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Hannicake

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2021

Herzzerreißend, aber auch wunderschön

Der Club der Lebensmutigen
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Marleen hat mir ihrer Vergangenheit zu kämpfen – zu schwer hat sie der Verlust eines geliebten Menschen getroffen und ihr die Freude am Leben genommen. Als sie dann von ihrer Psychologin zum „Club der ...

Marleen hat mir ihrer Vergangenheit zu kämpfen – zu schwer hat sie der Verlust eines geliebten Menschen getroffen und ihr die Freude am Leben genommen. Als sie dann von ihrer Psychologin zum „Club der Lebensmutigen“ geschickt wird, ist sie zunächst unsicher, was sie davon halten soll. Doch bald erkennt sie den wahren Wert dieses Clubs und lernt dort Hannes kennen. Sie fühlen sich zueinander hingezogen, doch eines belastet die Beziehung zwischen den beiden – Hannes´ Lebenstage sind gezählt.

Diese Geschichte ist sehr emotional. Durch die Thematik des Sterbens und der Hoffnung, die der „Club der Lebensmutigen“ den Mitgliedern sowie den Angehörigen vermitteln soll, gibt es viele herzzerreißende, aber auch unglaublich schöne Momente, die man als Leser miterleben darf. Auch, wenn der Ausgang der Geschichte nicht sonderlich überraschend wirken mag, so treffen das Ende und auch einzelne Ereignisse einen dennoch mit Wucht und überrumpeln einen. So kann man die ein oder andere Träne nicht wegblinzeln. Aber es ist keineswegs eine Geschichte, die einen emotional herunterzieht und zerbrochen zurücklässt. Vielmehr gibt es immer wieder kleine Lichtblicke und die Balance zwischen traurigen, bedrückenden, ernsten Szenen und hoffnungsvollen und lebensbejahenden Momenten ist gut gelungen.

Erzählt wird diese Geschichte in der dritten Person aus der Sicht von Marleen und Hannes. Dies wirkte auf mich zunächst etwas distanziert und ich hatte Schwierigkeiten, mit den beiden mitzufühlen, aber dies legte sich relativ schnell und die kleine Distanz war überwunden.
Auch, wenn der Fokus auf diesen beiden Protagonisten und deren Gefühle und Erlebnissen liegt, so werden trotzdem die Geschichten der anderen Charaktere miterzählt. Die Charaktergestaltung ist gelungen. Insbesondere Hannes scheint ein runder Charakter zu sein und auch Marleen wird nicht nur auf ihre Vergangenheit reduziert. Bei den Nebencharakteren kam es mir zum Teil so vor, dass es fast ausschließlich darum ging, ihren einen Wunsch darzulegen, aber auch diese haben eigene Eigenschaften verkörpert, sodass dies nicht groß gestört hat.

Das Erzähltempo ist passend. Es geht viel um Emotionen und dem Umgang mit diesen, aber dennoch hat man das Gefühl, dass es Handlung gibt, das heißt, dass etwas passiert und man sich nicht auf der Stelle dreht. Die Handlung ist zwar weitgehend gemächlich und die Entwicklungen, beispielsweise bei den zwischenmenschlichen Beziehungen, geschieht langsam, aber dies wirkt authentisch und passend. Auch, wenn das Grundschema mit dem Wunsch und der Entwicklung der Charaktere sich innerhalb dieser Geschichte mehrfach wiederholt, so bleibt es doch abwechslungsreich und erwärmt beim Lesen das Herz, zu sehen, wie jedem eine Freude durch scheinbare Kleinigkeiten bereitet werden kann.

Es wurde sensibel mit den angesprochenen Themen umgegangen und kein Verhalten, insbesondere ausgelöst durch Trauer, wurde als falsch oder schwach dargestellt. Gut finde ich, dass hier keineswegs Mitleid erzeugt wurde, sondern stattdessen wurde darauf geachtet, Verständnis für das Handeln und die Entscheidungen zu erzeugen. Das hat das Gefühl vermittelt, dass diese Aspekte ernst genommen wurden und gezeigt, dass jeder Mensch anders ist und anders mit seinen Gefühlen umgeht, das dies aber vollkommen in Ordnung ist. Man muss nicht immer stark sein, erst recht nicht für andere, und es ist auch in Ordnung, Hilfe anzunehmen. Trotz Angst vor der Zukunft sollte man dennoch versuchen, den Moment zu genießen und im Hier und Jetzt zu leben. Das mussten Marleen und Hannes lernen oder sich zumindest erst einmal eingestehen, und auf diesem Weg dürfen wir sie begleiten und dabei auch einiges über uns selbst und unseren Lebensansichten mitnehmen.

Es ist ein Buch, das einen bewegt, traurig macht, aber auch wieder zum Lächeln bringt.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.12.2021

Gut für zwischendurch, aber es hätte mehr draus gemacht werden können

Captured by your heart
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Dawn trifft in ihrem Fotokurs auf Blake – einem düster, geheimnisvoll und gefühlskalt wirkenden Typen. Eigentlich möchte sie mit solchen Männern nichts zu tun haben, aber durch ein gemeinsames Fotoprojekt ...

Dawn trifft in ihrem Fotokurs auf Blake – einem düster, geheimnisvoll und gefühlskalt wirkenden Typen. Eigentlich möchte sie mit solchen Männern nichts zu tun haben, aber durch ein gemeinsames Fotoprojekt bleibt ihr nichts anderes übrig als Zeit mit ihm zu verbringen und sich allein in seiner Nähe aufzuhalten. Zusätzlich unwohl wird ihr, als er ihr ein Angebot macht. Kann sie sich darauf einlassen und Gefahr laufen, ihr Herz an ihn zu verlieren?

Durch die Prämisse, dass sich die beiden Protagonisten in einem Fotografiekurs an der Uni kennenlernen, habe ich erwartet, dass diese Geschichte eine Atmosphäre voller Kreativität versprüht. Leider war dem nicht so und das gemeinsame Projekt eher der Aufhänger, um die beiden miteinander bekannt zu machen und sie zu zwingen, zusammen zu arbeiten.

Diese Geschichte ließ sich sehr schnell und gut lesen. Der Schreibstil und die Tatsache, dass in der ersten Person aus Dawn´s Sicht erzählt wird, sorgen dafür, dass man kaum merkt, wie die Seiten vergehen, was sehr positiv ist.
Leider war mir jedoch die Hintergrundgeschichte zu dünn. Es wurden viele explizite Szenen beschrieben und die Gefühle der beiden konnte man zu großen Teilen auch nachvollziehen, aber es hätte mehr draus gemacht werden können. Auch Blakes Vergangenheit, die prägend für seine jetzige Art und sein Verhalten ist, hat einmal kurz für großes Drama gesorgt, war dann aber sofort wieder nebensächlich. Am Ende ging alles sehr schnell und wirkte überstürzt, sodass ich kaum Zeit hatte, mit Dawn mitzufühlen. Es wäre schön gewesen, wenn sich die Zeit genommen worden wäre, die Entwicklung der Gefühle sowie der zwischenmenschlichen Beziehung der beiden zueinander in einem authentischen Tempo darzustellen und noch mehr auszubauen. Aber so wirkten die Wesensumschwünge und geänderten Entscheidungen der beiden leider zu plötzlich und zu unrealistisch.

Die Charaktere sind jedoch im Großen und Ganzen gut dargestellt worden. Besonders gut gefallen hat mir, dass auch die Nebencharaktere eine entscheidende Rolle spielen und für Humor und Abwechslung gesorgt haben. Sei es Jamie, der mit seiner lockeren Art einfach nur liebenswert ist, oder aber Bailey und Mona, die wir in Band 1 schon kennengelernt haben – bei ihnen ist immer etwas los und es ist schön, auch aus deren Leben etwas zu erfahren. (Es ist nicht erforderlich, den ersten Teil gelesen zu haben, da hier der Fokus auf Dawn und Blake liegt, im ersten Band hingegen auf Bailey und Jesse. Was für Leser, die bereits Band 1 kennen, schön ist, ist dass hier Anspielungen auf diesen Teil eingebaut wurden.)

Wenn ihr ein Buch sucht, dass ihr gut zwischendurch lesen könnt, das humorvolle Charaktere und Szenen beinhaltet, aber von der Geschichte her nicht richtig tiefgründig und auch nicht sehr überraschend ist, dann habt ihr mit diesem Buch bestimmt schöne Lesestunden.

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Veröffentlicht am 21.11.2021

Berührend und gut zu lesen, wenn das dramatische Verhalten teilweise nicht wäre

Liebe verletzt
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Emma hat sehr gute Noten, ist in mehreren Sportmannschaften der Schule und engagiert sich dort auch sonst viel. Das ist ein perfektes Leben, oder? Doch was niemand weiß, ist unter welchen Bedingungen sie ...

Emma hat sehr gute Noten, ist in mehreren Sportmannschaften der Schule und engagiert sich dort auch sonst viel. Das ist ein perfektes Leben, oder? Doch was niemand weiß, ist unter welchen Bedingungen sie bei ihrer Tante und ihrem Onkel lebt. Fünf Minuten Zeit zum Duschen, das Haus nur für schulische Aktivitäten verlassen und sonstige Termine nur wahrnehmen, wenn es rechtzeitig im Kalender eingetragen worden und sie vor 22 Uhr wieder Zuhause ist. Und als wäre das nicht schon genug, dient sie als Ventil für den Stress und die Aggressionen ihrer Tante. Niemand darf davon erfahren. Doch ist auf der Grundlage dieser Geheimnisse eine Freundschaft oder sogar mehr mit ihrem neuen Mitschüler Evan möglich?

Der Schreibstil ist einfach geschrieben und sorgt dafür, dass man gut durch die über 500 Seiten kommt. Er spart jedoch keine Details aus, sodass wir Leser auch die grausamen Szenen beinahe hautnah miterleben und man teilweise das Buch kurz weglegen und durchatmen muss. Das sollte man sich vorm Lesen bewusst machen und wenn man damit aktuell nicht umgehen kann, das Buch vielleicht erst einmal nicht lesen. Aber abgelöst wird diese traurige Grundstimmung immer wieder von humorvollen und herzerwärmenden Szenen, sodass eine gute Balance gegeben ist.

Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Emma. So erhalten wir einen guten Einblick in ihre Gedanken und können mit ihr mitfühlen – zumindest soweit es als Nichtbetroffener, Außenstehender möglich ist. Wenn man von außen betrachtet denken möge, dass sie schwach ist, weil sie sich keine Hilfe holt, so sorgt dieser Einblick in ihre Gedanken dafür, dass man nachzuvollziehen beginnt, warum sie diesen Weg nicht in Betracht zieht, sondern eher eisern alles hinnimmt und sich nicht helfen lässt. Ob das die richtige Entscheidung ist, ist eine andere Sache, aber so werden uns zumindest Emmas Beweggründe klar.

Zu Beginn hat mich die Protagonistin teilweise genervt. Sehr oft ist sie ohne erkennbaren Grund, bei nur kleinsten Aussagen von Evan, wütend geworden, hat geschnaubt und ist zornig davongestapft. Und auch sonst hat sie an mehreren Stellen dramatisch reagiert. Doch zugleich hat dieses Verhalten wieder gezeigt, dass sie noch eine Jugendliche ist, was man angesichts der Tatsache, wie viel sie Zuhause ertragen muss und wie sie dies über sich ergehen lässt, oft vergisst.
Evan ist ein wundervoller Charakter. Man merkt sofort, wie sympathisch er ist und wie er Emma Stück für Stück wieder zum Lachen bringt. Dass sich mehr zwischen den beiden entwickeln könnte, lässt der Klappentext schon vermuten und ist keine große Überraschung, aber die Umsetzung ist bis auf einige dramatischen und überreagierende Szenen schön und die Entwicklung der beiden zu lesen, wärmt das Herz.
Auch Emmas beste Freundin Sara ist eine große Stütze und konnte mich sofort überzeugen. Auch wenn Emma ihr nicht immer alles erzählt, was bei ihr Zuhause los ist, so hat sie doch ein gutes Gespür dafür, wenn wieder etwas Schreckliches passiert ist und Emma ihre Hilfe braucht.

Im Grundgerüst war die Geschichte relativ vorhersehbar, aber es gibt auch nach dem Ende noch einige offene Fragen, die auf die weiteren Teile gespannt machen. Auch, wenn ich mich zwischenzeitlich gefragt habe, ob diese Grundidee für drei Bücher ausreicht, so hat dieser Band doch gezeigt, dass dies der Fall ist, zumindest im Hinblick auf einen zweiten Band.

Insgesamt ist es ein gut zu lesendes Buch, das ein ernstes Thema behandelt und durch dessen Beschreibungen sicher nicht für jeden etwas ist, das aber mit Ausnahme von einigen überdramatischen Szenen auch das Leserherz höher schlagen lässt. Wenn ihr eine gut zu lesende Liebesgeschichte sucht, die jedoch nicht immer nur rosig ist, sondern auch sehr ernste und erschreckende Seiten aufzeigt, so kann ich euch empfehlen, mal einen Blick auf diesen ersten Band der Trilogie zu werfen.

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Veröffentlicht am 20.11.2021

Auch, wenn man gebrochen ist und Schlimmes erlebt hat, kann man wieder Lieben

Wie die Luft zum Atmen
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Elizabeth und Tristan haben beide schlimme Verluste erfahren. Jeder geht mit seiner Trauer anders um, doch beide versuchen zunächst, vor ihrer Vergangenheit zu fliehen. Als Elizabeth wieder in ihr Haus ...

Elizabeth und Tristan haben beide schlimme Verluste erfahren. Jeder geht mit seiner Trauer anders um, doch beide versuchen zunächst, vor ihrer Vergangenheit zu fliehen. Als Elizabeth wieder in ihr Haus zurückkehrt, in der sie lange Zeit glücklich war, trifft sie auf ihren neuen Nachbarn Tristan, der von allen die Rolle des Bad Boys zugeschrieben bekommt. Einzig Elizabeth sieht hinter seine Fassade und merkt, dass auch er etwas Schlimmes erlebt hat und eigentlich ein viel besserer Mensch ist, als er allen zeigt. Doch ist es eine gute Idee, mehr Zeit mit ihm zu verbringen und ihm näher zu kommen?

Die Storyline an sich stellt nichts Neues, Außergewöhnliches oder Spektakuläres da. Die Grundidee und das Setting der tratschenden, neugierigen Kleinstadt hat man, wenn auch in etwas anderer Form und mit anderen Details, schon in anderen Büchern gelesen. Der Handlungsverlauf war gut zu lesen und an einigen Stellen gab es sehr unerwartete Wendungen, jedoch hätte die Handlung noch etwas kreativer erarbeitet werden können.

Was Brittainy C. Cherry mit ihren Büchern – so auch hier - aber immer wieder schafft, ist die Emotionen an uns Leser zu übertragen. Sei es ein Lächeln, das sich beim Lesen von nur einzelnen Worten oder kurzen Passagen aufs Gesicht zaubert oder aber auch der Schmerz, die Traurigkeit und die Unsicherheit, die man hautnah mitfühlt.
Ebenso ist der Schreibstil an sich poetisch angehaucht, stilvoll ausgearbeitet und sorgt zudem für einen guten Lesefluss. Dadurch, dass die Geschichte sowohl aus der Perspektive von Elizabeth als auch aus der von Tristan in der ersten Person erzählt wird, kommen die Gefühle noch mehr an und wir lernen die beiden von einer anderen Seite, als sie zunächst von sich zeigen, kennen. Ebenfalls positiv ist, dass es Rückblicke in die Vergangenheit, insbesondere von Tristans Seite aus, gibt und wir so noch besser nachvollziehen konnten, was passiert ist und warum er so von Trauer erfüllt ist.

Die Protagonisten sind mir ans Herz gewachsen. Beide haben ihre Ecken und Kanten, was sie sehr authentisch macht, und gerade zu Beginn der Geschichte einige Entscheidungen getroffen, die ich so nicht immer nachvollziehen konnte, jedoch passte das Gesamtbild und durch die Einblicke in ihre Gedanken kann man als Leser noch besser hinter die Fassade blicken und erkennen, dass sie beide eigentlich herzensgut sind, auch wenn sie zu viel Schmerz erfahren haben, der sie geprägt hat. Man erfährt sehr viel über die beiden und entdeckt mit ihnen die Sonnenseiten des Lebens und der Liebe, sodass man das Gefühl hat, die beiden richtig zu kennen.
Es gibt einige Nebencharaktere, die teilweise gut ausgearbeitet worden sind, so beispielsweise Elizabeths Tochter, aber der Fokus bleibt auf den Dreien und die anderen Charaktere sind bis auf wenige Ausnahmen blass und eher Mittel zum Zweck, um beispielsweise die Atmosphäre der neugierigen Kleinstadt noch authentischer wirken zu lassen.

Insgesamt ist es, wie die anderen Bücher von Brittainy C. Cherry, wenn auch nicht ihr Stärkstes, sehr lesenswert und kann einen emotional mitreißen. Insbesondere ihr unverwechselbarer Schreibstil rundt die Geschichte perfekt ab, sodass ich euch diese Geschichte nur empfehlen kann, wenn ihr etwas fürs Herz möchtet, das aber auch von anderen Emotionen wie Trauer und Schmerz erzählt.

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Veröffentlicht am 14.11.2021

Emotional und schmerzend, aber zugleich hoffnungsvoll

Alles und noch mehr. Loreen & Carter
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Es wirkt echt, es ist ehrlich und es tut weh. Aber zugleich ist es wunderschön, die Protagonisten auf ihrem Weg zu begleiten und mit ihnen zu wachsen.

Loreen und Carter befinden sich beide in einer schwierigen ...

Es wirkt echt, es ist ehrlich und es tut weh. Aber zugleich ist es wunderschön, die Protagonisten auf ihrem Weg zu begleiten und mit ihnen zu wachsen.

Loreen und Carter befinden sich beide in einer schwierigen Phase ihres Lebens: Loreen hat sich von ihrem Freund getrennt. Doch viel mehr als diese Trennung an sich schmerzen sie die Ereignisse, die dazu geführt haben. Carter hat einen schweren Verlust erlitten. Nach diesem ist er seiner gewohnten Umgebung entflohen und nun, ein Jahr später, wieder in seiner Heimat aufgetaucht, in der ihm alle abschätzig und voller Vorurteile begegnen. An der Highschool treffen Loreen und Carter aufeinander und merken, dass sie beide gebrochen und voller Trauer und Schuldgefühlen sind. Doch sind sie bereit, gemeinsam gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit anzukämpfen und sich näher zu kommen?

Schön finde ich, dass für uns Leser kein großes Geheimnis daraus gemacht wurde, was die beiden erlebt haben. Vielmehr steht im Vordergrund, was die beiden fühlen, wie sie damit umgehen und ob sie es schaffen, wieder nach vorne zu blicken.

Es werden sehr viele ernste Themen angesprochen. Sie werden nicht beschönigt oder als harmlos dargestellt, sodass es an vielen Stellen hart ist weiterzulesen und ich mich etwas distanzieren und erinnern musste, dass es nicht meine Erfahrungen und Gefühle sind, die ich da lese und verarbeite. Diese Authentizität und Echtheit hat mich mehrmals überrumpelt und tief durchatmen lassen. Erreicht hat die Autorin das unter anderem durch ihre stilsichere Sprache und das abwechselnde Erzählen aus der Sicht von Loreen und Carter in der Ich-Form. Dies hat zusätzliche Nähe zu den beiden aufgebaut und alles noch intensiver und echter fühlen lassen.
Da man den Protagonisten und ihren Erlebnissen so nahe kommt, kann ich raten, dieses Buch nur dann zu lesen, wenn ihr euch stabil genug dazu fühlt.

Diese Geschichte ist keine, die ihr Firmament auf klischeehaften Charakteren oder einer solchen Storyline baut. An der ein oder anderen Stelle mag es zwar etwas klischeehaft oder dergleichen wirken, jedoch ist der Großteil authentisch und realitätsnah dargestellt.

Die Charaktere sind gut ausgestaltet worden. So gibt es nicht nur die beiden Protagonisten Loreen und Carter, die wir durch die gewählte Erzählperspektive hautnah erleben, sondern auch gute Freunde und Familienangehörige, die individuell und zumeist liebenswert dargestellt werden und für humorvolle, aber auch traurige Momente sorgen. Sie haben ihre eigene Geschichte und sind viel mehr als bloß Mittel zum Zweck zum Fortgang der Handlung. Sie handeln nicht immer nur gut oder böse, sondern wirken menschlich und haben ihre eigene Charakterentwicklung, die nicht nur nebenbei erwähnt, sondern im Verlauf der Geschichte für uns Leser ersichtlich wird. Neben den Figurenbeziehungen, die die Charaktere verbindet, einigt sie auch eins: die fehlende Kommunikation. Es ist eine schöne Botschaft, dass durch Kommunikation viel erreicht und Missverständnisse umgangen werden können. Aber bei dieser Message bleibt es nicht – wenn ihr weitere wichtige Botschaften auf emotionale Weise erfahren möchtet, so kann ich euch nur ans Herz legen, diese Geschichte über Loreen und Carter zu lesen.

Es ist ein besonderes Buch, das eine schmerzvolle Geschichte erzählt, aber dennoch Hoffnung verteilt und einen länger begleitet.

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