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Veröffentlicht am 04.09.2018

Toll recherchierter und spannend zu lesender historischer Roman aus der Zeit nach dem Wiener Kongress

Die Festung am Rhein
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Franziska ist entsetzt, weil ihr Bruder, der als Soldat für die preußische Armee arbeitet, als mutmaßlicher Spion und Landesverräter verhaftet wurde und unter dem Verdacht steht, geheime militärische Pläne ...

Franziska ist entsetzt, weil ihr Bruder, der als Soldat für die preußische Armee arbeitet, als mutmaßlicher Spion und Landesverräter verhaftet wurde und unter dem Verdacht steht, geheime militärische Pläne entwendet und an die Franzosen gespielt zu haben. Als Halbfranzose liegt der Verdacht zwar nahe, aber Franziska ist felsenfest von der Unschuld ihres Bruders überzeugt und setzt alles daran, seine Unschuld zu beweisen. Dabei nimmt sie sogar in Kauf, mit dem strengen preußischen Offizier Rudolph Harten zusammenarbeiten zu müssen, der vielleicht doch gar nicht so streng ist, wie sie glaubt…


Meine Meinung:
Der Roman „Die Festung am Rhein“ von Maria W. Peter spielt 1822 in Koblenz. Man merkt beim Lesen auf jeder Seite, wie viel Mühe und Arbeit in der Recherche dieses historischen Romans steckt, ohne dass dies irgendwo störend oder zu übertrieben wirkt. Ich habe mich im Gegenteil sehr darüber gefreut, mehr über diese spannende Zeit und das alltägliche Leben der Leute im Rheinland zu erfahren – und dies so nebenbei.

Neben dem tollen historischen Roman ist die Handlung auch ein spannender Krimi, und sie nimmt immer wieder neue Wendungen, bis am Schluss alle Fäden logisch zusammengeführt werden.

Darüber hinaus haben mir die handelnden Personen, allen voran Franziska und Rudolph, sehr gut gefallen. Sie sind authentisch, liebevoll gezeichnet und liefern sich wirklich sehr schöne Dialoge, die mich des Öfteren zum Schmunzeln gebracht haben.


Fazit:
Alles in allem ist dies für mich ein sehr gut erzählter spannender historischer Krimi, den ich sehr gerne gelesen habe!

Veröffentlicht am 04.09.2018

Toll erzähltes berührendes Hörbuch

Das rote Adressbuch
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Doris ist 96 Jahre alt und lebt allein in Schweden. In ihrem Leben hat sie viel erlebt, war in Paris, New York, dann wieder in Schweden. Sie hat ganz unterschiedliche Menschen kennengelernt und die Wirren ...

Doris ist 96 Jahre alt und lebt allein in Schweden. In ihrem Leben hat sie viel erlebt, war in Paris, New York, dann wieder in Schweden. Sie hat ganz unterschiedliche Menschen kennengelernt und die Wirren des zweiten Weltkriegs überlebt. Nun wird sie von einem mobilen Pflegedienst betreut.
Für ihre Großnichte Jenny schreibt sie ihre bewegte Geschichte zwischen den Kontinenten auf.


Meine Meinung:
Das Hörbuch wird von zwei Sprecherinnen gelesen – eine liest die Passagen aus der Gegenwart der alten Doris, die andere liest die Erzählung aus Doris’ Leben in der Vergangenheit. Dadurch kann man unglaublich gut zuhören und gut zwischen den beiden Zeiten unterscheiden.

Die Autorin schafft es, durch extrem gute Beobachtungen und genaue Beschreibungen dem Hörer / der Hörerin ein sehr genaues Bild zu geben vom Aussehen der Personen in Doris‘ Leben, Städten und Orten, Erlebnissen. Für mich war es wirklich ungewöhnlich, wie gut und ausführlich diese beschreibenden Schilderungen waren.

Durch die eindringliche Erzählweise und die spannenden und bewegenden Erlebnisse von Doris hat mich das Hörbuch gleich in seinen Bann gezogen und die Geschichte hat mich wirklich berührt. Teilweise habe ich richtige Beklemmungen gespürt, wenn gar so etwas Packendes passiert ist.


Fazit:
Dieses Hörbuch hat mir so gut gefallen, dass ich dadurch Hörbücher grundsätzlich für mich wiederentdeckt habe. Ich werde mir nun auch wieder andere Hörbücher besorgen, die ich zum Beispiel im Auto hören kann.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Authentischer und spannend zu lesender Erfahrungsbericht einer Kindheit und Jugend im und kurz nach dem 2. Weltkrieg

Das Mädchen, das von Freiheit träumte
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Tilli wohnt in einem kleinen Ort in Ostdeutschland auf einem Bauernhof und ist fünf Jahre alt, als 1939 der zweite Weltkrieg ausbricht.
Sie berichtet aus ihrer persönlichen Sicht über ihre Erlebnisse ...

Tilli wohnt in einem kleinen Ort in Ostdeutschland auf einem Bauernhof und ist fünf Jahre alt, als 1939 der zweite Weltkrieg ausbricht.
Sie berichtet aus ihrer persönlichen Sicht über ihre Erlebnisse während des Krieges im dritten Reich und danach, als die Russen die Macht in Ostdeutschland übernehmen.


Meine Meinung:
Wie die Autorin im Vorwort treffend schreibt, handelt es sich um einen ganz persönlichen Erfahrungsbericht eines durchschnittlichen Mädchens während der Zeit des Krieges und der Besatzung durch die Sowjets.
Für mich waren die Beschreibungen sehr authentisch und ich konnte mich gut in Tilli hineinversetzen. Gerade weil sie nicht unbedingt heraussticht aus der deutschen Bevölkerung, vermittelt dieses Buch vieles, was sicherlich auch so manch anderem passiert ist.

Besonders deutlich ist Tillis Freiheitsdrang. Sie ist schon immer fasziniert von Amerika, kämpft dafür auf eine weiterführende Schule gehen zu dürfen und lernt neben der Schule noch Englisch. Sowohl unter der Naziherrschaft als auch unter der Besatzung durch die Sowjets beschreibt Tilli treffend, welche Einschränkungen es für die Bevölkerung gibt, mit welcher Angst die Leute leben, dass man immer aufpassen muss, was man sagt…
Dieses Thema zieht sich durch das ganze Buch und wird so gut rübergebracht, dass man die Beklemmung, unter der Tilli leidet, gut nachvollziehen kann.

Der Schreibstil ist insgesamt sehr flüssig zu lesen und in einer einfachen Sprache gehalten, so dass man das Buch schnell ausgelesen hat.


Fazit:
Insgesamt hat mir das Buch besonders deshalb so gut gefallen, weil es die Erlebnisse eines ganz normalen Mädchens während des zweiten Weltkriegs und danach wiedergibt.

Veröffentlicht am 28.08.2018

Schöner Roman fürs Herz – ideale Urlaubslektüre

Zwischen dir und mir das Meer
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Lena hat früh ihre Mutter verloren, die bei einem Badeunfall auf Amrum uns Leben kam, als Lena erst 8 Jahre alt war.
Vielleicht beschäftigt sie sich deshalb mit dem Sammeln von Meerglas, aus dem sie schönen ...

Lena hat früh ihre Mutter verloren, die bei einem Badeunfall auf Amrum uns Leben kam, als Lena erst 8 Jahre alt war.
Vielleicht beschäftigt sie sich deshalb mit dem Sammeln von Meerglas, aus dem sie schönen Schmuck herstellt, um etwas aus dem Meer zurückzubekommen?
Als ein junger italienischer Gast zu Besuch auf Amrum ist, aber dann sehr überstürzt abreist und dabei Fotos von ihrer Mutter hinterlässt, entschließt Lena sich spontan auf Spurensuche an der Amalfiküste zu gehen. Auch der gutaussehende Gast geht ihr nicht mehr aus dem Kopf…

Meine Meinung:
Ich habe „Immer wieder im Sommer“ sehr gerne gelesen und der Roman „Zwischen dir und mir das Meer“ hat mir ähnlich gut gefallen.
Schön fand ich, dass der Roman aus zwei Perspektiven in zwei Zeiten erzählt wird (aus der Sicht Lenas in der aktuellen Zeit und aus der Sicht ihrer Mutter Mariella in den 1970er Jahren), so dass sich langsam ein rundes Bild zusammensetzt.
Die Personen sind sehr liebevoll gezeichnet und bleiben recht authentisch in ihren Handlungen und in ihrer Entwicklung, so dass man als Leserin ihre Beweggründe recht gut nachvollziehen kann.

Neben der netten Kulisse von Amrum als Nordseeinsel, die mir schon in „Immer wieder im Sommer“ gut gefallen hat, fand ich in diesem Roman besonders die Amalfiküste sehr schön beschrieben. Somit kann man sich beim Lesen sehr gut an diesen Sehnsuchtsort versetzen und riecht die Zitronen / Zitronenblüten und spürt fast die Sonne auf der Haut.

Besonders nett fand ich, dass die Geschichte sehr gefühlvoll erzählt wird, ohne kitschig zu wirken, und man sich beim Lesen in die Umgebung und die Beziehung der Personen hineinträumen kann.

Fazit:
Ein sehr nettes Buch, das sich zum Beispiel bestens als Urlaubslektüre eignet!

Veröffentlicht am 23.08.2018

Hat mich berührt und gefesselt

Zwischen uns ein ganzes Leben
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Judith lebt als Jüdin 1940 im von den Deutschen besetzten Paris und muss erleben, wir ihr Leben von den Besatzern immer schwieriger gemacht wird. Hoffnung gibt ihr nur ihre Liebe zu Bankierssohn Christian, ...

Judith lebt als Jüdin 1940 im von den Deutschen besetzten Paris und muss erleben, wir ihr Leben von den Besatzern immer schwieriger gemacht wird. Hoffnung gibt ihr nur ihre Liebe zu Bankierssohn Christian, der sie schließlich sogar versteckt.
Viele Jahre später ist Jacobina in Washington auf der Suche nach ihrer Halbschwester Judith, als Béatrice in ihr Leben tritt. Diese ist nicht wirklich zufrieden in ihrem Job bei der Weltbank und ihrer Beziehung und hilft Jacobina bei der Suche und die beiden Frauen freunden sich an.
Wie der Zufall es will, führt die Suche weiter, als sie jemals gedacht hätten…


Meine Meinung:
Der Roman von Melanie Levensohn lässt sich dank ihrer sehr flüssigen und packenden Erzählweise sehr gut lesen. Ich war direkt in der Handlung gefangen, was für mich noch einmal durch die unterschiedlichen Perspektiven und zeitlichen Zusammenhänge, in denen der Roman erzählt ist, unterstützt wurde.
Mit den Protagonistinnen konnte ich mich gleich identifizieren, denn ich fand sie authentisch erzählt mit einer für mich nachvollziehbaren Entwicklung.
In der Handlung hat mich zum einen die Leidensgeschichte Judiths im besetzten Paris sehr mitgenommen, zum anderen habe ich aber auch mit Béatrice, die es nicht leicht mit ihrem Chef und auch in ihrer Beziehung hatte, mitgefühlt.


Fazit:
Ich kann den Roman nur empfehlen, da er mich gepackt und berührt hat.