leben schwer, bis es eines Tages eskaliert und die beiden Jungen dort herausgeholt werden. Nach langem Warten werden ...

Noah und Gabriel haben keine leichte Kindheit. Gewalttätige Eltern machen den beiden das Leben schwer, bis es eines Tages eskaliert und die beiden Jungen dort herausgeholt werden. Nach langem Warten werden Noah und sein älterer Bruder endlich adoptiert und sie könnten ein neues, unbeschwertes Leben führen. Doch Noahs Psyche verwehrt im dieses. Der beste Freund von Gabriel stirbt, Noah wird dafür verantwortlich gemacht und in die Psychiatrie eingewiesen. Zehn Jahre später holt sein Bruder ihn nach Hause. Doch wird nun endlich alles gut für Noah?
Fangen bei dem Cover an: Es gefällt mir unheimlich gut, denn es bringt sofort die Stimmung der Geschichte rüber. Auch den Titel finde ich sehr passen. „Grenznebel“ drückt für mich aus, dass die Grenze zwischen der richtigen Welt und der des Verstandes nicht immer ganz klar ist.
Der Schreibstil von Senta Herrmann ist sehr anschaulich. Ich war oft selbst mit den Charakteren im Raum oder unterwegs, weil ich mir alles gut vorstellen konnte. Was ich am Schreibstil etwas gestört hat, ist die Beschreibung der Charaktere. Statt die Namen zu nennen (z.B. „Noah“), wird oft ein Adjektiv benutzt, um dem Leser zu beschreiben, wer gerade spricht/handelt (z.B. „Der Jüngere“). Das hat es für mich vor allem am Anfang schwer gemacht, nachzuvollziehen, um wen es gerade geht. Ich glaube, dass ich deswegen auch keine richtige Verbindung zu den Charakteren aufbauen konnte.
Die Charaktere selbst waren sehr gut ausgearbeitet.
Noah und seine Psychosen waren sehr nachvollziehbar. Er schwankt zwischen seinem erwachsenen-Ich, welches gerne als solchen auch von den anderen angesehen werden würde und dem verängstigten-Ich, welches sehr auf die Leute in seiner Umgebung angewiesen ist. Er hat klare und nebelige Momente, Zweifel und Hoffnung, Angst und Mut. „Psychothriller“ war hier definitiv nicht nur eine Marketing-Strategie, sondern die ganze Zeit präsent!
Auch Gabriel und die anderen Menschen in Noahs engstem Umfeld waren sehr greifbar. Gabriel hat selbst mit der schlimmen Vergangenheit der Geschwister zu kämpfen und steht seinem trotzdem immer bei, selbst wenn er dafür seine eigenen Probleme in den Hintergrund rücken muss. Bei allem Familienmitgliedern und Freunden war sehr nachvollziehbar, wie sie gerade warum handeln.
Die Geschichte selbst war von Anfang an spannend. Es wurde aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was gute Einblicke in die Gedanken der Charaktere gewährt hat. Auch bekommt man immer mal wieder Einblicke in die Vergangenheit der beiden Brüder, was ein schönes Gesamtbild ergab. Die Auflösung war schlüssig und hat mich wirklich überrascht. Eine Frage ist bei mir leider offengeblieben, aber da es nicht um einen Hauptaspekt der Geschichte ging, kann ich darüber hinwegsehen.
Alles in allem ein guter Psychothriller, der durchweg Spannung bietet. Ich möchte mich nochmal bei Senta Herrmann für das Rezensionsexemplar bedanken und freue mich auf ihre nächsten Werke!

Veröffentlicht am 25.02.2019

Begin Again

Begin Again
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In ‚Begin Again‘ geht es um so viel. Aber im Mittelpunkt steht Allie Harper. Allie ist 19 Jahre alt und möchte vor ihren Eltern und ihrer Vergangenheit fliehen und zieht deshalb für ihr Studium nach Oregon. ...

In ‚Begin Again‘ geht es um so viel. Aber im Mittelpunkt steht Allie Harper. Allie ist 19 Jahre alt und möchte vor ihren Eltern und ihrer Vergangenheit fliehen und zieht deshalb für ihr Studium nach Oregon. Dort ist sie verzweifelt auf der Suche nach einer WG und wird bei Kade White endlich fündig. Doch der akzeptiert sie nur als Mitbewohnerin, wenn sie ein paar Regeln beachtet. Eine davon lautet, dass die beiden sich nicht näherkommen dürfen. Die beiden könnten unterschiedlicher gar nicht sein und so beginnt ein außergewöhnliches Zusammenleben…
Ich mochte Allie sofort. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge und kann sich selten zurückhalten ihre Meinung zu sagen. Durch ihre Familiengeschichte ist sie ein wenig gebrochen und möchte in Oregon ein neues Leben anfangen. Sie lernt dort auch Dawn kenne, die nun ihre beste Freundin ist und ich muss sagen: Ich hätte auch gerne eine Dawn. Sie ist so unglaublich ehrlich und selbstlos. Immer wieder setzt sie sich für Allie ein und ist an ihrer Seite, wenn sie das braucht. Zum Glück gibt es für sie einen eigenen Teil der ‚Begin‘ Reihe!
Kaden ist ein ganz spezieller Charakter. Er ist launisch, herrisch und hat teilweise wirklich wenig Anstand. All das sage ich aber mit einem Schmunzeln, denn auch wenn mir Kade die ersten paar Kapitel wenig sympathisch erschien, ändert sich das ganz dramatisch! Auch er hat ein Geheimnis, dass seinen Charakter stark prägt.
Zu seinem engen Freundeskreis gehört vor allem Spencer. Der ist von Anfang ein durch und durch sympathischer Charakter, der manchmal komische Arten hat seinen Freunden seine Meinung deutlich zu machen.
Als letztes gibt es noch Monica & Ethan. Die beiden muss man in einem Satz nennen, denn sie treten fast ausnahmslos zusammen auf und lieben sich innig. Sie geben dem Buch eine wirklich schöne beständige Seite der Geschichte dazu und ich hätte sie nicht missen wollen.
Ein Buch, was ich an einem Tag durchgelesen habe, weil ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Veröffentlicht am 25.02.2019

Du wolltest es doch

Du wolltest es doch
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Emma O’Donovan ist hübsch und beliebt und das weiß sie auch. Sie ist keine gute Freundin für Ali, Maggie und Jamie – ihre angeblich besten Freundinnen. Die Clique untersteht einem ständigen Konkurrenzkampf ...

Emma O’Donovan ist hübsch und beliebt und das weiß sie auch. Sie ist keine gute Freundin für Ali, Maggie und Jamie – ihre angeblich besten Freundinnen. Die Clique untersteht einem ständigen Konkurrenzkampf um Aufmerksamkeit, Noten und Geld. Ständig findet in dem kleinen Städtchen Ballinatoom eine Party statt und Emma und ihre Freundinnen sind immer dabei. Nach einer Party wacht Emma misshandelt und ohne jegliche Erinnerung in ihrem Vorgarten auf. Doch es gibt eine ganze Menge Fotos, die nun jeder kennt…
Das Cover ist auf so eine traurige Art und Weise schön und passt gut zu der Geschichte.
Ich habe selten Charaktere anfangs so unsympathisch gefunden wie Emma und ihre Freunde. Sie sind untereinander fies und hinterhältig, geben aber vorne rum vor die beste Freundin der jeweils anderen zu sein. Deswegen interessiert es auch keinen, als Emma mit einem jungen im Schlafzimmer verschwindet.
Emma erlebt ihr Welt nach der Vergewaltigung wie in Trance und auch ich habe mich beim Lesen so gefühlt. Louise O’Neill ist es wirklich gut gelungen durch den Schreibstil dieses ohnmächtige Gefühl zu vermitteln.
Das Einzige, was mich am Schreibstil gestört hat, ist, dass es unglaublich viele Einschübe in Klammern gibt. Das ist wahrscheinlich Absicht und stört vielleicht andere nicht, aber für mich unterbricht es immer etwas den Lesefluss.
Emmas Geschichte hat mich teilweise wirklich zerstört. Ich musste das Buch ein paar Mal weglegen, weil mir ihre Erlebnisse so nahe gingen und mir wurde bei einigen Stellen übel.
Die Reaktionen ihrer Umwelt haben bei mir Ekel, Wut, Mitgefühl und noch so vieles mehr ausgelöst. Louise O’Neill thematisiert victim blaming und slut shaming unbarmherzig und ehrlich. Aber genau das braucht dieses Thema! Das Ende kam dann noch ganz unerwartet dazu, aber darüber möchte ich natürlich nichts verraten.
Ein Buch, das wichtige Themen offen anspricht und sehr zum Nachdenken anregt.

Veröffentlicht am 24.02.2019

All in - Zwei Versprechen

All in - Zwei Versprechen
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Nachdem Jonah seinem Herzversagen erlegen ist, bricht für seine Liebsten eine Welt zusammen. Jeder versucht anders mit diesem Verlust umzugehen. Kacey erträgt Las Vegas nicht länger, da sie hier alles ...

Nachdem Jonah seinem Herzversagen erlegen ist, bricht für seine Liebsten eine Welt zusammen. Jeder versucht anders mit diesem Verlust umzugehen. Kacey erträgt Las Vegas nicht länger, da sie hier alles an Jonah erinnert und zieht ohne ein Abschiedswort nach New Orleans. Theo stürzt sich in Arbeit & Uni und versucht seine Mutter so gut es geht zu unterstützen. Nach sechs Monaten bekommt er einen Anruf aus New Orleans und lässt alles stehen und liegen, um Kacey beizustehen. Die beiden sind eine große Stütze füreinander und dann gibt es auch noch das Versprechen, dass Jonah beiden abgenommen hat, bevor er gestorben ist….
Ich war ein bisschen skeptisch, wie es im zweiten Band weitergehen wir, da der Klappentext eine mögliche Liebe von Theo und Kacey andeutet. Ich hatte Sorge, dass der Band etwas erzwingt, was nicht passt, um doch noch ein Happy End zu erschaffen. Könnte ich Kacey noch mögen, wenn sie sich neu verliebt? Wie kann Theo die Liebe zu Kacey mit sich vereinbaren?
Aber Emma Scott hat es auch im zweiten Band geschafft mich mit ihrer Geschichte umzuhauen!
Im ersten Band lernt man Theo bereits kennen. Doch ist er da sehr verschlossen. Im zweiten Band lernt man ihn und seine Gedanken besser kennen. Die verwunderliche Trennung von seiner Freundin Holly wird aufgeklärt, was ich wichtig fand, da mich das sehr verwirrt hat. Theo ist selbstlos und würde sofort seinen Traum – ein eigenes Tattoostudium – aufgeben, wenn es für seine Liebsten nötig ist. Ich habe ihn so schnell in mein Herz geschlossen und ihm sein distanziertes, fast unfreundliches Verhalten aus dem ersten Band verziehen.
Man begleitet in diesem Band vor allem Theo und Kacey, aber auch alle anderen Charaktere und ihre Wege mit dem Verlust umzugehen kommen nicht zu kurz.
Wie der erste Teil, hat auch ‚All in – zwei Versprechen‘ mich emotional mitgenommen. Herzklopfen, Tränen, Freunde…es war alles dabei.
Ich fand den ersten Teil jedoch ein kleines bisschen besser, emotionaler.

Veröffentlicht am 23.02.2019

Vertrauen & Verrat

Vertrauen und Verrat (Kampf um Demora 1)
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Sage wächst in einer Welt auf, in der Frauen ihre Männer durch eine Kupplerin zugewiesen bekommen. Als ihr Onkel auch sie zur Kupplerin schickt, ist Sage alles andere als erfreut. Der Termin nimmt jedoch ...

Sage wächst in einer Welt auf, in der Frauen ihre Männer durch eine Kupplerin zugewiesen bekommen. Als ihr Onkel auch sie zur Kupplerin schickt, ist Sage alles andere als erfreut. Der Termin nimmt jedoch eine gute Wendung und Sage geht bei der Kupplerin in die Lehre. Sie soll sie zum Verkupplungsball begleiten. Eskortiert werden die Frauen von Soldaten. Denn auf dem Weg lauern Gefahren; politische und emotionale…

Das Cover gefällt mir durch seine Farben und seine symbolische Gestaltung sehr gut.
Das Buch wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Aus der von Sage und dem Hauptmann. Diese Abwechslung ist für mich auch nötig, da man sonst einen Teil der Geschichte verpassen würde.
Sage ist ein Mädchen, das nicht wie gewollt in die Gesellschaft der Zeit passt. Sie geht gerne in den Wald klettern, schert sich nicht um ihr Aussehen und findet Kleider umständlich. Auch steht sie nicht hinter der Idee, dass die Leute verkuppelt werden, sondern möchte, dass die Menschen sich frei verlieben können.
Die Idee der Kupplerin, zusammen mit den politischen Intrigen des Landes haben für mich eine spannende Geschichte ergeben.
Leider wurden für mich zu Beginn auf Seiten des Militärs zu viele Personen eingeführt. Das ist für die Geschichte zwar wichtig, sonst würde der Plot nicht richtig aufgehen, jedoch konnte ich anfangs nicht entspannt lesen, da ich immer wieder nachgucken musste, wer nochmal wer war.
Trotzdem freue ich mich auf den zweiten und dritten Teil. Der zweite ist unter dem Titel „Liebe & Lügen“ bereits erschienen, der dritte wird wohl „Gefühle & Gefahren“ heißen.